Freitag, 29. Mai 2015

Pinella Spinella und die Cannoli…

Im Berner Oberland, dem schönsten Ort der Welt, wo ich zufälligerweise auch geboren wurde und aufgewachsen bin, wird eine etwas verrückte Person unter anderem auch Spinello genannt (ich kenne den Begriff durch die liebe Signora Rossi - wer das ist, erfährt Ihr hier). Spinello bedeutet, dass jemand etwas durchgeknallt ist oder eben spinnt. Diese Bezeichnung passt in mehrerer Hinsicht gut zu mir (und das nicht nur, weil ich in Tat und Wahrheit spinnen kann – also nicht nur im Kopf, sondern so richtig mit Wolle, Flachs und Spinnrad). Ich bin durchaus auch immer wieder etwas eine Spinella. Denn während ich letztes Jahr, als wir in Florenz gewohnt haben, immer wieder über Heimweh geklagt habe, plagt mich nun die Sehnsucht nach Italien. Vor allem die Lebensweise und die Cucina Italiana mit ihren leckeren Zutaten fehlen mir einfach. 
Es ist erstaunlich, wie viele kleine oder auch grössere Dinge und Gewohnheiten aus Italien sich in unserem Alltag fest eingebürgert haben. Man bringt vielleicht Signore und Signora Pinella aus Italien heraus, nicht aber ein kleines Stückchen Italien aus Signore und Signora.

Das geht so weit, dass wir wirklich nur noch guten, starken Espresso (ganz selten vielleicht einmal einen Cappuccino) trinken. Er muss nicht nur sehr gut sein, sondern darf eine herkömmliche Espressotasse auch nicht mehr als bis etwas über die Hälfte füllen (mehr über die italienische Kaffeekultur habe ich übrigens hier geschrieben und hier habe ich Euch unsere Kaffeemaschine vorgestellt). Das geht so weit, dass wir lieber gar keinen Kaffee haben, als irgendwas so Schreckliches wie beispielsweise eine Instandbrühe…

Wir haben seit dem Jahr in Florenz etwas Probleme die Regeln bei Fussgängerstreifen zu beachten. Man kann ja gut auch noch bei Rot laufen – also in Italien geht das, wenn man schnell genug ist;) Und es wird gehupt beim Autofahren. Jederzeit. Ohne geht gar nichts mehr! Und wir tun uns unglaublich schwer mit der der Genauigkeit der Schweizer. Oder besser gesagt der gegenseitigen Kontrolle.

Letzthin wurden wir angeschnauzt, weil wir zur falschen Zeit Glas entsorgen wollten. Wohlgemerkt, wir konnten nicht einmal aus dem Auto aussteigen und wurden schon von einem übereifrigen Anwohner zusammen gestaucht. Es blieb gar keine Zeit das Schild zu lesen, auf dem stand, wann man Glas entsorgen darf. In Florenz wurde am Sonntag sogar gehandwerkert und es wäre niemandem in den Sinn gekommen, Zeiten für die Glasentsorgung vorzugeben.

Ich sage nicht, dass in Italien alles besser ist. Wer sich beispielsweise die Wirtschaftslage, die hohe Arbeitslosenquote (besonders bei jungen Menschen) und die politischen Probleme in diesem wundervollen Land anschaut weiss, dass viele Dinge alles andere als rosig sind. Trotzdem vermisse ich Italien immer wieder. 

Und wenn ich nicht nach Italien fahren kann – das mache ich übrigens nächste Woche endlich wieder – dann fülle ich für den Signore und mich ein paar Cannoli und serviere dazu guten Kaffee. Cannoli sind frittierte, gefüllte Teigröhren. Obwohl ich eine Friteuse besitze, traue ich mir noch nicht zu, die Cannoli selber herzustellen. 

Solltet Ihr sie aber einmal per Zufall schon fertig frittierte Teigröhren finden, dann ist es eine besonders leckere Variante, wenn Ihr 200g Ricotta mit 2 Esslöffeln Puderzucker, der Schale einer halben Bio-Orange, einem Esslöffel Orangensaft und einer Messerspitze Vanilleextrakt vermischt, diese Creme in einen Spritzbeutel gebt und damit die Cannoli füllt. Vor dem Servieren werden sie mindestens eine Stunde in den Kühlschrank gestellt und danach noch mit Puderzucker bestäubt.

