Freitag, 31. Juli 2015

Bettgeschichten...

Jetzt gibt es auf meinem Blog für einmal Bettgeschichten. Also eigentlich sind es eher Geschichten um das Bettkästchen oder besser gesagt über den Nachttisch, der für mich ein unverzichtbares Wohnaccessoire ist. Weil er so wichtig ist, habe ich ihm einen neuen Anstrich verpasst. Aber dazu später gleich mehr. Vorab möchte ich Euch eines meiner Lebensziele verraten (keines von der Liste mit den gaaaaaaaanz grossen Zielen wie einen Rosenstrauch im eigenen Garten pflanzen, ein Buch schreiben oder einmal eine lustige, liebevolle Oma werden;). Nein, es ist eher eines der kleineren Sorte, das ich aber bis in 33 Jahren erfüllt haben muss, weil es sich danach nicht mehr umsetzen lässt. 
Dieses Ziel lässt sich übrigens nur im Schlafzimmer realisieren. Daher habe ich heute ein paar Bilder von eben diesem Ort und unseren frisch gestrichenen Nachtkästchen für Euch. Um auf den Kern der Geschichte zu kommen, muss ich kurz etwas ausholen. 

Der Signore hat diese Woche Pikett-Dienst. Das heisst, dass er rund um die Uhr zu erreichen sein muss. Als er Anfang Jahres in Amerika ein Felowship in einer grossen Klinik gemacht hat (darüber habe ich beispielsweise hier und hier und hier berichtet), wurde ihm bezüglich der Pikettdienste eine lustige Geschichte erzählt. Angeblich hatte einmal ein Arzt Dienst, der schon ewig lange an der Klinik arbeitete und der noch viel länger mit seiner Frau glücklich verheiratet war. Als einmal mitten in der Nacht ein noch etwas unerfahrener Assistenzarzt bei ihm anrief, nahm seine Frau das Telefon ab. Der Assistent bat dann aber nicht etwa darum, dass er Dr. XY sprechen dürfte, sondern fragte zuerst ganz einfältig, ob die Dame am Telefon denn die Frau von Dr. XY sei. Die Dame (es war zwei Uhr nachts und sie war erst gerade aufgeweckt worden) fragte zurück, wer denn um zwei Uhr in der Nacht neben ihrem Mann liegen solle, wenn nicht seine Frau. Ich finde den Satz genial, weil er von einer Frau gesagt wurde, die schon so lange mit ihrem Mann zusammen ist, weil er die Verwunderung darüber ausdrückt, dass je jemand anderes neben ihm liegen könnte und weil er schlicht und einfach so witzig ist, dass die Geschichte immer wieder erzählt wird. 

Ich hoffe, dass ich, bis der Signore voraussichtlich in 33 Jahren pensioniert wird, diesen Satz irgendwann anwenden kann. Ich übe jedenfalls schon fleissig und renne immer sofort zum Telefon, in der Hoffnung, dass mir diese Frage gestellt wird…
Von meiner Arbeit bei der Zeitung her kenne ich Pikett-Dienste ebenfalls und ich weiss, dass das auch zur Belastung werden kann. Denn man ist immer irgendwie angespannt, weil man nie weiss, wann das Telefon klingelt. Wochenenden sind nicht wirklich erholsam, auch wenn man zu Hause ist, und in den Nächten schläft man weniger tief. 

Wenn keine Dienste anstehen, geht unser Mobiltelefon daher ebenfalls schlafen, wenn wir ins Bett gehen. Das heisst, es wird lautlos gestellt, in den Flugmodus oder noch besser ganz ausgeschaltet. In unserem Schlafzimmer gibt es keinen Fernseher. Der Raum soll ruhig, ordentlich und gemütlich sein. Auf dem Nachtkästchen herrscht Ordnung und es gibt ein kleines Leselicht, damit ich am Abend noch ein paar Minuten in einem schönen Buch lesen kann - dabei bevorzuge ich eine leichte Lektüre. Kennt Ihr die Geschichte vom Schuster und den Wichtelmännern? Die fällt mir regelmässig beim Zubettgehen ein (den Originaltext gibt es hier).
Ich weiss, dass sich nicht alle Probleme wie in diesem Märchen über Nacht lösen lassen. Aber wenn ich gut geschlafen habe, bin ich auch tagsüber viel produktiver. Und weil das in einem schönen Raum noch besser gelingt, wollte ich eben auch unsere Nachtkästchen neu streichen (über das Auffrischen von Möbeln und wie es gemacht wird, habe ich hier bereist mehr geschrieben). Sie sind ebenfalls Erbstücke von meiner Oma und hatten dringend ein paar Kleckse Farbe nötig. Ich habe auch die Knäufe ersetzt. Die neuen Goldknöpfe habe ich bei meinem letzten Besuch in Rom (darüber habe ich hier geschrieben) im Zara Home gekauft.

