Freitag, 29. Juli 2016

Pasta einmal ganz anders...

Im Moment bin ich kulinarisch etwas auf der Suche. Als wir in Italien gelebt haben, war die italienische Küche für mich der Massstab für alles und ich habe sie zelebriert. Seit wir zurück sind entdecke ich auch immer mehr wieder die wirklich hervorragenden Produkte meiner Heimat. So habe ich auch das Rezept für meine hausgemachten Cannelloni mit Ziger-Lattich-Füllung entwickelt.
Cannelloni sind eigentlich Teigröhren, die häufig mit Ricotta und Spinat gefüllt und danach mit Käse- oder Rahmsauce überbacken werden. Sie sind echt lecker und ein Klassiker in der italienischen Küche. Aber ich bin nun halt wieder zurück in der Schweiz und habe beschlossen, dass ich all die leckeren Sachen aus Italien ganz einfach mit Schweizer Zutaten zubereiten kann. Dazu habe ich mir frischen Ziger (das ist unsere Bezeichnung für Ricotta) aus dem wunderschönen Justistal im Berner Oberland geholt und den Spinat einfach mit Lattich ersetzt.

Da hausgemachte Cannelloni einfach um etliches besser sind als gekaufte Teigwaren, habe ich auch die selber hergestellt. Pasta selber zu machen ist simpel und solltet Ihr erst noch eine Pastamaschine haben, dann geht es fast von selbst. Auf www.hagengrote.de findet Ihr eine grosse Auswahl an Hilfsmitteln um selber Pasta herzustellen - an dieser Stelle Danke an Hagen Grote für die Zusammenarbeit.

Und hier nun also mein Rezept für hausgemachte Ziger-Cannelloni mit Lattich

Zutaten
Pastateig: 150g Chnöpflimehl, 1 Ei, 1 El Olivenöl, 3 El Wasser, ½ Teelöffel Salz
Füllung: 300g Lattich, 300g frischer Ziger, 1dl hochwertige Bouillon, 1 Mittelgrosse Zwiebel, 1 EL Butter, Salz und Pfeffer
Guss: 1El Maisstärke, 1 dl Wasser, 3dl Milch, 1 dl Rahm, 200g Reibkäse, Salz, Pfeffer und Muskatnuss

Zubereitung
Zuerst die Zutaten für den Pastateig in einer Schüssel zusammen verkneten und eine halbe Stunde zugedeckt ruhen lassen.

Derweilen den Lattich waschen und in kleine Streifen schneiden. Die Zwiebel hacken und in Butter andünsten, den Lattich mitdünsten und das Ganze dann mit der Bouillon ablöschen, den Ziger dazu geben und die Masse mit den übrigen Gewürzen abschmecken.

Nun wird der Pastateig ausgerollt (wer keine Pastamaschine besitzt, kann zur Not auch das Teigholz benutzen – sonst kann ich diese Maschine hier sehr empfehlen) und quadratische Stücke ausschneiden. Diese werden dann mit der der Ziger-Lattich-Füllung gefüllt und zusammen gerollt.
Nun die Maisstärke im Wasser auflosen und zusammen mit der Milch dem Rahm, dem Käse und den Gewürzen zu einer sämigen Sauce aufkochen.

Etwas von der Sauce in eine Gratinform geben, dann die Cannelloni hineinschichten und mit dem Rest der Sauce übergiessen. Das Ganze für 20 Minuten im auf 180 Grad vorgeheizten Backofen gratinieren.
Der Ziger von der Alp (über das schöne Justistal habe ich bereits hier berichtet) wird über dem Feuer hergestellt und hat dadurch eine leicht rauchige Note und einen stärkeren Eigengeschmack als Ricotta. Ich mag ihn aber sehr und freue mich, dass ich so die Schweizerische und die Italienische Küche etwas näher zueinander gebracht habe. Solltet Ihr übrigens keinen Ziger bekommen, könnt Ihr das Rezept auch mit Ricotta kochen. Aber den Lattich würde ich unbedingt ausprobieren. Dieses Gemüse wir definitiv unterschätzt!

