Dienstag, 29. September 2015

Erinnerungen festhalten...

Kennt Ihr das auch, dass es manchmal Momente gibt, die man unbedingt festhalten möchte? Habt Ihr auch hin und wieder den Wunsch, Dinge, Erlebnisse oder Gefühle in einer Schatztruhe aufzubewahren, damit Ihr sie immer wieder hervorholen könnt? Da ich stark über das Visuelle funktioniere, habe ich mich entschieden, ein paar Erinnerungen an einer Wand in unserem Eingangsbereich festzuhalten. So sehe ich etwas Schönes, bevor ich aus dem Haus gehe und werde von lieben Erinnerungen empfangen, wenn ich zurückkomme. So einfach ist das.
Das Karussell auf den Fotos befindet sich auf der Piazza della Repubblica in Florenz. Die Bilder hat die liebe Kathrin von www.kuisine.ch gemacht, als sie den Signore und mich letzten Herbst in Florenz besucht hat. Ich habe es schon ein paar Mal erwähnt (zum Beispiel hier), dass es auf dem Kaufhaus La Rinascente an diesem Platz auf einer Dachterrasse ein Kaffee gibt. Dazu muss man sagen, dass die Preise dort völlig überrissen sind. Weil sich von dort aus ein einmalig schöner Ausblick auf die Stadt und bis an die Hügel rund um Florenz bietet, habe ich die hohen Preise gerne in Kauf genommen. Es gibt wenige Dinge, die so wundervoll sind, wie den Sonnenuntergang auf dieser Dachterrasse zu geniessen. Und komme was da wolle, will ich das noch in diesem Jahr wieder erleben. Egal, wenn ich den Signore dafür am Silvesterabend nach Florenz schleifen muss;) Leider haben wir in diesem Jahr bei der Ferienplanung wegen unseren beruflichen Verpflichtungen kläglich versagt...

Deshalb musste also umso dringender die Erinnerungswand mit all den schönen Bilder her. Dazwischen habe ich mir auch noch ein Bild von meiner verstorbenen Oma als junges Mädchen aufgehängt. Ich finde dieses Foto einfach einmalig schön. Schon nur deshalb, weil man sieht, wie viel Mühe sie sich gegeben hat auf dem Bild hübsch und ordentlich auszusehen. Das ist dann zusätzlich eine kleine Erinnerung an mich, dass ich anständig aussehe, wenn ich aus dem Haus gehe. Meine Oma hat noch beim letzten Mal, als sie ihr Haus verlassen hat und schon sehr krank war, einen Blick in den Spiegel geworfen und ihre Haare ordentlich gekämmt.

Grundsätzlich finde ich das Auswählen, Positionieren und Gruppieren von Bildern immer sehr schwierig. Bereits mein Kunstlehrer am Gymnasium hat uns immer gepredigt, dass man bei der Gestaltung auch einmal eine Fläche freilassen sollte, damit sich das Auge entspannen kann. Dasselbe höre ich bis heute, von den Grafikern und Layoutern in der Redaktion. Deshalb habe ich versucht die Bilder in unserer Wohnung etwas zu gruppieren (hier könnt Ihr ein weiteres Beispiel dafür sehen), damit noch genügend weisse Wand übrig bleibt. Bei meiner Erinnerungswand hielt ich es bei der Menge der Bilder dann doch eher nach dem Motto „klotzen statt kleckern“.

Gegen die Gemäldesammlungen, die ich in Florenz gesehen habe, ist das aber noch heilig. Einmal sassen wir spät in der Nacht noch bei einem netten, älteren Herrn bei einem letzten Absacker und ich war zu dieser späten Stunde und wegen zu viel Alkohol schon reichlich müde. Um mich wach zu halten, habe ich die Bilder in seinem Wohn und Esszimmer gezählt. Im Wohnzimmer waren es 72 Stück und im Esszimmer „nur“ 54 oder so – wegen Müdigkeit und Alkohol kann ich nicht zu hundert Prozent garantieren, dass ich wirklich alle Bilder gezählt habe. Aber Ihr könnt Euch so die Grössenordnung vorstellen. Vermutlich waren es sogar noch mehr. In Florenz ist das aber völlig normal – ich habe noch in anderen Häusern so viele Bilder gesehen. Beispielsweise in unserer Wohnung, die wir ja möbliert gemietet haben. Da waren es pro Raum aber nur so 15 Stück. Die waren dafür riesig und wurden sofort von mir abgehängt, kaum waren wir eingezogen;)
Jedenfalls habe ich nun eine Wand, die mich jeden Tag an schöne Dinge, Orte und liebe Menschen erinnert und freue mich sehr darüber!

Ich wünsche Euch, dass Ihr auch einen Weg findet, Eure Sehnsüchte und Erinnerungen festzuhalten!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Freitag, 25. September 2015

Liebe geht durch den Magen...