Ich wünsche Euch einen guten Start ins Wochenende mit viel ruhigem und erholsamen Schlaf!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. Kennt Ihr das Bild "Primavera" von Sandro Botticelli? Ich habe mir zum Abschied in Florenz (in diesem Laden hier) eine kleine Reproduktion davon gekauft. Die Szene erinnert mich immer an einen schönen Traum und daher habe ich mir das Bild neben mein Bett gehängt. Noch viel schöner ist es, wenn man sich das Bild am Abend, kurz bevor die Uffizien geschlossen werden, in seiner vollen Grösse und Pracht ansieht. Denn dann sind die vielen Touristen bereits weg und es ist ruhig. Als wir in Florenz gewohnt haben, habe ich das regelmässig gemacht...

Montag, 27. Juli 2015

Zeitreise in die Normandie…

Wir gehen heute auf Reisen. Ja ich nehme Euch mit in die Normandie. Denn da war ich schon viel zu lange nicht mehr und da mir mein Bruder letzte Woche von eben dort wundervolle Bilder und einen unglaublich leckeren Brie mitbrachte, dachte ich, dass ich diese Zutaten zu einer virtuellen Reise und einem leckeren Rezept verarbeiten könnte. Dazu gesellten sich die Johannisbeeren aus dem Garten von Mama Pinella, welche sie nicht nur eigenhändig gepflückt, sondern auch noch fotografiert hat. Das Ganze ist also ein Gemeinschaftswerk von Fratello, Mama und Signora Pinella.
Die Normandie ist mir aus meiner Kindheit in bester Erinnerung. Wir haben dort jeweils Bauern, die von der Schweiz ausgewandert sind, auf ihrem Hof besucht. In dem Gebäude auf dem Bild mit dem grossen Baum, haben wir geschlafen. In der Nacht sind wir vom Haupthaus über den Kies dorthin getappt, während die Fledermäuse über unsere Köpfe flogen und die Grillen zirpten. Romantik pur…

Unsere Eltern haben uns aber auch in alle möglichen Museen und Kirchen geschleppt. Wir erhielten Erläuterungen über die Landung der Alliierten am 6. Juni 1944, über die normannische Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer im 11. Jahrhundert und das Wirken und Schaffen der Impressionisten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wir besuchten den Mont-Saint-Michel, die Kanalinsel Jersey, die Badeorte Deauville und Trouville und das wundervolle Honfleur.

Wenn die ganze Familie Pinella zusammen in die Ferien reiste, war es meistens laut, nicht immer harmonisch und es gab gutes Essen. Denn Papa Pinella ist ein wirklich hervorragender Proviantmeister. Seine Laugenbrötchen mit Bündnerfleisch sind absolut legendär. 

Weil es für meine Eltern schlicht zu teuer war, mit einer sechsköpfigen Rasselbande jeden Tag in einem Restaurant zu essen, haben sie für uns oft Proviant eingepackt. So lernte ich früh regionale Spezialitäten kennen und schätzen. 

