Freitag, 29. Januar 2016

Wir hauen ab nach Winterthur...

„Ich haue ab nach Winterthur“, ist seit Beginn der Beziehung vom Signore und mir ein geflügelter Satz. Zur Erklärung dazu: Ich sagte einmal zum Signore, dass ich unter gewissen Umständen im Leben nicht davor zurück schrecken würde, gaaaaaaaanz schrecklich weit weg zu gehen. Der Signore wollte dann wissen wohin und dachte dabei an die kanadischen Wälder oder an die Wüste Gobi. Meine Antwort lautete eben Winterthur. Weil mir die zwei Stunden Weg dorthin noch schrecklich weit weg erschienen. Hätte ich damals bereits geahnt, dass aus dem zweistündigen Weg einmal 20 Minuten werden sollten, hätte ich vielleicht eine andere Destination genannt. Jedenfalls wohnen wir jetzt ziemlich nahe von diesem hübschen Städtchen und deshalb hauen wir nun ab und zu nach Winterthur ab.
Eine kurze Geographielektion für alle Leserinnen und Leser, welche die lokalen Gegebenheiten nicht kennen: Zürich mag der Mehrheit ein Begriff sein. In Italien habe ich auch gemerkt, dass viele Menschen denken Zürich sei die Hauptstadt der Schweiz. Falsch: Das ist das wunderschöne Bern. Aber ehrlich gesagt ist Zürich halt um einiges wirtschaftskräftiger und mondäner als Bern und daher weltweit prominenter.  Winterthur liegt rund 20 Autominuten von Zürich entfernt und ist kleiner und beschaulicher als Zürich. Das gefällt mir sehr. Denn was meine geliebte Heimatstadt Thun für Bern ist, ist Winterthur ungefähr für Zürich. Die Stadt hat übrigens eine reiche Industriegeschichte und ist daher geprägt von alten Industriebauten und den dazu gehörenden Arbeiterhäuser. Es gibt in Winterthur aber auch zahlreiche interessante Museen und eine autofreie Innenstadt, die zum Bummeln und Verweilen einlädt. Meine Vorfahren Mütterlicherseits wurden seinerzeit, als sie als verarmte Weinbauern aus dem Südtirol in die Schweiz kamen,  dort eingebürgert – kein Wunder also, dass es mir dort gefällt.

Jedenfalls habe ich festgestellt, dass sich Winterthur gerade weil es beschaulicher ist als das hektische Zürich, wunderbar zum dorthin Abhauen eignet. Offenbar hatte ich da eben schon vor vielen Jahren einen guten Riecher dafür.
Solltet Ihr einmal nach Winterthur kommen, müsst Ihr unbedingt in der Markthalle Trivisano in der Marktgasse 25 vorbeischauen. Ich habe dort italienische Spezialitäten gefunden, von denen ich nie dachte, dass man sie in der Schweiz kaufen kann. Mehr Infos dazu gibt es hier: http://www.markthalle-trivisano.ch/home

Wenn Ihr auf der Suche nach schönem Küchenzubehör, Geschenken oder Wohnaccessoires seid, dann solltet Ihr unbedingt dem wundervollen Laden Ademas www.ademas.ch am Garnmarkt1 einen Besuch abstatten. Ich könnte dort stundelang verweilen.

Und wenn Ihr auf Slow Fast Food steht, dann seid Ihr bei www.jackandjo.ch direkt am Bahnhof Winterthur genau richtig. Das Essen dort ist köstlich und erst die Einrichtung... Wenn ich könnte, würde ich dort sofort einziehen!

Sollte ein/eine Winterthur Kenner/in unter meinen lieben Leserinnen und Lesern sein, bin ich extrem dankbar für weitere Tipps zu dieser Stadt. Denn ich glaube, dahin haue ich noch häufiger ab;)
Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag und einen guten Start ins Wochenende!

Herzlichst, Eure Signora Pinella 

Montag, 25. Januar 2016

Acqua del Garda&Verlosung...