Als der Signore zum ersten Mal für mich kochte, bereitete er mir Hilfe von Produkten von „Old el Paso“ mit Poulet und Peperoni gefüllte Tortillas zu. In New York entdeckte ich dann eine Bar, in der es wundervolle Tacos mit Lachs und Avocado gab und ich wollte nur noch dort essen gehen. Und weil ich Euch sowieso schon lange davon berichten wollte, freute ich mich umso mehr, als ich eine Anfrage erhielt, ob ich die neuste Produktelinie von „Old el Paso“ testen möchte. Dabei handelt es sich um Soft-Taco-Kids, die mit den passenden Gewürzen geliefert werden.
Hätte ich den Signore kochen lassen, hätte ich gesagt, dass er sich streng an die Angaben auf der Packungsbeilage halten soll. Denn darin liegt die Genialität von „Old el Paso“, die Rezepte sind simpel, die Gewürze lecker und auch der liebe Signore bekommt damit in kürzester Zeit ein gutes Essen hin. Ich habe also einige der Test-Sets für den Fall aufgehoben, dass ich am Abend nach dem Arbeiten zu müde zum Kochen sein sollte und den Signore dazu verdonnern will. Vielleicht gibt es jetzt dann im Hause Pinella zwei Wochen lang jeden Abend entweder die Varianten Steak Carne Asada, Pork al Pastor, Chicken Tinga oder Baja Fish...;) Hier könnt Ihr Euch über die Produkte von Old el Paso informieren www.oldelpaso.ch

Da ich aber auch selber unbedingt ausprobieren wollte, wie sich die Tacos und die Gewürze verwenden lassen, habe ich mich aber erstmal selber ans Werk gemacht und weiche Tacos mit Geräucherter Forelle und hausgemachten Chips zubereitet. Und für den Fall, dass Ihr Euch fragen solltet, was die Artischocken auf den Bildern zu suchen haben: Nein, ich habe für das Rezept keine Artischocken verwendet. Sie waren aber das einzige Gewächs im Hause Pinella, das annähernd ein bisschen an Kakteen erinnert – schliesslich sind sie immerhin ein Distel-Gewächs – und ich dachte, dass sie hübsch aussehen würden auf den Bildern.

Und hier nun die Anleitung für meine Eigenkreation für weiche Tacos von Old el Paso.

Zutaten für zwei Personen:
Tacos von Old el Paso, 1 Avocado, 1/2 Limette, Guacamolegewürz von Old el Paso, 50 Gramm Parmesankäse, 100 Gramm geräuchertes Forellen-Filet, ein Strauss Brunnenkresse, 2 hartkochende Kartoffel, schwarzes alaea Meersalz

Zubereitung:
Zuerst die Kartoffeln gut waschen und mit der Schale in ganz dünne Scheiben schneiden und trocken tupfen. Den Boden einer Bratpfanne etwa zwei Zentimeter hoch mit Olivenöl bedecken und dieses auf 100 Grad erhitzen (die Hitze sollte immer wieder mit dem Thermometer geprüft werden).
Die Kartoffeln gestaffelt in der Pfanne frittieren (wenn man die Scheiben wendet, werden sie gleichmässiger knusprig), herausholen und auf einem Haushaltpapier abtropfen lassen. Wenn alle Kartoffeln gebraten sind, werden sie mit frisch gemahlenem schwarzen alaea Salz (mehr dazu habe ich hier geschrieben) gewürzt.

Die Tacos ebenfalls kurz in einer Pfanne anbraten oder im Backofen erwärmen. Avocado mit einer Gabel zerdrücken, mit dem Saft einer halben Limette beträufeln und mit dem Guacamolegewürz von „Old el Paso“ verfeinern. Die warmen Tacos aus dem Ofen holen und mit der Brunnkresse, der Cuacamole, dem Forellen-Filet, das zuvor etwas verkleinert wurde, und ein paar groben Stückchen Parmesan Käse füllen. Die Tacos zusammen mit den Chips auf einem Teller anrichten und wenn möglich noch warm servieren.

Als der Signore die Tacos probierte, nuschelte er mit vollem Mund etwas von lecker und Urban-Food und kosmopolitischer Küche und so weiter… Ich wollte das eigentlich gar nicht hören. Denn normalerweise koche ich sehr bodenständig, saisonal und vor allem regional. Trotzdem liebe ich es aber ab und zu Dinge zusammen zu bringen, die nicht unbedingt zusammen gehören und dann treffen halt mexikanische Tacos auf Forelle aus der Schweiz und Käse aus Italien und säuerliche Brunnenkresse und leicht scharfe Avocadosauce und Kartoffeln mit Salz aus Hawaii. Internationaler geht es also kaum. Wenn also schon weltoffen, dann ziehe ich es auch voll und ganz durch. Dafür gibt es für den Rest der Woche dann Zucchetti aus dem Garten meiner Mama und Zwetschgen aus dem Garten meiner Oma;)
Übrigens: als ich den Signore zum ersten Mal bekocht habe, gab es ganz einfach hausgemachtes Brot mit Mehl aus unserer Dorfmühle und dazu Kürbissuppe mit einem Kürbis aus dem Garten meiner Mama. Und aus unserem ersten gemeinsamen Kochversuch entstanden Penne Cinque Pi. Wir hätten es wohl nicht geglaubt, wenn uns damals schon jemand gesagt hätte, dass wir einmal zusammen für ein Jahr in das Land der Pasta ziehen würden. Penne Cinque Pi ist bis heute übrigens das Lieblingsessen vom Signore… Oft frage ich, was er sich denn zum Essen wünschen würde und zähle die ganze Bandbreite von Rindsbraten bis Sushi auf. Die Antwort ist aber jedes Mal: Ich will Penne Cinque Pi;)

Welche Gerichte lassen Euer Herz höher schlagen?

Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag – voller Penne Cinque Pi würde jetzt der Signore noch anmerken;) Und einen guten Start ins Wochenende!


Herzlichst, Eure Signora Pinella

Mittwoch, 23. September 2015

La Signora besucht „Bella Casa“…

Wenn ein Laden den klangvollen Namen „Bella Casa“ trägt, dann kann er nur wundervoll sein. Diese Annahme bestätigte sich mir aufs Schönste und Beste, als ich kürzlich die liebe Melanie in Niederlenz in ihrem Geschäft besucht habe, das sie im letzten Mai eröffnet hat. Schon lange wollte ich in ihrem Reich vorbei schauen, als ich dann auch noch eine wundervolle Bloomingville Tasse gewonnen und die schönste goldene Lampe in ihrem Shop entdeckt hatte, war klar, dass spätestens jetzt die Zeit gekommen war.
Wer Melanies Blog www.casa-del-cuore.blogspot.ch und ihren Onlineshop www.bella-casa.ch kennt, der kann bereits erahnen, dass auch ihr Laden ein Reich voller wundervoller Dinge sein muss. Und so ist es. Es sind aber nicht nur die schönen Sachen, sondern in erster Linie ist es vor allem die liebe Melanie selber, die den Besuch im „Bella Casa“ unvergesslich machen. Sie empfängt einem herzlich, hat für alle liebe Worte und einen Kaffee bereit und gibt einem einfach sofort das Gefühl willkommen zu sein. 

So hatten wir einen unglaublich unterhaltsamen Kaffee bzw. Teeklatsch (mit Tee aus dem Sortiment von Melanie, der soooooo unglaublich lecker schmeckt) und es kam mir vor, als würde ich sie schon ewig kennen.
Was mir an Melanie ihrem Laden so besonders gefällt, ist die gelungene Mischung zwischen Verspieltem und klarem Design. Sie hat viele Artikel meiner geliebten nordischen Designer und gleichzeitig gibt es viele Pastelltöne und hübsche, kleine Trouvaillen. Da Melanie selber Mama ist und weiss, was den lieben Kleinen gefällt, kommen auch sie nicht zu kurz.

Ich bewundere Melanie dafür, dass sie  es gewagt hat, sich zuerst mit dem Online Shop und jetzt auch noch mit dem Laden einen Traum zu erfüllen. Der Schritt in die Selbständigkeit braucht immer Mut. Melanie schreibt auf ihrer Internetseite: „Wenn Du meine Leidenschaft für schönes Design teilst, freue ich mich, Dir mit meiner Produktauswahl ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.“ Und das gelingt ihr auf jeden Fall immer und immer wieder und sicher nicht nur bei mir!
Ich kann Euch nur ans Herz legen, unbedingt einmal bei Melanie im Laden in Niederlenz oder zumindest in ihrem Online-Shop oder auf ihrem wundervollen Blog vorbei zu schauen!
Herzlichst, Eure Signora Pinella

Sonntag, 20. September 2015

So lieb wie das Salz...

Während ich nun diese zwei Posts hier und hier dem Pfeffer und den Gewürzen im Allgemeinen gewidmet habe, möchte ich heute noch etwas zum Thema Salz schreiben. Salz wird häufig absolut zu Unrecht verteufelt. Wie wertvoll Salz ist, zeigt das Märchen von der Königstochter, die ihrem Vater sagte, dass sie ihn so lieb wie das Salz habe. Dieser wurde daraufhin schrecklich wütend und wollte sie töten lassen. Die ganze Geschichte und wie er dann doch noch zur Einsicht kam, könnt Ihr hier nachlesen.
Als ich mit der lieben Nicole vom Blog www.zumfressngern.ch den Gewürzladen www.lacucina.ch besucht habe, wurde mir einmal mehr bewusst, wie viele wundervolle Salzsorten es gibt und wie gut sich diese in einem Gericht machen. Ein wundervolles Rezept für Kürbisravioli mit Orangensalz findet Ihr hier auf dem Blog von Nicole. Hier und hier findet Ihr die beiden anderen Gerichte, die wir zusammen an einem sehr lustigen und unterhaltsamen Kochmorgen gezaubert haben.