Und was gibt es Schöneres, als an der Omaha Beach im feinen, hellen Sand zu sitzen und luftiges, frisches Baguette mit Camembert oder Brie zu essen. Nachdem ich mittlerweile nicht nur den Film „Der längste Tag“, sondern auch noch „Saving private Rian“ und „Band of Brothers“ (die letzte Folge dieser Serie wurde übrigens nicht in Bayern, sondern im wunderschönen Berner Oberland gedreht und ich kenne etliche Statisten persönlich, da sie damals unter anderem am Gymnasium vom Signore gecastet wurden) gesehen habe, weiss ich nicht, ob ich es noch gleich gut geniessen könnte.
Die Spezialitäten mag ich aber immer noch. Und als mir letzthin auch noch eine liebe, normannische Freundin, die nun mit ihrem Mann aus Bayern in der Schweiz lebt, von ihrer Hochzeit berichtete, bei der es gebackenen Camembert gab, stand für mich fest, dass ich auch den Brie von Fratello Pinella so essen will. Und weil es einfach so unglaublich gut geschmeckt hat, habe ich auch für Euch das Rezept für gebackenen Brie in der Teigtasche auf Jungsalat.

Zubereitung: Den Brie in kleine Stücke schneiden, diese auf zwei quadratische, übereinander gelegte Teigblätter verteilen, etwas Lavendel darüber streuen, ein paar Johannisbeeren dazu geben, die Teigblätter zu einem Bündel zusammen fassen, den Schnittlauch darum binden und das Ganze 10 Minuten im auf 150 Grad vorgeheizten Ofen backen. Derweilen die Salatsauce vorbereiten. Dazu werden 1 Esslöffel Weisswein- oder Apfelessig, 2 Esslöffel Öl, 1 Teelöffel Moutarde de Dijon und etwas Salz gut vermischt. Den Salat auf einem Teller anrichten und die Sauce darüber geben. Dann die Teigtaschen aus dem Ofen holen, auf den Salatteller geben, die Kerne darüber verteilen und den Honig über Salat und die Teigtaschen träufeln.

Zutaten: Etwas rezenterer Brie de la Normandie (am besten natürlich direkt importiert), hauchdünne Teigblätter (im gut sortierten Grosshandel erhältlich), flüssiger Honig, Essig, Öl, Moutarde de Dijon, Salz, eine Handvoll Johannisbeeren, Lavendel, Schnittlauch, frisch gepflückter Jungsalat.
Glaubt mir, der rezente Brie, die sauren Johannisbeeren, der Senf und die Süsse des Honigs werden in Eurem Gaumen ein Geschmacksfeuerwerk erster Güte entfachen. Je nachdem wie gross Eure Portionen sind, könnt Ihr sie als Vor- oder Hauptspeise servieren.

Ich wünsche Euch „Bon Appétit“!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Mittwoch, 22. Juli 2015

Der Signore Pinella, die Krake und die Kommode…

Kürzlich habe ich hier darüber geschrieben, dass ich mir einen Ratgeber für das gemeinsame Wohnen von Mann und Frau wünschen würde. Je länger der Signore und ich aber zusammen in unserer ersten richtigen, gemeinsamen Wohnung leben, umso mehr komme ich zur Überzeugung, dass das gar nicht so schwierig ist. Daher hat nun auch eine neue Kommode bei uns einziehen durfte. Bevor sie auch dem Signore gefiel, musste sie aber eine Verwandlung durchmachen. Und das kam so…
In unserer Wohnung gibt es nur einen einzigen Einbauschrank. Daher ist Stauraum bei uns Mangelware. Ich hatte schon länger die Idee, unter die grosse Fensterfront eine Kommode zu stellen. Da fiel mir ein, dass ich noch eine von meiner Oma geerbt habe, die auf dem Estrich meiner Eltern auf uns wartete. Der Anstrich der Kommode war bei der Hausräumung vom Familienrat einheitlich als hässlich befunden worden und eigentlich sollte sie entsorgt werden. 

Auch der Signore rollte erstmal mit den Augen, als er das gute Stück sah. Trotzdem beförderte er die Kommode ohne zu murren mit der Hilfe von Fratello Pinella in unser Auto und wir chauffierten sie dann einen ganzen Tag quer durch die Schweiz, weil noch ein Ausflug an den Murtensee (über Murten habe ich hier bereits berichtet) anstand. Am Abend um zwölf verfrachteten wir sie dann so leise wie möglich in unsere Wohnung. 

