Montag, 27. März 2017

Poulet au Cidre und ein bisschen Heimat...

Bereits in meinem letzten Beitrag erhielt meine liebe französische Freundin einen besonderen Platz. Ihre Heimat ist die Normandie. Und so wie ich das Bernbiet vermisse und Heimweh habe, vermisst sie manchmal die Normandie. Obwohl sie von Zürich natürlich eine viel längere Reise in ihre Heimat hat als ich. Ich sollte also gar nie mehr jammern. Jedenfalls kamen wir kürzlich auf das Thema Cidre zu sprechen und sie hat mir ein wunderbares Rezept für ein "Poulet au Cidre" gegeben. Ich habe heute die Ehre dieses Rezept mit Euch zu teilen. Denn Ihr wisst ja, gegen Heimweh oder vielleicht auch gegen Fernweh hilft gutes Essen. Manchmal ist es ein Bissen, der uns den Ort schmecken und riechen und fühlen lässt, an dem wir gerne wären. Und dieses Poulet ist wirklich ein Traum. In die karamellisierte Sauce könnte ich mich hinein legen! Passend zum Thema Fernweh habe ich Bilder aus der wunderbaren Normandie für Euch, die ich im letzten Sommer in unseren Ferien gemacht habe. Ihr versteht dann vielleicht, warum meine liebe Freundin manchmal Heimweh hat. Ich finde die Normandie auch wunderschön!
Und hier nun das Rezept für ein herrliches "Poulet au Cidre"

Zutaten für vier Personen:
- 1,5 kg ganzes Hähnchen oder optional Schenkel und Flügel (beim Fleischgewicht sind die Knochen mitgerechnet)
- 200g Speckwürfel
- 1 Flasche Cidre (Apfelwein)
- 3 bis 4 Äpfel
- 1 Zwiebel
- 200 ml Rahm
- Butter
- 1 EL Zucker
- Zimt, Salz und Pfeffer zum Würzen

Zubereitung: Das Hähnchen in Stücke schneiden (Schenkel und Flügel abtrennen und die Brust halbieren) oder einfach die Schenkel und Flügel bereitstellen. Etwas Butter in einem Bratentopf zergehen lassen und den Speck andünsten. Den Speck aus dem Topf holen und im Bratfett die grob geschnittene Zwiebel und das Fleisch andünsten und mit Salz und Pfeffer würzen. Den Speck wieder dazu geben und das Fleisch mit 6 dl Cidre ablöschen. Eine Messerspitze Zimt zum Verfeinern dazu geben.

Das Ganze eine Stunde köcheln lassen. 15 Minuten vor Ende der Kochzeit die Äpfel in Viertel schneiden, dazu geben und mitdünsten.

Das Fleisch und die Äpfel auf einer vorgewärmten Platte anrichten, warmstellen und den Jus in ein Gefäss abgiessen.

Im Topf 1EL Zucker karamellisieren lassen, mit dem Fleischjus ablöschen, den Rahm dazu geben, alles gut verrühren und die Sauce kurz aufkochen lassen.

Das Fleisch mit der Sauce zu Salzkartoffeln oder Reis servieren.
Manchmal muss man sich die Heimat halt kochen;) Und wenn man Menschen findet, die einem verstehen und oft auch die Familie ersetzen, wie das meine Freundin mir tut, dann hat man grosses Glück und ich bin sehr dankbar dafür. 

Ich wünsche Euch, dass Ihr für andere ein solcher Mensch sein könnt und selber immer wieder liebe Menschen findet, wenn Ihr sie nötig habt. Ich will mir jedenfalls Mühe geben für andere da zu sein, über den Tellerrand des eigenen kleinen Kreises zu blicken und ein offenes Haus und Herz für Menschen zu haben, die gerade etwas Gesellschaft oder auch einfach ein leckeres Essen brauchen.

Viel Vergnügen beim Nachkochen von diesem wunderbaren Gericht und "Bon Appétit"!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. während ich Diesen Post schreibe, bin ich im wundervollen Val Gardena. Ihr könnt Euch schon auf den Reisebericht freuen, denn hier gefällt es mir ebenfalls sehr, sehr gut!

Freitag, 24. März 2017

Ranunkeln...

Jetzt war es wieder einmal etwas zu lange still auf diesem Blog... Das liegt daran, dass ich gerade einiges zu tun habe. Ab und zu kann ich aber etwas dieser Dinge, die ich eben sonst in meinem Leben noch so mache, mit euch teilen. So habe ich kürzlich für eine Zeitung diese Bastelanleitung für Ranunkeln fotografiert (meine liebe französische Freundin ist dabei regelmässig mein Handmodell, aber sie macht es ganz wunderbar). Damit Ihr also wieder einmal etwas von mir lesen könnt, habe ich hier die Anleitung für das Basteln von Ranunkeln aus Seidenpapier. Ich mache mich jetzt übrigens ans Kofferpacken. Schon bald gehts los zu unserer Italienreise und ich freue mich sooooo fest darauf!
Ranunkeln sind im Frühling beliebte Blumen für Dekorationen und Sträusse. Oft lassen echte Ranunkeln aber schon nach kurzer Zeit die Köpfe hängen. Mit selbst gemachten Blumen aus Seidenpapier passiert das nicht.