Für mich ist das persische Blausalz, das auch Königssalz genannt wird, die Krönung der Salze. Seine bläuliche Farbe erhält es durch das Mineral Sylvin (Kaliumchlorid). Wegen der bläulichen Färbung besticht es vor allem optisch. Geschmacklich ist es schlicht salzig. Aber sicher viel zu schade um einfach zum Salzen des Spaghetti-Wassers zu verwenden. Wenn man den schon Salz auf den Tisch stellt, dann sollte es unbedingt persisches Blausalz sein.
Ich bin eine grosse Anhängerin von Salzen, welche mit weiteren Gewürzen ergänzt wurden (ich habe hier bereits darüber geschrieben). Deshalb hat es mir das Orangensalz von La Cucina auch so angetan. Es besteht aus 70 Prozent Meersalz, das mit 15 Prozent Bio-Orangenschalen und etwas Koriander und Peperoncini ergänzt wurde. Frisch gemahlen schmeckt es nicht nur einmalig – so wie eben auf den Kürbisravioli – sondern macht auch optisch viel her.

Sehr besonders sind auch das schwarze und das rote alaea Meersalz. Während das rote Salz seine Farbe durch die rote Alaea Tonerde, welche reich an Eisenoxiden ist, erhält, wir das schwarze Salz mit Aktivkohle veredelt und wir deshalb schwarz.

Das rote alaea Salz ist eher mild im Geschmack und passt daher auch sehr gut zu Gerichten mit rohem Fleisch. Das schwarze Salz hat einen mild, nussigen Geschmack und eignet sich gut zum Würzen von Meersefrüchten, Muscheln, Salaten oder Grillfleisch.

Ich verwende die Salze besonders gerne zum Veredeln von Ziger oder Mozzarella. Auf dem weissen Käse kommen die Farben besonders schön zur Geltung. Aber eben auch zu Pasta passen sie gut.
Ich hoffe, dass ich Euch mit dieser Serie ein paar Inspirationen zum Thema Salzen und Würzen geben konnte. Ihr werdet sicher noch weitere Rezepte und Ideen von Nicole und mir zu lesen bekommen. Ich staune immer wieder, wie sehr es einem beflügelt, wenn man mit einem kreativen Kopf zusammen Rezepte entwickeln und kochen kann.

Ich wünsche Euch einen schönen Rest vom Sonntag und einen guten Start in die neue Woche!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Freitag, 18. September 2015

Venezianische Träume 2.Teil und eine Gewinnerin...

Auch wenn es abgedroschen ist, für mich ist Venedig eine der romantischsten Städte der Welt. Dass das so ist, verdanke ich dem Signore. Und weil es ihm gelungen ist, mir diese Stadt von ihrer absolut schönsten Seite zu zeigen, habe ich heute ein paar Tipps für den perfekten Städtetrip nach Venedig für Euch. Hier habe ich bereits einmal über Venedig geschrieben und Euch passend dazu ein wundervolles Kochbuch und ein leckeres Tiramisù-Rezept vorgestellt. Ich schreibe diesen Post jetzt, damit Ihr noch genügend Zeit für die Organisation habt. Denn wir sind seinerzeit Anfang November nach Venedig gereist und das ist vermutlich der Hauptgrund, warum mich diese Stadt so verzaubert hat. Es war noch herrlich warm, die Gassen waren aber praktisch menschenleer, die Kanäle stanken nicht, wie sie das angeblich oft im Sommer tun, man fand problemlos einen Platz im Restaurant und musste vor den Museen nicht stundenlang in der Schlange stehen.
La Sernissima – die Durchlauchtigste ist der Beiname Venedigs. Zu einer Stadt, die als Seemacht und Republik weltberühmt wurde, passt dieser Name hervorragend. Während sie heute im wahrsten Sinne des Wortes gegen ihren Untergang ankämpft – Venedig wurde auf Pfähle gebaut und sinkt immer weiter – war es früher eine Stadt, in der höchste Handwerkskunst und grosse Kultur zelebriert wurden.

Solltet Ihr nach Venedig reisen wollen, habe ich folgende Tipps und Hinweise für Euch:

- Dass der November eine gute Reisezeit ist, habe ich ja schon mal erwähnt. Es kann sein, dass Ihr Wetterpech habt, aber das kann Euch auch zu jeder anderen Jahreszeit passieren. Wir verlebten dort aber wunderbare, sonnige Herbsttage, während es in der Schweiz schon schneite. Der November bietet sich auch deshalb an, weil die Stadt dann nicht überfüllt und ruhig ist. Auch wenn ich den berühmten Carnevale im Februar liebend gerne einmal sehen würde, ist die Stadt dann wieder viel zu voll.

- Wenn Ihr aber im November hin reist, habt Ihr das Glück, dass Ihr noch die Kunstausstellung Biennale sehen könnt. Mehr Informationen dazu gibt es unter: http://www.labiennale.org/en/biennale/index.html Ich würde Euch unbedingt raten diese grosse, internationale Kunstausstellung zu besuchen.

- Venedig ist zwar weitläufig und hat viele verwinkelte Gassen, trotzdem möchte ich Euch dringend anraten ohne fixen Plan und Ziel loszuziehen und Euch treiben zu lassen. Zur Not sucht Ihr einfach wieder den Canale Grande und nehmt von dort aus ein Boot, mit dem ihr wieder nach Hause kommt. Das ist übrigens eine sehr praktische Sache. In Venedig gibt es Boote, für die man Mehrfahrtenkarten lösen kann und die wie Busse auf dem Canale Grande verkehren. Die schönsten Plätze haben der Signore und ich beim Schlendern durch die Stadt entdeckt.

