Montag, 29. Februar 2016

Süsses für die Seele...

Wenn mir der Februar denn schon einen Tag mehr schenkt, will ich das nutzen, um endlich einmal wieder zu bloggen. Aktuell befinde ich mich wieder in einer Phase, die mich sehr fordert. Grundsätzlich geht es mir gut dabei, aber es ist ausserhalb des Bloggerlandes viel mehr Arbeit angefallen, als mir lieb ist.  Darum hinke ich auch schrecklich hinterher beim Beantworten Eurer lieben Kommentare. Aber ich werde mir ganz bald dafür Zeit nehmen. Gelesen habe ich alle und mich sehr darüber gefreut. Wegen Stress und so schätze ich in solchen Zeiten kleine Pausen zur Erholung, in denen ich das süsse Nichtstun, ein schönes Buch und ein leckeres Heissgetränk geniessen kann. Deshalb habe ich mich kürzlich selber mit hausgemachten Marshmallow verwöhnt.
Per Definition sind Marshmallow eine Schaumzuckerware aus Eiweissschnee, viiiiiiiiiiiiiel Zucker, Geliermittel und eventuell Lebensmittelfarbe. Ich bin den klebrig, süssen Dingern schon lange verfallen und da ich immer das Gefühl habe, dass hausgemachte Dinge gesünder sind, habe ich nun selber versucht diese Süssware herzustellen. Eines dazu gleich vorneweg: Gesünder sind auch die hausgemachten Marshmallow garantiert nicht!

Hier das Rezept dazu (dann werdet Ihr mir glauben;)

Zutaten: 9 Blatt Gelatine, 400g Zucker, 100 ml Sirup (ich habe einen Früchtesirup verwendet), 2 Eiweiss, 120 ml Wasser (um die Gelatine aufzulösen), 100 ml Wasser für den Sirup, evt. ein paar Tropfen Lebensmittelfarbe, Puderzucker.

Zubereitung: Als erster Schritt wird die Gelatine im Wasser eingeweicht. Derweilen den Zucker mit Wasser und dem Sirup zusammen auf 150 Grad aufkochen (überprüft die Temperatur genau mit einem Thermometer) und die Eier zu Schnee schlagen. Die Gelatine mit der Zuckermasse vermischen (zu diesem Zeitpunkt könnt ihr ein paar Tropfen Lebensmittelfarbe zugeben) und gut mit einem Handrührgerät verrühren. Danach sanft unter die Eiweissmasse ziehen. Die schaumige Masse in eine, mit Backtrennpapier ausgekleidete Form geben und mindestens 12 Stunde im Kühlschrank fest werden lassen. Wenn die Masse fest ist, kann sie mit dem Backtrennpapier aus der Form gehoben und geschnitten werden. Wenn man das Messer etwas mit Puderzucker bestäubt, geht das Schneiden einfacher. Danach alle Marshmallow-Würfel im Puderzucker wenden, damit sie weniger kleben. Die Würfel können mindestens 10 Tage an einem kühlen, trockenen Ort gelagert werden.

Ich mag sie besonders als Dekoration einer leicht bitteren, heissen Schokolade. Der Zucker verleiht dem Kakao die nötige Süsse und durch das Eiweiss entsteht ein süsser Schaum auf der Milch. Einfach lecker… Über wirklich gute heisse Schokolade und wo Ihr sie kaufen könnt habe ich Euch hier berichtet.
So, ich stelle mich nun der neuen Woche und bin eigentlich ganz glücklich darüber, weil ich weiss, dass es danach ruhiger wird.

Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Samstag, 20. Februar 2016

Dreimal Lorenzo...

Lorenzo il Magnifico ist eine der herausragenden Gestalten in der Geschichte der Stadt Florenz. Er wurde 1449 in Florenz geboren und tat sich nicht nur als Staatsmann, sondern vor allem auch als Förderer der schönen Künste hervor. Und weil Lorenzo in der Familie Medici ein beliebter Name war, haben sie nicht nur ihre Söhne, sondern auch die Basilica San Lorenzo danach benannt. Das wiederum hat die Besitzer des Weingutes „Le Filigare“ (darüber habe ich hier und hier berichtet) zum Namen ihres Sohnes und des besten Chiantis, den ich je getrunken habe, inspiriert. Kommt also mit mir mit und geniesst ein gutes Glas Wein und ein bisschen Florentiner Geschichte mit mir.
„Il Magnifico“ bedeutet der Prächtige. Diesen Beinamen hat sich Lorenzo de‘ Medici mit der Unterstützung von Künstlern wie Sandro Botticelli und Michelangelo Buonarroti gemacht. Er liebte die schönen Dinge und unter seiner Herrschaft wurde Florenz zur wichtigsten Stadt der Künste während des Rinascimentos. Wenn Ihr einen Florentiner wirklich wütend machen wollt, dann sprecht von Renaissance. Das mögen sie gar nicht und es wird einem sofort erklärt, dass Florenz die Wiege der Renaissance sei und es deshalb überall Rinascimento heissen sollte... Das stimmt ja eigentlich auch!