Ruckzuck habt Ihr den perfekten, erfrischenden, italienischen Nachtisch (in Italien gibt es natürlich noch viel exklusivere Varianten davon - aber für den Einstieg geht meine einfache auch). Denn alle, die nicht komplett pazzi (verrückt auf Italienisch) oder eben Spinellos sind, werden dieses Dessert lieben.
Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag und ein erholsames Wochenende! Und seid ruhig einmal etwas verrückt – manchmal tut das ganz gut!

Herzlichst, Eure (S)Pinella;)

Mittwoch, 27. Mai 2015

La Signora im Goldrausch...

Wie wohnt Frau mit Mann oder wie Mann mit Frau? Diese Frage beschäftigt mich seit unserem Umzug immer wieder. Vorher war unsere Wohnsituation immer irgendwie temporär, weil wir so viel herumgereist und herumgezogen sind. Zum ersten Mal haben wir nun aber eine Wohnung, in der wir wohl etwas länger bleiben werden. Zuvor lagen die Entscheidungen über Deko und Einrichtung fast zu 100 Prozent in meiner Gewalt. Der Signore liess mich einfach gewähren. 
Als harmoniebedürftiger Mensch möchte ich aber gerne, dass auch mein Mann sich in unserem neuen Heim wohl fühlt und will ihn daher in alle Entscheidungen einbeziehen. Das ist nicht immer ganz einfach, da manchmal dann trotzdem wieder der Gaul mit mir durchgeht und ich beispielsweise von meiner Faszination für Hirsche und Rehe überwältigt werde. Ein anderes Mal ziehen dann wieder ganze Schmetterlingsschwärme ein und flattern durch jeden Raum oder das Rosa-Fieber bricht aus. Der neuste Wohn-Wahn ist nun Gold. 

Er befiel mich ja schon vor einigen Wochen (wie Ihr hier sehen könnt). Ganz schlimm wurde es dann aber, als ich herausgefunden habe, dass es nur 10 Minuten entfernt von unserem Zuhause einen H&M Home gibt (hier geht’s zum Shop und zu den Öffnungszeiten). Von diesem Zeitpunkt an nahm meine Goldliebe verheerende Ausmasse an. Ich packte Gefässe für unsere Küchenkellen, Kissenbezüge, ein traumhaft schönes Tablett und eine Schale, in der ich meine Ringe beim Kochen deponieren kann, ein – wohlgemerkt, alles musste golden sein. 
So viel zum Thema, dass ich meinen Mann beim Einrichten einbeziehen wollte… Ich wäre ja wirklich froh, wenn jemand einmal einen Ratgeber zum Thema „Einrichten für Paare“ herausgeben würde. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich die Einzige  in unserem Haushalt bin, welche damit ein Problem zu haben scheint. Denn ehrlich gesagt nimmt der Signore gestalterische Veränderungen in unserem Zuhause oft gar nicht so sehr (also oft auch gar nicht) wahr, auch wenn ich beispielsweise glaube, dass das Aufstellen eines weiteren goldenen Kerzenständers mit einer langgezogenen Kerze in einem zarten Champagner-Weisston in der dunklen Ecke neben dem Eingang ein tiefgreifendes Ereignis ist.

Vielleicht brauche ich gar keinen Ratgeber und sollte einfach dankbar sein, dass ich einen so unkomplizierten Marito habe, der mich einfach gewähren lässt.

Letzthin hat er mich übrigens zu H&M Home begleitet und fand den Laden selber gut – wohl auch, weil er zuvor im gleichen Einkaufszentrum in einem wirklich leckeren, kalabrischen Restaurant (normalerweise mögen wir diese Bistros in den Shoppingtempeln gar nicht, aber das war eine echte Trouvaille) mit Pasta, Tiramisú und Limoncello versorgt wurde…