Mir steht der Sinn im Moment nach Frühjahrsputz. Nicht unbedingt in der Wohnung, aber an Körper und Seele. Am mentalen Ausmisten, dem Überdenken von Beziehungen und Gewohnheiten bin ich schon länger (darüber habe ich hier bereits berichtet). Nun soll auch noch der Körper dazu kommen. Dazu habe ich in Verona die Produkte von Acqua del Garda gefunden und weil ich sie so wundervoll fand, hab ich Euch gleich was davon mitgebracht. Ihr könnt einerseits ein ganzes Set davon mit einer passenden Kette dazu gewinnen oder mit einem Gutscheincode direkt selber vergünstigt Produkte von Acqua del Garda bestellen.
Der Laden von Acqua del Garda fiel mir beim Bummeln durch Veronas Gassen (hier und hier habe ich bereits über Verona geschrieben) auf. Ich bin immer auf der Suche nach besonderen Trouvaillen, Düften und Pflegeprodukten. Und als ich die filigrane Libelle auf weissem Grund auf dem Ladenschild sah, wusste ich, dass ich mir das genauer ansehen muss.

Dass ich die Gegend um den Gardasee heiss und innig liebe, habe ich ja bereits hier geschrieben. Es ist das vielgerühmte Licht, es ist die Sonne und nicht zuletzt der Duft. Ja, ich verbinde den Gardasee mit ganz bestimmten Düften. Und eben diese Düfte nach Oliven, Zitronen, Wasser, frischer Luft und Blumen wurden in den Produkten von Acqua del Garda eingefangen. Dazu kommt, dass die Produkte frei von Parabenen und Mineralölen sind, was mir natürlich sehr sympathisch ist.

Jedenfalls hätte ich stundenlang im Shop von Acqua del Garda an der Via Rosa 8 in Verona verweilen können. Den Signore habe ich vorsichtshalber zum Kaffeetrinken in eine Bar geschickt. Obwohl er mich auch gerne hätte begleiten dürfen – er wollte nicht!

Nebst einigen Düften und Kerzen durfte auch ein Reiseset (bestehend aus Shampoo, Dusch und Bodylotion) für Euch mit. Und weil ich gerade so inspiriert war von der stilvollen Verpackung von Acqua del Garda, hab ich Euch gleich noch eine Kette dazu kreiert, die wahlweise mehrmals ums Handgelenk geschlungen oder als Halskette getragen werden kann. 
Und so seid Ihr bei der Verlosung mit dabei: Mitmachen kann jede volljährige Person mit oder ohne Blog. Hinterlasst mir einfach hier auf dem Blog (bitte einen Namen dazu angeben) oder auf Facebook oder auf Instagram einen Kommentar. Wenn Ihr den Link auf Facebook teilt (hier geht es zu meiner FB-Seite) oder dort oder auf Instagram kommentiert, habt Ihr doppelte bzw. dreifache Gewinnchancen. Die Verlosung läuft von heute an zwei Wochen bis am 7. Februar 2016 um Mitternacht. Ich gebe den/die Gewinner/in auf meinem Blog bekannt (Ihr müsst mir dann einfach eine Mail mit Eurer Adresse an signorapinella@gmail.com schicken, also vergesst nicht zu überprüfen, ob Ihr gewonnen habt). Ich sende Euch das Reiseset und die Kette zu.

Zusätzlich bekommt Ihr bis am 29. Februar 2016 mit dem Code ADGPINELLA einen Rabatt von 15 Prozent auf jede Online-Bestellung im Shop von Acqua del Garda. Hier geht’s zum Shop: http://www.acquadelgardafragranze.com/deu/shop

Ich hoffe, dass ich Euch etwas zum Frühjahrsputz animieren und inspirieren konnte und dass Ihr vielleicht sogar etwas Schönes für Euch bei Acqua del Garda findet!

