Dienstag, 28. April 2015

Italien ist überall und Tiramisù-Geheimnisse...

Vor einer Woche wurde mir die grosse Ehre zuteil, dass mir eine richtige Italienerin ihre ganz persönlichen Tiramisù Tricks und Kniffe verraten hat. Sie lebt mit ihrem Mann in der Schweiz und ist eine hervorragende Köchin – sie musste mir versprechen, dass sie mir noch mehr aus ihrer Küche zeigt. Als ich mich so mit ihr unterhalten habe, wurde mir einmal mehr bewusst, was es für einen Menschen bedeutet, wenn er auswandert und weit weg von seiner Familie lebt. Ich habe das auch in Amerika gesehen, wo ich etliche Italiener kennen gelernt habe. Immer wenn sie dann von Italien sprachen, bekamen sie diesen sehnsuchtsvollen Blick.
Ich kann diesen Blick nur zu gut verstehen, weil ich ihn wohl selber auch oft gehabt habe, wenn ich in Italien über die Schweiz gesprochen habe. Doch manchmal kann man sich halt seine Lebensumstände einfach nicht aussuchen und es ist eine traurige Tatsache, dass es für viele Italiener seit jeher einfacher war, das Glück in einem fremden Land zu suchen, als in ihrer Heimat zu bleiben. So kamen vor vielen, vielen Jahren übrigens auch meine Vorfahren in die Schweiz. In Amerika hat es mich besonders fasziniert, wie sich die Italiener zusammen organisiert und richtige Quartiere gegründet haben, wo man sich problemlos auch auf Italienisch verständigen kann. Ich habe das überprüft.

Ich habe auch festgestellt, dass einem das Zubereiten von vertrauten Speisen ein Gefühl von Heimat vermittelt – egal wo man gerade ist. Essen als Therapie gegen die Nostalgia/das Heimweh sozusagen. Ich finde das wunderbar. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie der Signore sich gefreut hat, als ich es geschafft habe in New York Greyerzer-Käse aufzutreiben und ihm diesen mit einer grossen Schüssel Salat und Pellkartoffeln serviert habe. Dieses simple Essen riecht und schmeckt für uns immer nach Heimat und Geborgenheit.

So war auch das Zubereiten des uritalienischen Desserts Tiramisù mit einer Italienerin, die in der Schweiz lebt und halt auch ab und zu etwas Nostalgia hat, ein besonderes Erlebnis für mich. Denn als sie über das Essen sprach, haben ihre Augen gefunkelt. Sowieso wird meiner Meinung nach nirgends auf der Welt so leidenschaftlich über das Essen gesprochen wie in Italien. Tiramisù bedeutet ja auch „zieh mich hoch“. Es ist also ein Dessert, das einem im wahrsten Sinne des Wortes aufmuntert und Freude gibt.

Hier nun also die wichtigsten Tricks und Kniffe einer Italienerin für ein kinderfreundliches Tiramisù ohne Eier.

1.      Die Grundzutaten für das Tiramisu sind 500 Gramm Mascarpone, 2,5 dl geschlagener Vollrahm, ein oder je nach Geschmack auch zwei Stracciatella-Joghurt, Löffelbiskuits (in Italien Savioardi genannt), 2 Tassen Milchkaffe oder 2 Tassen Schokolade und optional etwas Amaretto und Kakaopulver.
2.      Zuerst werden Mascarpone, der Rahm und das Joghurt gut vermischt. Die Schokoladenstückchen geben der Masse einen extra guten Geschmack.
3.      Bevor die Löffelbiskuite in die Schale geschichtet werden, werden sie in den Milchkaffe oder die Schokolade getaucht. Dank dieser Technik werden sie weniger durchweicht und erhalten wegen der Milch einen extra sämigen und leckeren Geschmack.
4.      Wer das Tiramisu ohne Alkohol und Kaffee zubereitet, macht Kindern damit eine grosse Freude (meine drei kleinen Nichten lieben dieses Dessert). Auch für Schwangere ist diese Variante gut geeignet. Gleichzeitig kann man ganz einfach eine Variante des Tiramisùs für Erwachsene machen, indem man etwas Amaretto oder Obstbrand in den Kaffee gibt und dem Ganzen so einen gewissen Twist verleiht.
5.      Weil das Tiramisù ohne Eier hergestellt wird, ist es etwas länger haltbar und eine einfache Einsteigervariante für alle die, denen das Hantieren mit rohen Eiern noch etwas suspekt ist.

Ich kann Euch dieses Tiramisù sehr empfehlen. Es schmeckt wirklich hervorragend. Mein eigenes Tiramisu-Rezept habe ich Euch bereits hier verraten. Jetzt wo dann auch die Erdbeeren langsam reif sind, ist es eine schöne Variante über das Löffelbiskuit etwas fein geschnittene, frische Erdbeeren zu schichten.
Was ist Euer "Ich fühle mich zu Hause"-Essen? Das würde mich sehr interessieren!