Wenn Ihr wissen wollt, ob es auch bei Euch in der Nähe einen H&M Home gibt, könnt Ihr Euch hier beim Store Locator umsehen.
Ich wünsche Euch einen goldenen Tag!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. Habt Ihr das schöne Glas mit der gelben Schleife gesehen. Das habe ich von meiner „ältesten“ Freundin geschenkt bekommen (sie ist nicht alt – sogar zwei Wochen jünger als ich – aber eben seit viiiiiielen Jahren mit mir befreundet). Sie hat Zutaten für Cookies darin geschichtet und dann die Anweisungen für die Zubereitung liebevoll von Hand aufgeschrieben. Finde das eine wundervolle Geschenkidee! Und die Kerze daneben hat mir Sonja von www.tafelfreudebysonja.blogspot.ch aus Amerika mitgebracht. Sie ist vegan und riecht göttlich nach Rosen – also die Kerze nicht Sonja. Letztere mag lieber schwerere Düfte. Riecht aber auch gut und vegan ist sie auch;) Wenn Ihr auf der Suche nach leckeren, veganen Rezepten seid, müsst Ihr unbedingt bei Sonja vorbeischauen!

Sonntag, 24. Mai 2015

Midsommarträume – Familie Pinella bei Ikea…

Als Teenager war ich zum ersten Mal in einer Ikea und es war der Beginn einer grossen Liebe. Immer wenn ich während unserem Jahr in Florenz Heimweh hatte, ist der Signore mit mir zu Ikea gefahren. Weil - und das stimmt wirklich - es in Italien in der Ikea genauso riecht wie in der Ikea in der Schweiz. Es ist einem nach den Fleischbällchen oder den Mini-Hotdogs in den italienischen Ikeas (ich habs in Pisa und in Florenz ausprobiert) genauso schlecht, wie in der Schweiz (wohlgemerkt, ich esse sie trotzdem immer) und man nimmt sich jedes Mal vor nichts zu kaufen und kehrt mit vollen Tüten heim – genauso wie in der Schweiz. Weil wir auf dem Land aufgewachsen sind und es eine beachtliche Reise zu Ikea war, war der Besuch in der Ikea für meine grossen Geschwister und mich immer ein besonderes Erlebnis. Also eigentlich lief es so, dass ich sie angebettelt habe mit mir hin zu fahren und sie dann mitgekommen sind (als Jüngste hatte ich früh den Luxus drei autofahrende Geschwister zu haben). Noch heute machen wir das gerne und auf die Ausflüge folgt dann meist ein Bastel- oder Dekorationsprojekt.
So haben die liebe Madame Gaianna – ihres Zeichens eine meiner drei älteren Geschwister – und ich diese Woche einen Ausflug zu Ikea gemacht. Ziel war es ein Midsommarfest auf unserem Balkon zu feiern – leider machten uns die Temperaturen einen Strich durch unsere Planung. Den Balkon schmückten wir trotzdem sommerlich und die Madame kreierte eine wundervolle Deko. Wie sie das machte, könnt Ihr hier auf ihrem Blog sehen. Alle Zutaten dafür findet Ihr auf www.ikea.ch

Ich beschloss das passende, sommerliche Essen zu kochen. In der Ikea sind ja im Moment die grossen Midsommar Tage. Eigentlich ist das aber noch einen ganzen Monat zu früh, denn in Schweden wird die Mitte des Sommers logischerweise zur Sommersonnenwende am 21. Juni gefeiert. Wer natürlich jetzt schon mit der Vorbereitung beginnt, ist dann zum grossen Fest auch bereit. Ich finde es interessant, dass sich solche uralten Traditionen im Jahresverlauf gehalten haben. Dass das besonders in den nordischen Ländern, in denen es so lange Winter ist, eine grosse Sache ist, kann ich gut verstehen. Ich habe mich daher beim Essen an der nordischen Tradition orientiert und gebratene Frühkartoffeln gemacht. Dazu gab es überbackenen Lachs (aus der Lebensmittelabteilung bei Ikea) mit Kräuterquark und ein geschichtetes Dessert im Glas – dieses richtete sich dann eher nach der Deko;)
Und hier das Rezept für die gebratenen Salzkartoffeln, den Lachs mit Kräuterkruste und das Beerendessert im Glas (ich schreibe es Euch genau in der Reihenfolge auf, in der ich es gekocht habe - denn so ist es simpel und blitzschnell – nach einer halben Stunde sollte das Essen auf dem Tisch sein).