Herzlichst, Eure Signora Pinella 

Montag, 18. Januar 2016

Der Signore, Jack, Daniel und ein leckerer Punch…

Eigentlich wollte ich den heutigen Post schon ganz lange online stellen. Wäre da nicht der Schnee gewesen oder besser gesagt eben nicht gewesen. Denn was wäre ein Rezept für ein winterliches Heissgetränk ohne Schnee? Also darum kommt das nun erst jetzt, da es ordentlich kalt ist und geschneit hat. Die Hauptzutat bekam ich aber schon vor Weihnachten zugeschickt: Eine Flasche „Winter Jack“ von der Marke Jack Daniels.
Im Hause Pinella ist vor allem der männliche Teil der Bewohner (also der Signore) ein begeisterter Whiskey (wie es in Amerika heisst) oder eben Whisky (wie ihn die Schotten nennen) Trinker. Dabei muss man gestehen, dass es ihm Jack Daniels nicht nur wegen dem Geschmack, sondern auch wegen dem Namen angetan hat (na, was denkt Ihr, heisst der Signore Jack oder Daniel oder vielleicht sogar Whiskey – das ist die Quizfrage des heutigen Posts;).

Der Signore mag nicht nur Whisky, er geht auch gerne Skifahren und ist auch dem Aprés Ski nicht abgeneigt. Das Problem dabei ist nur, dass er als verantwortungsbewusster Mensch auf der Skipiste nicht trinkt. Deshalb entschied ich mich am Wochenende, es dem Signore und mir mit einem Glas meiner Winter-Jack-Eigenkreation gemütlich zu machen, während wir uns vor den Fernseher kuschelten und uns das Skirennen am Lauberhorn ansahen (ich habs hier ja bereits geschrieben, Gemütlichkeit ist mein Fachgebiet;).

Für einen leckeren Winter-Jack-Punch für zwei Personen braucht Ihr folgende Zutaten:
6cl Winter Jack von Jack Daniels, 3 dl Wasser, 2 dl Apfelsaft, den Saft einer ganzen Orange, einen gehäuften Esslöffel braunen Zucker, 5 Kardamom Kapseln, eine Prise wilden Pfeffer, 2 Zimtstangen und allenfalls noch einen Apfel oder eine Orange zum Dekorieren.

Zubereitung: Zuerst werden das Wasser, der Apfel- und der Orangensaft zusammen mit dem Zucker und den Gewürzen aufgekocht (je länger man das Ganze köcheln lässt, umso besser – eine halbe Stunde ist aber sicher die Mindestkochzeit). Die Flüssigkeit in einen Krug abgiessen und erst jetzt die 6cl Winter Jack dazu geben (wenn er zu sehr erhitzt wird, verdunstet der Alkohol). Das Ganze mit Apfel- und Orangeschnitzen und einer Zimtstange in einem schönen Becher anrichten und servieren.

Da bereits der Winter Jack ein sehr würziges winterliches Aroma hat, passt er gut zu Apfelsaft. In der Minimaldosierung, in der wir ihn getrunken haben, ist er mit seinen 15 Volumenprozent gut verträglich und wärmt trotzdem schön von Innen.
Ich habe ohnehin die Erfahrung gemacht, dass eine gut ausgewählte Flasche Whiskey oder Whisky fast allen Männern Freude bereitet und ein sicherer Wert für ein Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk ist. 

So kam der Signore übrigens auch zu einer unglaublich teuren Flasche eines limitierten Islay Single Malt. Ich schickte ihn einfach mit meinem Bruder zum Degustieren und prompt kaufte Fratello Pinella eine Flasche für Signore Pinella zum Geburtstag. Wenn mein Brüderchen jetzt ganz clever ist, setzt er die nächste Degustation kurz vor seinem Geburtstag an, dann gibt’s für ihn auch eine Flasche… Dieses Jahr musste er sich mit einem anderen duften Wässerchen zufrieden geben: Er kann sich nun mit dem neuen Parfum „Sauvage“ von Dior beduften (was übrigens auch eine gute Geschenkidee für Männer ist;)

Das Punch-Rezept ist auch ohne Alkohol lecker!

Ich wünsche Euch fröhlich, beschwingte und gemütliche Stunden mit Euren Lieben!
Herzlichst, Eure Signora Pinella

*Dieser Post entstand mit freundlicher Unterstützung von Jack Daniels. Herzlichen Dank dafür!

Donnerstag, 14. Januar 2016

Ein Spaziergang durch Firenze...

