Samstag, 25. Juni 2016

Ein bisschen Florenz in Genf...

Bereits in meinem letzten Post hier habe ich über die Dynamik und Stimmungen in Städten geschrieben. Und hier habe ich bereits einmal erzählt, dass ich gegenüber Florenz als Stadt von Anfang an ein sehr gutes Gefühl hatte. Es gibt aber auch immer wieder Orte oder Städte, für die ich etwas mehr Zeit brauche. Im Jahr, als der Signore und ich geheiratet haben, hat er unter der Woche in Genf gewohnt und gearbeitet. Ab und zu bin ich ihn besuchen gegangen. Aber irgendwie fand ich den Draht zu dieser Stadt nicht. Deshalb wollte ich unbedingt mit, als der Signore kürzlich zu einem Kongress nach Genf reiste. Ich nahm mir fest vor dieser Stadt noch einmal eine Chance zu geben und fand zu meiner grossen Freude ein kleines Stück Florenz…
Eigentlich wollte ich Euch schon lange von der Parfümerie Santa Maria Novella in Florenz erzählen. Als wir noch in Florenz gewohnt haben, habe ich das nie gemacht, weil mir von unserem Lehrer in der Sprachschule eingetrichtert wurde, dass die Parfümerie nur eine Touristenfalle sei. Also habe ich sie in meinen Erzählungen ausgelassen. Ihr könnt Euch auf der Website ein eigenes Bild davon machen: www.smnovella.it

Als ich mich zu einem Bummel durch die Genfer Altstadt aufmachte, kam ich an der Parfümerie Theodora vorbei und sah dort Produkte von aus Florenz im Schaufenster stehen. Ich glaube nicht, dass sie noch an einem anderen Ort in der Schweiz erhältlich sind - zumindest wurde mir das im Laden so gesagt. Natürlich musste ich mir auch alle die anderen Sachen sofort ansehen und hätte mich stundenlang zwischen all den wundervollen Flacons vergessen können. Dass ich ein kleines Stück Florenz ausgerechnet in dieser Stadt gefunden hatte, erfüllte mich mit grosser Freude. Und als ich umgeben von einer Duftwolke das Geschäft verliess, fühlte ich mich wie in einer anderen Zeit und ein bisschen nostalgisch und plötzlich sah ich auch Genf in einem anderen, besseren Licht. Ich habe Euch noch viele Bilder davon mitgebracht, die ich sicher noch mit Euch teilen werde. Vielleicht ist das der Zauber von Florenz oder jedem anderen schönen Ort in unserem Herzen, wenn wir die schönen Erinnerungen und Gefühle mitnehmen, vermag er auch jeden anderen Ort zu verzaubern…

Ich wünsche Euch ein wundervolles Wochenende!
Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. Wenn Ihr einmal nach Genf kommen solltet, dann schaut unbedingt bei der Parfümerie Theodora vorbei. Dort gibt es die unglaublichsten Duft-Trouvaillen (natürlich auch zu den unglaublichsten Preisen;). Hier findet Ihr mehr Infos darüber: www.parfumerietheodora.com

Sonntag, 19. Juni 2016

Eat, Pray, Love...

Als der Signore und ich in Italien gelebt haben, befanden wir uns in einer Art Blase. Weil das soziale Umfeld eingeschränkt war, waren wir wahnsinnig aufeinander konzentriert. Oft kam es mir vor, als wären wir zwei kleine Kinder, die sich an den Händen halten um sich gegenseitig Mut zu machen. Zusätzlich hatten wir den Luxus, dass wir unser Leben sehr frei gestalten und uns viel Zeit füreinander nehmen konnten. Seit wir zurück und beide im Berufsleben eingespannt sind, tun wir uns oft etwas schwer damit ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit zu finden… Aus diesem Grund habe ich kürzlich unsere Lightbox (wir haben sie hier bei der lieben Baumhausfee gefunden) mit den Worten „Eat, Pray, Love“ bestückt.
Den Film mit dem gleichnamigen Titel finde ich übrigens ziemlich seicht. Obwohl die Idee das eigenen Leben zu überdenken und sich eine Auszeit zu nehmen, um zu den wesentlichen Dingen zurück zu finden, gar nicht schlecht ist. Ich habe den Eindruck, dass nicht nur wir, sondern so viele Menschen um uns herum so stark von ihrer Arbeit gefordert werden, dass für gutes Essen, für das bewusste Leben und die Zeit mit den Liebsten wirklich zu wenig Raum bleibt. Termine müssen oft monatelang im Voraus vereinbart werden, da man sonst keine Zeit füreinander findet.