Ich wünsche Euch ein erholsames Wochenende!

Herzlichst, Eure Signora Pinella.

Samstag, 16. Juli 2016

Zu Besuch bei Traudl…

Im Frühling wurde ich zu einer traumhaften Medienreise ins schöne Meran eingeladen. Dort habe ich Traudl Schwienbacher getroffen, die mich unsagbar inspiriert und beeindruckt hat. Im Auftrag der Agrarzeitung www.schweizerbauer.ch schrieb ich einen Bericht über sie, den ich gerne auch noch mit Euch teilen will.

 „Die Natur ist die höchste Hochschule“

Im Südtiroler Ultental lebt, arbeitet und wirkt die Bäuerin Traudl Schwienbacher. Als Vordenkerin und Gründerin der Ultner Winterschule hat sie viel zum Erhalt der Natur und der Arbeitsplätze im Tal beigetragen.

«In der Natur ist alles, was wir zum Leben brauchen», ist Traudl Schwienbacher, Bäuerin aus dem Ultental im Südtirol, überzeugt. Als Gründerin der Winterschule Ulten und der Naturlebensschule Ulten gilt sie als Vordenkerin mit viel Durchhaltewillen.

Ihre Liebe zu den Tieren und Pflanzen zeigte sich bereits in jungen Jahren. «Mit 12 Jahren habe ich mir mein erstes Lämmchen gekauft», erzählt sie. Wolle spielt immer noch eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Auf ihrem Hof bietet sie Kurse zur natürlichen Wollverarbeitung, dem Färben mit Pflanzen, Spinnen und Filzen an. Wolle sei das natürlichste Material überhaupt und für den menschlichen Körper die beste Kleidung. «Wolle passt sich dem Menschen an, reguliert Wärme und Kälte und auch das Schwitzen.» So trägt Traudl Schwienbacher selber ausschliesslich Kleider aus Wolle oder Seide und schwört auch auf Bettwäsche aus diesen Materialien.

Lebenswertes Ulten
Als Vordenkerin gilt Traudl aber nicht nur im Bereich Bekleidung. Als gebürtige Ultnerin liegt ihr das Wohl ihres Tales am Herzen, und früh begann sie sich Gedanken darüber zu machen, wie die Bauernhöfe erhalten und die Abwanderung der Menschen verhindert werden kann. «Wir müssen die Rohstoffe aus unserem Tal auch hier veredeln. Damit können Arbeitsplätze geschaffen und die Abwanderung verhindert werden.» So sorgte Traudel in ihrem Amt als Gemeindeassessorin im Rahmen des Projektes «Lebenswertes Ulten» beispielsweise dafür, dass die Schafwolle aus dem Tal, welche früher weggeworfen wurde, wieder für das Herstellen von Filz, Polster und Matratzen verwendet wird.

Geliebter Wald
«Mein Name ist Waltraut und dementsprechend hat der Wald einen besonders grossen Platz in meinem Herzen.» Seit jeher habe das Ulten-Tal einen reichen Baumbestand. «Weil das Holzen an den steilen Hängen zu mühsam wurde, wurde irgendwann nur noch Holz aus anderen Gegenden und sogar aus Übersee für den Bau unserer Häuser verwendet.»

Auch gegen diesen Missstand setzte sich Traudel Schwienbacher zur Wehr. «Wir versuchten herauszufinden, wo der Schuh bei den Bauern drückt und führten dazu Befragungen durch.» In Arbeitsgruppen wurden Konzepte zur Nutzung dieser wertvollen Rohstoffe entwickelt. Heute wird im Tal wieder geholzt. «In den letzten Jahren wurden jährlich im Schnitt 350000 Euro für das Holz aus dem Tal an die Bauern ausgezahlt.»