1. Den Backofen auf 180 Grad vorwärmen.
2. Die Kartoffel im Wasser weichkochen.
3. Die Lachsfilets trocken tupfen und salzen und pfeffern. Danach die Zutaten für die Kräutermarinade zusammen vermischen (auch hier Salz und Pfeffer nicht vergessen), den Lachs in eine eingefettete Form oder auf eine Grillunterlage geben, die Marinade darüber verteilen und das Ganze für 20 Minuten in der Mitte des Ofens überbacken lassen.
4. Alle Zutaten für den Kräuterquark zusammen verrühren und den Quark nochmal kalt stellen.
5. Die Meringue in ein hohes Glas füllen, die Vanillecreme mit einer Handvoll Beeren vermischen und darüber in das Glas schichten, zum Schluss Beeren darüber geben und das Ganze mit etwas Sprührahm und einem Minzeblatt dekorieren. Bis zum Verzehr im Kühlschrank kalt stellen.
6. Das Wasser von den weich gekochten Kartoffeln abgiessen, 1 Esslöffel Olivenöl in einer Bratpfanne erhitzen die Kartoffeln, Rosmarin und etwas frisch gemahlenes Salz dazu geben und die Kartoffeln golden braten.
7. Danach mit dem Lachs, dem Quark und etwas Salat anrichten.

Zutaten für 2 Personen:
2 Lachsfilets (je 200g schwer), 3 Esslöffel Paniermehl, 2 Esslöffel Olivenöl, 2 Esslöffel Zitronensaft, 1 Frühlingszwiebel fein gehackt, 1 Sträusschen frische Petersilie (fein gehackt), fein gehackten Schnittlauch und zusätzlich allenfalls frischen Dill (den mag ich nicht und habe ich darum weg gelassen), Salz und Pfeffer.

300 g Frühkartoffeln, Salz, Rosmarin und 1 Esslöffel Olivenöl.

200 g Magerquark, 1 Esslöffel Senf, 1 Esslöffel Mayonnaise, Salz, Pfeffer und frische, fein geschnittene Kräuter (auch hier passen Petersilie und Schnittlauch, aber auch Basilikum oder etwas Minze gut).

1 grosse, zerbröselte Meringue, 200g Vanilledessert oder Joghurt, frische Beeren (bei der Sorte und Menge könnt Ihr ganz nach Euren persönlichen Vorlieben gehen), etwas Sprührahm und Minze für die Dekoration.
Ich habe ganz vergessen Euch zu erzählen, dass wir uns dazu eine leckere Erdbeeren-Limonade gemischt haben (dazu haben wir einfach 200 Gramm frische Erdbeeren püriert, 1 dl Holunderlsirup dazu gegeben, das Ganze mit Sprudelwasser aufgegossen und mit frischen Limetten serviert). Die Karaffe, die Ihr auf den Bildern sehen könnt, habe ich auch von Ikea. Ich habe gleich mehrere Stück davon, da ich ihr Design so schön und schlicht finde, Glaskaraffen immer ein sicherer Wert sind und sie unglaublich günstig ist (hier könnt Ihr sie kaufen).

Ich hoffe, dass Ihr unser Midsommarfest genossen habt und wünsche Euch einen wundervollen, hoffentlich sonnigen Pfingstsonntag!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

*Dieser Post entstand mit freundlicher Unterstützung von Ikea. Vielen Dank!

Montag, 18. Mai 2015

Die Fragen des Lebens und Freiburg im Regen...

Die grossen Fragen des Lebens - die werden im Hause Pinella oft im Auto diskutiert. Ich liebe es, wenn ich mit dem Signore einen Ausflug machen kann, denn dann liegt meist eine längere Autofahrt vor uns und ich habe Zeit meinen lieben Marito mit Fragen zu löchern. Gleichzeitig ist es natürlich wundervoll, wenn man dann nach Ankunft am Zielort schöne Dinge entdecken kann. So erging es uns auch am verlängerten Auffahrtswochenende, als wir einen Ausflug nach Freiburg im Breisgau gemacht haben. 
Obwohl ich vorher nie in Freiburg gewesen bin, habe ich mir immer gewünscht, einmal dort zu studieren. Weil das dann irgendwie nie klappte und der Signore vermutlich wusste, dass ich die Stadt gerne einmal sehen würde, entführte er mich eben letzten Freitag dahin. Ich habs schon einmal hier auf dem Blog geschrieben, dass wir nun auch etwas die Schweiz und unsere Nachbarländer kennen lernen möchten, da wir in den letzten Jahren bereits an vielen anderen Orten waren.