Auch der Signore und ich sind mit der Rückkehr in die Schweiz in diesen Strudel geraten. Ob das auch daran liegen mag, dass wir aus Florenz, der Stadt des Rinascimento, der Künste und es Genusses, nach Zürich gezogen sind, kann ich nicht genau sagen. Zürich ist eine Stadt der Wirtschaft und des Handels, die stark vom Reformator Zwingli und seiner Haltung gegenüber der Arbeit geprägt wurde. Der Soziologe und Ökonom Max Weber hat sich bereits intensiv dieser Frage gewidmet (hier geht’s zum Wikipedia Artikel über seine Abhandlung der Protestantischen Ethik). Obwohl der Signore noch nie zuvor so viel geforscht hatte wie in Italien, kam der Genuss dabei nie zu kurz. Wenn er am Sonntag die Ergebnisse mit seinem Vorgesetzten besprechen musste, wurde das Ganze kurzerhand mit einem gemütlichen Barbecue im Garten verbunden (was im Fall vom Signores Capo ein Park mit dazugehöriger Villa und Pool war, was mir natürlich sehr gefiel).

Ich habe mir jedenfalls fest vorgenommen, den drei Zauberworten Essen, Beten und Lieben wieder mehr Gewicht und Platz einzuräumen, mich besser zu fokussieren, gut zu überlegen was wichtig ist und was nicht und Tempo aus unserem Leben zu nehmen. Obwohl wir Frauen uns gerne rühmen mehrere Dinge gleichzeitig tun zu können, trifft das für mich definitiv überhaupt nicht zu. Wenn ich etwas gut machen will, dann muss ich mit ganzem Herz und Verstand bei dieser einen Sache sein.

Und nun wollt Ihr vielleicht noch wissen, was das denn mit Erdbeeren und Frappé zu tun hat? Weil ich so glücklich bin, dass man nun Schweizer Erdbeeren bekommt, beschloss ich daraus Eis zu machen. Ich war aber gleichzeitig mit tausend anderen Dingen beschäftigt, habe die Masse noch warm und zu früh in die Eismaschine gegeben und es kam, wie es kommen muss, sie ist mir kristallisiert. Danach hatte ich keine andere Wahl als das Ganze wider aufzutauen und mit Milch zu einem Frappé zu verrühren… Obwohl es für mich dann gar nicht so schlimm war, da es kein Getränk gibt, das mich so glücklich macht wie Erdbeer-Frappé. 

Für alle Nichtschweizer Leser: Frappé ist unser Wort für Milchshake. Und solltet Ihr etwas Erdbeereis oder besser noch frische Erdbeeren, Milch und nach Belieben eventuell etwas Rahm im Haus haben, dann könnt Ihr alle diese Sachen zusammen pürieren und habt ein wundervolles, leckeres Sonntagsdessert, das nach Milch, Erdbeeren und Glück schmeckt.

Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag und hoffe, dass Ihr auch fürs Wesentliche Zeit findet!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Mittwoch, 15. Juni 2016

Maritime Mode und Träume vom Meer...

