Mittwoch, 10. Juni 2015

Keine Macht der Ignoranz oder warum ich jetzt über Traumfänger schreibe...

Ich habe vom ersten Post an versucht, auf meinem Blog positive Dinge zu schreiben und Euch liebe Leserinnen und Leser auf die schönen Seiten des Lebens aufmerksam zu machen. Nun möchte ich das gerne noch etwas ausweiten – dazu verrate ich Euch gleich noch mehr. Ich habe einzig und alleine mit dem Bloggen angefangen, weil ich mich während unserem Jahr in Florenz sehr einsam fühlte, einen Weg suchte wieder das Schöne zu sehen und realisierte, dass es Menschen gibt, die es schätzen, wenn ich meine Erfahrungen mit ihnen teile.
Inspiriert wurde ich besonders von Emily Schuman – einer Lifestyle-Bloggerin aus Amerika (hier geht es zu ihrem Blog "Cupcakes ans Cashmere"). Ich habe Euch hier bereits einmal von ihrem ersten Buch erzählt. Obwohl es viele Bloggerinnen wie sie gibt, zeichnet sie sich für mich dadurch aus, dass mir jeder Post von ihr ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Das heisst nicht, dass es bei ihr nur um Regenbogen und Einhörner und Elfen und Schmetterlinge geht – nein, sie ist sehr ehrlich und lässt einem gerne auch mal tief hinter die, auf den ersten Blick doch sehr perfekt erscheinende, Fassade blicken. Emily Schuman arbeitete ursprünglich bei der Verlagsgruppe Condé Nast, fühlte sich dort zunehmend unglücklich und begann zum Ausgleich mit dem Bloggen. Mittlerweile ist daraus ein richtiges Unternehmen mit Angestellten geworden. Dass sie diesen Schritt aus der Sicherheit einer Anstellung in die Selbstständigkeit wagte und sich das alles selber aufgebaut hat, ist ein weiterer Grund, warum ich sie so bewundere.

So war es auch ein unglaublicher Glücksmoment, als ich vor ein paar Tagen das Paket mit ihrem neuen Buch erhielt. Es ist wiederum wundervoll geworden und ich freue mich jeden Tag, wenn ich wieder ein paar Seiten daraus lesen und die schönen Bilder betrachten darf (das Buch habe ich hier bestellt).

Ich habe realisiert, wie gut es mir tut, wenn ich mich mit Menschen umgebe, die kreativ sind und ihre Träume verwirklichen und die mich inspirieren – auch wenn das „nur“ in Buchform oder über Blogs ist. Ich habe bereits hier, hier und hier über Frauen berichtet, die das getan haben. Das wohl Interessanteste an diesen Frauen ist, dass sie zwar völlig unterschiedlich sind, aber jede mich mit ihrer Freude an dem, was sie sich aufgebaut hat, total angesteckt hat. Es sind positive Frauen, die einem ermutigen, es ihnen gleich zu tun. Und weil mir das so gefällt, habe ich entschieden, dass ich Euch in Zukunft noch bewusster in loser Folge unter dem Label „Traumfänger“  Menschen und ihre Ideen und Projekte vorstellen möchte. 

Was gibt es Schöneres als Menschen, die ihre Visionen umgesetzt haben und denen es gelungen ist ihre Träume einzufangen und daraus etwas Konkretes zu machen. Mir tut das unheimlich gut und ich denke, dass sie es verdient haben, dass man über ihre Arbeit und ihr Wirken berichtet.

Denn, und das muss jetzt auch mal gesagt werden, mich nervt es oft ungemein, dass viele Menschen so selten ein Lob und ein bisschen Anerkennung über die Lippen bringen. Oft habe ich das Gefühl, dass einige sich lieber die Zunge abbeissen, als etwas Positives sagen würden. 

