Mittwoch, 28. Oktober 2015

Goldener Herbst und die beste, heisse Schokolade...

John Lennon sagte einmal: „Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“ Mir ergeht das im Moment extrem so. Oder besser gesagt habe ich das Gefühl, dass mein Leben im Moment einfach macht was es will. Deshalb sind mir kleine Auszeiten und Inseln im Alltag so wichtig. Letzte Woche habe ich gleich zwei davon gefunden, von denen ich Euch berichten will und die vielleicht auch Euch etwas inspirieren werden.
Wegen Heimweh und weil ich endlich einmal wieder die liebe Sonja von www.tafelfreudebysonja.blogspot.ch sehen wollte, zog es mich zurück in meine Heimat ins Berner Oberland. Wir verbrachten einen wundervollen Nachmittag im Park. Wir hörten dem Rascheln der Herbstblätter unter unseren Füssen zu, liessen uns von der Sonne bescheinen und kamen aus dem Erzählen und Diskutieren gar nicht mehr raus. Als ich heimging, fühlte ich mich voller Wärme und Inspiration. Dazu kommt, dass die liebe Sonja mich immer dazu animiert, mich weiblich anzuziehen und mich an Schminke, Kleidern und Accessoires zu freuen. Einfach auch, weil sie das selber gerne tut und einen hervorragenden Geschmack hat. Ich habe also extra für dieses Treffen die Nägel mit meinem geliebten roten Chanel „Suspicous“-Lack bemalt und meine neue "Liebeskind" Tasche ausgeführt. Ich bin begeistert von deren weichem Leder und den mattgoldenen Details.

Mein zweiter Glücksgriff dieser Woche war ein Besuch in der Confiserie Honold in Zürich. Ich war in der Stadt beim Einkaufen, hatte zu wenig gefrühstückt und wusste einfach, dass ich etwas essen muss. So verschlug es mich am Rennweg 53 (direkt neben dem neuen Zara, wo ich eigentlich hin wollte) in diese wundervolle Confiserie und ich trank die beste heisse Schokolade seit einem Jahr (über die andere beste, heisse Schokolade habe ich hier berichtet). Eigentlich habe ich es nicht so mit dem Süssen. Aber heisse Schokolade ist für mich Medizin. Ich habe mich dann sogleich mit einem Vorrat an Schokoladenpulver für Zuhause eingedeckt und geniesse nun fast täglich eine Tasse davon. Mehr Informationen über Honold gibt es hier: www.honold.ch Die Confiserie wurde übrigens 1905 gegründet und feiert dieses Jahr also schon ihr 110-jähriges Bestehen.
Mir hat es so gut getan, den Herbst zu zelebrieren. Ich kann Euch nur empfehlen es mir gleich zu tun, mit einem lieben Menschen nach Draussen zu gehen, zu reden, die Sonne zu geniessen und heisse Schokolade zu trinken;)

Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Lovefood aus fünf Ps...

Wäre der Signore ein Gericht, dann wäre er „Penne Cinque P“. Abgesehen davon, dass es seine Leibspeise ist, verbinden ihn und die Cinque-P-Pastasauce ein paar grundlegende Eigenschaften: Sie sind beide unglaublich unkompliziert, sehen gut aus und jeder mag sie. Ja, das ist meine Variante einer kulinarischen Liebeserklärung gewesen. Ich habe bereits hier darüber geschrieben, dass „Penne Cinque P“ unser erstes Essen war, das wir zusammen gekocht haben, und dass es somit quasi der kulinarische Ursprung unserer Beziehung – also so etwas in Richtung Soul- beziehungsweise Lovefood – ist. Und weil viele von Euch wissen wollten, wie denn „Penne Cinque P“ im Hause Pinella zubereitet werden, habe ich heute das Rezept für Euch. 
Die Bilder von der Pasta habe ich nochmal mit wundervollen Bildern von Florenz von der lieben Kathrin von www.kuisine.ch ergänzt (den ersten Teil gibt es hier zu sehen). Denn wenn wir schon bei Penne sind, gehört ja fast zwingend noch etwas typisch Italienisches dazu. Schliesslich sind unsere Herzen immer noch in Firenze am heisse Schokolade trinken (warum erfährt Ihr hier) oder am Gardasee am Baden (darüber habe ich hier berichtet) oder in Napoli am süsse Tomaten essen (dazu gibt es hier und hier mehr) oder mit Audrey Hepburn in Rom (mehr dazu hier) oder mit James Bond in Talamone (den Post dazu gibt’s hier) oder ganz einfach am Weintrinken im wundervollen Chianti (hier findet Ihr mehr Infos über ein unglaublich schönes Weingut).