Als wir die Kommode am nächsten Tag so in ihrer ganzen gelbbeigen Hässlichkeit (glaubt mir, auf den Bildern sieht die Farbe viel weniger schlimm aus, als sie wirklich ist) in unserem Wohnzimmer stehen sahen, meinte der Signore, dass da definitiv ein Anstrich darüber müsse. Ich suchte alle möglichen Farbvorschläge zusammen und wir entschieden uns für eine blaugrüne Farbmischung. Einfach weil das sehr frisch aussieht und dem alten Stück einen modernen Touch verleiht. 

Bereits am nächsten Tag fuhr ich in den Baumarkt, besorgte zwei Dosen von besagter Farbe, die übrigens den Namen „Aqua“ trägt und bis Mittag hatte die Kommode alle ihre Hässlichkeit abgelegt. Der Signore staunte nicht schlecht, als er nach Hause kam.  
Da die Kommode zuvor mit Lackfarbe bemalt worden war, entschied ich mich dagegen das Stück abzulaugen, da mir das schlicht zu viel Aufwand war. In verschiedenen Internetforen las ich, dass man problemlos Lackfarbe über Lackfarbe streichen könne. Auch der Verkäufer im Baumarkt bestätigte mir das und empfahl mir eine sehr gute Farbe, welche nicht diesen hässlich, penetranten Lackgeruch hat und erst noch sehr deckend ist. 

Vor dem Umfärben von Möbelstücken würde ich mich sowieso immer gut beraten lassen und hochwertige Farbe kaufen.

Und noch etwas zum Thema zusammen wohnen. Der liebe Signore kam letzthin mit dem Kraken-Kissen, das Ihr auf den Bildern sehen könnt, an. Er taucht gerne und hat grundsätzlich eine grosse Affinität zu Wasser und Meer. Ich fand das Ding zuerst hässlich und hatte fast ein bisschen Angst davor. 

Weil ich aber der Meinung bin, dass beide Partner ihre Wohnwünsche leben sollen, habe ich nichts gesagt. Mittlerweile habe ich mich aber schon daran gewöhnt und finde, dass das Kissen auf dem alten Rosensessel von meiner Oma sehr hübsch aussieht. Vielleicht ist die Mischung aus ein bisschen Toleranz und Vertrauen in den Geschmack des Anderen das Geheimnis vom zusammen Einrichten und Wohnen;) Wir arbeiten täglich daran…
Ich wünsche Euch einen wundervollen, erfrischten, himmel- nein aquablauen Tag!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Sonntag, 19. Juli 2015

Willkommen in meinem geheimen Garten…

Ich träumte immer davon einen Garten zu haben. So einen richtigen Garten, mit einem grossen Gemüsebeet, vielen Blumen, Obstbäumen und einem kleinen Teich. Ganz so weit bin ich leider noch nicht. Seit wir aber umgezogen sind, habe ich wenigstens auf unserem Balkon in Kisten einen ganz kleinen Garten einrichten können. Das ist besser als nichts und schliesslich muss man sich auch noch etwas steigern können. Meine Mama hat mir zum Geburtstag bei der Mama, welche Gärtnerin ist, meiner "ältesten" bzw. langjährigsten Freundin (über sie habe ich hier bereits berichtet), wundervolle Kisten mit ein- und mehrjährigen Kräutern bepflanzen lassen. Heute will ich Euch davon erzählen und berichten, welche Pflanzen sich besonders bewährt haben.
Ein wichtiger Punkt gleich vorneweg: Es ist wichtig, dass man beim Bepflanzen der Kisten darauf achtete, dass man die einjährigen Pflanzen in eine Kiste und diejenigen, welche überwintert werden können, in eine andere Kiste packt. Meine Pflanzenkisten sind aus Plastik und sehen daher nicht so unglaublich schön aus. Sie haben aber den Vorteil, dass sie einen Wasserspeicher haben. So können der Signore und ich auch mal in die Ferien, ohne dass wir uns um unsere Pflanzen sorgen müssen. Und wenn das Ganze erst so richtig wuchert, sieht man die Kisten ja auch nicht mehr.

