Samstag, 25. April 2015

Tafelfreuden in Pink...

Immer wieder schreibe ich auf diesem Blog über das Essen. Mir ist aber aufgefallen, dass ich bisher wenig über die Präsentation von Speisen geschrieben habe. In meinem Elternhaus ist das Decken des Tisches jeweils ein wichtiges Ritual, bei dem ich bereits als kleines Kind gerne geholfen habe. Bis heute ist das Eindecken des Tisches für mich so etwas wie das Schmücken des Weihnachtsbaumes. Ich freue mich dabei auf die Gäste, das gute Essen und fühle mich fröhlich und beschwingt. An Festtagen und wenn Besuch kommt, holt Mama Pinella das gute Geschirr und das Silberbesteck hervor. Sie deckt den Tisch mit weissem Leinen, schneidet im Garten Blumen, um den Tisch zu dekorieren, und legt jedem Gast ein Schokoladenherz zu seinem Gedeck. 
Weil unsere Familie mittlerweile schon sehr gross ist, hat sich  meine Mama genügend Weingläser in jeder Grösse und Teller besorgt. Nicht dass es ihr plötzlich wie im Märchen Dornröschen ergeht, in dem die dreizehnte Fee nicht zum Essen geladen werden kann, weil zu wenig Geschirr vorhanden ist und die beleidigte Dame dann das Dornröschen zu ewigem Schlaf verdammt hat. Nein, Mama Pinella passiert das nicht.

Da ich eben diesen Aspekt des Essens bis auf den Post hier etwas vernachlässigt habe, möchte ich gerne eine neue Serie starten. In Anlehnung an den Blog der lieben Sonja (hier geht’s zu ihrem Blog) werde ich die Reihe „Tafelfreuden“ nennen. Denn ein gutes Essen hat eine schöne Tafel verdient. 
Eine festlich gedeckte Tafel beinhaltet aus meiner Sicht folgende Komponenten:

1.      Geschirr und Gläser: Die elementare Grundlage ist natürlich das Geschirr. Ich habe eines von meiner Oma geerbt, das bereits meiner Uroma gehörte. Im Alltag brauchen wir auch oft ein günstiges Geschirrset, das sich der Signore für seine erste Wohnung gekauft hat. Ich muss aber ganz offen gestehen, dass ich eine zu ausgeprägte Vorliebe für Geschirr habe und immer gerne mal wieder in der Brockenstube ein paar weitere Stücke dazu kaufe… Auch die Gläser finde ich eine wichtige Komponente. Ein schönes Wasserglas ist einfach ein Muss und ein passendes Weinglas auch, wenn man denn Wein serviert. Schöne Gläser müssen nicht mal teuer sind. Oft findet man richtiges Kristallglas günstig in Brockenstuben.

2.      Besteck: Meist befinden sich in den Besteckkästen sechs Stück. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das zu wenig ist, da man ja auch oft während des Kochens Besteck braucht. Zwölf Stück zu kaufen macht sicher Sinn – ich muss gestehen, dass ich zwei Bestecksets mit mindestens je achtzehn Stück besitze. Der Signore macht sich deshalb oft lustig über mich… Das eine ist ein Silberbesteck, das ich von meiner Tante geerbt habe, Ihr könnt es hier auf den Bildern sehen, und das andere habe ich im Ausverkauf günstig ergattert. Im Moment träume ich von einem zusätzlichen Besteckset in roségold. Aktuell gibt es ein solches in der Schweiz heruntergeschrieben bei der Nobelkaufhauskette Globus und jedes Mal, wenn wir dort sind, weise ich den Signore daraufhin wie schön das Besteck ist und dass ich bald schon Geburtstag habe...

3.      Tischwäsche: Da meine Grosseltern eine Weberei hatten, bin ich gut mit richtig schöner Tischwäsche ausgestattet worden. Ja, die ist auch relativ aufwändig in der Pflege. Grundsätzlich finde ich es aber etwas sehr Schönes, den Tisch auch mal mit richtigen Stoffservietten und Tischtüchern zu decken.

4.      Kerzen: Wenn irgendwie möglich platziere ich gerne eine paar Kerzen auf dem Tisch. Besonders wenn es dann dunkel wird, geben sie dem Raum ein besonderes Licht und sorgen für festliche Stimmung.

5.      Namen- oder Menükarten oder Schokolade: Es verleiht jedem Tisch eine persönliche Note, wenn man den Gästen eine kleine Aufmerksamkeit zum Teller legt, ihren Platz anschreibt oder eine Menükarte auf den Tisch legt.

6.      Blumen: Blumen gehören einfach auf einen schön gedeckten Tisch. Damit sich die Gäste während dem Essen auch noch unterhalten können, achte ich darauf, dass die Blumen nicht zu hoch sind und die Sicht verdecken. Mir gefällt es auch, wenn man einzelne Blüten in verschiedene Gläser stellt. So hat das die Floristin an unserer Hochzeit (siehe hier) gemacht.