Schon komisch, dass ich mich so schwer tat mit dem Umzug nach Italien und dass ich dieses Land nun so vermisse… Ihr kennt ja mein Problem mit der Nostalgia;) Das hängt wohl auch damit zusammen, dass mein neuer Wohnort für mich nicht unbedingt Heimat bedeutet. Ich bin gespannt, ob sich dieses Gefühl einmal noch einstellen wird. Komischerweise fühlte ich mich in Italien als Schweizerin mehr willkommen, als hier in der Schweiz, wo ich von einer Region in eine andere gezogen bin. Wir sind schon ein spezielles Völkchen…

Anderseits bin ich jeden Tag aufs Neue dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte in Italien zu leben. Denn ich hatte nie zuvor die Gelegenheit soweit über den Tellerrand zu blicken. Das Wichtigste das ich dabei gelernt habe ist, dass es nichts Schöneres und Wichtigeres gibt, als Menschen an einem Tisch zu versammeln. In Florenz hatten wir so viele Gäste aus aller Welt. Und auch wenn sie unterschiedlicher nicht sein könnten, haben sich alle über das Zusammensein und ein warmes Essen in Gemeinschaft gefreut. Mit offenem Herzen durch die Welt zu gehen, wurde mir dort unglaublich wichtig. Und es muss auch nicht immer ein opulentes Essen sein. Manchmal reicht schon ein Teller Penne. 

Daher hier das Rezept für Euch:
Zutaten für „Penne Cinque P“ für zwei Personen: 300 Gramm Penne, 300 Gramm Tomaten, 1 Bund Petersilie, geriebener Parmesan, 2 dl Rahm, Pfeffer (ich habe wilden Pfeffer verwendet - über das Thema Pfeffer hab ich hier geschrieben), Olivenöl und Salz.

Zubereitung: Die Penne al dente kochen. Derweilen die Tomaten schneiden, leicht im Olivenöl andünsten, mit Wasser ablöschen, weiter köcheln lassen und salzen. Wenn die Tomaten richtig schön verkocht sind, den Rahm, frisch gemahlenen Pfeffer, die klein geschnittene Petersilie und etwa drei Esslöffel geriebenen Parmesan dazu geben. Das Ganze nochmal aufkochen. Die Sauce nach Bedarf etwas salzen,  mit der Pasta vermischen, nochmal etwas Parmesan darüber streuen und servieren.

Es kann sein, dass Ihr je nach Tomatensorte das Rezept nochmal etwas anpassen müsst. Ich messe die Zutaten nie so genau ab und koche nach Gefühl. Auch das gehört für mich halt eben irgendwie dazu;)
Den Namen hat das Rezept übrigens von den fünf P’s, die in der Sauce verwendet werden: Pomodori, Peppe, Prezzemolo, Panna und Parmigiano…

Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Samstag, 17. Oktober 2015

Ein Kleid für eine Prinzessin...

Die wunderschönste Prinzessin, die eigentlich gar keine ist, ist für mich seit jeher das Aschenbrödel aus dem Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. So kam es mir ganz gelegen, dass sich meine kleine Nichte und Patenkind ein Prinzessinenkleid mit dazu passender Party zum Geburtstag wünschte. Ich erhielt einmal wieder die Gelegenheit meine Nähmaschine hervor zu holen und ihr ein Aschenbrödelkleid zu schneidern. Über die Kleine habe ich hier schon einmal berichtet.
Bei meiner Version des rosa Ballkleides habe ich darauf geachtet, dass es dem Original nahe kommt, aber trotzdem ein Kleid für ein Mädchen bleibt. Ich habe daher auch nicht den schweren Brokatstoff, sondern leichteres, zarteres Material aus Satin und Baumwolle verwendet. Eine besondere Herausforderung war es den Phoenix auf die Schleppe und den Vogel auf  das Band um den Bauch zu malen. Auch hier habe ich mir einige künstlerische Freiheiten gelassen.

Das Kleid ist extrem einfach geschnitten. Dadurch, dass der Halsausschnitt etwas weiter ist und das Kleid durch das Band um den Bauch, welches im Rücken gebunden wird, seine Form erhält, musste ich keinen Reissverschluss einnähen, was mir viel Mühe erspart hat. Im Prinzip braucht Ihr für ein solches Kleid nicht einmal ein Schnittmuster. Orientiert Euch einfach an einem Kleid, welches dem Kind passt und tragt dort die Grösse ab.

Für die Zeichnungen auf dem Band und der Schleppe habe ich Stoffmalfarben verwendet. Schliesslich soll die Kleine im Kleid spielen können und da wird es halt vielleicht auch mal schmutzig und muss gewaschen werden.

Wisst Ihr, warum meinem Patenkind und mir das Aschenbrödel wohl auch so gefällt? Sie ist stark und gewitzt und nimmt trotz allen Widrigkeiten ihr Leben selber in die Hand. Sie lässt sich nicht hängen, putzt sich den Schmutz immer wieder ab und findet im Verlauf des Filmes immer mehr zu ihrer eigenen Stärke. Sie versinkt nicht im Selbstmitleid, sondern ist mutig und liebenswürdig zu ihren Mitmenschen und all den Tieren, die ihr begegnen. Was könnte man kleinen Mädchen besseres mitgeben, als dieses Gefühl, diese Sicherheit und ein solches Vorbild?
Ich selber musste mich gerade in letzter Zeit immer wieder neu daran erinnern und mich dazu ermahnen den Herausforderungen des Lebens mutig entgegen zu treten. Ich glaube, am Sonntag schaue ich mir den Film deshalb nochmal an. Vielleicht bequatsche ich sogar den Signore, dass er dabei hilft. Obwohl, da muss ich vermutlich sehr viel süssholzraspeln und besonders grosse Augen machen…

Ich wünsche Euch ein wundervolles Wochenende und den Mut und das Selbstvertrauen, das Ihr braucht, um Euch den Herausforderungen des Lebens zu stellen. Vergesst nicht, in jeder und jedem von uns schlummert ein Prinz oder eine Prinzessin oder noch besser ein mutiges Aschenbrödel!