Ich weiss ja, dass alle sich über das anhaltend schlechte Wetter beschweren und ich traue mich kaum zu schreiben, dass ich ab und zu Regenwetter ganz gerne mag. Ich habe das kürzlich wieder festgestellt, als ich mit dem Signore trotz grauen Wolken am Himmel einen Ausflug nach Ascona gemacht habe (ich habe ja bereits hier und hier berichtet, dass wir in letzter Zeit häufiger ins Tessin reisen). Der Regen gaukelte zusammen mit dem See so ein bisschen die Vision vor am Meer zu sein (an einem richtigen Meer und nicht an einem Sandstrand in der Südsee) und weil wir auch noch Schiff gefahren sind, nahm ich das als Anlass ein maritimes Ringelshirt anzuziehen.
Wenn ich meinen absoluten Modefavoriten benennen müsste, dann wären das definitiv Ringelshirts – vorzugsweise in Blau oder Schwarz. Diese Shirts kombiniert mit rotem Nagellack und einem schönen Schmuckstück geben mir sofort das Gefühl gut angezogen zu sein. Mein liebstes Shirt habe ich in Rom bei Petit Bateau gefunden (hier habe ich über den Shoppingtrip mit der lieben Signora Rossi berichtet und hier habe ich Euch dieses Shirt gezeigt). Aktuell führen aber eigentlich alle Kleiderketten wieder Ringelshirts. Offenbar scheint dieser Trend noch etwas anzuhalten.

Nagellack ist bei mir dagegen ein schwieriges Thema. Eigentlich mag ich nur Durchsichtigen, zarte Nude- oder Rottöne. Alles andere passt irgendwie nicht wirklich zu mir. Im Moment hat es mir aber die Farbe „552 Rubis Folies“ von L’oreal“ besonders angetan. Es ist ein richtig sattes Rot, das gut deckt und schnell trocknet. Ideal also für einen ungeduldigen Menschen wie mich.

Bereits seit einiger Zeit bin ich stolze Besitzerin einer Kette von www.tenebris.ch Ich bin zufälligerweise in einem Geschäft in Zürich über diesen Schmuck gestolpert und habe die Designerin persönlich kennen gelernt. Und weil ich sowohl die Kette und auch die passenden Ohrstecker so oft trage, wollte ich Euch schon lange davon berichten.

Als Kind fand ich es besonders lustig anderen Menschen ganz viele Ketten anzuziehen und sie dann „Madame Bijoux“ zu nennen. Und obwohl ich dieses Behängtsein bei anderen unsagbar unterhaltsam fand und mich stundenlang damit Vergnügen konnte, hat es mir persönlich noch nie entsprochen. Da mein Verlobungsring und mein Ehering (wie Ihr ja schon oft auf Bildern sehen konntet) immer fester Bestandteil meines Outfits sind und zusammen bereits ins Auge fallen, trage ich nicht gerne zu viel weiteren Schmuck dazu, dieser sollte dann aber schon etwas Besonderes sein. Mit Erstaunen habe ich übrigens festgestellt, dass ich oft andere mit meinen selber gemachten Perlenkreationen beschenke (unter der Rubrik Perlenliebe findet Ihr ganz viele Posts darüber), aber für mich fast noch nie etwas hergestellt habe. Das will ich jetzt dann so bald wie möglich ändern!
Das sind also meine Gedanken zu maritimer, zeitloser Mode. Ich freue mich übrigens jetzt schon riesig darauf demnächst mit dem Signore an den Atlantik zu reisen, jeden Tag Fisch und Meeresfrüchte zu essen, Meeresluft zu schnuppern und mich mit neuen Ringelshirts einzudecken.

Ich hoffe, dass ich Euch etwas Farbe in diesen trüben Tag zaubern konnte!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Sonntag, 12. Juni 2016

Hausgemachte Bratwürste und Speckexplosionen...