Wer sich günstig einen Blumengruss ins Haus holen oder vielleicht mit Kindern etwas Schönes für  Götti, Gotte oder die Grosseltern basteln will, liegt mit einem Ranunkelstrauss aus Seidenpapier genau richtig. Wer gerne bastelt, hat das Material dazu vielleicht sogar schon im Haus und damit eine passende Bastelidee für verregnete, trübe Frühlingstage.

Material: Seidenpapier in verschiedenen Farben, grüne Pfeifenputzer, Filzstifte, eine Nadel oder einen Spiess zum Löcherbohren, Bleistift zum Vorzeichnen und ein Glas als Kreisvorlage.

Vorgehen: Zuerst einen Streifen Seidenpapier so oft falten, dass ungefähr zehn Lagen Papier übereinander liegen. Auf das oberste Papier mit Bleistift und Hilfe vom Glas einen Kreis vorzeichnen.  Den Kreis ausschneiden. Bei hellem Papier bietet es sich an, mit einem Filz- oder Leuchtstift den Rand einzufärben. Danach in der Mitte des Papiers mit einem Spiess oder einer dickeren Nadel ein Loch vorbohren. Den Pfeifenputzer durch das Loch schieben und am oberen Ende umbiegen, damit die Blütenblätter fixiert sind. Jedes Blütenblatt vom Innern der Blüte nach aussen her einzeln etwas hochfalten.

Mit Pfeifenputzern und Seidenpapier können auf einfache Weise auch viele andere Blütenformen kreiert werden. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Die Anleitung findet Ihr auch als Video auf YouTube (inklusive Blick in unser Esszimmer;):

Ich wünsche Euch ein wundervolles Wochenende!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Mittwoch, 15. März 2017

Luxus für die Seele...

Der grösste Luxus ist es für mich Zeit zu haben. Zeit zum Geniessen, Zeit um ein schönes Buch zu lesen oder Zeit mit meinem lieben Signore. Da er einen Job hat, bei dem er viel mehr arbeitet als andere und oft rund um die Uhr erreichbar sein muss, sind uns kleine Auszeiten heilig. Dann fahren wir ins Tessin nach Locarno und fühlen uns unserem geliebten Italien etwas näher.
Als wir in Florenz gelebt haben, hatten der Signore und ich so viel Zeit füreinander wie nie. Wir haben uns regelmässig nach der Arbeit in der Stadt zum Aperitivo getroffen und am Wochenende sind wir ans Meer gefahren (hier und hier und hier habe ich Euch davon berichtet).

Diese Unbeschwertheit oder eben Dolce Vita hat sich auch auf diesem Blog gezeigt. Mir gefiel das sehr und ich vermisse es. Umso mehr freue ich mich, dass schon bald die erste Italienreise in diesem Jahr ansteht. Ich habe das Glück, dass ich Dank meinem Beruf auch wieder einen neuen Teil dieses Landes erkunden darf  (so wie ich das bereits hier durfte) und ich werde Euch sicher davon berichten.

Auszeiten für die Seele sind für mich aber auch die Momente, in denen ich ein schönes Buch lesen oder etwas richtig Leckeres geniessen kann. Dazu habe ich heute zwei Buchempfehlungen und ein Rezept für das einfachste und leckerste italienische Dessert aller Zeiten;)

Das erste Buch ist "Love Kitchen" von Eschi Fiege aus dem Brandstätter Verlag. Eschi Fiege schreibt hinten auf dem Einband: "Was ich für dich koche, weil ich dich liebe... ...Denn Kochen ist sichtbar gemachte Liebe." Als ich das gelesen habe, stand fest, dass ich dieses Buch unbedingt haben muss. Die Rezepte im Buch sind relativ einfach und schnell nachgekocht. Eben genau das Richtige für einen romantischen Abend zu Zweit.

Das zweite Buch ist "Tea Time" von Csaba dalla Zorza (hier habe ich bereits ein anderes Buch von ihr vorgestellt). Immer wenn ich in Italien bin, kaufe ich mir neue italienische Kochbücher. Ich bin schon gespannt, was ich wieder Schönes in meiner Lieblingsbuchhandlung in Florenz finden werde.

Und nun endlich noch das Rezept für die einfachste Panna Cotta der Welt.

Wie es der Name schon sagt, ist Panna Cotta nicht viel mehr als gekochter Rahm mit etwas Geliermittel und Zucker. Da ich im Umgang mit Gelatine wirklich eine absolute Niete bin, habe ich mein Panna Cotta mit Agaragarpulver zubereitet. Agaragar ist ein pflanzliches Geliermittel und funktioniert gut als Gelatineersatz.