Mit der Gründung der Winterschule Ulten, die berufsbegleitend besucht werden kann, hat Traudel Schwienbacher einen grossen Beitrag zum Erhalt des Handwerks des Alpenraums geleistet. Die Teilnehmer können verschiedene Module aus den Bereichen Holzverarbeitung, Flechten, Pflanzenverarbeitung, Permakultur, Textilverarbeitung und Gesundheit und Natur belegen. Zusätzlich können tageweise direkt bei Traudl Schwienbacher Kurse zu bestimmten Themen besucht werden. «Dieses Angebot richtet sich auch an Leute, die einen längeren Anreiseweg haben.»

Ein weiteres Standbein hat sich die umtriebige Bäuerin mit ihrem Kräuterreich und der Naturschule, in der sie Kurse rund um das Thema Kräuter anbietet, aufgebaut. Zusammen mit  ihrer Tochter Franziska vertreibt sie Naturprodukte wie Tees, Gewürze und Kosmetika aus Kräutern. Diese werden nicht nur im eigenen Hofladen, sondern auch in verschiedenen Läden im ganzen Südtirol verkauft.

Kraft aus der Natur
Wie sehr Einflüsse von aussen das Leben verändern können, hat die Familie Schwienbacher am eigenen Leib erfahren müssen. In den 1950er-Jahren verlor sie ihren Erbhof, die Scheune und neun Hektar Kulturgrund wegen einem Stauseebau.  Der Hof wurde bereits im Jahre 1358 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Wie ein Mahnmal liegt der See direkt unter dem neu gebauten Wegleithof. Bitterkeit merkt man Traudl Schwienbacher deshalb aber keine an. Im Gegenteil, die 72-Jährige wirkt immer noch voller Tatendrang und Energie.  

«Jeden Morgen mache ich einen stündigen Spaziergang durch den Wald.» Danach fühle sie sich bereit für den Tag, und sie bringe jedes Mal zwei Hände voll Pflanzen mit. «Das reicht. Wir Menschen brauchen gar nicht so viel. Alles was wir brauchen, lässt der Herrgott draussen wachsen. Er hat uns aber auch einen freien Willen gegeben. Für uns pflücken und uns die Sachen einschoppen kann er nicht auch noch», erklärt Traudl Schwienbacher in ihrer typisch bodenständigen Art. Für ihre vielen Projekte und Ideen erhielt sie immer wieder aus der Natur die nötige Energie. Denn eines steht für sie fest: «Die Natur ist die höchste Hochschule, an der wir Menschen studieren können.»
Weitere Informationen zum Programm der Ultner Winterschule finden sich im Internet unter: www.winterschule-ulten.it. Unter www.kraeuterreich.com werden die Kräuterprodukte aus dem Ultental vorgestellt.

Hier habe ich Euch übrigens bereits über die wundervolle Stadt Meran berichtet. Wenn ich die Gelegenheit bekomme an solche Orte zu reisen und das auch noch als Arbeit bezeichnen kann, dann fühle ich mich wirklich als unglaubliches Glückskind;)

Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag!
Herzlichst, Eure Signora Pinella

Mittwoch, 13. Juli 2016

Wie in einer anderen Zeit...

Reisen bringen mich nicht nur an andere Orte in der Gegenwart, sondern oft habe ich auch das Gefühl plötzlich in einer anderen Zeit zu sein. An fast keinem Ort passiert mir das so stark wie in der Normandie. Während die Eindrücke aus dem Sommer 1944 manchmal fast übermächtig und ein bisschen schwer werden (ich will Euch dann trotzdem noch davon berichten), war der Besuch vom Badeort Deauville eine Reise in eine glamouröse Zeit. Auch hier blättert der Putz beachtlich und der  Glanz ist etwas vergangen, aber es lässt sich immer noch erahnen.
Eigentlich war Deauville ein verschlafenes Fischerdörfchen am Meer, bis Charles de Morny, Halbrunder von Napoleon III., ab 1858 in nur vier Jahren ein Badeparadies aus dem Bode stampfen liess. Später kamen noch ein Casino und eine Rennbahn dazu. Coco Chanel eröffnete in Deauville ihren ersten Laden und auch Yves Saint Laurent zog es regelmässig dahin.