Nun zur Basilica San Lorenzo: Als Tauf- und Grabeskirche der Medici war sie lange Zeit die wichtigere Kirche als der Dom, der heute das Stadtbild dominiert. Da San Lorenzo von aussen sehr schlicht und mit der unvekleideten Fassade weniger auffällig als andere Kirchen ist (auch die Franziskanerkirche Santa Croce ist zum Beispiel viel opulenter), erhält sie nicht so viel Beachtung. Ein ganzes Jahr lang habe ich zum Signore gesagt, dass wir uns San Lorenzo unbedingt ansehen müssen. Irgendwie haben wir es dann aber erst bei unserem letzten Florenz-Besuch geschafft. Mein oberstes Ziel war eben die alte Sakristei, wo die Mitglieder der Medici Familie seinerzeit getauft wurden. Das Gewölbe über dem Altar zeigt eine naturgetreue Darstellung des Sternenhimmels. Das wusste ich, weil die Etikette von dem bereits erwähnten Chianti „Lorenzo“ eben dieser Bemalung angelehnt wurde. Das Bild ist so genau gemacht, dass sich aus der Konstellation der Gestirne der 4.Juli 1442 um 10.40 Uhr ablesen lässt. Dass es Menschen gibt, die schon vor langer Zeit in der Lage waren solche Kunstwerke zu erschaffen, fasziniert mich unglaublich. Solltet Ihr also einmal nach Florenz reisen, dann geht Euch diese Kirche anschauen und besorgt Euch eine Flasche „Lorenzo“. 
Und weil mich im Moment schrecklich das Fernweh plagt und das mit jeder Zeile noch schlimmer wird, höre ich nun noch ein bisschen Ramazotti-Schnulze und träume von dieser schönen Stadt. Besonders gerne gröle ich übrigens zu diesem Song mit, wenn ich gerne wieder im Süden wäre:


Ich hoffe, dass Ihr diese Reise mit mir genossen habt und wünsche Euch ein wundervolles und erholsames Wochenende!

Herzlichst, Signora Pinella

Samstag, 13. Februar 2016

Hört nie auf miteinander zu reden…

Könnt Ihr Euch noch erinnern, was ich vor einem Jahr hier über den Valentinstag geschrieben habe? Damals vermisste ich den lieben Signore ganz schrecklich, weil er nach Amerika gegangen und wir für zwei Monate getrennt waren. Jetzt sind wir wieder zusammen und ich bin sehr dankbar dafür. Und weil ich weiss, wie schlimm die Sehnsucht ist, ist für mich eigentlich an jedem Tag irgendwie Valentinstag. Da er auch immer noch so gerne Madeleines hat und ich ihn anderseits nicht immer mit den gleichen Süssigkeiten überraschen will, habe ich das Rezept etwas abgeändert und mit Kastanienmehl und Haselnüssen gebacken – nach meinem Geschmack sind diese Madeleines sogar noch besser.
Schliesslich ist es doch auch so mit der Liebe. Wenn man sie abwechslungsreich gestaltet, bleibt sie länger frisch. Einen sehr guten Rat zum Thema Liebe gab uns aber der Grossonkel vom Signore an unserer Hochzeit. Dieser Onkel hat ein ziemlich beeindruckendes Format und als er uns gratulierte, nahm er unsere Hände in seine Pranken und sagte zu uns: „Denkt daran, man muss immer miteinander reden. Das ist das Wichtigste in einer Beziehung.“ Dabei schaute er uns eindringlich und beschwörend in die Augen. Zum Glück hat der Signore eine Frau geheiratet, die sehr gerne und viel kommuniziert. Vielleicht hätte der Grossonkel noch anmerken sollen, dass ich ab und zu etwas weniger und der Signore etwas mehr sprechen sollte;)

Und nach diesem wirklich weisen Ratschlag, der für alle Beziehungen Gültigkeit hat (nicht nur für Partnerschaften, sondern auch für Freunde) hier noch das Rezept für die wirklich leckeren, neuen Madeleines für Euch.