Bei der Tischdeko auf den Bildern habe ich auf ein Tischtuch verzichtet, da ich mich im Moment so sehr über unseren Holztisch freue, den der Signore selber gezimmert hat. Dafür habe ich unter die Gedecke Platzteller gelegt. Die Pfingstrosen habe ich mit Hilfe eines Blumenigels (oder wie sagt man diesen wirklich genialen Dingern) in einer Suppenschüssel arrangiert, welche uns die Grosstante vom Signore vererbt hat.

Um die Servietten habe ich eine Satinschleife gebunden und daran ein Schmetterlingsanhänger befestig (diese gibt es aktuell in der Schweiz bei Globus).

Auch wenn sie vielleicht etwas nach Barbie aussehen, liebe ich meine knallpinken Gläser. Ich betone ja gerne, dass die Farbe eigentlich Magenta und nicht Pink ist. Sie sorgen für weitere farbige Akzente auf dem Tisch.

Nun hoffe ich, dass ich Euch etwas dazu inspirieren konnte gutes Essen an einer schönen Tafel zu geniessen. Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag und ein erholsames Wochenende!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Kommentare:

  1. Da habe ich wirklich noch Potenzial... Beim Tischdecken geht noch was ;)
    Herzlichst
    yase

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    1. Mein Tisch sieht auch nicht immer so aus liebe Yase;)
      Herzlichst, Signora Pinella

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  2. Ja, meine liebe Signora, ich bin ganz ähnlich aufgewachsen, und als mal in meiner zarten Kindheit Silber billig war, habe ich ein Silberbesteck bekommen. Tischdecke, schöne Gläser, Kärtchen... bis heute wird das bei Familienfesten zelebriert. Woher hast du denn schon jetzt Pfingstrosen? In unserem Gärtchen sind bisher nur braune Triebe.
    Ich bin ein Rosafan. Mir gefällt's so :-)
    Bis bald,
    Aangelika

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    1. Liebe Angelika, gell Pfingstrosen sind so schön. Diese habe ich gekauft und sie haben bereits nach einem tag die Köpfchen hängen lassen (und glaube mir, sie waren nicht billig). Hier in der Schweiz ist die Vegetation aber schon recht weit. Ich muss mal meine Mama fragen, wie es ihren Pfingstrosen geht. Nebst Ranunkeln und Wildrosen sind das meine absoluten Lieblingsblumen. Finde es interessant, dass das Tischdecken bei Euch Daheim auch zelebriert wurde. Schön ist das!
      Herzlichst, Signora Pinella

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  3. Stimmt, ein schön gedeckter Tisch hat schon was. Meine Mutter und Großmutter haben sich auch immer eine Ehre daraus gemacht, die Sonntags- oder Gästetafeln schön herzurichten. Deine wunderbaren und inspirierenden Fotos machen Lust darauf, wieder damit anzufangen. Morgen habe ich Gäste … also, mal kucken, was der Blumengarten und das Geschirr so hergeben.
    Liebe Grüsse,
    Claudine

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    1. Vielen Dank liebe Claudine! Früher wurde das Tischdecken wohl schon mehr zelebriert als heute. Aber da gehörte ein komplettes Service ja auch zur Aussteuer jeder jungen Frau. Da sind wir heute halt etwas moderner. Ich hatte einfach Glück, dass ich von allen Seiten so viel geerbt habe.
      Würde mich interessieren, wie Du jetzt Deinen Tisch gedeckt hast?!
      Herzlichst, Signora Pinella

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  4. Hallo,
    du hast den Tisch wunderschön gedeckt! Blühen bei euch schon die Pfingstrosen?
    Bei uns in den Bergen ist die Natur noch nicht ganz so weit.
    Ganz liebe Grüße,
    Christine

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    1. Danke liebe Christine! Wie ich bereits oben geschrieben habe, musste ich die Pfingstrosen kaufen und es war ein ziemlicher Reinfall. Wenigstens auf den Bildern haben sie sich noch einigermassen gehalten... Ich freue mich jetzt auf die aus Mamas Garten.
      Schön, dass Du bei mir vorbeigeschaut hast!
      Herzlichst, Signora Pinella

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  5. Hallo Du,
    ja, an einem schön hergerichteten Tisch sitzt man doppelt so gerne und meistens auch doppelt so lange. *g*
    Ich mag das auch total gerne und nehme immer mal wieder ein anderes Geschirr, das aber leider sehr viel Platz weg nimmt. Tischdecken gibt es nur an Weihnachten und Silvester, ansonsten einen Läufer oder ein Deckchen, denn wie Du sagst: Ein Holztisch ist einfach so schon schön genug!
    LG
    Manu

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