Interessanterweise faszinieren mich Orte mit einer glänzenden Vergangenheit seit jeher. So gefiel mir ja auch Meran (darüber habe ich hier berichtet) sehr gut. Als ich noch klein war, war mein liebstes Ausflugsziel Interlaken. Interlaken wurde ebenfalls ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem dieser mondänen, luxuriösen Kurorte. Und eben, irgendwie hat es mir dieses leicht angestaubt Luxuriöse immer schon gefallen. Später habe ich dann sogar ein halbes Jahr lang als Lehrerin in Interlaken gearbeitet und es kam mir jeden Morgen komisch vor zur Arbeit zu fahren, da es sich wie Ferien anfühlte. So sollte es eigentlich immer sein, wenn man arbeiten geht;)

Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch ein paar Orte haben sollte, die ihn glücklich machen und ihm ein Lächeln aufs Gesicht zaubern und an die er immer wieder zurückkehren kann. Kein Wunder also, dass die Franzosen ihre mondänen Strandbäder so lieben.
Auch wenn sie heute etwas gar touristisch sind, kann ich Euch ein Besuch von Deauville und dem angrenzenden Trouville oder auch von Cabourg empfehlen. Wie bereits geschrieben ist es ein leichter und schöner Kontrast zu den Erinnerungen an den D-Day, mit dem die Befreiung Europas im Zweiten Weltkrieg an den Traumstränden der Normandie ihren Anfang nahm.

Ich geniesse jetzt noch ganz fest den letzten Tag unserer Ferien und wünsche Euch auch einen Ort, an dem Ihr einfach glücklich sein könnt!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Sonntag, 10. Juli 2016

Pinguine und Papierkreise...

Seit jeher mag ich Dekorationen aus Papier sehr. Dieses Origamimässige hat es mir absolut angetan. Kürzlich fand ich in einer hübschen, kleinen Boutique in Zürich diese handgearbeiteten Papierkreise. Gold und Grün ist ja bekanntlich eine besonders edle Kombination und deshalb musste ich einfach zuschlagen.
Zuhause angekommen habe ich sie sofort aufgehängt. Sogar der Signore fand das Ensemble ganz hübsch (wohingegen er sich mit der Quastekette im Gästezimmer ganz und gar nicht anfreunden kann - ich zeige sie Euch vielleicht ein anderes Mal). Weil ich im letzten Jahr immer ziemlich unter Strom stand, fand ich leider oft nicht so viel Zeit zum Einrichten und Dekorieren, wie ich das gerne gehabt hätte.

Dabei predige ich ja immer, dass man es sich gemütlich machen soll… Bei mir ist das dann eben so eine Sache. Irgendwie muss alles stimmen und wenn es Punkte gibt, in denen ich mich unwohl fühle, dann wirkt sich das auf alles aus. Kennt Ihr dieses Gefühl auch? Wenn der Schuh irgendwo drückt, kommt man überall nicht so recht vorwärts… Deshalb fiel mir wieder die hübsche Gutenachtgeschichte von Eckart von Hirschhausen ein. Er erzählt von Pinguinen und dass sich diese im richtigen Element – in dem Fall also im Wasser – befinden müssen, wenn sie wirklich ihre volle Kraft und Begabungen entfalten sollen. Auf mich trifft das absolut zu. Wenn ich im richtigen Element und Umfeld bin, dann bin ich die beste Version meiner selbst. Stimmt das Element nicht, dann sieht es übel aus und ich kann mich selber nicht ausstehen. In letzter Zeit war das leider oft so und ich habe mir daher ganz fest vorgenommen in Zukunft wieder besser auf mein Umfeld zu achten und mir gut zu überlegen, wo ich eigentlich genau hinpasse und wo eher nicht.