Und hier nun die Liste der Kräuter, die sich auf unserem sehr sonnigen Balkon bewährt haben.

- Ich bin begeistert davon, wie gut das Zuckerkraut „Stevia“ auf unserem Balkon wächst. Im Sommer koche ich ja gerne Eistee (darüber habe ich bereits hier berichtet). Wenn ich Stevia beigebe, kann ich ihm eine leichte, natürliche Süsse verleihen, ohne dass ich richtigen Zucker verwenden muss. Dazu passt auch gut die frische Pfefferminze von unserem Balkon.

- Auch die Kapuziner-Blüten haben es mir angetan. Nicht nur weil sie unglaublich hübsch aussehen, sondern auch weil sie gut schmecken, wenn man sie über den Salat streut.

- Salbei gedeiht auf unserem Balkon ebenfalls hervorragend. Ich brate sie gerne etwas in Butter an und gebe sie über die Ravioli. Das ist einfach unglaublich lecker.
- Auf Empfehlung der Mama meiner ältesten Freundin hin, habe ich das Olivenkraut entdeckt. Das Kraut riecht stark nach Oliven und kann überall dort beigegeben werden, wo man gerne den Geschmack des Öls hätte.

- Die Klassiker unter den Kräutern wie Petersilie und Schnittlauch haben sich als sehr pflegeleicht erwiesen und wuchern richtiggehend.

- Neben den Kapuzinerblüten ist auch der Lavendel sehr schön anzusehen. Im Moment blüht er und lockt damit die Schmetterlinge auf unseren Balkon, was mich besonders freut.

- Zusätzlich zu den Kräutern haben wir uns auch eine Tomaten- und eine Peperonistaude besorgt. Ich bin schwer beeindruckt, wie gut sie sich halten und wie viel Gemüse ich bereits davon ernten konnte. Die zwei kleinen Walderdbeerpflanzen liefern praktisch täglich frische Beeren für unser Müesli am Morgen.

- Auch wenn unser kleiner Balkon-Garten noch nicht so gross ist, wie ich mir das wünschen würde, versorgt er uns bereits täglich mit frischen, zu hundert Prozent biologischen Produkten.

Aus den Kräutern stelle ich übrigens besonders gerne Kräutersalz her. Dazu zerreibe ich beispielsweise Petersilie, Majoran, Olivenkraut und die Schale einer Limette im Mörser, gebe gutes Fleur de Sel dazu und lasse das Ganze mindestens zwei Tage lang gut durchtrocknen. Auch die Rosmarin und Lavendel Salzmischung mag ich sehr gerne. Wenn Ihr die hausgemachten Salze in ein hübsches Gefäss abfüllt, habt Ihr immer ein schönes Geschenk für Eure Lieben auf Lager.
Es ist auf jeden Fall sehr lohnend, sich vor dem Kräuterkauf gut beraten zu lassen und auf die Anweisungen des Fachpersonals zu hören. Ich werde mir sicher für das nächste Jahr noch viel mehr wertvolle Tipps und die dazugehörigen Pflanzen besorgen!

Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag und hoffe, dass Euch der Ausflug in meinen geheimen Garten gefallen hat!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Samstag, 11. Juli 2015

Zwei im Dienste der Romantik…

Heute möchte ich Euch zwei weitere Traumfängerinnen vorstellen (um was es bei der Reihe geht, habe ich Euch hier bereits erzählt). Claudia Keller und Marlene Haberer haben zusammen das wundervolle Unternehmen cm weddings aufgebaut. Sie planen und organisieren Hochzeiten. Im Interview geben sie Einblicke in ihre Arbeit und sie verraten, auf was man bei der Planung des grossen Tages achten sollte.
Signora Pinella: Ihr plant und organisiert Hochzeiten. Man könnte annehmen, dass das der romantischste Job der Welt ist. Stimmt das? Wieviel ist Romantik und wie viel ist harte Arbeit?
Claudia und Marlene: Unser Job ist es, dass die ganze Planung für das Brautpaar zu 100 Prozent romantisch bleibt und wir die harte Arbeit übernehmen. Aber natürlich verlieren auch wir die Romantik nie ganz aus den Augen und müssen spätestens beim "Ja" das eine oder andere Tränchen weg wischen.