Vor einem Jahr habe ich mich hier der Frage „Ist Grillieren männlich?“ gewidmet. Ich habe begonnen mir darüber Gedanken zu machen, nachdem ich einen Grillkurs der Migros auf dem Gurten besucht habe. Auch in diesem Jahr wurden wieder Blogger auf den Gurten, das ist der Hausberg der Stadt Bern, geladen und bekamen vom Gurten Chefkoch Patrick Vogel viele neue Ideen und Inputs zum Thema Grillieren.
Ich bin definitiv nicht der Mensch, der jeden Tag ein grosses Stück Fleisch auf seinem Teller braucht. Im Gegenteil. Der Umgang mit Tieren und die Art unseres Fleischkonsums im Allgemeinen beschäftigt mich immer mehr. In meiner Kindheit hatte ich dazu irgendwie einen unverkrampfteren Zugang. Wir assen vorwiegend Fleisch von Tieren, die in unserem Dorf gezüchtet und geschlachtet wurden. Übrigens auch nicht immer zu meiner Begeisterung – vor allem wenn es Kaninchen waren, die bis heute für mich die schönsten Tiere sind. Obwohl das Fleisch gut schmeckt, habe ich es ganz von unserem Speiseplan gestrichen. Denn auch der Signore mag Kaninchen sehr und wäre ganz und gar nicht glücklich, wenn ich ihm das vorsetzen würde.

In meiner Kindheit wusste ich also, von wo die Tiere kamen und wie sie gelebt haben. Wir kauften immer die Hälfte eines Schweins, das noch in seinem Daheim auf dem Bauernhof geschlachtet wurde und dabei kamen wir Kinder zum ersten Mal mit hausgemachten Bratwürsten in Berührung. Selber hatte ich leider noch nie die Gelegenheit Bratwürste zu machen und daher hat es mich umso mehr gefreut, dass dies einer der Programmpunkte beim Grillkurs auf dem Gurten war.

Grundsätzlich braucht man zum Herstellen von Bratwürsten nur ein beliebiges Stück Fleisch (im Idealfall ein Stück mit etwas mehr Fett), das man dann durch den Fleischwolf dreht, Gewürze und Wurstdärme. Die Wurstmasse wird gut gewürzt und in einen Dressiersack gegeben. Danach schneidet man ein Stück des Darms ab, verknotet das eine Ende und zieht die offene Seite über die Öffnung des Dressiersackes. Die Wurstmasse in den Darm pressen und darauf achten, dass die Wurst zwar eine schöne Festigkeit bekommt, aber auch nicht gleich platzt. Mir wurde erklärt, dass man unbedingt darauf achten soll, dass die Wurst keine Lufteinschlüsse hat und wenn es diese doch geben sollte, müsse man den Darm mit einem Messer einstechen, da die Wurst sonst beim Grillieren platze.

Ich war jedenfalls mächtig stolz, als ich dann meine erste, selbstgemachte Wurst auf dem Teller hatte und habe mir fest vorgenommen, dass ich das Zuhause auch nochmal probieren will. Denn eigentlich ist es mit etwas Geschick überhaupt nicht schwierig. 

Es geht übrigens um einiges einfacher, wenn man einander hilft, da es einige Kraft erfordert das Fleisch aus dem Dressiersack hinaus zu drücken. Mit Andi vom Blog www.lieberlecker.wordpress.com hat das super geklappt.

Vermutlich werde ich auf die Hilfe vom Signore verzichten müssen, wenn ich Zuhause Bratwürste herstellen will. Da sich mein lieber Marito beruflich oft mit Knochen und Sehnen und Muskulatur beschäftigt, hat er eine grosse Abneigung gegen viele Fleischsorten. Fleisch vom Knochen zu essen oder zum Beispiel ein Pouletschenkel abzunagen verweigert er gänzlich. Wenn ich nun also ein Jahr später nochmal darüber nachdenke, ob Grillieren männlich ist, muss ich das ganz klar verneinen. Zumindest im Hause Pinella liegen Grillzange und Holzkohle fest in Frauenhand;)
Ich hoffe, dass ich Euch mit meinen Bratwürsten aus Eigenproduktion eine Kochinspiration geben konnte. Ich habe aber noch viel zu lernen. Wenn Ihr mehr über das Thema hausgemachte Würste wissen wollt, solltet Ihr unbedingt auf dem Blog www.zumfressngern.ch vorbeischauen. Die Autorin hat das Wursten schon lange vor mir entdeckt und macht richtig abgefahrene Sachen, wie Ihr zum Beispiel an ihrem Morcilla-Rezept hier sehen könnt.

