Sonntag, 12. Juni 2016

Hausgemachte Bratwürste und Speckexplosionen...

Vor einem Jahr habe ich mich hier der Frage „Ist Grillieren männlich?“ gewidmet. Ich habe begonnen mir darüber Gedanken zu machen, nachdem ich einen Grillkurs der Migros auf dem Gurten besucht habe. Auch in diesem Jahr wurden wieder Blogger auf den Gurten, das ist der Hausberg der Stadt Bern, geladen und bekamen vom Gurten Chefkoch Patrick Vogel viele neue Ideen und Inputs zum Thema Grillieren.
Ich bin definitiv nicht der Mensch, der jeden Tag ein grosses Stück Fleisch auf seinem Teller braucht. Im Gegenteil. Der Umgang mit Tieren und die Art unseres Fleischkonsums im Allgemeinen beschäftigt mich immer mehr. In meiner Kindheit hatte ich dazu irgendwie einen unverkrampfteren Zugang. Wir assen vorwiegend Fleisch von Tieren, die in unserem Dorf gezüchtet und geschlachtet wurden. Übrigens auch nicht immer zu meiner Begeisterung – vor allem wenn es Kaninchen waren, die bis heute für mich die schönsten Tiere sind. Obwohl das Fleisch gut schmeckt, habe ich es ganz von unserem Speiseplan gestrichen. Denn auch der Signore mag Kaninchen sehr und wäre ganz und gar nicht glücklich, wenn ich ihm das vorsetzen würde.

In meiner Kindheit wusste ich also, von wo die Tiere kamen und wie sie gelebt haben. Wir kauften immer die Hälfte eines Schweins, das noch in seinem Daheim auf dem Bauernhof geschlachtet wurde und dabei kamen wir Kinder zum ersten Mal mit hausgemachten Bratwürsten in Berührung. Selber hatte ich leider noch nie die Gelegenheit Bratwürste zu machen und daher hat es mich umso mehr gefreut, dass dies einer der Programmpunkte beim Grillkurs auf dem Gurten war.

Grundsätzlich braucht man zum Herstellen von Bratwürsten nur ein beliebiges Stück Fleisch (im Idealfall ein Stück mit etwas mehr Fett), das man dann durch den Fleischwolf dreht, Gewürze und Wurstdärme. Die Wurstmasse wird gut gewürzt und in einen Dressiersack gegeben. Danach schneidet man ein Stück des Darms ab, verknotet das eine Ende und zieht die offene Seite über die Öffnung des Dressiersackes. Die Wurstmasse in den Darm pressen und darauf achten, dass die Wurst zwar eine schöne Festigkeit bekommt, aber auch nicht gleich platzt. Mir wurde erklärt, dass man unbedingt darauf achten soll, dass die Wurst keine Lufteinschlüsse hat und wenn es diese doch geben sollte, müsse man den Darm mit einem Messer einstechen, da die Wurst sonst beim Grillieren platze.

Ich war jedenfalls mächtig stolz, als ich dann meine erste, selbstgemachte Wurst auf dem Teller hatte und habe mir fest vorgenommen, dass ich das Zuhause auch nochmal probieren will. Denn eigentlich ist es mit etwas Geschick überhaupt nicht schwierig. 

Es geht übrigens um einiges einfacher, wenn man einander hilft, da es einige Kraft erfordert das Fleisch aus dem Dressiersack hinaus zu drücken. Mit Andi vom Blog www.lieberlecker.wordpress.com hat das super geklappt.

Vermutlich werde ich auf die Hilfe vom Signore verzichten müssen, wenn ich Zuhause Bratwürste herstellen will. Da sich mein lieber Marito beruflich oft mit Knochen und Sehnen und Muskulatur beschäftigt, hat er eine grosse Abneigung gegen viele Fleischsorten. Fleisch vom Knochen zu essen oder zum Beispiel ein Pouletschenkel abzunagen verweigert er gänzlich. Wenn ich nun also ein Jahr später nochmal darüber nachdenke, ob Grillieren männlich ist, muss ich das ganz klar verneinen. Zumindest im Hause Pinella liegen Grillzange und Holzkohle fest in Frauenhand;)
Ich hoffe, dass ich Euch mit meinen Bratwürsten aus Eigenproduktion eine Kochinspiration geben konnte. Ich habe aber noch viel zu lernen. Wenn Ihr mehr über das Thema hausgemachte Würste wissen wollt, solltet Ihr unbedingt auf dem Blog www.zumfressngern.ch vorbeischauen. Die Autorin hat das Wursten schon lange vor mir entdeckt und macht richtig abgefahrene Sachen, wie Ihr zum Beispiel an ihrem Morcilla-Rezept hier sehen könnt.

Wir haben an diesem Abend übrigens auch noch eine sogenannte Bacon Bomb bzw. Speckexpolosion gemacht. Wenn Ihr wissen wollt, was dahinter steckt, schaut Euch einfach dieses Video hier an. Ich sage dazu nur eins: Kalorienbombe...;)

Vielen Dank nochmals an das Team von www.migros.ch für die Einladung zu diesem gemütlichen Grillabend! Sogar das Wetter hat für einmal mitgespielt;)

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. unter dem #sogehtsommer und #migrosgrill findet Ihr noch viele weitere Inspirationen zum Thema Sommer und Grillieren. Und solltet Ihr auf der Suche nach Grill- und Fleisch-Rezepten sein, kann ich Euch das Buch „Die Grillmacher“ sehr empfehlen.

Kommentare:

  1. Das Schöne am Wursten ist wirklich die Tatsache, dass man extremst kreativ werden und die beliebigsten Kreationen ausprobieren kann. Wenn du Gefallen daran gefunden hast, so kann dir die Anschaffung eines Wurstfüllaufsatzes für die Küchenmaschine nur wärmenst emfehlen. Kein Vergleich zum Kraftakt, den ich früher mit dem Dressiersack aufwenden musste. Die Bacon Bomb hingegen finde ich persönlich etwas abartig ;)

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    1. Vielen Dank für den Hinweis. Ich schau mich mal um, ob ich das passend zu meiner Kenwood finde. Ja, die Bacon Bomb ist vermutlich wirklich nicht jedermanns Sache...;)

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  2. Ich mag Würste nicht sonderlich, die gehen bei mir nicht mal unter der Bezeichnung "Fleisch". Aber vielleicht, wenn sie selber gemacht sind, und man weiss, was drin ist?
    Herzlichst
    yase

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    1. Liebe Yase,
      daher war es für mich so ein besonderes Erlebnis selber Würste zu machen. Ich mochte die tausendmal lieber als die Gekauften!
      Herzlichst, Signora Pinella

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  3. Unsere Wurst war wirklich sehr fein und auch gekonnt abgeschmeckt. Teamwork rocks :-)
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

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    1. Ja, die Wurst war echt gut! Vor allem auch weil Du sie hervorragend gewürzt hast!

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  4. Liebe Therese

    Vielen Dank für den tollen Beitrag! Es war super, dich auf dem Gurten wiederzutreffen und euch alle voll in Aktion zu erleben! Liebe Grüsse vom ganzen Migros-Team, Cristina

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    1. Danke nochmal für die Einladung. Es war einmal mehr ein sehr schönes Erlebnis!

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