Ich hoffe, dass Ihr Euer Element bereits gefunden habt oder auf dem Weg dazu seid!
Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. Und hier noch die schöne, ermutigende Geschichte von den Pinguinen…

Donnerstag, 7. Juli 2016

In Concarneau dem Salz verfallen...

Manchmal frage ich mich, ob es auf meinem Blog ein bisschen so aussieht, als ob ich nur auf Reisen wäre. Das ist definitiv nicht so. Aber wenn ich reisen darf, bin ich immer so voller Ideen und erlebe so viel, dass ich ein unglaubliches Mitteilungsbedürfnis entwickle und Euch davon berichte, bis ich dann wieder zum nächsten Mal unterwegs bin. Nun hat es den Signore und mich also nach Concarneau in die Bretagne verschlagen. Schuld daran ist übrigens Papa Pinella – aber dazu gleich noch mehr.
Das Zentrum von Concarneau sind der Hafen und seine Festung. Deren Gestaltung wurde übrigens vom grossen französischen Festungsbaumeister Vauban massgeblich geprägt. Ich schreibe das, weil Fratello Pinella sich intensiv mit Vauban auseinandergesetzt hat und nicht zufrieden wäre, wenn ich dieses wichtige Detail unterschlagen würde;) Hier noch die Erklärung für alle Nichthistoriker: Im Hafenbecken von Concarneau befindet sich eine riesige Festung mit dicken Mauern, und in deren Innern liegt die Ville Close (die Altstadt), die zwar etwas sehr touristisch ist, aber trotzdem zum Bummeln und Einkaufen einlädt.

Mir haben es in der Ville Close besonders die Läden vom „Maison Georges Larnicol“ angetan, denn dort kann man alle die wundervollen bretonischen Süssspeisen kaufen. Süssspeisen stimmt in diesem Fall nur bedingt, da praktisch alle Sachen mit Salzbutter hergestellt werden und daher neben der Süsse immer ein leicht salziger Geschmack mitschwingt. Ich mag es ja bekanntermassen lieber etwas deftig und daher sind diese Süssigkeiten hier perfekt für mich. Hier habe ich übrigens bereits einmal über die Bedeutung von Salz berichtet. Und weil noch einige Rezepte folgen werden, bei denen eine Zutat elementar wichtig ist, habe ich hier mein persönliches Rezept für „Creme de caramel au beurre salé“ für Euch aufgeschrieben. Ich kann Euch versichern, dass dieses Rezept wirklich genau gleich schmeckt wie die Creme hier in der Bretagne.

Zutaten: 200 g Zucker, 100 g Butter, 175g Vollrahm, 2 TL “Fleur de sel”

Zubereitung: In einer großen Pfanne den Zucker bei schwacher Hitze schmelzen lassen bis ein schönes hell goldenes Karamel entsteht. Es kann bis zu 15 Minuten dauern. In dieser Zeit solltet Ihr den Zucker nicht mit irgenwelchen Gegenstände berühren, sondern nur die Pfanne leicht schütteln. Das Karamell soll nicht zu dunkel werden, sonst wird die Creme bitter schmecken. Die Butter wird in kleinen Stückchen eingerührt bis ein cremiges Karamel entsteht. Danach kommen die 2 TL „Fleur de sel” dazu. Die Sahne erwärmen (aber sie sollte nicht kochen) und sie dann vorsichtig ins Karamell einrühren. Die Creme dann noch 2 Minuten kochen.

Nun ist die „Creme de Caramel au beurre salé“ bereit um in Gläser gefüllt zu werden.

Solltet Ihr das Glück haben an gesalzene Butter zu kommen (es müsste Butter mit ungefähr dreiprozentigem Salzgehalt sein, sonst wird es zu salzig), dann könnt Ihr auch einfach diese ohne Fleur de sel verwenden. In der Bretagne wird die Butter seit jeher gesalzen, ich vermute, dass sie damit auch länger haltbar gemacht wurde.