- Sehr gefallen hat mir auch der Besuch im jüdischen Ghetto. In der Republik Venedig war die jüdische Bevölkerung besser geschützt, als in anderen Städten. Während des Zweiten Weltkrieges wurden dann aber praktisch alle venezianischen Juden deportiert. Einige Überlebenden kehrten zurück und erweckten das Ghetto zu neuem Leben. Es gibt jüdische Schulen, Geschäfte und wundervolle, koschere Restaurants.

- Auch der Besuch des berühmten Markusplatzes und des Dogenpalastes gehören zum Pflichtprogramm bei einer Venedig-Reise. Rund um den Markusplatz hat es einige sehr schöne, altmodische, aber leider auch heillos überteuerte Kaffees. Trotzdem ist es ein einmaliges Erlebnis, im Caffè Florian, dem ältesten Kaffee Venedigs, etwas zu trinken und das wundervolle Ambiente zu geniessen.

- Auch wenn in Venedig viel Touristen-Kitsch verkauft wird, finde ich Gegenstände oder Schmuck aus dem berühmten Murano-Glas ein schönes Mitbringsel. Seid beim Kauf einfach kritisch und sucht vielleicht eher in einer Nebengasse ab von den grossen Touristenströmen nach einem Geschäft. Solltet Ihr etwas Zeit übrig haben, ist auch ein Besuch der Manufaktur auf der Glasbläserinsel Murano eine schöne Sache.
Wenn Ihr schon nach Venedig reist, braucht Ihr natürlich unbedingt die passende Musik. Ich bin begeistert von den Aufnahmen, die der italienische Musiker Giuliano Carmignola mit dem Venice Baroque Orchestra gemacht hat. Die Musiker haben die Vier Jahreszeiten von Antonio Vivaldi auf unglaublich bezaubernde Art und Weise auf barocken Instrumenten eingespielt. Der Klang der Instrumente ist in meinen Ohren irgendwie weicher und voller. Hört Euch unbedingt einmal das Sommergewitter an. Bin gespannt, ob Euch die Musik auch so begeistert...

Ich hatte die Ehre das Orchester im Rahmen des Menuhin-Festivals in der Kirche Saanen zu hören und zu erleben. Das Konzert war einfach einmalig schön. Carmignola wurde in Treviso nahe von Venedig geboren und Vivaldi selber war ein Venezianer. Was würde also besser zu Venedig passen, als ihre Musik? 

Vivaldi soll bekanntlich die Hirnströme anregen - also einfach beim Denken helfen;) Und ich muss sagen, dass ich häufig seine Musik höre, wenn ich arbeiten muss. 

Weil ich in letzter Zeit sehr viel gearbeitet habe, bin ich noch nicht dazu gekommen, Euch mitzuteilen, wer das Feigen-Parfüm und die Armbänder gewonnen hat (hier nochmal der Link zur Verlosung). Das will ich nun nachholen: Gewonnen hat die liebe Selma Hädrich. Bitte schick mir doch Deine Adresse an signorapinella@gmail.com dann bringe ich das Paket für Dich zur Post!

Vielen Dank für Eure zahlreichen und lieben Kommentare und Eure rege Teilnahme bei der Verlosung. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Die nächste Verlosung kommt bestimmt bald. Ich habe da noch einige Ideen dazu;)
Ich hoffe, dass Ihr meine Liebe zu Venedig verstehen könnt und dass Ihr vielleicht sogar Zeit findet, diese wundervolle Stadt im November zu besuchen.

Ich wünsche Euch ein schönes und erholsames Wochenende!
Herzlichst, Eure Signora Pinella

Sonntag, 13. September 2015

Warum Gewürze hochwertig sein sollten...

Wie ich bereits mehrmals erwähnt habe, sind meine Interessen ärgerlich vielfältig. Das heisst, dass ich auch überall schöne Dinge sehe, von denen ich dann das Gefühl habe, dass ich sie irgendwie im Haushalt, zum Dekorieren oder zum Kochen verwenden könnte. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass ich über die liebe Nicole vom Blog www.zumfressngern.ch eine Einladung zum Schmökern im wundervollen Gewürz- und Tee-Laden „La Cucina“ erhielt. 
Als Bernerin, die es nach Zürich verschlagen hat, freut es mich besonders zu berichten, dass die Grundlage zu „La Cucina“ an einem Marktstand auf dem Berner Wochenmarkt gelegt wurde. Kurz eine Erklärung dazu für alle meine Leser und Leserinnen, die nicht aus der Schweiz stammen: Bern ist zwar die Hauptstadt der Schweiz, mit dem Regierungssitz usw. vor allem wirtschaftlich gesehen ist aber Zürich die heimliche Hauptstadt. Oft werden Geschäfte also zuerst in Zürich eröffnet und finden dann später ihren Weg nach Bern. Bei „La Cucina“ war es genau andersrum.

