Donnerstag, 29. September 2016

Alles Käse...

Vor zwei Jahren habe ich bereits hier über dann traditionellen Chästeilet im Justistal im Berner Oberland berichtet und Euch erklärt, um was es dabei geht. Jedes Jahr beeindrucken mich die Käsemengen, die den ganzen Alpsommer über dort produziert werden, aufs Neue. Ich mag Käse ja sehr. Der Moment, in dem er jeweils aus den Speichern geholt, durch verschiedenen Hände gerollt und dann aufgeschichtet wird, hat für mich etwas Magisches. Schlussendlich ist Käse auch einfach eine wundervolle Zutat zum Kochen und daher habe ich heute für Euch ein herrliches Rezept für Gougère. Das sind luftige Käseküchlein, die wir daheim einfach "Chästüddere" genannt haben. Ihr wisst ja, wenn ich nach meiner alten Heimat Heimweh habe, dann heile ich mich mit Essen aus meiner Kindheit davon;) Das funktioniert bei jeder Art Heimweh wunderbar. Auch dann, wenn ich Italien vermisse. Da gibt es dann natürlich hausgemachte Pasta oder so...
Nun aber zu diesem einfachen und sehr wirkungsvollen Rezept (Eure Gäste werden staunen, wenn Ihr ihnen dieses Gebäck serviert). Gougère werden aus Brühteig hergestellt (hier habe ich Euch bereits eine süsse Variante davon gezeigt).

Zutaten: 2,5dl Wasser, 1TL Salz, Muskatnuss, Pfeffer, getrocknete Alpenkräuter, 1 EL Zucker, 60g Butter, 125g Mehl, 4 Eier, 120g rezenter Käse (gerieben)

Zubereitung: Wasser, Salz, Gewürze und Butter aufkochen, das gesiebte Mehl im Sturz und den Käse beigeben und bei kleinster Hitze so lange rühren, bis sich ein Kloss bildet, der sich von der Pfanne löst. Ein Ei nach dem anderen gut in den Teig einarbeiten (Mama Pinella schwört darauf, dass man den Teig mit dem Handrührgerät gründlich verrühren soll).

Teig auskühlen lassen. In einen Dressiersack geben, auf ein Backblech verteilen und im vorgeheizten Backofen 20 Minuten bei 180 Grad auf mittlerer Stufe backen.

Die Brühküchlein auskühlen lassen und entweder direkt servieren oder aufschneiden und mit Frischkäse, Lachs oder Rohschinken füllen.

Ich habe in der Variante hier für die Füllung Kräuter und Gemüse klein gehackt und mit Frischkäse vermischt. Das schmeckte ganz hervorragend.
Der Signore meint immer, dass meine Gougère unglaublich lecker und vor allem unsagbar luftig seien. Er verdrückt zum Apéro locker einen ganzen Teller davon. Ich hoffe, dass Ihr auch die Zeit findet das Rezept auszuprobieren und die Meinung vom Signore teilen werdet;)

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Samstag, 24. September 2016

Blumen statt Diamanten...

Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass ich noch nie so schöne Blumen gefunden habe wie dort. Sie sind immer der Jahreszeit angepasst und werden in schönen Weidekörben präsentiert.

Da der Signore weiss, wie gerne ich Blumen mag, hat er mir zum Geburtstag eine grosse Vase geschenkt. Einmal pro Monat überrascht er mich dann mit einem Strauss. Ich mag dieses kleine Ritual, das übrigens mein Schwager begründet hat. Auch nach vielen Ehejahren gibt es jeden Monat einen Strauss für meine Schwester.

Ist der Strauss vom Signore verwelkt, wird es für mich wieder Zeit auf den Markt zu gehen und neue Blumen zu holen. Endlich gibt es nun wieder Hortensien. Aber zuvor freute ich mich auch sehr über die Pfingstrosen, Ranunkeln und Tulpen und natürlich das ganze Jahr über wundervolle Rosensträusse.

Wenn ich auf dem Markt frische Kräuter kaufen, werden auch diese eingestellt in eine Vase kurzerhand zum Teil der Blumendekoration.