In den letzten Jahren war ich viel unterwegs und bin so viel wie nie zuvor in meinem Leben gereist. Nun spüre ich, dass es mich wieder in die Fremde zieht. Aber eben, einfach abhauen geht nicht immer… Daher reise ich oft in Gedanken und stelle mir vor, was ich tun würde, wenn ich jetzt am einen oder anderen Ort wäre. Das Gute daran ist, dass Ihr mich begleiten könnt. Machen wir also heute Nachmittag zusammen einen Spaziergang durch Florenz.
Weil es um die Mittagszeit ist, treffen wir uns an der Piazza Sant’Ambrogio zu einer Portion Lampredotto. Ja, das ist der fein geschnittene Labmagen eines Rindes. Das Ganze wird in Bouillon gekocht und in einem knusprigen Brötchen zusammen mit einem Glas Wein serviert. Schaut bei der lieben Nicole vom Blog www.zumfressngern.ch vorbei, wenn Ihr mehr darüber wissen wollt. Sie hat hier einen ausführlichen Post dazu geschrieben. Und glaubt mir, diese Florentiner-Spezialität muss man einfach essen, wenn man schon in dieser wundervollen Stadt ist.

Von der Piazza Sant’Ambrogio geht es dann in Richtung Stadt. Dabei kommen wir an der Via dell Agnolo vorbei. Dort steht einer dieser Fotokasten, in die man sich gemeinsam hineinsetzt und nach ein paar Minuten einen Streifen Bilder hinauszieht, die wie Verbrecher-Fotos aussehen…;) Kennt Ihr das auch noch, dass man sich mit seinen Freundinnen oder seinem Schatz in einen solchen Kasten gequetscht und Bilder gemacht hat? Als der Signore und ich uns kennen gelernt haben, gab es diese Kasten in der Schweiz leider schon nicht mehr. Deshalb haben wir in Florenz solche Bilder von uns gemacht und uns nochmal wie 15 gefühlt…
Nach dem Fotografieren machen wir einen Abstecher in Richtung Duomo, um uns dort die gruseligen Deckenmalereien in der Kuppel anzusehen. Ein bisschen Kultur muss sein… Wieder draussen werfen wir noch einen Blick auf das berühmte Baptisterium, das endlich von den Baugerüsten befreit wurde und laufen danach daran vorbei in Richtung Piazza della Repubblica zum Kaufhaus „La Rinascente“ (hier habe ich mehr darüber geschrieben). Auf dessen Dachterrasse geniessen wir einen völlig überteuerten Kaffee, bevor wir dann durch die Luxuskleider und Kosmetika in den unteren Stockwerken stöbern.

Den Abend geniessen wir dann auch der Piazzale Michelangelo (darüber habe ich übrigens meinen allerersten Blogpost geschrieben – hier könnt Ihr ihn lesen), blicken über die Dächer der Stadt und sind einfach glücklich, dass wir an diesen schönen Ort reisen durften… Auch wenn es vielleicht nur virtuell war…
Ich wünsche Euch einen verträumten Tag!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Dienstag, 12. Januar 2016

Ich mach's mir heute gemütlich...

Angeblich bin ich seit meiner frühesten Kindheit eine Fachfrau für Fragen der Gemütlichkeit – das ist zumindest die Meinung meiner Familie. Meine Schwestern nutzten das dann immer in der Weise, dass ich an Fernsehabenden fürs Catering zuständig war und Decken, Popcorn und heisse Schokolade vorbereitete. Böse Zungen würden jetzt behaupten, dass die Grossen einfach der Kleinsten befohlen haben;) Es stimmt aber schon, dass ich es gerne cosy mag. Ich bade gerne, zünde dazu Kerzen an, trinke an kalten Tagen literweise Heissgetränke und liebe schöne Musik und liebevoll gestaltete Bildbände. Da bisher bei uns der richtige Winter mit Schnee auf sich warten liess und es nur trüb und nass war, hatte ich umso mehr Grund es mir gemütlich zu machen. Was mich dabei glücklich macht, will ich Euch heute verraten.
Zu Weihnachten gabs wieder zahlreiche Bücher – obwohl ich ehrlicherweise sagen muss, dass ich mir zwei davon selber geschenkt habe. Das Buch „Heute koch ich, morgen brat ich – Märchenhafte Rezepte“ war ein Geschenk meiner Schwester. Das Buch ist traumhaft schön, die Rezepte darin sind gut nachkochbar und wirklich sehr lecker. Dazu kommt, dass sich jedes Kapitel einem bekannten Märchen widmet und die Rezepte daran angepasst sind. Ich finde dieses Konzept wirklich gelungen und wundervoll umgesetzt.

