Sonntag, 15. November 2015

Warum wir jeden Tag beten und festlich tafeln sollten…

Es ist einmal wieder Zeit, etwas zum Thema Tafelfreuden zu machen (ich habe Euch hier bereits erklärt, um was es geht und hier findet Ihr einen weiteren Post dazu). Eigentlich war mir gestern so gar nicht nach Tafelfreuden. Es hatte sich aber Besuch angekündigt und so entschied ich mich, anstatt Trübsal zu blasen, den Tisch richtig festlich herzurichten.
Ich war müde von der Woche und von der Arbeit und mich machten die Meldungen aus Paris traurig und betrübt. Und obwohl ich hier einmal geschrieben habe, dass mein Blog eine Oase im Alltag sein soll, möchte ich kurz etwas dazu sagen. Ich tue mich manchmal schwer damit, dass auf den sozialen Netzwerken immer vor allem dann aufgeschrien wird, wenn in einem westlichen Land etwas passiert. Noch weniger verstehe ich aber, warum plötzlich alle genau dann zum Beten aufrufen. 

Hätte unsere Welt nicht jeden Tag Gebete nötig und zwar für alle grossen und auch die vielen kleinen Dinge, die jeden Einzelnen von uns beschäftigen und plagen? Ich bin damit aufgewachsen, dass man jeden Tag betet, um Vergebung für die eigenen Verfehlungen bittet, für die Sorgen und Nöte seiner Mitmenschen Fürbitte tut und jeden Tag für alles Gute Danke sagt. Ich sehe nicht ein, warum erst etwas Schlimmes passieren muss, damit wir uns darauf zurück besinnen. In meinen Augen ist alles, was Ordentlich, Vollkommen, voller Liebe und Wunderschön ist göttlich. Aber auch geklärte Beziehungen, die uns inspirieren, gesunde Familien und Ehen und Menschen, die für das was sie tun brennen und etwas zum Positiven verändern wollen, sind es. Und dafür will ich jeden Tag einstehen. Das einfach als kurzer Input dazu und weil ich Euch ermutigen möchte, das nie zu vergessen. „Im Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland“, schrieb einer meiner liebsten Autoren Jeremias Gotthelf einmal. Und weil Friede und Liebe bei jedem Einzelnen beginnt, habe ich mir gestern besonders viel Mühe gegeben, es unseren Gästen gemütlich zu machen.

Einmal mehr habe ich die Leinentischtücher von meiner liebsten Oma und ihr Geschirr hervorgeholt. Dazu habe ich drei Gestecke aus Hortensien, Rosen und Disteln gemacht und mit Zieräpfeln ergänzt. Ich wollte das Ganze noch herbstlich halten und nicht schon zu sehr in Richtung Weihnachten gehen. Die Servietten waren dann aber doch schon aus der Weihnachtskollektion von H&M-Home. Ich fand den Schriftzug aber so schön und deshalb haben sie es trotzdem auf den Tisch geschafft. Da der Hauptgang nicht so spektakulär war, möchte ich dazu nicht zu viel sagen. Es gab mit Granatapfelkernen und Kapuzinerblüten (die letzten, die es auf unserem Balkon gab) garnierten Salat und Lasagne. 

Auch der Apéro war simpel und eher herbstlich gehalten. Ich habe meinen heissgeliebten Justistaler-Käse (darüber habe ich hier geschrieben) zusammen mit süssen Trauben, weissem Glühwein (das Rezept dazu gibt es hier) und hausgemachten Salzstangen serviert. Und weil die Salzstangen so lecker und einfach zum Zubereiten sind, hier noch das Rezept dazu.

Zubereitung: Die Hefe im Wasser auflösen und zusammen mit dem Salz und dem Mehl verrühren. Das Öl etwas später dazu geben, da die Hefe sich sonst an die Ölteile bindet und nicht gut aufgeht. Den Teig mindestens eine Stunde zugedeckt ruhen lassen und danach von Hand zu langen, dünnen Stangen ausdrehen. Die Stangen auf ein Blech geben, noch etwas mit Olivenöl bestreichen und mit Kräutersalz oder Käse oder gemahlenem Knoblauch bestreuen und für ungefähr 10 Minuten auf 180 Grad backen bis sie goldbraun sind.

Zutaten:  500g Weissmehl (noch besser ist Pizzamehl mit dem Stärkegrad 00), 1 El Salz, 1 Pack Trockenhefe, 3dl Wasser, 1TL Salz, 2 EL Olivenöl und etwas Kräutersalz.
Die Stangen waren übrigens innert kürzester Zeit gegessen. Es blieben etwa noch drei Stück übrig, die sich der liebe Signore dann klammheimlich noch vor dem Zubettgehen geschnappt hat;)

Ich hoffe, dass Ihr einen schönen Sonntag habt und jeden Tag ein bisschen Zeit der Stille für Euch selber und zum gemütlichen Beisammensein mit Euren Lieben findet!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Kommentare:

