Donnerstag, 2. Juni 2016

Mohn-Zauber...

Als ich von meiner letzten Florenz-Reise im Zug Nachhause fuhr (hier und hier habe ich darüber berichtet), sah ich aus dem Fenster und entdeckte am Bahndamm wundervollen, roten Mohn. Mit Mohn ist das bei mir nämlich so eine Sache, diese Blumen haben in meiner Vorstellung etwas Sagenumwobenes und Magisches. Irgendwie liess mich der Mohn von da an nicht mehr los und so kam es zum Rezept für die süssen Schupfnudeln, die ich ganz einfach in Mohnbutter gewendet habe.
Mohn ist vielleicht deshalb auch so sagenumwoben, weil daraus das Schmerz- und Betäubungsmittel Morphium gewonnen werden kann und tatsächlich enthalten Mohnsamen Kleinstmengen Morphin. Essen kann man sie aber trotzdem ohne Bedenken! Ich mag den leicht nussigen Geschmack von Mohnsamen. Offenbar enthalten sie auch viel Calcium und ungesättigte Fettsäuren.

Während ich Mohn vor allem über Brötchen gestreut kannte, wird er zum Beispiel in Österreich häufig in Süssgebäcken verwendet. So kam ich auch auf die Rezeptidee mit den süssen Schupfnudeln. Alles aus dem Bereich der Knödel oder italienisch eben Gnocchi hat es mir ja sehr angetan. Hier und hier habe ich Euch salzige Rezepte dazu vorgestellt. Aber eben, man kann das Ganze auch süss zubereiten und erhält so ein wundervolles Dessert.

Hier also das Rezept für süsse Schupfnudeln in Mohnbutter (als kleines Dessert reicht das für vier Personen).

Zutaten: 120g Ricotta, 200g Mehl, 3 Esslöffel Zucker, 1 Prise Salz, 50g Butter, 2 Esslöffel Mohnsamen und der Jahreszeit entsprechendes Kompott zum Verfeinern (weil ich so gerne Erdbeeren mag und man die nun endlich bekommt, habe ich Erdbeerkompott gekocht, aber auch Apfel oder Zwetschgen oder Kirschen passen gut zu den Nudeln).

Zubereitung: Ricotta, Mehl, Salz und Zucker miteinander zu einem glatten Teig verkneten und darauf Rollen formen, diese in etwa vier Zentimeter lange Stücke schneiden und an den Enden nochmal drehen, damit sie spitz zulaufen. In einem grossen Topf Wasser zum Kochen bringen, die Hitze danach reduzieren und die Nudeln in das nicht mehr ganz kochende Wasser geben. Wenn sie obenauf schwimmen, die Nudeln mit einer Schöpfkelle aus dem Wasser holen. In einer Bratpfanne die Butter schmelzen, den Mohn dazu geben und etwas ziehen lassen. Danach die Schupfnudeln in der heissen Mohnbutter wenden, zusammen mit dem Kompott auf einem Teller anrichten und servieren.

Die Spezialzutat in diesem Rezept ist einmal mehr Ricotta. Dieser Frischkäse ersetzt die Eier und macht, dass die Nudeln super einfach und schnell zubereitet werden können.

Die Mohnblumen habe ich übrigens vor dem Kurhaus Meran fotografiert – wie wundervoll es dort war, habe ich Euch bereits hier erzählt.
Ich kann Euch nur ans Herz legen, dem Mohn eine Chance zu geben. Er ist eine wirklich tolle und schmackhafte Zutat für zahlreiche Gerichte!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Kommentare:

  1. Das sieht aber lecker aus, meine liebe Signora.
    Die Polen sind ja auch Mohn-Feinschmecker. Manche essen Mohn zu Weihnachten in solchen Mengen, dass sie von einen süßen, schläfrig-wohligen Gefühl als Folge ihres Konsums sprechen. Für meinen Mann muss ich mich also in der Mohnküche auch anstrengen. Eines der Mohnessen ist so einfach: Man macht eine Mohnmasse in der Pfanne (Butter Honig, Milch, Nüsse, Zimt...), der Mohn wurde vorher ganz fein gemahlen und dann isst man dazu... Pasta, eben nur leicht gesalzene. So einfach!!!
    Liebe Grüße aus dem Mohnland,
    Angelika

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  2. Hört sich einfach an, und lecker!
    Herzlichst
    yase

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  3. Oh, liebe Signora Pinella,
    ich liebe Mohn und ich liebe Mohnnudeln. Wenn ich nicht weiß, was ich kochen soll und meine Kinder frage, heißt es immer..."Mohnnudeln, Mama!"
    "Wuzinudeln" kenne ich nur aus Erdäpfelteig...mit Ricotta ist mir völlig neu! Aber dein Rezept werde ich sicher bald ausprobieren. Danke für die tolle Anregung!
    Dir alles Liebe!
    Karen

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