Wir haben an diesem Abend übrigens auch noch eine sogenannte Bacon Bomb bzw. Speckexpolosion gemacht. Wenn Ihr wissen wollt, was dahinter steckt, schaut Euch einfach dieses Video hier an. Ich sage dazu nur eins: Kalorienbombe...;)

Vielen Dank nochmals an das Team von www.migros.ch für die Einladung zu diesem gemütlichen Grillabend! Sogar das Wetter hat für einmal mitgespielt;)

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. unter dem #sogehtsommer und #migrosgrill findet Ihr noch viele weitere Inspirationen zum Thema Sommer und Grillieren. Und solltet Ihr auf der Suche nach Grill- und Fleisch-Rezepten sein, kann ich Euch das Buch „Die Grillmacher“ sehr empfehlen.

Donnerstag, 9. Juni 2016

Der schönste Geburtstag....

Aus beruflichen Gründen setze ich mich seit einiger Zeit häufig mit der Planung von Festen auseinander. So habe ich mir ja auch schon lange überlegt, wie ich meinen runden Geburtstag feiern könnte. Irgendwann kam ich zum Schluss, dass ich das für mich beherzigen sollte, was ich allen anderen raten würde: Feiere, wie Du es gerne willst. Ich habe mich daran gehalten und einen meiner schönsten Geburtstage meines Lebens verbracht.
Weil vielleicht auch die einen oder anderen unter Euch mit der Planung eines Festes beschäftigt sind, habe ich ein paar Tipps dazu für Euch zusammengetragen.

Egal ob Geburtstag oder Hochzeit – feiert Eure Feste mit Menschen, die Eurem Herzen nahe sind und zwar wirklich nur mit ihnen. Bei mir bedeutete das, dass die Gästeliste sehr klein war und nicht weit über die Kernfamilie hinausging. Ich gehöre zu den Menschen, die schnell überfordert sind mit zu vielen Gästen und das war für mich ein zusätzlicher Grund nur wenige einzuladen.

Zusätzlich habe ich das Feiern aufgeteilt und bin z.b. mit einer lieben Freundin zum Wellnessen gegangen und mit einer anderen habe ich mich zum Essen getroffen. Aber auch da muss jeder seinen eigenen Weg finden. Ich schätze halt das persönliche Gespräch sehr – wenn Ihr natürlich die grosse Sause mögt, dann macht es umgekehrt und schmeisst eine Big Party.

Ich mag es auch, wenn ich mich auf ein Fest freuen und mich emotional darauf einstimmen kann. Daher habe ich kleine Goodiebags für alle meine Gäste vorbereitet, in die ich Dinge gepackt habe, von denen ich dachte, dass sie ihnen Freude machen würden (ich habe eine Version für Frauen, Männer und Kinder gemacht, da es wirklich schwierig ist jeden Geschmack zu treffen).

Auch die Blumengestecke und Deko durfte ich in Absprache mit dem Restaurant selber mitbringen, was mich sehr gefreut  hat. Da ich mich nach Italien sehne, stand für mich von Anfang an fest, dass ich auch in einem italienischen Restaurant feiern will, was sich als wirklich gute Entscheidung erwiesen hat. Ich hatte das grosse Glück, dass am Nebentisch die Familie des lokalen, italienischen Troubadours ein Fest feierte und er hat mir dann auch noch ein Ständchen gesungen (hier geht’s zu seiner Website).

Die grösste Überraschung bekam ich aber von meiner Familie. Der Signore hatte eine wundervolle Rede vorbereitet, die er teilweise sogar auf Italienisch vortrug. Und meine Eltern und Geschwister überraschten mich mit einem ganz besonderen Beitrag, über den meine Sorella bereits hier auf ihrem Blog einen sehr schönen und berührenden Beitrag geschrieben hat.