Das zweite Buch ist einmal mehr eines von Csaba dalla Zorza. Ich habe es mir in Florenz gekauft und bin nicht sicher, ob es vom Italienischen ins Deutsche oder Englische übersetzt würde. Die Autorin von „Good Food“ ist eine bekannte italienische Foodbloggerin (hier geht es zu ihrem Blog). In diesem Buch von ihr geht es um „gutes“ Essen im Sinne von explizit gesunden und nährstoffreichen Zutaten. Normalerweise zelebriert sie ja eher das Schlemmen und den üppigen Genuss (darüber habe ich hier geschrieben). Ich dachte mir aber, dass es nach den Festtagen gut wäre, etwas auf die Ernährung zu achten und habe mir das Buch zur Inspiration gekauft.

Das dritte Buch, welches ich Euch heute vorstellen will, verdanke ich einer lieben Leserin. Sie sah es in meiner Lieblingsbuchhandlung in meiner Heimatstadt und hat mich per Mail darauf aufmerksam gemacht. Für mich war sofort klar, dass ich mir „New York Christmas“ von Lisa Nieschlag und Lars Wentrup kaufen muss (auch zu diesem Buch gibt’s einen wundervollen Blog – hier könnt Ihr ihn sehen). New York gefiel mir ja bei meinem ersten Besuch vor einem Jahr nicht so unglaublich gut (hier und hier habe ich darüber berichtet). Nachdem ich mir dieses Buch angesehen habe, kam ich zum Schluss, dass ich der Stadt unbedingt nochmals eine Chance geben und ein weiteres Mal dahin reisen muss (da der liebe Signore regelmässig beruflich in die States reist, werde ich mich da wohl einmal wieder anschliessen können). 

Das Buch macht einem mit Geschichten und Rezepten rund um Weihnachten in New York richtig Neugierig und inspiriert auch noch nach Weihnachten sehr. Vielen Dank nochmals für den schönen Tipp, das Buch ist wirklich genau nach meinem Geschmack! Ich bin selber ganz beeindruckt und erstaunt, wie gut Ihr liebe Leserinnen und Leser mich offenbar schon kennt;)
Zum Thema „Gemütlichkeit“ gehören für mich aber nicht nur Kerzen und schöne Bücher, sondern auch passende Musik und weil ich wider Erwarten vom neusten Technik-Einkauf vom Signore wirklich begeistert bin, will ich Euch diesen nicht vorenthalten. Weil wir zuvor in einer Zwergenwohnung gelebt haben (darüber habe ich hier berichtet), erübrigte sich bei uns die Frage nach leistungsstarken Musikgeräten. 

Da sich unsere Wohnfläche nun etwa vervierfacht hat (das ist kein Witz!), hat der Signore das Beolit Lautsprechersystem von Bang & Olufsen für unser Wohnzimmer (auf meinen Wunsch hin in Gold;) gekauft. Wir hören oft Musik übers I-Phone und so bot sich das an. Ich bin immer wieder erstaunt, was diese kleine Kiste Soundtechnisch hinbekommt. Beispielsweise mein geliebtes Nessun Dorma aus der Oper Turandot ist damit einfach traumhaft. Und sollte der Beolit einmal aussteigen, kann ichs mir immer noch mit der Musikdose aus dem Scrivimi in Firenze vorspielen (was das ist und warum Ihr unbedingt dahin müsst, wenn Ihr mal nach Florenz reist, habe ich Euch hier erzählt).

So, das war wieder viel Stoff für heute. Ich wünsche Euch eine wundervolle Woche und vergesst nicht es Euch gemütlich zu machen;)!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. und bitte nehmt Euch drei Minuten Zeit zum Schwelgen mit dem wundervollen Luciano Pavarotti... Ich bekomme jedes Mal Hühnerhaut, wenn ich ihm zuhöre;)

Samstag, 9. Januar 2016

La Signora und die Artischocken...