Wie und wann habt Ihr Euer Unternehmen aufgebaut? Wie kommt man auf eine solche Idee?
Do what you love, love what you do. Dieses Motto trieb uns an, unsere Leidenschaft zum Beruf zu machen. Wir haben den Lehrgang zur Hochzeitsplanerin VUSH/SAWI 2012/2013 absolviert. Der erfolgreiche Abschluss gab den Startschuss für die Gründung von cm weddings.

Woher nehmt Ihr Eure Ideen, damit jedes Fest ein einmaliges Erlebnis wird?
In Gesprächen mit dem Brautpaar gilt es zu spüren, was sie lieben und was ihre Liebe zu einander ausmacht. Mit dieser Grundlage starten wir das Abenteuer Hochzeitsplanung. Meistens sprudeln die Ideen gleich von Anfang an und als eingespieltes Team verfeinern wir diese dann zusammen. Natürlich gehen wir auch mit offenen Augen durch die (Hochzeits-)Welt und lassen uns inspirieren.   

Die Hochzeitssaison ist bereits in vollem Gange. Wann sollten Paare idealerweise mit der Planung beginnen?
Ideal sind 18 Monate. Dann hat man noch die grösste Auswahl was Location, Datum, etc… angeht. Aber natürlich kann man auch in viel kürzerer Zeit eine Traumhochzeit realisieren.

Welche Punkte sollten Heiratswillige unbedingt beachten oder bereits geklärt haben, bevor sie sich an Euch wenden?
Wenn sich beide sicher sind, dass sie den Rest ihres Lebens mit dem anderen verbringen möchten ist das Wichtigste bereits geklärt!
 

Welches sind die häufigsten Fehler, welche Paare bei der Planung machen?
Oft werden bei der Berechnung des Budgets nicht alle Posten berücksichtigt und plötzlich kommt das böse Erwachen. 

Welches ist für Euch der schönste Moment an den Hochzeitsfeiern? Könnt Ihr das Fest auch etwas geniessen?
Zu den schönsten Momenten gehört sicherlich die Trauung. Jedoch richtig glücklich sind wir dann, wenn wir sehen wie happy und entspannt das Brautpaar und auch die Gäste sind. Da wir im Voraus alles – inklusive einem Plan B - bis ins kleinste Detail planen, bringen uns auch unvorhergesehene Situationen nicht aus der Ruhe und wir können den schönsten Job auf der Welt geniessen. 

Warum macht es Sinn sich bei der Organisation der Hochzeit auf Profis zu verlassen?
Damit man die aufregende Zeit vor der Hochzeit und den grossen Tag in vollen Zügen geniessen kann und sich um nichts kümmern muss.

Wie arbeiten Ihr? Was bietet Ihr an?
Wir unterstützen das Brautpaar so viel wie gewünscht wird. Ob das „nur“ die Suche nach der passenden Musik oder eine Gesamtorganisation mit Koordination am Hochzeitstag ist, entscheidet das Brautpaar je nach Bedarf. 

Was wünscht oder erträumt Ihr Euch für die Zukunft Eures Unternehmens?
Dass wir noch ganz viele Paare glücklich machen können,indem wir das tun was wir lieben.  
 
Vielen Dank liebe Marlene und liebe Claudia für das Interview und dass Ihr mir so wundervolle Bilder zur Verfügung gestellt habt!

Weitere Informationen zur Arbeit von Marlene Haberer und Claudia Keller findet Ihr auf www.cmweddings.ch

Ich wünsche Euch allen – ob verheiratet oder nicht – einen wundervollen, romantischen Tag!
Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. Wenn Ihr jetzt noch nicht genug Romantik gehabt habt, könnt Ihr hier nachlesen, wie der Signore und ich vor knapp zwei Jahren geheiratet haben.