  1. Hallo, du Liebe!
    Ich finde es sehr gut, was du zum Beten schreibst! Ich bin auch mit Gebet aufgewachsen und führe es in meiner eigenen Familie weiter. Bei jedem Essen danken wir und wenn wir aus den Hause gehen, bitten wir um Bewahrung. Auch vor dem Schlafengehen beten wir. Ach, es gibt so viel Grund zum Danken, aber auch zum Bitten. Und da ist es doch schön, wenn wir eine Beziehung zu Gott und seinem Sohn Jesus Christus haben und täglich mit ihnen in Verbindung stehen.
    Danke für deine Worte und deinen schönen inspirierenden Blog!
    Liebe Grüße,
    Doro

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    1. Liebe Doro,
      vielen Dank für Deinen lieben Kommentar. Was wäre das Leben ohne Hoffnung? Ich seh das auch wie Du!
      Herzlichst, Signora Pinella

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  2. Ein wunderbarer Post... durch und durch...! Du verstehst es dein Zuhause mit viel Liebe auszufüllen. Dies spürt man immer, wenn man bei euch zu Besuch ist. Herzliche Sonntagsgrüsse, Sonja

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    1. Grazie Cara Sonja!
      Wäre schön, wenn Ihr uns bald wieder besuchen würdet!

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  3. Ich bin immer wieder so gerührt, wenn ich hier bei dir sein darf, meine liebe Signora. Es ist etwas Besonderes in deinen Botschaften, etwas, was wirklich zu mir spricht.
    Ich möchte dir einfach herzlich danken, für deine Wahrhaftigkeit und deinen Mut, für deine wundervolle Liebesfähigkeit, die du uns vermittelst und all das Gute, das du sendest,
    liebe Grüße,
    Angelika

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    1. Vielen Dank für Deine lieben Worte, Angelika!
      Ich schreib einfach, was mir durch den Kopf und das Herz geht und es freut mich, wenn ich andere Menschen damit ermutigen und erfreuen kann!
      Herzlichst, Signora Pinella

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  4. Oh ja da stimme ich dir von ganzem Herzen zu.

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  5. In Beziehung mit Gott zu leben, ist ein Geschenk....
    Danke für deinen ermutigenden Post. Ich war das ganze WE an einem Kongress für Jugendleiter. Und mich trifft die Nachricht wie ein Schlag
    Herzlichst
    yase

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    1. Ich hoffe, dass der Kongress gut war liebe Yase!
      Es ist schön, wie Du Dich in junge Menschen investierst!
      Herzlichst, Signora Pinella

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  6. Hallo Du Liebe,
    das hast Du alles ganz toll in Wort gefasst, da gibt es nichts hinzuzufügen. Dein Tisch ist wunderbar, mit ganz viel Liebe gedeckt und die Gäste haben sich bestimmt sehr wohl gefühlt. Ich bekomme am Freitag auch Besuch und freu' mich schon darauf.
    LG und einen schönen Abend
    Manu

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    1. Liebe Manu,
      ich hoffe, dass Du eine schöne Zeit hattest mir Deinen Gästen?
      Ja, ich mag Gemeinschaft mit Menschen wirklich sehr!
      Herzlichst, Signora Pinella

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  7. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  8. Starke Worte voller Wahrheit! Gott belächelt man, auf seine Führung verzichtet man... seine Existenz leugnet man... und dann wird im grossen Stil in "sozialen" Medien zum Gebet aufgerufen??? Wenn den Worten doch nur auch Taten folgen würden... ja... "Im Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland!" Das nehme ich mir in diese Woche mit. Danke dir und wünsche dir von Herzen eine gesegnete Woche.

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    1. Danke liebe Melanie! Ich glaube, da haben wir das Heu ziemlich auch der gleichen Bühne.
      Ich hoffe, dass Deine Adventsausstellung ein Erfolg war. Weil ich im Endspurt bin mit meinem Magazin, konnte ich leider nicht dabei sein.
      Herzlichst, Signora Pinella

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  9. Ein schöner Post! Du hast die richtigen Worte gefunden, dafür danke ich Dir. Als gläubiger Mensch sehe ich es ähnlich, allerdings verstehe ich auch, dass Menschen oftmals erst in ihrer Hilflosigkeit nach einem schlimmen Ereignissen Worte an Gott richten. Unsere westliche Gesellschaft ist so stark säkularisiert, da dies nicht wundert. Aber jedes Gebet hilft, wenngleich den Gebeten auch Taten folgen müssen.

    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. Ja, das stimm liebe Nicole. Ich denke halt einfach, dass es uns allen gut tun würde, jeden Tag still zu werden und uns zu besinnen. Und ja, auf Gebete sollten Taten folgen, da stimme ich Dir vollkommen zu!
      Herzlichst, Signora Pinella

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  10. Liebe Therese
    Wie recht du hast. Ich mag den Spruch besonders gerne: "Wir selbst müssen die Veränderung sein, die wir von der Welt wünschen." (Ich weiss nicht mehr ganz genau wie er geht. Aber so in dem Sinne.)
    Deine Tafel ist toll gedeckt und ich weiss ja, dass du eine wunderbare Gastgeberin bist. Sicher haben sich deine Gäste sehr wohl gefühlt bei dir.
    Bis schon ganz gly. Ich freue ich dich wieder zu sehen.
    Liebs Grüessli
    Gabriela

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    1. Danke liebe Gabriela! Wenn ich Mütter wie Dich sehe, glaube ich fest, dass ihre Kinder Veränderung in die Welt hinaus tragen werden!
      Herzlichst, Signora Pinella

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