Rezept: Zuerst die Eier, den Zucker und den Vanillezucker schaumig rühren, dann die Butter unterrühren, das Mehl, die Haselnüsse, das Vanillemark und das Backpulver dazu geben, alles zu einem glatten Teig verrühren und diesen eine halbe Stunde lang in den Kühlschrank stellen.

Danach den Teig in kleinen Portionen in eine muschelförmige Madeleineform füllen - es gibt auch die Methode, dass man sie mit einem Spritzsack in die Förmchen füllt, ich habe das ausprobiert und keinen Unterschied zum Einfüllen mit dem Löffel festgestellt - und das Ganze 10 bis 15 Minuten bei 200 Gramm backen. Die Madeleines sofort aus der Form holen und auf einem Gitter auskühlen lassen.

Zutaten für ungefähr 25 Stück: 3 Eier, 150 Gramm Zucker, 150 Gramm Kastanien-Mehl, 50 Gramm geriebene Haselnüsse, 150 Gramm weiche Butter, 1 gehäufter Esslöffel Vanillezucker, 1 gehäufter Esslöffel Backpulver, 2 Messerspitzen Vanillemark und 2 EL Schnaps (besonders lecker wird das Rezept mit Baileys).
Und nun wünsche ich Euch einen wundersüssen Valentinstag und vergesst nicht mit Euren Lieben zu reden!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. Habt Ihr den süssen Ring mit dem Reh gesehen? Diesen Ring gibt’s bei www.ateliercoquet.ch Das ist immer eine gute Adresse, wenn man einen lieben Menschen mit einem wundervollen Schmuckstück überraschen will. Und warum ich die Madeleines auf einer Hirschplatte fotografiert habe, wollt Ihr vielleicht auch noch wissen? Das ist ganz einfach: Ich necke den Signore immer damit, dass er der Platzhirsch im Hause Pinella sei;) Aber das ist auch gut so und soll so bleiben… Die Landschaftsbilder habe ich übrigens letzthin bei einem romantischen Spaziergang mit Platzhirsch Bambi aufgenommen...

Montag, 8. Februar 2016

Was ich der Signorina sagen würde...

Heute habe ich einen Post für Euch, von dem ich lange nicht so genau wusste, ob und wie ich ihn schreiben soll. Da ich in diesem Jahr einen runden Geburtstag feiern und damit die Zwanziger verlassen werde, habe ich mir mal wieder Gedanken gemacht. Kürzlich fielen mir beim Aufräumen auch noch Bilder von mir in die Hände, die meine älteste Schwester vor vielen Jahren von mir gemacht hat. Da begann ich darüber nachzudenken, was ich dem kleinen Mädchen auf den Fotos gerne mitgeben würde. Zu meinem kleinen Ich kann ich es ja nun nicht mehr sagen, aber zu meinem grossen Ich und zu meinen Patenkindern und Nichten und zu allen anderen Mädchen und Frauen da draussen...
Liebe kleine Signorina,

noch hast Du Dein ganzes Leben vor Dir. Glaube mir, es kommt vieles ganz anders, als Du Dir das heute vorstellst – wundervoll wird es trotzdem. Damit Du gut dafür gerüstet bist, vergiss folgende Dinge nie:

Du bist in Ordnung wie Du bist. Lass Dir nichts anderes einreden.

Denke daran, dass Dinge und Eigenschaften, die man Dir in der Schule noch austreiben will, später Deine grösste Stärke sein werden.

Höre nie damit auf offen gegenüber Menschen zu sein und auf sie zu zugehen.

Sei mutig und vertraue Dir und Deinen Fähigkeiten.

Bewahre Deine kindliche Freude an schönen, rosaroten, glitzernden und angeblich nutzlosen Dingen.

Habe den Mut auch mal alleine zu sein. Bettle nicht um die Zuneigung von Menschen, sondern sei Dir bewusst, dass Deine Freundschaft und Zuneigung ein Geschenk sind. Sei dankbar für die Menschen, die Ihr Leben mit Dir teilen und lasse diejenigen in Frieden ziehen, die das nicht tun.

Steh immer wieder auf. Egal wie oft Du hinfällst.

Und zu guter Letzt: Höre nie auf zur Musik von David Hasselhoff zu tanzen (und solltest Du es noch nicht tun, fange unbedingt damit an)!!!
Wenn ich so darüber nachdenke, dann gelten diese Punkte wohl wirklich für uns alle – besonders der Letzte;)

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. Ich schulde Euch noch die Gewinnerin der Acqua del Garda Verlosung - hier geht’s zum Post dazu. Der Signore hat Glücksfee gespielt;) Gewonnen hat die liebe Karen H. Herzliche Gratulation an Dich! Bitte sende mir Deine Adresse an signorapinella@gmail.com

Montag, 1. Februar 2016

Grissini statt Chips...