Solltet Ihr also irgendwo in der Region Winterthur (dort befindet sich das Geschäft von www.blumen-mueller.ch) oder Zürich wohnen (jeden Mittwoch- und Samstagmorgen findet man den Stand auf dem Markt in Oerlikon), dann ist ein Besuch in diesem Blumenwunderland ein Muss. Meine Geburtstagsdekoration (darüber habe ich hier berichtet) entstand auch mit Blumen von Müllers. Auf den Markt in Oerlikon wurde ich übrigens zum ersten Mal von der lieben Autorin von www.zumfressngern.ch mitgenommen. Ich habe mich so gefreut, als ich festgestellt habe, was für ein Paradies sich in meiner Nähe befindet.
Und solltet Ihr keinen Blumenladen in der Nähe haben, dann geht raus, streift durch die Felder und pflückt Euch einen schönen Wiesenblumenstrauss. So habe ich es immer als Kind gemacht und noch heute hüpft mein Herz, wenn ich daran denke!

Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag!

Sonntag, 18. September 2016

Ich mag...

...das Backen und Geschirr. Deshalb habe ich heute das Rezept für das erste Gebäck für Euch, das ich als Kind ganz selbstständig machen konnte. Inszeniert habe ich meine geliebten Hefeschnecken auf einer Platte von Pip (gefunden habe ich sie im Globus in Locarno, es gibt sie aber auch im Online-Shop hier). Das mit dem Geschirr führt zwar regelmässig zu kleinere Diskussionen zwischen dem Signore und mir. Da ich aber in der Regel vor allem altes Geschirr auf irgendwelchen Flohmärkten und Brocanten kaufe und das so ein günstiges Laster ist, verzeiht er mir dann gerne wieder. Und sonst wird er einfach mit einer grossen Platte Hefeschnecken bestochen. Wenn er dann fragt, ob die Platte neu sei, frage ich einfach zurück, ob er das Gebäck möge, bitte ihn zu probieren und dann vergisst er das Geschirr sowieso;)
Zurück zu den Hefeschnecken. Mama Pinella hat uns Kinder immer zu sich genommen, wenn sie gekocht hat. Bereits im Vorschulalter konnte ich eine einfache Vinaigrette machen. Damit wurden wir ans Kochen herangeführt. Dann kam das Anbraten von Fleisch, das Kochen von Gemüse und Pasta und das Herstellen von Hefeteigen dazu. Deshalb war es für mich dann auch kein grosser Schritt zu den Hefeschnecken. Denn wenn man einen Hefeteig machen kann, geht der Rest ganz schnell.

Zutaten
Teig: 300g Weissmehl, 15g Frischhefe, 50g weiche Butter, 1 TL Zucker, 1/2 TL Salz, 1,5 dl lauwarmes Wasser
Füllung: 2El Konfitüre, 150g gemahlene Haselnüsse, 2EL Zucker, 1 grosser Apfel (gerieben), 1El Zitronensaft, 3 EL Rahm
Glasur: 5EL Puderzucker, 2El Zitronensaft (für die Erwachsenen-Variante geht auch ein klarer Schnaps)

(Ihr seht, ich habe praktisch das ganze Rezept in Tee- oder Esslöffeln angegeben, das macht es für ein Kind leichter die Sachen abzuwägen).

Zubereitung
Das Mehl in eine grosse Schüssel geben, die Hefe zusammen mit dem Zucker im Wasser auflösen, im Mehl eine Mulde formen und die Flüssigkeit hinein geben. Die restlichen Zutaten auch noch dazu geben und das Ganze zu einem glatten Teig verkneten. Diesen dann mindestens eine Stunde lang zugedeckt (ich lege immer ein angefeuchtetes Küchentuch über die Schüssel) gehen lassen.

Für die Füllung wird ein Apfel mit Schale gerieben und zusammen mit den gemahlenen Nüssen, dem Zucker, dem Zitronensaft und dem Rahm verrührt.

Wenn der Teig genügend aufgegangen ist, wird er zu einem grossen Quadrat ausgerollt, dieses mit Konfitüre bestreichen und die Nussmasse ebenfalls gleichmässig mit einem Spachtel darauf verteilen. Danach wird der Teig zu einer Rolle geformt und diese dann in knapp zwei Zentimeter dicke Stücke geschnitten. Die Schnecken auf einem Blech mit Backtrennpapier verteilen und 20 Minuten im auf 180 Grad vorgeheizten Backofen backen. 

