Mittwoch, 2. Dezember 2015

Meine Reise zur Schweizer Garde 2.Teil...

Weil der erste Teil meines Berichtes über die Schweizer Garde so gut angekommen ist, will ich heute den zweiten Artikel mit Euch teilen. Wie ich bereits hier geschrieben habe, war es für mich eine sehr schöne und interessante Erfahrung die Garde zu besuchen. Wann hat man sonst im Leben die Möglichkeit eine solche Reise zu machen?

Der Forstwart und der Papst

Der Schweizergardist Leo Leimgruber berichtet aus seinem Alltag und über Treffen mit dem Papst und Prominenten.

«Ich würde ohne zu zögern für den Papst in eine Kugel springen», erklärt Leo Leimgruber, als er in einem gemütlichen Restaurant nahe dem Petersplatz beim Abendessen sitzt. Die italienische Küche hat es ihm angetan. «Die gemischte Antipastiplatte hier ist einfach eine Wucht.» Auch die Antwort auf die Frage, warum er für den Papst sein Leben geben würde, kommt sofort, und man merkt, dass er sich schon oft Gedanken darüber gemacht hat. «Ich bin hier wegen meines Glaubens und weil ich überzeugt bin, dass die Arbeit des Papstes und der Kirche wichtig ist.»

Promis ganz normal
Papst Franziskus sei ein unglaublich liebenswürdiger Mensch. «Er ist zu uns Gardisten sehr offenherzig und freundlich. Immer wenn er Zeit hat, spricht er mit uns, bedankt sich für unsere Arbeit und will wissen, wie es uns geht.» Auch wenn es nun schon mehrmals zu so persönlichen Begegnungen zwischen ihm und dem Papst gekommen sei, habe er jedes Mal wieder weiche Knie. «Ich denke dann oft, dass ich doch nur ein einfacher Forstwart aus dem Fricktal bin und mir die Ehre zuteil wird, einen solchen Menschen persönlich kennenzulernen.» Mit der Nähe zum Papst geht auch die Nähe zu zahlreichen Prominenten einher. «In der kurzen Zeit hier in Rom durfte ich schon viele Staatsoberhäupter, Könige, Adlige und berühmte Leute aus der Unterhaltungsbranche kennenlernen.» Manchmal sei es erstaunlich, wie normal diese in Gegenwart des Papstes wirken würden. «Letzthin lief ich an Angelina Jolie vorbei und habe erst viel später realisiert, wer das überhaupt war», stellt der Gardist lachend fest und unterhält sich dann auch italienisch mit dem Wirt. «Italienischunterricht ist ein fester Bestandteil des Dienstes in der Garde.» Gardisten sind in Rom offenbar gern gesehene Gäste. Nach dem Essen stellt der Wirt eine grosse, gekühlte Flasche Limoncello auf den Tisch. Auf der Etikette des Zitronenlikörs ist ein Schweizergardist im Profil abgebildet. Wenn die Zeit in Rom vorbei sei, hätte er gerne so eine Flasche, und er würde gerne zu Fuss nach Hause marschieren, damit er genügend Zeit hätte, seine Eindrücke zu verarbeiten, sinniert Leimgruber.

Alleine im Petersdom
Nach dem Essen geht es für Leimgruber über den Petersplatz zurück in die Kaserne der Gardisten. «Wenn der Dom oder die Sixtinische Kapelle so voller Menschen sind, dann ist das für mich nichts mehr Besonderes. Wenn ich aber im Dienst bin, weil beispielsweise eine spezielle Gruppe zu einer Privatführung kommt und ich auf einmal ganz alleine dort stehe und die Grösse des Doms oder die letzten Gemälde Michelangelos bewundere, dann sind das schon ganz spezielle Momente. Wie viele Menschen haben sonst schon die Gelegenheit, so etwas zu erleben.» Dass der 22-Jährige ein stolzer Gardist ist, merkt man auch, wenn man ihm in die Waffenkammer der Garde folgt. Dort werden Waffen aus verschiedenen Epochen und die Harnische der Schweizergarde aufbewahrt. Einmal hat er «seinen» Harnisch bereits getragen. Bei der Vereidigung am 6. Mai. Die Gardisten tragen sie auch an Weihnachten und Ostern. «Die Harnische werden in Österreich von Hand hergestellt. Einer kostet etwa 5000 Franken. Sie werden der Garde von Gönnern gespendet.»

Für den Besuch eines Prinzen am nächsten Tag muss aber die dreifarbige Uniform mit Federhelm und Hellebarde ohne Harnisch reichen. Stramm stehen die jungen Männer beim Appell im Hof und halten der Musterung ihres Vorgesetzten stand. Alle haben sie zuvor bereits den Dienst beim Schweizer Militär absolviert. Bevor Gardist Leimgruber aus dem Kasernenhof der Schweizergarde, an dessen Wänden die Wappen aller Schweizer Kantone hängen, zum Dienst schreitet, verrät er noch, dass er die Schweiz und besonders seine Familie manchmal trotz all der guten Erfahrungen etwas vermisst. «Als ich nach acht Monaten zum ersten Mal nach  Hause durfte, habe ich mich riesig über eine Schüssel Älplermagronen gefreut. Wenn die Zeit hier vorbei ist, werde ich Italien und die Garde mit Sicherheit vermissen und bestimmt noch meinen Enkeln davon berichten.»
So, das wars mit den Berichten über die Garde. Da der Signore und ich schon in wenigen Tagen wieder in Rom sein werden, gibt es wohl schon bald neue Geschichten aus der ewigen Stadt. Ihr glaubt gar nicht, wie sehr ich mich auf die Reise nach Italien freue…

Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Kommentare:

  1. Geniesst eure nächste Reise... Ich freue mich dann schon mal auf die Bilder 😉

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    1. Danke, das tun wird. Habe schon fleissig fotografiert!

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  2. Danke für das lebhafte Bild der Gardisten. Es muss einfach etwas besonderes sein!
    Schöne Reise! Ich freue mich auf deine Mitbringsel ;)
    Herzlichst
    yase

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    1. Liebe Yase,
      bisher haben sich viele Mitbringsel in mein Herz und sogar für meine lieben Leserinnen und Leser in meinem Koffer geschlichen. Ihr dürft also gespannt sein;)
      Herzlichst, Signora Pinella

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  3. Danke für den tollen Einblick in das Leben der Gardisten.Es ist sicher eine brägende Zeit die Herr Leimgruber erlebt. Ich wünsche euch eine schöne Zeit in Rom...
    Herzliche Grüsse Eveline

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    1. Danke liebe Eveline für Deine lieben Worte! Ja, es war wirklich beeindruckend, sie Arbeit der Gardisten so von Nahmen zu sehen.
      Herzlichst, Signora Pinella

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  4. Liebe Signora Pinella,
    danke für die schönen Bilder! Danke auch für die lieben Kommentare auf meinem Blog, ich habe mich sehr gefreut und werde nun öfters bei dir vorbeischau`n!
    Alles Liebe
    Karen

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    1. Bitte gern geschehen liebe Karen!
      Das freut mich und ich werde auch gerne wieder bei Dir vorbeischauen!
      Herzlichst, Signora Pinella

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  5. Hallo
    Grad eben habe ich den 1. und 2. Teil über die Schweizer Garde gelesen und musste Schmunzeln. Leo ist ein Neffe von mir. Ich weiss genau wovon du schreibst und kann deine Eindrücke absolut nachvollziehen, waren wir doch auch bereits zweimal in Rom und durften auch ganz Nahe beim Geschehen sein. Unheimlich eindrücklich.
    Liebe Grüsse
    Ida

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