Montag, 28. März 2016

Somewhere over the Rainbow…

Kennt Ihr das Lied, das die kleine Dorothy im Musical “Der Zauberer von Oz” singt? Sie träumt von einem wundervollen Land hinter dem Regenbogen, in dem es einfach schön ist. Mein Traumland liegt nicht hinter dem Regenbogen, sondern irgendwo zwischen dem Emmental und dem Berner Oberland. Es hat Berge und sanfte Hügel und dunkle Wälder und grüne Wiesen und Seen und Bäche. Eben der Ort, an dem ich aufgewachsen bin. Je mehr ich in der Welt herum komme, umso mehr stelle ich fest, wie sehr mich die Menschen und die Gegend meiner Kindheit geprägt haben. Auch kulinarisch. Deshalb war es letzte Woche mal wieder Zeit für „Brönnti Creme“ und „Bräzeli“.
Gastfreundschaft wird in meiner Heimat gross geschrieben. Auch wenn man nur kurz dem Nachbarn etwas vorbei bringen will, kann dieser Besuch gut und gerne zu einer ausgewachsenen Plauderstunde bei Kaffee und eben Bräzeli und vielleicht sogar gebrannter Creme werden. Und erst an den Sonn- und Feiertagen… Da wird so richtig aufgetischt. Viele der erstklassigen Produkte in der Küche meiner Heimat kommen direkt vom Bauernhof oder aus dem eigenen Garten. Wenn man Fleisch isst, hat man das Tier vorher auch schon gekannt, man weiss mit welchem Mist das Gemüse gedüngt wurde und wie die Kuh heisst, deren Milch man trinkt. Es ist ein natürlicher Umgang und Bezug zu den Lebensmitteln. Was in den städtischen Szene-Restaurants als hip angepriesen wird, war für mich bereits in meiner Kindheit absolut normal und selbstverständlich. Für diese Prägung und Erziehung bin ich sehr dankbar.

Und weil eine gebrannte Creme eigentlich relativ schnell gemacht ist und einfach köstlich schmeckt, will ich heute das Rezept dazu mit Euch teilen.

Zutaten für etwa vier Personen (im Emmental sind wir alles gute Esser;)
2 Eier, 5dl Milch, 6 El Zucker, 1 El Speisestärke, 1TL Vanilleextrakt und 2dl Rahm.

Zubereitung: Zuerst die Eier und die Milch und 4 El Zucker, die Speisestärke und das Vanilleextrakt verquirlen. Danach werden 2 El Zucker in einer Pfanne karamellisiert (eben gebrannt). Das geht sehr schnell und man darf den Zucker dabei auf keinen Fall aus den Augen lassen. Sobald er geschmolzen ist, die Flüssigkeit dazu geben und gut mit dem karamellisierten Zucker verrühren. Das Ganze wird unter ständigem Rühren aufgekocht, bis die Creme schön eingedickt ist. Sollten sich Klümpchen gebildet haben, kann man sie durch ein Sieb abgiessen. Die Creme gut auskühlen lassen und zum Schluss 2dl geschlagener Rahm darunter ziehen.

Hausgemachte Bräzeli passen als Beilage besonders gut dazu. Was das ist, habe ich Euch hier erklärt.
Meine älteste Schwester hat übrigens das grosse Glück, dass sie in der Gegend hinter dem Regenbogen wohnen darf. Als ich sie am Ostersonntag besucht habe, brach am Abend die Sonne durch die Regenwolken und ein wundervoller Regenbogen stand am Himmel. Zum Glück hatte ich die Kamera dabei. Der Bogen war aber so gross, dass mein Objektiv nur einen Bruchteil davon festhalten konnte.

