Dienstag, 18. Oktober 2016

Gesalzene Nidletäfeli und Umzugsfieber...

Die Schweizer haben ja ganz allgemein ein etwas spezielles Deutsch, welches nicht für alle ganz einfach verständlich ist. Die Berner sprechen angeblich zusätzlich einen besonders lustigen Dialekt. So bezeichnen wir Butter als Anke und Rahm wird Nidle genannt. Eine meiner liebsten Süssigkeiten heisst dann eben auch Nidletäfeli. Gemeint sind Rahmtäfeli oder ganz einfach Karamell. Wenn man sie mit Rahm von glücklichen Alpkühen aus dem Justistal (hier und hier habe ich über diesen Ort berichtet) herstellt und mit Fleur de Sel aus Guérande in der Bretagne verfeinert, dann werden sie quasi international...
Zur Herstellung der Rahmtäfeli braucht ihr 2,5dl Vollrahm, 250g Zucker, eine Messerspitze Vanillemark, 2 gestrichene TL Fleur de Sel und 1 EL Butter und viel Zeit und Geduld!

Zuerst wird der Rahm mit Zucker, dem Vanillemark und 1TL Fleur de Sel aufgekocht. Danach die Hitze reduzieren und unter ständigem Rühren warten, bis die Masse sich bräunlich verfärbt. Das dauert bei mir immer mindestens 40 Minuten. Je nachdem wie lange ihr die Masse karamellisieren lässt, verändert sich die Konsistenz der Karamell. Wenn sie beginnt einzudicken, aber noch nicht zu braun ist, bekommen die Täfeli eine weiche Konsistenz. Wenn man die Masse richtig braun werden lässt, werden die Karamell härter und lassen sich besser in Würfel schneiden.

Ich habe festgestellt, dass das Ganze etwas Übung braucht und man dann schon erkennt, wie einem die Täfeli am besten schmecken. Wenn die Masse fast fertig ist, wird die Butter untergerührt und die Masse danach auf ein Backtrennpapier gegossen. Nun das restliche Meersalz darüber streuen (hier kommt es auch darauf an, wie salzig Ihr es gerne mögt). Die Masse kurz etwas abkühlen lassen, danach in kleine Würfel schneiden und diese über Nacht trocknen lassen.

Die Karamell lassen sich wunderbar verschenken und halten sich richtig gelagert mindestens vier Wochen. Ich muss sie jeweils selber vor mir verstecken, da ich sonst in kürzester Zeit alle gegessen hätte.

Ich finde es schön, wenn Zutaten und Ideen aus aller Welt aufeinandertreffen. Das macht das Essen erst so richtig spannend und Abwechslungsreich.

Der liebe Signore würde jetzt sicher wieder sagen, dass ich das Rezept nur gepostet habe, weil mir unser neuer Teppich (gefunden bei www.impressionen.ch) so gefällt und sich darauf hübsche Bilder machen lassen. Das stimmt so nicht ganz. Obwohl ich sehr im Wohnfieber bin. Denn bald schon ziehen wir mal wieder um und ich freue mich riesig auf unsere neue Wohnung und nehme das zum Anlass überall nach schönen Sachen für unser neues Heim Ausschau zu halten. Es wird unser dritter Umzug in vier Jahren. Daher stresst mich das Ganze auch gar nicht so, da wir ziemlich viel Erfahrung in diesem Bereich haben und wir uns wirklich fest auf unser neues Daheim freuen!

Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. Ich habe festgestellt, dass auch die Wörter "hurti", "Äckegschtabi" und "Chuderluri" ganz schlecht verstanden werden... Wisst Ihr was das heisst?

Kommentare:

  1. Hurti ist geschwind , schnell...
    Äckeschtabi ist, meine ich, Nackenstarre
    Aber beim letzten Wort muss ich passen, keine Ahnung!
    Ich liebe Karmell, Rahmtäfeli, Nidelzältli, ...
    Herzlichst
    yase

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    1. Ich weiss, dass Du und ich die Liebe zu Karamell teilen;) Das ist schön. Das letzte kommt aus dem Bereich der Flachsverarbeitung... Der Chuder ist der gekämmte, angesponnene Flachs bzw. das was nach dem Kämmen der Fasern übrige bleibt (die Experten streiten da immer drüber;).
      Herzlichst, Signora Pinella

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    2. Habe mich verschrieben. Meinte den "Ungesponnenen" Flachs!

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  2. verführerisch lecker sehen die aus!
    Der Teppich ist wirklich wunderbar. Zum Wohnen und zum Fotografieren. Was will man mehr?!
    heitere Grüsse Britta

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    1. Danke liebe Rita. Gell, ich mag ihn echt auch sehr den schönen Teppich;)
      Herzlichst, Signora Pinella

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  3. Als St.Gallerin verstehe ich nur hurti (geschwind), die anderen Begriffe sind mir völlig fremd :)

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    1. Hurti ist schon super, wenn das jemand versteht! In Zürich werde ich dafür oft schräg angeschaut! Ich glaube "Äckegschtabi" heisst hier "Halscheri";)
      Herzlichst, Signora Pinella

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  4. Mmmmmhhhh...!
    Jetzt "zügelst" du schon wieder, in Richtung Bern???
    Ebenfalls schwierig für Anderssprechende ist der "Huduu" (vor allem auch die richtige Aussprache)oder das Gibe ;-).
    Herzliche Grüsse Simone
    Hast du schon vom Wortfächer "flüech & schlämperlige" von vatter & vatter gelesen? Ein besonderes Vergnügen!

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    1. Leider ist noch nix mit Richtung Bern. Wir haben eine schöne Wohnung ganz nach vom Arbeitsort vom Signore gefunden und da mussten wir einfach zuschlagen!
      Meinst Du mit Gibe die Ziege oder geben? Ja, Dialekte sind eine Sache für sich. Aber ich mag sie!
      Das Buch muss ich mir unbedingt besorgen. Ich mag solche Sachen! Danke für den Tipp!
      Herzlichst, Signora Pinella

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    2. Guten Morgen liebe Signora,
      Ja ich meine die Geiss, aber die brauchen wir ja eben auch im übertragenen Sinn...
      Der Wortfächer ist kein Buch, es sind kleine Karten zu einem Fächer zusammengenommen. Auch ein tolles Mitbringsel, finde ich. Häb e guete Tag Simone

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  5. Liebe Signora,
    also ich verstehe bei den Wörtern nur ... "Bahnhof"! Ich liebe Dialekt! Bei uns wird auch Dialekt gesprochen. Wobei mir auffällt, dass sich die jüngere Generation schon a bisserl dafür schämt und hauptsächlich hochdeutsch spricht.
    Deine Karamellen schauen superlecker aus ... mir rinnt das Wasser im Mund z´samm. Aber mit der Geduld hab´ ich´s leider nicht so beim Kochen!
    Dir von Herzen alles Liebe!
    Karen

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  6. Oh, da ist selten -aber "hurti" bzw. vielmehr "hurtig" kenne ich sogar :-D
    An selbst gemachte Karamell habe ich mich noch nicht heran getraut, aber essen tue ich sie schon mal gerne ;-)
    Dir noch eine schöne Restwoche.
    LG Naddel

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