Wer kein gesalzenes Karamel mag, kann das Salz auch weglassen – aber glaubt mir, das Salz ist das Beste an diesem Rezept (und nein, ich will gar nichts anderes hören – ich bin im Karamel-Fieber und taub für jegliche andere Meinungen dazu;).
Eigentlich wollte ich Euch ja noch den Grund für unsere Reise verraten. Eben, verantwortlich dafür ist Papa Pinella. Er ist ein grosser Krimifan und hat dem Signore und mir für die Autofahrten von Florenz in die Schweiz und zurück die Hörbücher mit den Krimis von Jean-Luc Bannalec ausgeliehen. Bannalec lässt in seinen Büchern den Kommissar Georges Dupin von Paris in die Bretagne versetzen, wo er vom Commissariat de Police in Concarneau aus im ganzen Finistère die kniffligsten Fälle löst. Die Bretagne und ihre eigenwilligen Bewohner werden in diesen Büchern so anschaulich beschrieben, dass der Signore und ich unbedingt dahin fahren wollten. Kennt jemand von Euch lieben Leserinnen und Lesern die Bücher auch? Mittlerweile wurden sie sogar verfilmt. Hier der Trailer dazu.

So, nun werde ich mir einen weiteren, grossen Löffel Creme Caramel genehmigen und schicke Euch süss-salzige Grüsse aus Concarneau!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Dienstag, 5. Juli 2016

Wundervolles Sancerre...

Bekanntermassen leide ich ja immer mal wieder an Fernweh. Da traf es sich gut, dass für den Signore und mich nach beruflich sehr intensiven Zeiten endlich die Ferien vor der Tür standen. Wir haben uns gegen den klassischen Strandurlaub entschieden und beschlossen wieder einmal unser schönes Nachbarland Frankreich zu bereisen. Als Kind war ich oft in der Loire-Gegend in den Ferien, da meine Grosstante dorthin ausgewandert war. Der Signore kannte diese Region bisher gar nicht und deshalb wurde das wunderschöne Weinstädtchen Sancerre die erste Station unserer Ferienreise.
In meiner Kindheit war ein Ausflug nach Sancerre fester Bestandteil jeder Reise zu Grosstante Anna – hier habe ich Euch bereits einmal von ihr und den regierenden Annas in unserer Familie erzählt. Das Städtchen ist herrlich verschlafen, pittoresk und einfach unglaublich entspannend. Sancerre liegt etwas erhöht auf einem Hügel und man hat eine traumhafte Aussicht auf die Loire und die umliegenden Weinberge. Auch der Signore hat sofort sein Herz daran verloren.

Wein zu kaufen ist in Sancerre ein Muss. Die Weine aus dem Loire-Tal sind anders als die schweren Traubensäfte aus dem Chianti-Gebiet (hier und hierund hier habe ich darüber berichtet), die wir in Italien so oft getrunken haben, leicht und fruchtig. Besonders der Weisswein hat es uns angetan. Im Laden von Jean-Marie Berthier wurden wir gut beraten und hatten die Gelegenheit verschiedene Weine zu degustieren. Hier findet Ihr die Adresse und weitere Informationen dazu : http://www.vignoblesberthier.fr/


Wenn Ihr richtig gut essen wollt in Sancerre, dann müsst Ihr unbedingt im La Pomme d’Or an der Rue de la Panneterie vorbeischauen. Das Essen ist ein Traum und gemessen an seiner Qualität preiswert. Der Signore und ich haben uns zum Ferienauftakt so richtig die Bäuche vollgeschlagen. 
Solltet Ihr eine Reise an die Loire machen, kann ich Euch auch einen Besuch der berühmten Loire-Schlösser empfehlen. Leider hatten wir dazu zu wenig Zeit, da es uns weiter gezogen hat. Wohin die Reise ging, erzähle ich Euch demnächst.

Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag!


Herzlichst, Eure Signora Pinella