Lukas Vögeli, der Gründer von „La Cucina“, hat als ausgebildeter Koch ein gutes Händchen für Gewürze und entwickelte viele Mischungen selber. Mittlerweile arbeitet bereits die zweite Generation im Geschäft mit (mehr Informationen zur Geschichte von „La Cucina“ findet Ihr hier).

Trotz meiner Liebe zu Bern, habe ich mit Nicole dann das Geschäft in Zürich besucht. Die Fülle an Tees und Gewürzen hat mich schwer beeindruckt. Alles wurde liebevoll arrangiert und mit wunderschönen Teetassen und Gewürzmühlen ergänzt. Schliesslich isst und trinkt das Auge mit.

Gleichzeitig beeindruckte mich nicht nur die Breite, sondern auch die Tiefe des Sortiments. So haben die Kunden beispielsweise unzählige Pfeffer- und Salzsorten, aus denen sie auswählen können (mehr zum Pfeffer habe ich bereits hier geschrieben). Auch bei der Qualität werden keine Kompromisse gemacht. Die Produkte sind hochwertig und stammen aus biologischem Anbau.

Nicole und ich haben dann wirklich feine Tortellini mit einer Kräuter-Ziger-Füllung und wildem Pfeffer kreiert. Sie sind einfach ein Traum. Das Rezept dazu findet Ihr hier auf dem Blog von Nicole. Hausgemachte Pasta schmeckt um Welten besser als gekaufte und die Zubereitung ist einfacher, als man denkt. Hier habe ich bereits einmal davon berichtet und Euch das Rezept für leckere Birnen-Käse-Ravioli verraten.

Wer einmal einen Fuss in diese Welt voller betörender Düfte und Geschmäcker gesetzt hat, kann gar nicht mehr zu gewöhnlichem Gewürz zurückkehren. Und ich denke, dass das auch gut ist. Denn ein gutes Essen, aus erstklassigen Produkten und Zutaten hat hochwertige Gewürze verdient!

Auf www.lacucina.ch könnt Ihr nicht nur leckere Tees und Gewürze bestellen, sondern Ihr findet viele interessante Hintergrundinformationen zu diesem Thema.
Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. Mit Verwunderung habe ich übrigens festgestellt, dass ich den Laden von „La Cucina“ in Zürich bereits seit seiner Geburtsstunde gekannt habe. Das kam so: Der Signore wohnte vor Jahren schon einmal in Zürich. Als er dann umzog fiel mir die Aufgabe zu, den Umzug zu begleiten, da er bereits wieder arbeitete. Ich vereinbarte also einen Termin mit einem Umzugsunternehmer, der bei jedem Umzug in unserer Familie mit dabei ist, und er sagte, dass ich ihn an der Lagerstrasse 18a in Zürich treffen solle, da er dort noch Gestelle für einen Gewürzladen liefern müsse und auf dem Rückweg gleich die Möbel vom Signore mitnehmen können. Dreimal dürft Ihr raten, welcher Laden das war… Es war „La Cucina“;) Und so schliesst sich der Kreis wieder – es stimmt wohl doch, dass man sich immer mindestens zweimal im Leben begegnet. „La Cucina“ wird mich mit Sicherheit noch viel häufiger sehen…

Freitag, 11. September 2015

Herbst-Trends mit Luisa...

Mode blieb bei mir in den letzten Monaten definitiv zu Gunsten von Möbeln und Geschirr auf der Strecke. Früher hielt ich mich für einen grossen Modefan. Es gab gar eine Zeit, während der ich von einer Karriere als Modedesignerin träumte und mich fleissig im Zeichnen von Kleidern übte. Dann kamen das Leben, die Ausbildung und der Journalismus und dieser Wunsch rückte in weite Ferne. Dass ich mich immer noch sehr für dieses Thema begeistern kann, stellte ich fest, als ich letzthin von den Versandhäusern www.cornelia.ch und www.veillon.ch an einen Modeworkshop mit der Schweizer Styling-Ikone Luisa Rossi eingeladen wurde. 
Eins gleich vorneweg: Luisa Rossi ist eine unglaublich herzliche und liebenswürdige Person, die einem sofort mit ihrer Begeisterung für Mode ansteckt. Zweitens hatte ich nicht das Gefühl, dass ich gleich losrennen und eine komplett neue Garderobe kaufen muss. Vielmehr wurde mir bewusst, wie viele Schätze sich bereits in meinem Kleiderschrank befinden und nur darauf warten, dass ich sie hervorhole und mit einem passenden Tuch, einem Gürtel oder einer Brosche zu neuem Leben erwecke.

Luisa Rossi schaffte es nicht nur mir meine Liebe zu meinen „alten“ Kleidern zurück zu geben, sondern sie sprach auch über die aktuellen Herbst-Trends. Ich bin wirklich nicht der Typ, der jedem Trend hinterherläuft. Einfach auch deshalb, weil es immer wieder Trends gibt, die ich einfach nur schrecklich finde. Trotzdem will ich heute von den wichtigsten Teilen, Farben und Formen der aktuellen Herbst-Kollektionen berichten. Ob Ihr die Dinge in Eure Garderobe integrieren könnt oder wollt, bleibt ja dann Euch überlassen.