An meinem grossen, runden Geburtstag, vor dem ich mich wirklich etwas gefürchtet habe, fühlte ich mich also rundum mit Liebe umgeben und war sehr glücklich. Wohl eben auch, weil ich es gemacht habe, wie ich wollte und das kann ich Euch allen für Eure Feste auch raten: Geht Euren Weg und hört auf Euer Herz!

Nun schwelge ich noch etwas in Erinnerungen und wünsche Euch einen wundervollen Tag!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Donnerstag, 2. Juni 2016

Mohn-Zauber...

Als ich von meiner letzten Florenz-Reise im Zug Nachhause fuhr (hier und hier habe ich darüber berichtet), sah ich aus dem Fenster und entdeckte am Bahndamm wundervollen, roten Mohn. Mit Mohn ist das bei mir nämlich so eine Sache, diese Blumen haben in meiner Vorstellung etwas Sagenumwobenes und Magisches. Irgendwie liess mich der Mohn von da an nicht mehr los und so kam es zum Rezept für die süssen Schupfnudeln, die ich ganz einfach in Mohnbutter gewendet habe.
Mohn ist vielleicht deshalb auch so sagenumwoben, weil daraus das Schmerz- und Betäubungsmittel Morphium gewonnen werden kann und tatsächlich enthalten Mohnsamen Kleinstmengen Morphin. Essen kann man sie aber trotzdem ohne Bedenken! Ich mag den leicht nussigen Geschmack von Mohnsamen. Offenbar enthalten sie auch viel Calcium und ungesättigte Fettsäuren.

Während ich Mohn vor allem über Brötchen gestreut kannte, wird er zum Beispiel in Österreich häufig in Süssgebäcken verwendet. So kam ich auch auf die Rezeptidee mit den süssen Schupfnudeln. Alles aus dem Bereich der Knödel oder italienisch eben Gnocchi hat es mir ja sehr angetan. Hier und hier habe ich Euch salzige Rezepte dazu vorgestellt. Aber eben, man kann das Ganze auch süss zubereiten und erhält so ein wundervolles Dessert.

Hier also das Rezept für süsse Schupfnudeln in Mohnbutter (als kleines Dessert reicht das für vier Personen).

Zutaten: 120g Ricotta, 200g Mehl, 3 Esslöffel Zucker, 1 Prise Salz, 50g Butter, 2 Esslöffel Mohnsamen und der Jahreszeit entsprechendes Kompott zum Verfeinern (weil ich so gerne Erdbeeren mag und man die nun endlich bekommt, habe ich Erdbeerkompott gekocht, aber auch Apfel oder Zwetschgen oder Kirschen passen gut zu den Nudeln).

Zubereitung: Ricotta, Mehl, Salz und Zucker miteinander zu einem glatten Teig verkneten und darauf Rollen formen, diese in etwa vier Zentimeter lange Stücke schneiden und an den Enden nochmal drehen, damit sie spitz zulaufen. In einem grossen Topf Wasser zum Kochen bringen, die Hitze danach reduzieren und die Nudeln in das nicht mehr ganz kochende Wasser geben. Wenn sie obenauf schwimmen, die Nudeln mit einer Schöpfkelle aus dem Wasser holen. In einer Bratpfanne die Butter schmelzen, den Mohn dazu geben und etwas ziehen lassen. Danach die Schupfnudeln in der heissen Mohnbutter wenden, zusammen mit dem Kompott auf einem Teller anrichten und servieren.

Die Spezialzutat in diesem Rezept ist einmal mehr Ricotta. Dieser Frischkäse ersetzt die Eier und macht, dass die Nudeln super einfach und schnell zubereitet werden können.

Die Mohnblumen habe ich übrigens vor dem Kurhaus Meran fotografiert – wie wundervoll es dort war, habe ich Euch bereits hier erzählt.
Ich kann Euch nur ans Herz legen, dem Mohn eine Chance zu geben. Er ist eine wirklich tolle und schmackhafte Zutat für zahlreiche Gerichte!

Herzlichst, Eure Signora Pinella