Ein Regenbogen ist für mich immer ein Zeichen des Himmels und der Hoffnung und ich freue mich, dass ich das mit Euch teilen kann!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Kommentare:

  1. Ein Regenbogen fasziniert einen immer wieder.....da sind Dir tolle Aufnahmen gelungen, in dazu noch wunderschöner Umgebung.
    Die Creme sieht sehr fein aus, ich sage nur "Eingriff auf die Hüften"....aber das muss ab und zu mal sein.....Seelenbalsam ;-)
    Dir noch einen schönen Oster-Montag, Ophelia

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    1. Danke liebe Ophelia! Oh ja, die Creme ist eine Kalorienbombe - aber gut!
      Herzlichst, Signora Pinella

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  2. Das Lied erinnert mich an meinen Gesangsunterricht in klassischer Musik. Ich habe es geliebt :) Und ich lebe das Musical! Dieses Jahr wieder im den Zuger Operettensommer..
    Ich würde wahrscheinlich noch weniger Fleisch essen, wenn ich das Tier gekannt hätte. Aber es ist gut, wenn man weiss, woher das Essen auf dem Teller kommt! Ich mag die Eier der Hühner der Nachbarsfamilie sehr ;)
    Gebrannte Creme!!! - Ich sollte deine Schwester kennen lernen ;)
    Herzlichst
    yase - die den Regenbogen genauso liebt

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    1. Das klingt aber sehr spannend liebe Yase! Ich wusste nicht, dass Du Gesangsunterricht hattest! Bei mir kam das Lied im Unterricht auch immer wieder;) Die gebrannte Creme war übrigens mein Werk. Aber meine Schwester kannst Du hoffentlich schon bald kennen lernen. Meine andere Schwester und ich haben ihr einen Blog eingerichtet;)
      Herzlichst, Signora Pinella

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  3. Liebe Signora Pinella
    Brönnti Crème und Bräzeli erinnern mich ganz fest an mein Grosi. Mein Bruder hat einst gesagt: "es ist eingeboren, dass es beim Grosi das gibt." Hihi!
    Und irgendwie sind diese beiden Rezepte für mich wie unantastbar. Ich hab immer das Gefühl, dass ich die Bräzeli und die Crème nie so hinbekomme wie sie das jeweils machte.
    Aber ev, sollte ich es doch mal wagen?
    Deine Bilder sind wunderschön und am liebsten würde ich mich jetzt mit einer Schüssel Brönnti Crème vor den TV setzten. :-)
    Herzlichste Grüsse aus der wunderschönen Region am Thunersee.
    Gabriela

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    1. Liebe Gabriela, ja brönnti Creme ist Grossmutter pur und einfach fein. Probiers unbedingt mal aus, es ist nicht so schwierig!
      Herzlichst, Signora Pinella

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  4. Liebe Therese,
    danke für die wundervollen Bilder! Ich liebe Regenbogen! Du wohnst wirklich herrlich, die Schweiz ist ja schon immer ein besonders schönes Fleckchen Erde gewesen! Es ist wirklich ein Segen, wenn man eine schöne Kindheit hatte, das weiß ich "Gott sei Dank" auch! Die Creme schaut lecker aus, danke fürs Rezept!
    Ich wünsche dir noch alles Liebe und hab´ einen schönen Tag!
    Karen

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    1. Danke liebe Karen! Leider wohne ich nicht mehr ganz dort, wo die Bilder entstanden sind. Aber im Herzen ist es immer noch meien Heimat!
      Herzlichst, Signora Pinella

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  5. Meine liebe Signora,
    oft war ich hier heimlich still und leise und habe mich wohl gefühlt und doch nicht kommentiert. Hab vielen Dank für all die schönen Eindrücke hier und heute ganz besonders für das Regenbogenbild.
    Nun bin ich aus meiner Blog-Fastenzeit zurück und grüße dich herzlich,
    Angelika

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    1. Willkommen zurück liebe Angelika! Ich finde so Fastenzeiten was ganz Gutes - jedes Jahr nehme ich mir vor Ostern vor auch so etwas zu machen und schaffe es dann doch nicht...
      Herzlichst, Signora Pinella

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  6. Liebe Signora

    Gebrannte Crème - ein Klassiker! Ich habe kürzlich das Kochbuch meiner Appenzeller Urgrossmutter in die Finger bekommen. Darin war ein Rezept ohne Rahm beschrieben. Man zieht nur geschlagenes Eiweiss darunter. War allerdings kein kulinarischer Höhenflug. Ich empfehle die Emmentaler Variante mit reichlich Nidle :-)

    Liebi Grüess
    Nicole

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    1. Liebe Nicole, meiner Meinung nach ist der Rahm ein Muss. Ohne geht bei uns Emmentalern gar nichts;)
      Herzlichst, Signora Pinella

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