Dass ich eine Schwäche für den Mercato Sant’Ambrogio habe, habe ich Euch ja bereits hier und hier erzählt. Darum versuche ich auch so oft wie möglich auf diesen Markt zu gehen, wenn ich wieder in Florenz bin. Von einer zweiten grossen Liebe habe ich Euch aber noch nie berichtet. Ich habe eine grosse Schwäche für Artischocken. Gerade der leicht bittere Geschmack dieser Pflanzen hat es mir angetan und weil es auf dem Mercato die besten Artischocken gibt, habe ich bei unserem letzten Florenzbesuch davon mitgenommen.
Artischocken gehören zur Familie der Distelgewächse. Vielleicht sind sie gerade wegen ihres stacheligen Aussehens etwas verpönt. Für mich macht es die Artischocke noch viel wertvoller, dass man sich ihr zartes Fleisch auch beim Essen verdienen und sich genügend Zeit dafür nehmen muss. Artischocken kocht man übrigens je nach Grösse 30 bis 45 Minuten im Wasser, in das etwas Zitronensaft und Salz hinein gegeben wurde, und serviert sie dann mit einer Vinaigrette oder einer Quarksauce. Ich bevorzuge die Vinaigrette, da die Säure des Essigs gut mit der Bitterkeit der Artischocke korrespondiert. 

Für meine Vinaigrette verwende ich folgende Zutaten: 3 El Olivenöl, 1 El weisser Balsamicoessig, 1 TL Senf, 1 kleine Knoblauchzehe, 1 EL Rahm, Salz und Pfeffer und eine Prise Zucker.

Der Knoblauch mit einer Knoblauchpresse auspressen und gründlich mit den anderen Zutaten verrühren. Die Vinaigrette zum Schluss mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Manchmal gebe ich noch etwas getrocknete Kräuter dazu, weil die Vinaigrette damit einfach besser aussieht.

Artischocken sind übrigens eine schmackhafte Vorspeise. Man schreibt ihnen eine verdauungsfördernde und cholesterinsenkende Wirkung zu. Aber wie ich bereits erwähnt habe, freuen sich nicht alle so sehr über Artischocken, wie ich das tue. Der Signore meint immer, das ihm das aufwändige Abzupfen der Blätter und das Abziehen mit den Zähnen einfach zu doof sei und auch das zarte Artischockenherz sei den Aufwand dafür nicht wert. Aus lauter Liebe zu mir isst er dann aber doch immer mit, seufzt dabei und verzieht das Gesicht;)
Ich bin jedenfalls fest überzeugt, dass dieses wundervolle Gewächs unterschätzt wird und bin froh, dass ihm wenigstens in der italienischen Küche die nötige Aufmerksamkeit zu Teil kommt. Deshalb kann ich Euch nur ermutigen: Esst mehr Artischocken. Ihr werdet sehen, dass das wunderbar schmeckt und Ihr könnt zusätzlich Eurer Gesundheit etwas Gutes tun!

Übrigens: Heute vor genau zwei Jahren haben der Signore und ich unser Auto (und ehrlich gesagt auch noch das von Fratello Pinella - unglaublich wie viel Krempel Menschen haben) mit unserem Hab- und Gut vollgestopft, weil wir dann am 10. Januar in unser Florenz-Abenteuer aufgebrochen sind. Mir kommt es vor, als wäre es gestern gewesen und doch ist es nun schon zwei Jahre her. Und je länger es her ist, umso dankbarer werde ich für diese Zeit und für alle die wertvollen Erfahrungen und Erlebnisse, die ich machen durfte. Ich hoffe, dass auch Ihr immer wieder die Gelegenheit bekommt, neue Dinge kennen zu lernen und zu erfahren - und sei es nur den wundervollen Geschmack einer Artischocke;)

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Mittwoch, 6. Januar 2016

Lasst uns Kränzchen winden...