Ich wünsche Euch einen schönen Tag und hoffe, dass Ihr bald einmal Zeit findet ein solches Tiramisù herzustellen und Euch von seiner belebenden Wirkung überzeugen zu lassen;)!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Samstag, 25. April 2015

Tafelfreuden in Pink...

Immer wieder schreibe ich auf diesem Blog über das Essen. Mir ist aber aufgefallen, dass ich bisher wenig über die Präsentation von Speisen geschrieben habe. In meinem Elternhaus ist das Decken des Tisches jeweils ein wichtiges Ritual, bei dem ich bereits als kleines Kind gerne geholfen habe. Bis heute ist das Eindecken des Tisches für mich so etwas wie das Schmücken des Weihnachtsbaumes. Ich freue mich dabei auf die Gäste, das gute Essen und fühle mich fröhlich und beschwingt. An Festtagen und wenn Besuch kommt, holt Mama Pinella das gute Geschirr und das Silberbesteck hervor. Sie deckt den Tisch mit weissem Leinen, schneidet im Garten Blumen, um den Tisch zu dekorieren, und legt jedem Gast ein Schokoladenherz zu seinem Gedeck. 
Weil unsere Familie mittlerweile schon sehr gross ist, hat sich  meine Mama genügend Weingläser in jeder Grösse und Teller besorgt. Nicht dass es ihr plötzlich wie im Märchen Dornröschen ergeht, in dem die dreizehnte Fee nicht zum Essen geladen werden kann, weil zu wenig Geschirr vorhanden ist und die beleidigte Dame dann das Dornröschen zu ewigem Schlaf verdammt hat. Nein, Mama Pinella passiert das nicht.

Da ich eben diesen Aspekt des Essens bis auf den Post hier etwas vernachlässigt habe, möchte ich gerne eine neue Serie starten. In Anlehnung an den Blog der lieben Sonja (hier geht’s zu ihrem Blog) werde ich die Reihe „Tafelfreuden“ nennen. Denn ein gutes Essen hat eine schöne Tafel verdient. 
Eine festlich gedeckte Tafel beinhaltet aus meiner Sicht folgende Komponenten:

1.      Geschirr und Gläser: Die elementare Grundlage ist natürlich das Geschirr. Ich habe eines von meiner Oma geerbt, das bereits meiner Uroma gehörte. Im Alltag brauchen wir auch oft ein günstiges Geschirrset, das sich der Signore für seine erste Wohnung gekauft hat. Ich muss aber ganz offen gestehen, dass ich eine zu ausgeprägte Vorliebe für Geschirr habe und immer gerne mal wieder in der Brockenstube ein paar weitere Stücke dazu kaufe… Auch die Gläser finde ich eine wichtige Komponente. Ein schönes Wasserglas ist einfach ein Muss und ein passendes Weinglas auch, wenn man denn Wein serviert. Schöne Gläser müssen nicht mal teuer sind. Oft findet man richtiges Kristallglas günstig in Brockenstuben.

2.      Besteck: Meist befinden sich in den Besteckkästen sechs Stück. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das zu wenig ist, da man ja auch oft während des Kochens Besteck braucht. Zwölf Stück zu kaufen macht sicher Sinn – ich muss gestehen, dass ich zwei Bestecksets mit mindestens je achtzehn Stück besitze. Der Signore macht sich deshalb oft lustig über mich… Das eine ist ein Silberbesteck, das ich von meiner Tante geerbt habe, Ihr könnt es hier auf den Bildern sehen, und das andere habe ich im Ausverkauf günstig ergattert. Im Moment träume ich von einem zusätzlichen Besteckset in roségold. Aktuell gibt es ein solches in der Schweiz heruntergeschrieben bei der Nobelkaufhauskette Globus und jedes Mal, wenn wir dort sind, weise ich den Signore daraufhin wie schön das Besteck ist und dass ich bald schon Geburtstag habe...

3.      Tischwäsche: Da meine Grosseltern eine Weberei hatten, bin ich gut mit richtig schöner Tischwäsche ausgestattet worden. Ja, die ist auch relativ aufwändig in der Pflege. Grundsätzlich finde ich es aber etwas sehr Schönes, den Tisch auch mal mit richtigen Stoffservietten und Tischtüchern zu decken.

4.      Kerzen: Wenn irgendwie möglich platziere ich gerne eine paar Kerzen auf dem Tisch. Besonders wenn es dann dunkel wird, geben sie dem Raum ein besonderes Licht und sorgen für festliche Stimmung.

5.      Namen- oder Menükarten oder Schokolade: Es verleiht jedem Tisch eine persönliche Note, wenn man den Gästen eine kleine Aufmerksamkeit zum Teller legt, ihren Platz anschreibt oder eine Menükarte auf den Tisch legt.

6.      Blumen: Blumen gehören einfach auf einen schön gedeckten Tisch. Damit sich die Gäste während dem Essen auch noch unterhalten können, achte ich darauf, dass die Blumen nicht zu hoch sind und die Sicht verdecken. Mir gefällt es auch, wenn man einzelne Blüten in verschiedene Gläser stellt. So hat das die Floristin an unserer Hochzeit (siehe hier) gemacht.