Was mich erst recht wütend macht ist die „wenn ich nichts sage ist alles o.k. und sonst merkst du es dann schon-Haltung“. Denn wenn es um negative Rückmeldungen geht, nimmt ja auch niemand ein Blatt vor den Mund. Etliche Menschen im meinem Umfeld haben mir in letzter Zeit erzählt, dass besonders ihre Freunde und Familien es nicht für nötig halten würden, ihnen eine Rückmeldung zu ihrem Schaffen zu geben und sie zu ermutigen. So ganz nach dem Motto „Der Prophet ist im eigenen Land nichts wert“. Das macht mich dann erst recht traurig, weil ich nicht verstehen kann, wie ein Mensch so ignorant und zickig sein kann, dass er die Leistung seines Nächsten nicht anerkennt. Und gerade deshalb habe ich mir vorgenommen Gleichgültigkeit noch viel bewusster zu ignorieren, denn genau das hat sie verdient, und mich noch mehr auf das Gute zu fokussieren. Passend dazu habe ich letzthin dieses Zitat gelesen:

“Promote what you love instead of bashing what you hate.”

Ich habe mir das ganz gross aufgeschrieben. Es ist garantiert sinnvoller Zeit und Kraft in die Dinge zu investieren, die man liebt, als das schlecht zu machen, was man ohnehin nicht mag.

Für mich gibt es nichts Schöneres, als wenn ich als Journalistin über Menschen berichten darf, für die ihr Beruf zur Berufung wurde und die Dinge mit Liebe und Hingabe tun. So durfte ich beispielsweise auch einmal einer Artikel über Kathrin von www.kuisine.ch oder über Gabriela von www.gwiegabriela.blogspot.ch schreiben. Wenn ich mit einem solchen Menschen gesprochen habe, bin ich dann selber jeweils ganz glücklich und beschwingt und habe tausend neue Ideen.

Dazu muss ich auch noch kurz eine Geschichte loswerden. Ich habe als junge Studentin als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung angefangen. Dort gab es eine Redaktorin, die mir früh sehr grosse Aufträge gegeben hat, obwohl ich noch völlig unerfahren war. Sie hat mir aber auch geholfen und mir konstruktive Rückmeldungen gegeben. Als ich sie letzthin gefragt habe, warum sie das getan hat, meinte sie, dass das doch ganz normal sei. Für mich war es aber etwas Aussergewöhnliches, denn es hat mich ermutigt etwas zu tun und einen Weg zu gehen, den ich sonst nie im Leben eingeschlagen hätte (ich dachte immer, dass ich zur Lehrerin berufen sei – die armen Schüler;)!

Deshalb will auch ich in Zukunft noch viel mehr über Menschen berichten und ihnen hier auf diesem Blog eine Plattform geben, von denen ich denke, dass sie verdient haben, dass man ihr Schaffen in den Fokus rückt und ihnen ein Lob dafür ausspricht. 

Ende Woche werde ich Euch ein weiteres solches Projekt vorstellen (ich werde auch die drei oben genannten Beispiele in die Kategorie "Traumfänger" aufnehmen). Ich bin gespannt, was Ihr darüber denkt! Und solltet Ihr Projekte oder Menschen kennen, die oder deren Arbeit man unbedingt vorstellen sollte, dann schreibt mir bitte eine Nachricht an signorapinella@gmail.com
Ich wünsche Euch einen schönen Tag und wenn sonst niemand daran denkt, dann lobt Euch selber und denkt an alle die guten Dinge und Fähigkeiten, mit denen Ihr gesegnet wurdet (auch wenn Ihr vielleicht glaubt, dass es nur Kleinigkeiten sind – sie sind es trotzdem wert, gelobt und wertgeschätzt zu werden)!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. Bis am nächsten Sonntagabend läuft übrigens noch die Verlosung, über die ich hier in meinem letzten Post berichtet habe. Es würde mich freuen, wenn noch ein paar Leute mitmachen würden!

Kommentare:

  1. Da hast du aber eine sehr gute Idee, und das Beste ist, sie passt so sehr zu deinem Schreibstil. Heute hast du dir auch mal richtig Luft gemacht, jedoch mit so liebenswerter Leichtigkeit, dass es eine Wohltat ist.
    Du weißt, ich bin von meinem ersten Besuch hier dein Fan!
    Und das Loben nehme ich mir jetzt als Mama auch wieder mehr vor. Manchmal, wenn es tatsächlich Probleme gibt (Pubertät x 2) dann rückt es ein bisschen in den Hintergrund, wenn das "Es-muss-sein-Gespräch" beendet ist. Da will ich manchmal meine Ruhe und ziehe mich zurück.
    Danke!!!