Die noch heissen Schnecken werden nach dem Backen sofort mit dem Zuckerguss bepinselt (die Hitze hilft dabei die Glasur schön zu verteilen). Das Gebäck auf einem Gitter (nicht auf dem Blech, da der Zucker in der Füllung sonst verbrennt) auskühlen lassen. Und dann können die Köstlichkeiten endlich genossen werden...

Ich habe die Hefeschnecken mittlerweile so oft gebacken, dass ich das Rezept im Schlaf aufsagen könnte. Ich bin dankbar, dass mir die Küche schon früh fürs Backen und Kochen überlassen wurde. Für den Geschirrfimmel ist übrigens meine Oma verantwortlich. Sie hat mich immer in die Brockenstube mitgenommen und wir gingen nie mit leeren Händen heim. Auch dafür bin ich dankbar! Wie viel Schönes wäre mir in meinem Leben entgangen, wenn ich nicht gelernt hätte mich durch Antiquitätenmärkte zu wühlen (hier und hier habe ich bereits darüber berichtet).

Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag und hoffe, dass auch Ihr die Gelegenheit habt etwas Süsses zu geniessen!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Dienstag, 13. September 2016

Zugeschnitten und Aufgeräumt...

Ihr wisst ja, dass mein Blog meine persönliche Sammlung der Dinge ist, die mich inspirieren und glücklich machen. In letzter Zeit sind mir gleich zwei Dinge begegnete, die dazu gehören. Und davon will ich Euch heute berichten...
Wie ich ja bereits einige Male erwähnt habe, fand ich in letzter Zeit nach meinem Geschmack zu wenig Zeit für die schönen Dinge des Lebens. Das hat sich nun zum Glück geändert und kaum habe ich dafür wieder etwas Raum geschaffen, sind mir die Sachen quasi in den Schoss gefallen.

Obwohl ich die erste Sache eigentlich schon seit Ende Mai besitze. Meine Familie hat mir zum Geburtstag auf Initiative meiner Schwester (hier gehts zu ihrem Blog) einen Silhouette Cameo (auf Deutsch ist das Ding als Plotter bekannt, aber ich mag dieses Wort gar nicht) geschenkt. Bisher hatte ich aber eben erstens keine Zeit und zweitens auch nicht den Mut das gute Stück auszuprobieren. Irgendwie hatte ich Angst etwas kaputt zu machen. Nun ermutigte mich der Signore es doch zu probieren, da ich ja technisch nicht ganz auf den Kopf gefallen sei und er half mir beim Installieren der Software. Kurz noch zur Erklärung für alle, die den Plotter nicht kennen: Der Silhouette Cameo ist ein Gerät, mit dem sich Silhouetten nach Vorgabe schneiden lassen.

Jedenfalls bin ich nun sehr glücklich darüber, was sich damit alles herstellen lässt und da ich über eine grosse Sammlung Papier verfüge und gerne filigran ausgeschnittene Sachen mag, habe ich schon Schmetterlinge, kleine Kisten und die hübsche Feder auf den Bildern ausgeschnitten. Bitte schreibt mir doch, wenn Ihr selber auch ein solches Gerät habt, was Ihr damit macht. Ich bin sehr dankbar für weitere Ideen und Inspirationen.

Mein Federbild hängt jetzt über dem Büchergestell, in dem meine Kochbücher ein neues Zuhause gefunden haben. Ich bin aktuell im Afräumfieber. Auch dafür gab es einen Auslöser und eine Inspiration, die ich unbedingt mit Euch teilen will. Eine liebe Freundin hat mir das Buch "Magic Cleaning" von Marie Kondo empfohlen und es hat mich wahrhaft beflügelt und ich habe endlich meine Kleider und meine Kochbücher aufgeräumt, sortiert, einiges weggeworfen und freue mich nun umso mehr daran. Marie Kondo gibt in ihrem Buch unzählige Tipps zum Aufräumen. Denn auch das Aufräumen will gelernt sein und ist bisweilen nicht einfach.

Das Schöne an der Technik von Marie Kondo ist, dass man wieder den Überblick gewinnt und sich erneut bewusst wird, was man besitzt und diese Sachen dann auch wirklich wieder schätzt.

