Dienstag, 28. April 2015

Italien ist überall und Tiramisù-Geheimnisse...

Vor einer Woche wurde mir die grosse Ehre zuteil, dass mir eine richtige Italienerin ihre ganz persönlichen Tiramisù Tricks und Kniffe verraten hat. Sie lebt mit ihrem Mann in der Schweiz und ist eine hervorragende Köchin – sie musste mir versprechen, dass sie mir noch mehr aus ihrer Küche zeigt. Als ich mich so mit ihr unterhalten habe, wurde mir einmal mehr bewusst, was es für einen Menschen bedeutet, wenn er auswandert und weit weg von seiner Familie lebt. Ich habe das auch in Amerika gesehen, wo ich etliche Italiener kennen gelernt habe. Immer wenn sie dann von Italien sprachen, bekamen sie diesen sehnsuchtsvollen Blick.
Ich kann diesen Blick nur zu gut verstehen, weil ich ihn wohl selber auch oft gehabt habe, wenn ich in Italien über die Schweiz gesprochen habe. Doch manchmal kann man sich halt seine Lebensumstände einfach nicht aussuchen und es ist eine traurige Tatsache, dass es für viele Italiener seit jeher einfacher war, das Glück in einem fremden Land zu suchen, als in ihrer Heimat zu bleiben. So kamen vor vielen, vielen Jahren übrigens auch meine Vorfahren in die Schweiz. In Amerika hat es mich besonders fasziniert, wie sich die Italiener zusammen organisiert und richtige Quartiere gegründet haben, wo man sich problemlos auch auf Italienisch verständigen kann. Ich habe das überprüft.

Ich habe auch festgestellt, dass einem das Zubereiten von vertrauten Speisen ein Gefühl von Heimat vermittelt – egal wo man gerade ist. Essen als Therapie gegen die Nostalgia/das Heimweh sozusagen. Ich finde das wunderbar. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie der Signore sich gefreut hat, als ich es geschafft habe in New York Greyerzer-Käse aufzutreiben und ihm diesen mit einer grossen Schüssel Salat und Pellkartoffeln serviert habe. Dieses simple Essen riecht und schmeckt für uns immer nach Heimat und Geborgenheit.

So war auch das Zubereiten des uritalienischen Desserts Tiramisù mit einer Italienerin, die in der Schweiz lebt und halt auch ab und zu etwas Nostalgia hat, ein besonderes Erlebnis für mich. Denn als sie über das Essen sprach, haben ihre Augen gefunkelt. Sowieso wird meiner Meinung nach nirgends auf der Welt so leidenschaftlich über das Essen gesprochen wie in Italien. Tiramisù bedeutet ja auch „zieh mich hoch“. Es ist also ein Dessert, das einem im wahrsten Sinne des Wortes aufmuntert und Freude gibt.

Hier nun also die wichtigsten Tricks und Kniffe einer Italienerin für ein kinderfreundliches Tiramisù ohne Eier.

1.      Die Grundzutaten für das Tiramisu sind 500 Gramm Mascarpone, 2,5 dl geschlagener Vollrahm, ein oder je nach Geschmack auch zwei Stracciatella-Joghurt, Löffelbiskuits (in Italien Savioardi genannt), 2 Tassen Milchkaffe oder 2 Tassen Schokolade und optional etwas Amaretto und Kakaopulver.
2.      Zuerst werden Mascarpone, der Rahm und das Joghurt gut vermischt. Die Schokoladenstückchen geben der Masse einen extra guten Geschmack.
3.      Bevor die Löffelbiskuite in die Schale geschichtet werden, werden sie in den Milchkaffe oder die Schokolade getaucht. Dank dieser Technik werden sie weniger durchweicht und erhalten wegen der Milch einen extra sämigen und leckeren Geschmack.
4.      Wer das Tiramisu ohne Alkohol und Kaffee zubereitet, macht Kindern damit eine grosse Freude (meine drei kleinen Nichten lieben dieses Dessert). Auch für Schwangere ist diese Variante gut geeignet. Gleichzeitig kann man ganz einfach eine Variante des Tiramisùs für Erwachsene machen, indem man etwas Amaretto oder Obstbrand in den Kaffee gibt und dem Ganzen so einen gewissen Twist verleiht.
5.      Weil das Tiramisù ohne Eier hergestellt wird, ist es etwas länger haltbar und eine einfache Einsteigervariante für alle die, denen das Hantieren mit rohen Eiern noch etwas suspekt ist.

Ich kann Euch dieses Tiramisù sehr empfehlen. Es schmeckt wirklich hervorragend. Mein eigenes Tiramisu-Rezept habe ich Euch bereits hier verraten. Jetzt wo dann auch die Erdbeeren langsam reif sind, ist es eine schöne Variante über das Löffelbiskuit etwas fein geschnittene, frische Erdbeeren zu schichten.
Was ist Euer "Ich fühle mich zu Hause"-Essen? Das würde mich sehr interessieren!

Ich wünsche Euch einen schönen Tag und hoffe, dass Ihr bald einmal Zeit findet ein solches Tiramisù herzustellen und Euch von seiner belebenden Wirkung überzeugen zu lassen;)!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Kommentare:

  1. Liebe Signora Pinella

    Vielen herzlichen Dank für diese wunderschönen Bilder und das Rezept für Tiramisu ohne Eier. Ich mag die italienische Küche ja eh extrem gerne und Tiramisu gehört zu meinen Lieblingsdesserts :-)

    Herzlich, Kuisine

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  2. und bei diesem Blogeintrag musste ich wieder an die schönen Tage denken, die ich mit dir in Florenz verbringen durfte (schwelg schwelg..)!

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    1. Danke liebe Kuisine! Ja, unsere Kocherei und Shopperei in Florenz würde ich ja fast schon als legendär bezeichnen. Mir hat es sehr gefreut, dass Du uns besucht hast. Wäre schön, das zu wiederholen!
      Herzlichst, Signora Pinella

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  3. Ich LIEBE Tiramisú.... Danke für das freundliche Rezept :)
    Hm, mein ichbinzuhauseessen? Irgendwas mit Kartoffeln :)))
    Herzlichst
    yase

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    1. Gell liebe Yase, Kartoffeln sind das ultimative "ich bin daheim essen";) Ich hab mir noch gedacht, dass Du Dich über die Tiramisu-Tipps einer Italienerin freuen könntest;)
      Herzlichst, Signora Pinella

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  4. Cara Signora Pinella,

    vielen Dank für die wundervollen Fotos und das Tiramisu-Rezept. Zwar mag ich ich es eher herzhaft, aber hier könnte ich dann doch schwach werden....

    Mein ichbinzuhauseessen, eine gute Suppe.

    Toskanische Grüße,

    Claudia

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  5. Liebe Signora Pinella,
    danke für die Tipps. Es gibt ja viele unterschiedliche Varianten und jeder kann es ja halten, wie er will, aber Joghurt gehört defintiv nicht in eine echte Tiramisu. Das haben mir inzwischen mehrere Italiener bestätigt.
    Herzliche Grüße
    Daniela

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