    Jetzt bin ich sehr gespannt, wen du entdeckst und über wen du schreibst.
    Bis bald mal, liebe Signora Pinella
    Angelika

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    1. Liebe Angelika,
      es freut mich, dass Du mir meine Offenheit nicht übel nimmst und erst noch etwas mit meiner Aussage anfangen kannst;) Oh ja, das Loben ist besonders in der Familie nicht immer einfach. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie ich mit widerborstigen Teenies umgehen würde...
      Danke für Dein Lob und Deine vielen, liebe Kommentare!
      Herzlichst, Signora Pinella

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  2. Liebe Signora Pinella

    Das hast du sehr treffend auf den Punkt gebracht jetzt. Und der Satz, dass man besser den Fokus auf das Positive lenkt anstatt dem Negativen einen Schutt ins Füdle zu geben ist auch sehr sehr wichtig. Ich finde, Du machst das auf eine ganz besonders aufmerksame Art und Weise und holst tolle Dinge ans Licht. Schon oft hast Du mich mit einem weisen Zitat oder einfach einem klugen Gedankengang zum nachdenken gebracht.

    In dem Sinne, weiter so, liebe Signora. Und Deine Traumfänger-Idee spricht mich sehr an und weckt den Gwunder auf die geplanten Porträts.

    Fröhliche Grüsse schickt Dir
    die Baumhausfee

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    1. Vielen Dank liebe Baumhausfee! Es freut mich, dass Du bereits einige Anregungen aus meinem Gedankensalat mitnehmen konntest;)
      Wir sehen uns ja dann voraussichtlich in einer Woche. Ich freue mich!!!
      Herzlichst, Signora Pinella

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  3. Hach, Du Liebe, Du sprichst mir aus der Seele - herzlichen Dank dafür! Ich konzentriere mich auch auf das Positive, es tut mir einfach gut und macht mich glücklich. Das bedeutet ja nicht, dass man das Negative ausblendet; das funktioniert nicht. Aber man erhält durch die Fokussierung auf das Positive einfach mehr Gestaltungsmöglichkeiten und eine andere Perspektive auf das Negative, sodass der Umgang damit ein anderer ist.
    So geht es zumindest mir - und das versuche ich auf StreifenLiebe auch immer zu vermitteln. Mir ist das wichtig und loben gehört auf jeden Fall dazu. Auch wenn ich für dafür von meinen damaligen Chefs oftmals einen Rüffel bekommen habe, dass ich meine Mitarbeiter, Studenten etc. zu viel lobe. Kann man sich das vorstellen!? Ich konnte und kann es jedenfalls nicht - und dementsprechend habe ich trotz "Rüffel" weitergemacht wie zuvor. Loben ist sooo wichtig - und ich bin auch davon überzeugt, dass auch konstruktive Kritik ein Lob sein kann, denn schließlich signalisiert man dem Gegenüber damit, dass man daran glaubt, dass die Person in der Lage ist, "besser" zu werden.

    Deine Traumfänger-Idee finde ich wunderbar und ich bin sehr gespannt, wen Du uns da alles so vorstellen wirst. :-)

    Upps, ganz schön lang geworden - sorry! ;-)

    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. Liebe Nicole,
      ich finde es sehr schön, dass Du Dich nicht beirren lässt im Loben! Glaub mir, besonders junge Menschen merken sich solche Sachen immer und oft hat es weitrechendere Konsequenzen als man denkt!
      Unglaublich, dass Du dafür Rüffel erhalten hast...
      Und vielen Dank für Deine Geschichte und Deinen ausführlichen Kommentar! Ich habe alles mit grossem Interesse gelesen und mich sehr darüber gefreut!
      Herzlichst, Signora Pinella

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  4. Ich liebe deine Art, Menschen zu sehen!
    Ich schreib dir noch....
    Herzlichst
    yase

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    1. Vielen Dank liebe Yase!
      Die Antwort auf Dein Mail folgt noch. Bin gespannt auf Deine Idee;)!
      Herzlichst, Signora Pinella