Ich hoffe, dass Euch die eine oder andere Sache auch angesprochen hat und wünsche Euch einen wundervollen Tag!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Donnerstag, 8. September 2016

Wie bim Grosi...

Als ich ein Kind war, gingen wir am Sonntag oft meine Oma, das "Grosi" wie wir sie nannten (hier und hier habe ich schon über sie geschrieben), besuchen. Mein Grosi war eine hervorragende Köchin. Alles was auf den Tisch kam schmeckte irgendwie rund, vollkommen und einfach lecker. Es gab ein Sonntagsessen, das wir Kinder besonders liebten: Poulet. Um die Flügel und Schenkel gab es immer einen Kampf. Am zarten Brustfleisch war gar niemand so recht interessiert. Nach einer Zeit der Herausforderungen hatte ich kürzlich am Sonntag das dringende Bedürfnis für den Signore und mich ein Poulet zu machen. Essen wie "bim Grosi" für unsere Seele. Dazu muss ich anmerken, dass der Signore nur das Brustfleisch isst (weil offenbar sieht ein Kniegelenk eines Huhns einem menschlichen Kniegelenk sehr ähnlich und auf die medizinischen Erläuterungen beim Essen kann ich verzichten;).
Meine Oma kochte zum Poulet jeweils Reis und es gab frischen Salat aus dem Garten mit Schnittlauch und sehr guter, hausgemachter Sauce. Da meine liebe Freundin aus Frankreich ihr Poulet immer zusammen mit Karotten und Kartoffeln zubereitet, habe ich mich für diese Variante entschieden (wohl auch deshalb, weil so unser ganzes Essen simpel in einem Topf - übrigens das Hochzeitsgeschenk meiner lieben Ex-Arbeitskollegen - zubereitet werden kann).

Wie bereits gesagt, die Zubereitung eines wirklich leckeren Poulet mit Gemüse aus dem Ofen ist simpel. Ihr braucht dafür ein Poulet (je nach dem wie viele Esser Ihr am Tisch habt, kauft ihr ein kleineres oder grösseres Tier - ich achte einfach immer darauf, dass es Schweizerfleisch aus Freilandhaltung ist). Das Menu ist auch dann ideal, wenn Ihr keine Zeit zum Kochen habt, aber z.b. am Abend noch Gäste erwartet. Dann könnt Ihr es einfach vorbereiten und kühl stellen und während Ihr gemütlich einen Aperitif mit Euren Gästen trinkt, zaubert sich das Essen quasi von selber. Besonders lecker ist es, wenn Ihr dazu noch einen Kräuterquark serviert!

Zutaten für zwei gute Esser (der Signore und ich haben alles ratz fatz verputzt):
1 Poulet (ca 700g schwer), 2 Karotten, 1 Knoblauchzehe, 1 Frühlingszwiebel, 1 Apfel, 1/2 Zitrone, Senf, 1 El Honig, Salz, Pfeffer und 5dl Bouillon.

Zubereitung: Den Ofen auf 190 Grad vorheizen. Das Poulet mit Haushaltpapier abtupfen, und mit Senf, Honig, Salz und Pfeffer marinieren (ich habe einen leicht süssen Senf mit Körnern verwendet). Das Poulet mit der Zitronenhälfte und kleinen Apfelstückchen füllen. Zwiebeln und Knoblauch schneiden, Kartoffeln und Karotten schälen und schneiden und in eine Ofenfeste Pfanne oder Gratinform mit Deckel geben. Das Poulet darauf legen und die Bouillon darüber giessen. Anschliessend den Topf mit einem Deckel verschliessen und das Ganze 90 Minuten garen lassen.
 
Mein Grosi hat im Berner Oberland gelebt. Daher zeige ich Euch heute auch die Bilder aus dem wunderschönen Justistal in Sigriswil, wo "unsere" Alp liegt (hier habe ich schon einmal über den Chästeile im Tal berichtet). In letzter Zeit habe ich aber auch begonnen endlich meine neue Umgebung, in der ich nun ja doch schon über ein Jahr lang lebe, zu entdecken und möchte Euch bald ein paar schöne Orte und Plätze zeigen. Es gibt so viel Schönes, wenn man die Augen dafür öffnet. Zum Glück sind mir meine nach Monaten endlich wieder aufgegangen...

Herzlichst, Eure Signora Pinella