- Passend zum Herbst sind Rottöne hoch im Kurs. Das geht von knalligem Rot bis zum vielgerühmten Marsala, welches als Farbe des Jahres gefeiert wurde. Für mich habe ich bisher keinen Weg gefunden, diese durchaus spannende Mischung aus rot, violett und braun in ein Outfit zu integrieren.

- Mit den sehr intensiven Blautönen Azur und Kobaltblau komme ich da schon besser zurecht. Zusammen mit Schwarz sehen sie sehr edel aus.

- Auch zur Trendfarbe Camel passen Blautöne gut. Bisher tat ich mich mit Camel direkt unter dem Gesicht getragen etwas schwer, weil ich dachte, dass es mich unglaublich blass erscheinen lässt. Luisa Rossi meinte dazu, dass sie sich eher an den Haaren, als am Teint eines Menschen orientiere (da sich die Haarfarbe besonders bei Frauen auch immer mal wieder ändert). Sie erklärte mir, dass Camel durchaus zu mir passen würde und ich mich einfach etwas stärker schminken solle, wenn ich mich bei der Farbe unsicher fühlen sollte.

- Für die zwei nächsten Herbsttrends kann ich mich gleichermassen sehr begeistern. Dazu gehören Ponchos und Capes und breite Strickware. Kurz zur Definition von Poncho und Cape: Ein Poncho ist für mich ein Stück Stoff oder Wolle, das in der Mitte ein Loch hat, durch das man den Kopf hindurch stecken kann. Ein Cape definiert sich darüber, dass es ein Stück Tuch ist, welches nicht nur eine Öffnung für den Kopf, sondern eine offene Seite hat und das man sich dann umschlägt, während man den Poncho einfach locker über den Körper fallen lässt.

Capes haben er mir seit unserem Jahr in Florenz sehr angetan. Dort kann man wundervolle Exemplare auf Ledermarkt an der Piazza di Mercato Nuovo erstehen. Sie sind aus feiner Wolle mit Kaschmiranteil und in allen erdenklichen Farben erhältlich. Ich habe für mich ein Cape, das auf der einen Seite weiss und auf der anderen Seite grau ist, mitgenommen. Darin konnte ich mich beispielsweise bei allen Flügen auf unserer Amerika-Reise gemütlich einwickeln. Auch meinen Morgenkaffee geniesse ich jeweils eingekuschelt in dieses Cape. Wenn wir das nächste Mal nach Florenz reisen, will ich unbedingt noch mindestens ein weiteres Exemplar für mich und eines in einem Magentaton für meine Mama kaufen. Ihr würde das so gut stehen.

- Kuschelige, weite Strickware liebe ich seit jeher. Wenn sie aus hochqualitativer Wolle hergestellt wurde und gut gepflegt wird, ist es eine absolut lohnende Investition. Ich habe mir diese Woche einen kuscheligen, royalblauen Kaschmirpullover geleistet. Mein ungeschlagener Favorit ist aber die Norwegerjacke, welche ich von meiner Oma geerbt habe.
Ich hoffe, dass ich in absehbarer Zeit dazu komme, noch alle anderen „Weisheiten“ von Luisa Rossi für Euch aufzuschreiben. Sie hat so viele geniale Dinge zum Thema Mode gesagt. Ich hätte ihr noch stundenlang zuhören können.

Nun wünsche ich Euch ein wundervolles, erholsames Wochenende und freue mich, wenn ich Euch etwas inspirieren konnte!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Dienstag, 8. September 2015

La Signora im Pfefferland...

Beim Kochen neige ich dazu, leicht chaotisch und sehr impulsiv zu sein. Daher hat es mir sehr gut getan, dass ich letzthin die Ehre hatte, mit der lieben Nicole vom Blog www.zumfressngern.ch zu kochen. Sie ist gut organisiert, arbeitet nach Plan und hat ein unglaubliches Wissen, was Zutaten und Produkte betrifft. Sie hat mir auch die Gelegenheit vermittelt, dass ich im wundervollen Laden "La Cucina" (hier gehts zur Internetseite), Gewürze zum Kochen auswählen durfte. Wir einigten uns auf Auswahl von Salzen und Pfeffern und haben daraus ein paar herrliche Gerichte gezaubert.
Offenbar ist es keine schlechte Kombination, wenn Strukturiertheit auf Chaos trifft. Unser Kochmorgen war sehr produktiv und Ihr werdet in der nächsten Zeit noch einiges davon zu sehen bekommen.

Gewürze interessieren mich grundsätzlich sehr. Weil ich aber in den letzten Jahren so viel herumgetingelt bin, habe ich oft dem Sirenengesang des Gewürzregals widerstanden, weil ich wusste, dass ich dann wieder alles zügeln muss. Da wir nun hoffentlich nicht so schnell wieder umziehen, bin ich der Meinung, dass ich meine Gewürzsammlung ausbauen darf. Denn alleine wenn ich sehe, was es für eine Vielfalt an Salzen und Pfeffern gibt, komme ich gar nicht darum herum mich dem Thema intensiver zu widmen.