Dienstag, 7. Juli 2015

Ein Geheimnis von Mama Pinella…

Heute teile ich ein Geheimrezept von Mama Pinella mit Euch. Denn auch wenn wir jetzt wieder in der Schweiz wohnen, brauche ich immer über zwei Stunden, bis ich bei meinen Eltern Zuhause bin. Also koche oder backe ich gerne Dinge, welche Mama Pinella besonders gut zubereitet. So ein bisschen gegen das Heimweh. Besonders gerne mag ich die Brühküchlein aus Brandteig. Wenn sie mit Früchten, Beeren und geschlagenem Rahm gefüllt und Puderzucker bestäubt werden, sind sie einfach unglaublich lecker. Wer es elegant mag, nennt die Küchlein übrigens Profiteroles.
An den Brühküchlein gefällt mir besonders, dass sie fast ein bisschen altmodisch wirken und hübsch auf einem Teetisch aussehen. Und sie schmecken wirklich himmlisch!

Ich weiss, dass man irgendwann zu alt ist, um Heimweh zu haben… Aber anderseits denke ich, dass es gut ist seine Wurzeln zu kennen und zu schätzen. Immer wenn ich gegen das Berner Oberland zu fahre und kurz nach Bern die ersten verschneiten Gipfel, den Niesen und das Stockhorn sehe, dann macht mein Herz einen freudigen Hüpfer. „Zuhause ist, wo Dein Herz ist“, sagt ein englisches Sprichwort. Vielleicht ist man auch einfach da Zuhause, wo Menschen sind, die man gerne hat. Mein Zuhause ist also irgendwie über die ganze Schweiz verteilt und reicht weit bis nach Florenz und Rom… 

Erinnert Ihr Euch übrigens noch, wie ich hier vor einem Jahr über Heimweh nach der Schweiz geklagt habe? Ich bin wohl einfach eine Spezialistin im Dinge vermissen...

In Italien ist es übrigens eher unüblich so weit von der Familie weg zu ziehen. Es gibt Statistiken, dass über 50 Prozent der Männer über 40 in einem Umkreis von nur wenigen Kilometern von ihren Eltern (wohl besonders von der Mama) entfernt wohnen. Unsere Wohnung in Florenz gehörte beispielsweise der Mama unseres Vermieters (die musste dann aber eben ins Pflegeheim) und ihr Sohn - also unser Vermieter - wohnte nur wenige Strassen weiter. Da darf ich wegen meiner zwei Stunden Nachhauseweg schon ein bisschen jammern;)
Nun aber zum Rezept für den famosen Brand- oder Brühteig nach Mama Pinella.

Zutaten: 2,5dl Wasser, 2Prisen Salz, 1 EL Zucker, 60g Butter, 125g Mehl, 4 Eier

Zubereitung: Wasser, Salz, Zucker und Butter aufkochen, das gesiebte Mehl im Sturz beigeben und bei kleinster Hitze so lange rühren, bis sich ein Kloss bildet, der sich von der Pfanne löst. Ein Ei nach dem anderen gut in den Teig einarbeiten (Mama Pinella schwört darauf, dass man den Teig mit dem Handrührgerät gründlich verrühren soll).

Teig auskühlen lassen. In einen Dressiersack geben, auf ein Backblech verteilen und im vorgeheizten Backofen 20 Minuten bei 180 Grad auf mittlerer Stufe backen.

Die Brühküchlein auskühlen lassen, mit einer Schere aufschneiden, mit Früchten, Beeren und Schlagrahm füllen und mit Puderzucker bestäuben. Vor dem Servieren sollten die Brühküchlein mindestens eine Stunde lang kühl gestellt werden. Dann schmecken sie noch besser.

Wenn Ihr den Zucker weg lässt, könnt Ihr die Küchlein auch gut mit salzigen Zutaten (z.b. Lachs oder Frischkäse) füllen. Sie müssen auch nicht unbedingt mit dem Dressiersack gemacht werden. Es reicht, wenn man mit Hilfe eines Löffels kleine Kügelchen formt und sie so aufs Blech gibt. Wenn man zu viele Küchlein gemacht hat, können sie gut auch eingefroren und zu einem späteren Zeitpunkt aufgetaut und gefüllt werden.
Ich wünsche Euch, dass Ihr gerade heute bei Menschen sein dürft, bei denen Ihr Euch Zuhause fühlt!

Herzlichst, Eure Signora Pinella