Zutaten für vier kleine Portionen Panna Cotta:
5 dl Rahm, 1 dl Milch, 3 El Zucker, 1 Messerspitze Vanillemark, 1/2 TL Agaragar

Zubereitung: Zuerst den Rahm, die Milch, den Zucker und das Vanillemark aufkochen und dann mindestens 5 Minuten weiter unter ständigem Rühren köcheln lassen. Agaragar in wenig Wasser (ca. 3 El) gut auflösen, zu den restlichen Zutaten hinzu geben, gut einrühren und danach die Masse in vier kleine Schalen abfüllen. Das Ganze mindestens drei Stunden lang kühl stellen und danach servieren.

Mich persönlich nervt es sehr, dass Panna Cotta ganz oft mit einer Waldbeerensauce serviert wird. Ich finde, dass das den feinen Rahmgeschmack völlig erschlägt und kaputt macht. Für mich reicht die leckere Creme vollkommen aus. Aber eben, wer es mag, kann dazu gerne noch ein Kompott oder etwas Früchte kombinieren.

So, das war nun mal wieder so ein richtig bunt gemischter Post, wie ich sie eigentlich gerne von mir mag. Ich schwelge jetzt noch etwas in Vorfreude für meine Italienreise. In einer Woche geht es schon los...

Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Dienstag, 7. März 2017

Tapetenwechsel...

Mit dem Umziehen ist es ja so eine Sache. Zuerst ist es einfach nur stressig. Wenn dann aber alles seinen Platz gefunden hat, dann wird es besser und es kommt die Zeit für die kreativen Dinge. So habe ich kürzlich beschlossen, dass es Zeit für Tapeten ist im Hause Pinella. Und davon will ich Euch heute berichten.
Eigentlich hatte ich ja geplant zu streichen. Das wollte der Signore aber partout nicht. Na ja, vielleicht hat er ja damit schon irgendwie Recht. Denn wer so häufig umzieht wie wir, sollte sich Veränderungen an einem Mietobjekt gut überlegen. Also begann ich über andere Möglichkeiten nachzudenken und habe einfach mal wahllos nach Tapeten gegoogelt. Tapeten sind zu meinem grossen Glück seit einiger Zeit wieder in Mode und so wurde ich dann bei www.dekowebshop.ch fündig. 

Bereits online war ich vom Angebot begeistert. Als ich dann las, dass es in meinem geliebten Thun auch noch einen Laden davon gibt, war ich nicht mehr zu Halten. Ich fuhr also noch vor unserem Umzug dahin und habe Tapeten bestellt (das Gute ist, dass Ihr die Masse angeben könnt, für die Ihr eine Tapete braucht und Euch dann berechnet wird, wie viel Ihr kaufen müsst). Obwohl die Bilder online wundervoll sind, wollte ich die Tapeten zuvor in Echt sehen und durfte dann sogar einen dieser schweren Musterordner mit Nachhause nehmen, damit der Signore auch sagen konnte, welche Tapete ihm gefallen würde.

Das Anbringen ging da recht fix, da ich Unterstützung von Mama Pinella, meiner lieben französischen Freundin und deren kleiner Tochter und einem Handwerker, der eigentlich unsere Badewanne austauschen sollte, hatte.

Das war wieder einer dieser Momente, die ich besonders liebe. Unsere Wohnung war voller Menschen und schlussendlich haben alle irgendwie etwas zum Gelingen beigetragen. Geplant war das nicht so. Denn der Badewannenmensch kam vier Stunden zu früh. Also entschied ich zuerst für alle Pasta zu kochen und so hatten wir bei Penne und Chianti ein gemütliches Mittagessen. Danach setzten wir die Kleine meiner Freundin in unser Bett (in der Hoffnung, dass sie schlafen würde, was sie natürlich nicht tat) und begannen die Tapete anzubringen. Das Ganze ging viel einfacher als erwartet - wenn man Hilfe bekommt, ist alles einfacher. Und der Signore und ich sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Auf der Website vom Dekowebshop ist alles ausführlich erklärt und man kann eigentlich nichts falsch machen. Ich habe mich dazu entschieden nur einzelne Wände zu tapezieren und so haben nun unser Schlafzimmer und unsere Gästetoilette einen neuen, modernen Look bekommen. Die Gästetoilette will ich Euch dann auch noch unbedingt zeigen.
Wer weiss, vielleicht wäre ja so ein Tapetenwechsel bzw. ein Tepetenprojekt auch mal etwas für Euch? 

Danke übrigens noch für Eure vielen lieben Nachrichten zu meinem letzten Post. Es freut mich, dass ich Euch inspirieren konnte.

Herzlichst, Eure Signora Pinella