Kennt Ihr das Sprichwort „Jemandem ein Kränzchen winden“? Es geht dabei darum, dass man anerkennt, wenn jemand etwas Gutes gemacht hat. Ich stelle mir dann immer vor, dass man jemandem eine liebevolle Rückmeldung wie ein Siegeskranz aufs Haupt legt. Ich winde nicht nur gerne symbolische Kränze, sondern mag sie auch aus allem möglichen Grünzeug und im Sommer natürlich auch aus Blumen. An Weihnachten hatten sie ja nun gerade Hochkonjunktur. Gerade deshalb habe ich mich nach Weihnachten nochmal dazu entschieden einen Kranz als Winterdekoration zu binden.
Eigentlich braucht es dazu nicht viel. Ich habe das Grünzeug verwendet, welches noch von Weihnachten übrig war. Dazu kommen Draht und ein Reif, auf den die Zweige gebunden werden. Am Anfang wird der Draht am Reifen befestigt und dann werden immer mehr einzelne, kleine Sträusschen aus Grünzeug angebunden. Dabei muss gut darauf geachtet werden, dass das Grünzeug schön übereinander liegt und keine Lücken entstehen.

Damit der Kranz etwas winterlich aussieht, habe ich ein schneeweisses Band daran gebunden und ein paar Schneesterne darin versteckt. Einfach, aber wirkungsvoll.

Wie gut es tut, wenn man positive Rückmeldungen erhält, wurde mir gerade vor Kurzem wieder bewusst. Ich hatte eine etwas grössere Herausforderung zu meistern. Das Ganze hat mich viel Kraft und Energie gekostet, was man vielleicht auch in einigen Posts im Herbst gemerkt hat. Es hat gut getan, dass mich Menschen unterstützt und sich mit mir gefreut haben, als ich es geschafft hatte. Und weil auch ich gerne andere ermutigen möchte, werde ich im neuen Jahr noch viel mehr Kränze winden – symbolisch und aus Pflanzen;)
Wenn wir schon dabei sind. Danke auch Euch lieben Leserinnen und Lesern für Eure Treue und alle Euren lieben Rückmeldungen. Ich freue mich immer sehr über Eure Kommentare und darüber, dass es da Draussen in den Weiten des Internets wohl ganz real viele liebe Menschen gibt!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Sonntag, 3. Januar 2016

Casa di Giulietta oder warum ich keine Dramen mag...

Grosse Liebesgeschichten vermögen mich ja durchaus zu faszinieren. Für eine der grössten und bekanntesten konnte ich mich bisher jedoch nicht begeistern: Für Julia und Romeo (ja, bei Shakespeare geht es den anderen Weg rum, aber seien wir ehrlich, das ist einfach unhöflich und das sind die Italiener nicht). Trotzdem wollte ich bei unserem Besuch in Verona vor einigen Wochen (hier habe ich bereits darüber berichtet) unbedingt die Häuser sehen, wo angeblich die Familien Capulet und Montague gewohnt haben. Heute nehme ich Euch dahin mit. Auch deshalb, weil ich selber schrecklich neugierig war und wissen wollte, wo Julia und ihr Romeo gelebt, geliebt und gelitten haben, und ich vermute, dass es viele von Euch auch interessieren könnte.
Ich habe bereits etliche Versionen des Dramas gesehen, welches William Shakespeare im Jahre 1597 schrieb. Und ich habe mich wirklich bemüht diese tragische Liebe zu verstehen. Aber irgendwie bin ich dafür einfach zu pragmatisch… Sicher lässt einem der Liebeskummer dumme Dinge tun, aber sich deshalb gleich zu vergiften oder in ein Schwert zu stürzen finde ich reichlich übertrieben. 

Kurz zur Erklärung für alle diejenigen, denen der Stoff nicht mehr ganz präsent ist: Die Familien Capulet und Montague leben in Verona und sind verfeindet. Ihre Kinder Julia und Romeo verlieben sich und werden heimlich von einem Mönch getraut, obwohl Julia einen anderen Mann heiraten sollte. Damit sie der Hochzeit entgehen kann, erhält sie vom Mönch einen Trank, der sie in einen todesähnlichen Schlaf versetzt. Romeo weiss von alle dem nichts, da er aus der Stadt verbannt wurde, weil er seinen besten Freund, der von einem Capulet umgebracht wurde, gerächt und den Täter erstochen hat. Als Romeo zurück in die Stadt kommt, findet er Julia in der Gruft, wo sie immer noch in todesähnlichem Schlaf liegt, bis die Wirkung des Trankes nachlässt. Romeo denkt, dass sie tot sei, trinkt seinerseits einen richtigen Gifttrank und stirbt. Derweilen erwacht Julia, sieht den sterbenden Romeo und stürzt sich aus lauter Verzweiflung in das Schwert ihres Geliebten. Fertig.