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  5. Liebe Therese
    Deinen Post habe ich bereits heute Vormittag kurz überflogen und wollte dir unbedingt einen Kommentar da lassen.
    Ich kenn das leider nur zu gut, was du da schreibst. Auch ich kenne solche "arme" Leute. Ich nenne sie deshalb arm, weil sie nämlich das was wir haben (Kreativität, nette Kontakte durch den Blog, ein Auge für die Fotografie, Erfolg, etc.) nicht haben. Ich hab lange darüber nachgedacht und bin zum Schluss gekommen, dass diese Leute, die nichts sagen, nie oder nur ganz selten loben (bei Facebook nur bei jedem 20. Post "gefällt mir" drücken) und die Ignoranz ausüben, einfach neidisch sind. Neid muss man sich erarbeiten. Wenn man nicht gut ist, wird man nicht beneidet. Aber es tut natürlich auch weh, von den teilweise als gute Freunde gedachten Leuten ignoriert zu werden. Ich habe in meinem Umfeld eine Person bei der das ganz schlimm ist. Ich distanziere mich nun etwas von ihr, weil ich mich durch diese negative Sache nicht zu sehr beeinflussen lassen will. Obwohl das ja gar nicht so einfach ist. Ich habe zum Glück aber auch ganz viele liebe Leute um mich die mich immer wieder loben und ihre Bewunderung aussprechen.
    Gib nicht auf, liebe Therese und lass dich nicht zu sehr herunter ziehen davon. Geh deinen Weg, der ist nämlich ganz einzigartig und toll. Was du schon alles erlebt hast... das ist ist doch toll.
    Dankeschön dass du mich in deinem Artikel erwähnt hast. Ich freue mich ganz fest dich ganz bald schon wieder zu sehen. Ich hoffe wir haben dann etwas Zeit zum quaseln. :-)
    Ich finde deine Idee vom Traumfänger übrigens ganz wunderbar.
    Bis baaaald
    Herzlichste Grüsse aus dem wunderschönen Thun :-)
    Gabi

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    1. Vielen Dank für Deinen Kommentar und Deine ermutigenden Worte liebe Gabriela! Ich weiss, dass Du genau verstehst, was ich gemeint habe (eigentlich wäre es mal wieder Zeit für ein Glas Wein und ein bisschen Sinnieren;).
      Ich bin schon sehr gespannt auf Deinen Marktstand und freue mich, Dich in einer Woche zu sehen!!!
      Herzlichst, Therese/Signora Pinella

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  6. Liebe Signora Pinella,
    Du hast ein für mich sehr wichtiges Thema angesprochen. Ich bin auch ein sehr positiver denkender Mensch und versuche eigentlich täglich aus allem das beste zu machen und vor allen Dingen fällt es mir überhaupt nicht schwer, eine Person, selbst wenn sie mir fremd ist, zu loben. Und ich vergebe auch gerne Komplimente. Die bekommt man doch eh viel zu selten, oder? Wenn jemand an einem Tag besonders gut aussieht, dann sage ich das auch. Woher soll die Person es sonst wissen?!? :-)
    Ich freue mich auf weitere Vorstellungen von tollen Personen auf Deinem Blog!!
    Jetzt schaue ich gleich zu Deiner Verlosung, denn nun bin ich neugierig geworden. :-)
    Liebe Grüße an Dich!
    ANi
    P.S. Nach dem Buch halte ich übrigens im Buchhandel mal Ausschau.

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    1. Liebe ANi,
      da könnte ich noch von Dir lernen wegen dem Loben von fremden Leuten. Das getraue ich mir oft noch nicht so. Aber es stimmt schon. Es tut unheimlich gut, wenn einem jemand z.b. das Outfit lobt.
      Und bestell Dir das Buch unbedingt! Es ist so schön!
      Herzlichst, Signora Pinella

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  7. wirklich sehr schön geschrieben und so wahr! Es heißt ja immer man soll sich mit Menschen umgeben die einem gut tun, egal in welcher Hinsicht und sich von denen Fernhalten die einen nur runterziehen. Es ist zwar nicht immer einfach, aber ich versuche auch immer das Positive zu sehen, mich mit Menschen die ich mag umgeben und Dinge tun dir mich glücklich machen. Deshalb freue ich mich auf deine neue Reihe ;o)
    Liebe Grüße
    Chrissi

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    1. Vielen Dank liebe Chrissi! Vielleicht muss man sich ja gar nicht per se von allem Negativen fern halten - wenn man denn selber genug Kraft hat positiv zu bleiben. Manchmal färbt es ja sogar ab. Hoffe ich zumindest jeweils;)
      Herzlichst, Signora Pinella

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