Dass Salz und Pfeffer in früheren Zeiten unglaublich wertvoll waren, wusste ich schon als kleines Kind. In unserem Dorf gibt es bis heute ein Bauernhaus, das „Salzhaus“ genannt wird. Meine Mutter erklärte mir, dass da früher das Salz für die Gemeinde gelagert worden sei. Aber davon erzähle ich Euch in einem anderen Post noch mehr, denn heute soll es um den Pfeffer gehen.

Als Kind konnte ich dem Pfeffer so rein gar nichts abgewinnen. Wenn meine Mama ihn über den Fruchtsalat gegeben hat, fand ich das nur schrecklich. „Das hebt den Geschmack der Früchte“, erklärte sie mir damals. Ich verstand nur Bahnhof und habe den Salat dann trotzdem gegessen, die Wirkung des Pfeffers interessierte mich herzlich wenig. Auch dass Pfeffer gleich wie Salz als Konservierungsmittel verwendet werden kann und zeitweilig mit Gold aufgewogen wurde, erfuhr ich erst Jahre später.
Nicole und ich haben verschiedene Pfeffersorten ausgewählt und zu unterschiedlichen Gerichten kombiniert. Eines davon waren unglaublich leckere Rillettes, über die wir wilden Pfeffer gemahlen haben. Das Rezept für diese leckere Vorspeise aus Felchenfilets gibt es hier

Die Pfeffer-Familie ist riesig. Denn es gehören nicht nur die "echten" Pfeffer, sondern auch eine grosse Anzahl pfefferähnlicher Pflanzen dazu. Hier haben wir für Euch eine kleine Auswahl interessanter Pfeffersorten zusammengestellt:

- Wilder Pfeffer hat eine milde Schärfe und einen einmaligen, fast schon blumigen Geschmack, der am besten zur Geltung kommt, wenn man ihn frisch gemahlen nach dem Kochen über die Gerichte gibt, so wie wir es hier bei den Rillettes gemacht haben. Er passt nicht nur zu Lamm- oder Schweinefleisch, sondern auch zu Süsspeisen mit Schokolade und Früchten.

- Der lange Pfeffer wurde angeblich von Alexander dem Grossen nach Europa gebracht. Er gehört ebenfalls zur Sorte der wilden Pfeffer und wird von Kennern anstelle von schwarzem Pfeffer verwendet. Er passt sowohl gut zu Kartoffelgerichten, wie auch zu Lamm, Ente, Schokoladendesserts, Kompotte oder Melonen. Er ist würzig und hat im Abgang eine leicht süssliche Note.

- Unter den an und für sich schon edlen Pfeffersorten, gehört der Timut Pfeffer zu den Edelsten. Er hat eine starke Zitrusnote und passt gut zu Chutneys und Currys, Fisch und Meerestieren und er macht sich mit seiner dezenten Schärfe ebenfalls gut in Süsspeisen. Timut Pfeffer sollte sparsam verwendet werden.

- Eine weitere Rarität ist der rote Kampot Pfeffer, der in Kambodscha angebaut wird und eine leichte Eukalyptus-Kirschen-Note und ein würziges, volles Aroma hat. Auch er hat es verdient, dass man ihn erst ganz am Schluss und frisch gemahlen über die Gerichte gibt.

- Der Szechuanpfeffer tanzt in der Pfeffer-Familie aus der Reihe. Er ist zwar ebenfalls ein pikant schmeckendes Gewürz, das dem schwarzen Pfeffer zwar ähnelt, aber nicht mit ihm verwandt ist. Er wird nicht nur in der japanischen Küche, sondern auch in der Medizin als Heilmittel verwendet. Er hat einen stark würzigen, fast prickelnden Geschmack, der ein leichtes Taubheitsgefühl im Mund hinterlassen kann. Besonders in der orientalischen Küche wird er oft verwendet.

- Auch der tasmanische Pfeffer, gehört nicht der Familie der Pfefferpflanzen an und wächst nur in Australien. Trotzdem schmecken seine scharfen Früchte ähnlich wie richtiger Pfeffer und machen sich mit ihrer pikanten Schärfe zum Beispiel sehr gut in jeglicher Sorte Fleischmarinaden.
Pfeffer macht sich aber nicht nur in der salzigen, sondern eben auch wie oben erwähnt in der süssen Küche gut.

Die kulinarische Reise ins Land des Pfeffers, hat meinen Horizont jedenfalls extrem erweitert. Früher wünschte man übrigens jemanden dahin wo der Pfeffer wächst, weil man damit einen unglaublich weit entfernten Ort meinte. Für mich war das als Kind übrigens immer die Stadt Winterthur (die ich mittlerweile in 20 Minuten erreiche - also wohne ich jetzt praktisch im Pfefferland;)!

Es würde mich sehr freuen, wenn ich Euch für den Pfeffer begeistern konnte. Mögt Ihr Pfeffer überhaupt und was kocht Ihr damit?

Herzlichst, Eure Signora Pinella