Ja, diese Geschichte ist ganz und gar nicht erbauend. Trotzdem wurde das Haus der Familie Capulet zur Pilgerstätte für verzweifelte Verliebte. Dass es die unglücklich Liebenden je gab, ist historisch übrigens nicht belegt. Bekannt wurde das Haus der Julia auch durch den Film „Letters to Juliet“, in dem ein Paar nach Jahrzehnten wieder zusammenfindet, nachdem eine junge Journalistin im Namen der „Sekretärinnen der Julia“ einen Brief beantwortet hat, den die mittlerweile alte Frau als junges Mädchen an Julia geschrieben und in die Wand ihres Hauses gesteckt hatte. Hier geht‘s zum Filmtrailer.
Weil bei unserem ersten Besuch gerade ein chinesisches Filmteam beim Haus der Julia einen Film drehte und die Szenerie reichlich unromantisch war, musste der Signore am nächsten Tag nochmal mit mir dorthin. Im sonnigen Morgenlicht und ohne Filmteam gefiel mir dann der Innenhof mit dem Balkon (der übrigens erst Anfang letzten Jahrhunderts dort angebracht wurde und ursprünglich ein Sarkophag war) viel besser.

Das Haus des Romeos liegt nur wenige Minuten vom Haus der Julia entfernt, ist aber wesentlich weniger gut besucht. Es wirkt auch reichlich düster und passt gut zu meiner Vorstellung von blutrünstigen Veroneser Familien. Aber eben, auch ich bin aus purer Neugierde dahin gegangen und wollte sehen, wo sich das Drama angeblich abgespielt hat. Romantisch gestimmt hat es mich aber ganz und gar nicht. Da finde ich beispielsweise die Komödie „Was ihr wollt“ von Shakespeare wesentlich unterhaltsamer und vergnüglicher. Offenbar sorgen tragische Geschichten aber einfach für mehr Aufmerksamkeit (hier habe ich Euch bereits von der Julia aus Florenz erzählt, die aber Beatrice heisst).

Einzig der Gedanke gefällt mir, dass unglücklich Verliebte einen Ort haben, an dem sie ihr Herz ausschütten können. Das ist schön. Da Verona nicht riesig ist und man bei einem Bummel durch die Innenstadt sowieso daran vorbei kommt, könnt Ihr Euch die Häuser an der Via Cappello 23 und an der Via della Arche Scaligere 2-3 gerne ansehen.

Und auch wenn er schrecklich kitschig ist, der Film „Letters to Juliet“ macht einem wesentlich glücklicher als „Romeo und Julia“ im Original. Die männliche Hauptfigur im Film sagt einmal, dass er einfach auf den Balkon gestiegen wäre und Julia mitgenommen hätte, anstatt darunter herum zu säuseln. Fazit des Filmes ist es dann auch, dass es für wahre Liebe nie zu spät ist. Das gefällt mir viel besser. Ich finde es wichtig, an die Liebe zu glauben, seinen Lieben zu sagen, dass man sie gerne hat und dem Ganzen dann aber auch Taten folgen zu lassen.

Verona hat übrigens noch viel mehr zu bieten als Dramen und Tragödien und ist wirklich eine Reise wert. Mir hat die Stadt sehr gefallen und solltet Ihr einmal die Gelegenheit haben dorthin zu fahren, müsst Ihr es unbedingt tun.
Ich wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche und hoffe, dass Ihr wahre Liebe findet oder bereits gefunden habt und von Liebeskummer verschont bleibt! Und nun muss ich aufhören zu schreiben, weil der Post schon viel zu lang ist und ich dem Signore jetzt einen dicken Kuss geben will;)

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. Ich finde die italienische Version des Musicals „Romeo e Giulietta“ sehr gelungen und bisher fast die beste Umsetzung des Stoffes, die ich kenne. Hier bekommt Ihr einen kleinen Einblick (diese Szene lässt einemauch erahnen, warum das Stück eben keine Komödie sondern ein Drama ist...).