Herzlichst, Eure Signora Pinella


P.S. Und für den Fall das Ihr den Film noch nicht kennt oder etwas schwelgen wollt…

Samstag, 10. Oktober 2015

Die regierende Anna und die Pavlova…

Wenn Essen poetisch ist, dann ist es gut. Das ist einer meiner strikten Grundsätze. Ich habe schon mehrmals darüber geschrieben, dass beispielsweise in Italien das Essen oft viel interessantere Namen hat, als das bei uns der Fall ist (hier und hier und hier findet Ihr spannende Beispiele dafür). Wenn also eine Süssspeise den Namen einer russischen Tänzerin trägt und herrlich opulent aussieht, dann kann sie nur gut sein. Ich spreche von der berühmten Anna Pavlova, nach der mein heutiges Rezept benannt wurde. Ich wollte schon lange selber eine Pavlova machen, habe es dann aber immer etwas versäumt. Dank meiner grossen Schwester Madame Gaianna (hier gehts zu ihrem Blog), habe ich das Projekt nun doch endlich realisiert…
Kürzlich war ich etwas knitterig, dazu noch erkältet und sehnsüchtig, weil der Signore einmal mehr nach Amerika gereist war. Also kam meine liebe, grosse Schwester zu Besuch und hat mich aufgeheitert. Schon lange hatte sie die Idee, Merengueherzen selber zu machen. Da man dazu die gleiche Masse benötigt, wie für die Pavlova, traf sich das perfekt. Wir haben also einen ganzen Tag lang gebacken und herumgewerkelt und ich habe meinen Kummer ganz schnell vergessen. Danke liebe Schwester! Hier findet Ihr den wundervollen Schokoladenkuchen von der Madame Gaianna.

Ich für meinen Teil habe mich dann eben auf die Pavlova konzentriert. Das Geniale daran ist, dass Ihr die kleinen Baiserböden vorbereiten und einige Wochen an einem trockenen, kühlen Ort aufbewahren könnt. So habt Ihr immer ein Dessert vorbereitet, wenn unerwartet Gäste vorbei kommen sollten. Ihr müsst einzig noch etwas Rahm schlagen und auf den Böden verteilen und das Ganze mit frischen Früchten oder Beeren verzieren. Ich habe beispielsweise Zwetschgen verwendet, die ich kurz etwas in Portwein gewendet habe. Meine Mama hat mir nämlich einen wahren Zwetschgen-Segen von den Bäumen meiner Eltern zukommen lassen.

Und hier noch das Rezept für die absolut geniale Merenguemasse (für 6 kleine Pavlovas oder eine grosse).

Zutaten: 125g Zucker, 50g Wasser, 80g Eiweiss, 30g Zucker

Zubereitung: 125g Zucker mit 50g Wasser zusammen kochen, bis sich der Zucker aufgelöst und 124 Grad erreicht hat. Eiweiss mit dem zweiten Teil Zucker zur Hälfte aufschlagen und dann den Zuckersirup langsam beigeben. Idealerweise wir die Masse nun kaltgeschlagen. Das heisst, dass man die Schüssel mit der Masse in eine Schüssel mit Eiswasser stellt und die Masse mit einem Schwingbesen weiterrührt, bis sie abgekühlt und fest ist. Danach wird die Meringuemasse in einen Dressiersack gegeben und in der passenden Form auf ein Blech gespritzt. Im Anschluss die Merengues im auf 100 Grad vorgeheizten Backofen während zwei Stunden trocknen lassen (damit die Feuchtigkeit entweichen kann, sollte der Ofen einen kleinen Spalt mit Hilfe einer Kelle offengehalten werden).
In unserer Familie gibt es übrigens in jeder Generation eine Anna. Die Älteste davon nennen wir jeweils die regierende Anna;) Als ich ein Kind war, lebte beispielsweise noch unsere sehr unterhaltsame und lustige Grosstante Anna aus Frankreich (sie war dahin ausgewandert) und niemand sang Mackie Messer aus Brechts Dreigroschenoper so hingebungsvoll und auch ein bisschen falsch wie sie. Ich mochte Tante Anna sehr! Irgendwie scheint es am Namen zu liegen, dass diese Menschen liebenswürdig, gesellig und lustig sind. Und nun ratet mal, wer die neue regierende Anna ist… Ich bin es nicht;)

Ich wünsche Euch ein wundervolles, zuckersüsses Wochenende!

Herzlichst, Eure Signora Pinella