Freiburg empfing uns mit nasskaltem Regenwetter. Nichts desto trotz gefiel mir die Stadt von Anfang an sehr gut – das mag wohl auch an der leckeren Schwarzwäldertorte liegen, die wir gleich nach unserer Ankunft dort gegessen haben. Wir sind also einfach ein bisschen von Kaffee zu Kaffee und von einem hübschen Laden zum nächsten durch die Stadt gebummelt. Der Signore hat mir ein wundervolles Buch mit dem Titel „Grosse Gastgeberinnen und ihre Feste“ von Claudia Lanfranconi gekauft. Ich habe mich sehr darüber gefreut und werde meine Erkenntnisse daraus sicher bei der nächsten Folge meiner Serie „Tafelfreuden“ (hier geht’s zum ersten Teil) mit Euch teilen. 
Und weil der Signore immer wieder viel Gespür dafür beweist, was mir gefallen könnte (und weil ich auch nach knapp zehn Jahren Beziehung immer noch überzeugt bin, dass er einfach alles weiss;), wird er eben dann auch bei längeren Autofahrten von mir mit all den Fragen bombardiert, die mich im Moment beschäftigen. Das geht dann jeweils folgendermassen:

Ich: „Warum werden immer die Männer aufgefordert Wein auszuwählen? Frauen beschäftigen sich ja sonst auch viel mehr mit dem Thema Essen und Trinken.“ Während der Signore noch nachdenkt (und das kann manchmal laaaaaaange dauern, da er auch eine gute Antwort geben will), bin ich schon bei der nächsten Frage. „Warum werden Frauen, wenn sie in einer festen Beziehung sind, spätestens ab dem 25. Lebensjahr oder dann allerspätestens nach der Hochzeit von allen damit genervt, wann sie ein Kind bekommen? Findest Du das auch unhöflich? Schliesslich kann man auch einfach aus Liebe und nicht der Kinder wegen heiraten.“ Wieder sucht der Signore nach einer guten Antwort und meine Gedanken rattern schon wieder weiter. „Liegt es in unserem Monatsbudget drin, dass ich mir den neuen Chanel-Lippenstift aus der Sommerkollektion kaufe?“ Da kommt die Antwort etwas schneller. „Hast Du nicht schon zig Chanel-Lippenstifte“, will er dann wissen, während ich von ihm wissen will, was wir dieses Wochenende zusammen kochen könnten. Irgendwann gehen dann auch mir die Fragen aus. Wenn ich den ganzen Fragenkatalog abgespult habe, nimmt er meine Hand und meint, dass er gerne mit mir auf Reisen gehe. Der Mann hat Nerven…;)

In Freiburg waren wir aber sicher nicht zum letzten Mal. Das nächste Mal hätte ich aber gerne etwas Sonnenschein.
Wie war Euer verlängertes Wochenende? Konntet Ihr es geniessen? Ich hoffe es sehr und wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche, die ja wieder mit einem verlängerten Wochenende gekrönt wird!


Herzlichst, Eure Signora Pinella

Dienstag, 12. Mai 2015

Nachos, Napa Valley, Seelöwen und Alcatraz...

Ein letztes Mal möchte ich Euch ein paar Bilder aus Amerika zeigen. Denn ich habe festgestellt, dass ich Euch ein paar Schnappschüsse aus San Francisco und dem Napa Valley vorenthalten habe, die mir gut gefallen. In der Zeit dort hatten wir unsere richtigen Ferien. In New York und Las Vegas musste der Signore ja leider arbeiten (hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier gibt es noch mehr Bilder und Geschichten aus Amerika). Und dann habe ich auch noch ein Rezept für leckere, überbackene Nachos für Euch. Wir essen das im Moment mehrmals pro Woche, weil es so schnell geht und weil ich die unglaublich guten Nachos aus der „Chillounge“ (einem Lokal am Mühleplatz in meiner Heimatstadt Thun) so dermassen vermisse. Solltet Ihr mal nach Thun kommen, müsst Ihr dort unbedingt Nachos essen gehen - hier gehts zur Website der Chillounge;)
In San Francisco gab es drei Dinge, die mich besonders beeindruckt haben: Der Besuch des ehemaligen Hochsicherheitsgefängnisses Alcatraz, die Seelöwen im Hafenviertel Fisherman‘s Wharf und der Ausflug in die Weingegend Napa Valley. Der Signore macht sich regelmässig darüber lustig, dass ich alleine um die Seelöwen wieder zu sehen, nach San Francisco fliegen würde. Vielleicht haben mir die Kerlchen einfach so gefallen, weil ihr Verhalten etwas sehr menschliches hatte. Sie lieben es faul in der Sonne zu liegen, suchen die ganze Zeit die Nähe ihrer Familie und streiten sich dann trotzdem immer wieder um den besten Platz auf dem Floss. Ich konnte mich damit gut identifizieren. Das geht doch oft in Familien nicht anders, man kann nicht mit aber auch nicht ohne einander;)

