Samstag, 9. Januar 2016

La Signora und die Artischocken...

Dass ich eine Schwäche für den Mercato Sant’Ambrogio habe, habe ich Euch ja bereits hier und hier erzählt. Darum versuche ich auch so oft wie möglich auf diesen Markt zu gehen, wenn ich wieder in Florenz bin. Von einer zweiten grossen Liebe habe ich Euch aber noch nie berichtet. Ich habe eine grosse Schwäche für Artischocken. Gerade der leicht bittere Geschmack dieser Pflanzen hat es mir angetan und weil es auf dem Mercato die besten Artischocken gibt, habe ich bei unserem letzten Florenzbesuch davon mitgenommen.
Artischocken gehören zur Familie der Distelgewächse. Vielleicht sind sie gerade wegen ihres stacheligen Aussehens etwas verpönt. Für mich macht es die Artischocke noch viel wertvoller, dass man sich ihr zartes Fleisch auch beim Essen verdienen und sich genügend Zeit dafür nehmen muss. Artischocken kocht man übrigens je nach Grösse 30 bis 45 Minuten im Wasser, in das etwas Zitronensaft und Salz hinein gegeben wurde, und serviert sie dann mit einer Vinaigrette oder einer Quarksauce. Ich bevorzuge die Vinaigrette, da die Säure des Essigs gut mit der Bitterkeit der Artischocke korrespondiert. 

Für meine Vinaigrette verwende ich folgende Zutaten: 3 El Olivenöl, 1 El weisser Balsamicoessig, 1 TL Senf, 1 kleine Knoblauchzehe, 1 EL Rahm, Salz und Pfeffer und eine Prise Zucker.

Der Knoblauch mit einer Knoblauchpresse auspressen und gründlich mit den anderen Zutaten verrühren. Die Vinaigrette zum Schluss mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Manchmal gebe ich noch etwas getrocknete Kräuter dazu, weil die Vinaigrette damit einfach besser aussieht.

Artischocken sind übrigens eine schmackhafte Vorspeise. Man schreibt ihnen eine verdauungsfördernde und cholesterinsenkende Wirkung zu. Aber wie ich bereits erwähnt habe, freuen sich nicht alle so sehr über Artischocken, wie ich das tue. Der Signore meint immer, das ihm das aufwändige Abzupfen der Blätter und das Abziehen mit den Zähnen einfach zu doof sei und auch das zarte Artischockenherz sei den Aufwand dafür nicht wert. Aus lauter Liebe zu mir isst er dann aber doch immer mit, seufzt dabei und verzieht das Gesicht;)
Ich bin jedenfalls fest überzeugt, dass dieses wundervolle Gewächs unterschätzt wird und bin froh, dass ihm wenigstens in der italienischen Küche die nötige Aufmerksamkeit zu Teil kommt. Deshalb kann ich Euch nur ermutigen: Esst mehr Artischocken. Ihr werdet sehen, dass das wunderbar schmeckt und Ihr könnt zusätzlich Eurer Gesundheit etwas Gutes tun!

Übrigens: Heute vor genau zwei Jahren haben der Signore und ich unser Auto (und ehrlich gesagt auch noch das von Fratello Pinella - unglaublich wie viel Krempel Menschen haben) mit unserem Hab- und Gut vollgestopft, weil wir dann am 10. Januar in unser Florenz-Abenteuer aufgebrochen sind. Mir kommt es vor, als wäre es gestern gewesen und doch ist es nun schon zwei Jahre her. Und je länger es her ist, umso dankbarer werde ich für diese Zeit und für alle die wertvollen Erfahrungen und Erlebnisse, die ich machen durfte. Ich hoffe, dass auch Ihr immer wieder die Gelegenheit bekommt, neue Dinge kennen zu lernen und zu erfahren - und sei es nur den wundervollen Geschmack einer Artischocke;)

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Kommentare:

  1. HAllo, liebe Signora Pinella, ich wüsste nicht, wo man hier Artischocken kaufen kann. In der Blumenhandlung zur richtigen Zeit :-). Als Blüte verehre ich sie. Gegessen habe ich Artischocken noch nie. Ich werde mich, wenn ich mal eine Gelegenheit habe, an deinen Post erinnern: "Esst mehr Artischocken",
    bis bald, vielen Dank auch für die wunderschönen Bilder,
    Angelika

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    1. Liebe Angelika,
      ja, leider sind sie ein südliches Gewächs und wohl im Norden schwer zu bekommen. Macht ja auch Sinn, da man sowieso besser regional und saisonal isst. Solltest Du aber mal wieder in den Süden reisen, musst Du sie unbedingt probieren!
      Herzlichst, Signora Pinella

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  2. Ich durfte Artichocken Essen, der damalige Partner meines besten Freundes hat mir mal welche gemacht... Ich fand sie total fein! Aber der ganze Heuberg, der dann kompostiert wurde, hat mir (ähnlich wie deinem Signore) dann doch zu denken gegeben.....
    Herzlichst
    yase

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    1. Liebe Yase,
      es freut mich, dass Dir die Artischocken geschmeckt haben. Immerhin kann man den Heuberg ja kompostieren;)
      Herzlichst, Signora Pinella

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  3. Ich mag ja leider diese Dinger nicht, grins, aber deine Fotos sind toll! Liebe Grüße zum Sonntag Sandra von onlinetagebuchvonsandra.blogspot.com

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    1. Danke liebe Sandra! Ja, ich denke auch, dass man sie entweder sehr gerne oder gar nicht mag;)
      Herzlichst, Signora Pinella

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  4. Oh und ich liebe die Artischocken auch so sehr... zum Glück macht meine zweite Hälfte immer mit, nicht bis zum Schluss aber immerhin :-) Ich probiere es nun gerne mal noch mit deiner Sauce aus... Da bin ich immer wieder froh um neue Ideen. Herzlich Bettina

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