Dass ich eher dem salzigen und nicht unbedingt dem süssen Essen zugetan bin, habe ich Euch ja bereits viele Mal erzählt. Und ja, es zeugt nicht gerade von kulinarischer Klasse, wenn man Chips zu seinen Leibspeisen zählt. Aber so bin ich halt einfach… Das höchste der Gefühle sind für mich aber hausgemachte salzige Snacks. Deshalb backe ich zeitweilig jede Woche selber Grissini. 
Oft bekommt man Grissini bei einem guten Italiener als Vorspeise serviert. Wenn man Glück hat, kommen sie frisch aus dem Pizzaofen und schmecken dann einfach himmlisch. Ernährungsexperten warnen ja oft davor, dass genau solche Dinge dick machen würden. Vielleicht stimmt das sogar, aber genau solche Dinge machen eben auch glücklich. Und weil ich dieses Glücksgefühl gerne mit Euch teilen will, habe ich hier das Rezept für meine hausgemachten Grissini für Euch:

Zutaten für etwa 30 Stück: 250g Weiss- oder noch besser Pizzamehl, 2 dl lauwarmes Wasser, Olivenöl, 5g Trockenhefe, Salz, Knoblauchpulver, Reibkäse, getrocknete Kräutermischung.

Zubereitung: Für den Teig löst Ihr die Hefe im lauwarmen Wasser auf, gebt die Mischung zusammen mit dem Mehl, dem Olivenöl und einem halben TL Salz in eine Schüssel und verknetet das Ganze zu einem geschmeidigen Teig, den Ihr danach mindestens eine halbe Stunde zugedeckt aufgehen lässt. Wenn der Teig genügend aufgegangen ist, wird er ausgerollt und mit dem Pizzaschneider vorgeschnitten (mir hilft dieses Vorgehen jeweils, weil ich dann schon längliche Stücke habe, die ich nur noch zu etwas längeren Teigstangen ausrollen muss). Die ausgerollten Grissini auf ein Blech mit Backtrennpapier geben, mit etwas Olivenöl bestreichen und beliebig mit grob gemahlenem Meersalz, Knoblauchpulver, der Kräutermischung oder mit Reibkäse bestreuen und für ungefähr 20 Minuten im auf 180 Grad vorgeheizten Ofen backen (werft immer mal wieder einen Blick in den Ofen, da die Grissini je nach unterschiedlicher Dicke nicht gleich lange zum Backen brauchen).

Zusammen mit Oliven, etwas reifem Käse und Trauben oder Feigen sind die Grissini unglaublich lecker und perfekt für einen gemütlichen Aperitivo. Und auch wenn ich gar kein Fan von Fertigprodukten bin, wenns mal schnell gehen muss, könnt Ihr Euch auch bereits ausgerollten Pizzateig kaufen, den einfach noch in dünne Streifen schneiden, die mit Öl bestreichen und Würzen und daraus ebenfalls wundervolle Grissini zaubern – obwohl man schmeckt den Unterschied zwischen dem hausgemachten und dem gekauften Teig eben schon!
Ich mag Grissini übrigens auch als Fernseh-Snack. Der Signore und ich haben nun zum ersten Mal seit Jahren einen Fernseher (den ich eigens ins Fernseh/Gästezimmer verbannt habe, da ich optisch nicht so auf Fernseher stehe – die Gäste findens gar nicht schlecht;). Wenn das Ding dann einmal läuft, schauen wir uns in der Regel auch nicht das normale Programm an, sondern wählen über Netflix gezielt Filme oder Serien aus. Besonders angetan hat es uns im Moment die Serie „Suits“. Denn etwas zu finden, das sowohl dem männlichen und dem weiblichen Teil einer Beziehung gefällt, ist gar nicht so einfach… Aber ich muss zugeben, dass ich gerade jetzt im Winter ab und zu gerne einen kuscheligen Abend vor der Flimmerkiste geniesse – besonders wenn Grissini dabei sind;)

Übrigens, vergesst nicht die Verlosung und den Rabatt für die Produkte von Acqua del Garde, über die ich hier geschrieben habe.

Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag und hoffe, dass Ihr einen kuscheligen Abend habt;)

Herzlichst, Eure Signora Pinella