Während ich die Seelöwen lustig und unterhaltsam fand, berührte mich der Besuch in ehemaligen Hochsicherheitsgefängnis Alcatraz sehr. Denn auch an einem warmen Tag voller Sonner konnte ich mir vorstellen, wie kalt es in diesen Gemäuern werden kann, wenn der Nebel in der Bucht liegt. Alcatraz liegt auf einer Insel und ist nur mit dem Boot zu erreichen. Weil die Strömung um die Insel herum so stark ist, galt es als absolut ausbruchsicher. Trotzdem haben immer wieder Häftlinge versucht zu fliehen und sind dabei gestorben. Nach unserem Besuch auf der Insel habe ich den Signore etwa noch drei Tage mit Fragen gelöchert, warum Menschen so schlimme Dinge tun und was einen Menschen so schlecht macht, dass er danach in so einem Gefängnis landet. Später wurde die Insel dann auch einmal von der indianischen Unabhängigkeitsbewegung besetzt. Davon zeugt noch heute eine Anschrift am Wasserturm von Alcatraz.  Im krassen Gegensatz zur bedrückenden Atmosphäre im Gefängnis standen die wundervollen Blumen, die auf der Insel wuchsen und eine Kunst-Ausstellung mit bunten Bildern und einem grossen Drachen in der ehemaligen Werkstatt von Alcatraz.
Die Ausfahrt nach Napa Valley, die berühmte Weingegend Kaliforniens, war dann so das entspannende, wohltuende Kontrastprogramm zu Alcatraz. Die Gegend ist sehr lieblich, die Kirschbäume blühten und wir fühlten uns dort bei leckerem Kuchen und Kaffee so richtig wohl. An vielen Orten gibt es auch wundervolle Wellnesshotels. Wir wären am liebsten noch ein paar Nächte dort geblieben und hätten es uns einfach gut gehen lassen. Weil es dann aber schon nach Las Vegas weiter ging, beschränkten wir uns darauf eine Flasche Zinfandel zu kaufen, für diesen Wein ist das Napa Valley bekannt, und diesen dann am Abend in unserem Apartment in San Francisco zu trinken, während wir uns ein Spiel der Golden State Warriors (unserem Lieblings-Basketball-Team) ansahen. 

Und nun zu meine heiss geliebten überbackenen Nachos. Dafür braucht Ihr einfach eine Tüte Nacho-Chips, drei kleine Peperoni (aber wirklich die ganz Kleinen), einen jungen Käse (ich nehme auch gerne Pizza-Mozzarella, der andere zieht zu viel Wasser wenn er schmilzt und dann die Nachos durchweicht), den Ihr verkleinern und über die Nachos streuen könnt und etwas Pfeffer und eine Crema di Balsamico. Die Nachos in eine feuerfeste Form geben, die Peperoni ganz klein schneiden und zusammen mit dem geriebenen Käse darüber streuen, das Ganze mit etwas Pfeffer bestreuen und bei etwa 150 Grad maximal 10 Minuten im Backofen lassen. Danach etwas Crema di Balsamico darüber träufeln und die Nachos noch warm zusammen mit Sauerrahm und Guacamole servieren. 
Da wir uns immer so grosse Portionen machen, ersetzen die Nachos meist gleich das ganze Abendessen. Zusammen mit einem Bier oder einem Drink mit Tequila sind sie eine schöne und etwas andere Art Aperitif.  

Ich hoffe, dass Euch die kurze, virtuelle Reise nach San Francisco gefallen hat und wünsche Euch einen wundervollen Tag!

Herzlichst, Eure Signora Pinella