Bei der Tischdeko auf den Bildern habe ich auf ein Tischtuch verzichtet, da ich mich im Moment so sehr über unseren Holztisch freue, den der Signore selber gezimmert hat. Dafür habe ich unter die Gedecke Platzteller gelegt. Die Pfingstrosen habe ich mit Hilfe eines Blumenigels (oder wie sagt man diesen wirklich genialen Dingern) in einer Suppenschüssel arrangiert, welche uns die Grosstante vom Signore vererbt hat.

Um die Servietten habe ich eine Satinschleife gebunden und daran ein Schmetterlingsanhänger befestig (diese gibt es aktuell in der Schweiz bei Globus).

Auch wenn sie vielleicht etwas nach Barbie aussehen, liebe ich meine knallpinken Gläser. Ich betone ja gerne, dass die Farbe eigentlich Magenta und nicht Pink ist. Sie sorgen für weitere farbige Akzente auf dem Tisch.

Nun hoffe ich, dass ich Euch etwas dazu inspirieren konnte gutes Essen an einer schönen Tafel zu geniessen. Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag und ein erholsames Wochenende!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Mittwoch, 22. April 2015

Rosa herausgeputzt in den Frühling...

Es ist Zeit für den Frühlingsputz und zwar innerlich und äusserlich. Das Ausmisten hat sich während des Zügelns ganz von alleine erledigt. Jetzt habe ich immer mehr das Bedürfnis auch etwas für mich zu tun. Innerlich fing das bereits in Amerika an, wo ich viele Bücher gelesen und mir über einige Dinge und Punkte Gedanken gemacht habe (hier habe ich Euch ja bereits vom Thema Ängste erzählt, das mich zwischendurch sehr beschäftigt). Ich glaube, dass es immer mal wieder an der Zeit ist, sich Gedanken über das eigene Leben zu machen und Dinge bewusst anzupacken. Auch wenn das nicht immer einfach ist. 
Während ich mich nun also innerlich doch schon sehr befreit und wohl fühle, dachte ich in den letzten Tagen, dass es nun auch an der Zeit sei den Frühlingsputz meines Äusseren in Angriff zu nehmen. Denn meine Haut, Haare und Nägel haben in den letzten Wochen wirklich gelitten. Wenn Haare und Haut mit einer Maske auf Vordermann gebracht wurden, ist es für mich die Königsklasse, auch noch die Nägel zu pflegen. Normalerweise reicht mir das Feilen der Nägel und etwas Handcreme. Denn ich bin beim Erledigen der täglichen Arbeiten im Haushalt so oft mit den Händen im Wasser, das der Nagellack nach maximal einem Tag wieder ab ist oder nicht mehr schön aussieht. Und ich trage lieber keinen Lack, als solchen der abgesplittert ist.

Nun habe ich aber Produkte gefunden, die meinen Nagellack etwas länger haltbar machen und mit denen ich meine Nägel gerne lackiere. Damit Ihr auch etwas davon habt, habe ich den Signore meine Nagellackprozedere fotografisch festhalten lassen. Das war gar nicht so einfach, da sich mein lieber Mann in der Regel standhaft weigert, mir bei fotografischen Projekten zur Seite zu stehen. Ehrlich gesagt kommt das auch nicht von Ungefähr. Denn laut dem Signore bin ich ziemlich pedantisch, wenn es um das Fotografieren geht.

Fotoprojekte laufen bei uns dann in der Regel so ab: Zuerst bitte ich den Signore lieb und nett und mit viel Wimpernklimpern mir zu helfen. Er grummelt dann etwas vor sich hin, lässt sich aber, lieb wie er ist, dazu überreden. Wenn er dann mit dem Fotografieren beginnt bemerke ich, dass er aus meiner Sicht die Kamera falsch hält, zu wenig oder zu viel zoomt, die Iso-Einstellung nicht richtig ist und er zu wenige Bilder macht. Ich bin dann auch nicht so diplomatisch in der Formulierung der Kritik, stänkere meist auch noch an den Bildausschnitten, dem Fokus oder daran, dass er mir die Füsse abgeschnitten hat herum. Jedenfalls enden diese Fotoprojekte meist in einem Desaster, auf das ich nicht stolz bin, weil das Problem in erster Linie daran liegt, dass ich dem armen Signore viel zu viele Anweisungen auf einmal gebe und ich viel zu kritisch bin – ist wohl auch eine sogenannte „Deformation Professionell“, da ich in meinem Beruf selber oft fotografieren muss. Das ist auf jeden Fall etwas, das ich dringend an mir ändern möchte – wenn wir schon über das Thema Frühlingsputz reden.
Erstaunlicherweise verlief das letzte gemeinsame Fotoprojekt äusserst harmonisch. Was wohl daran liegt, dass der Signore seine Demotivation und ich meine Zunge im Zaum hatte. Und so kann ich Euch nun Schritt für Schritt von der absolut simplen und schnellen Methode berichten, wie man zu frühlingshaften Fingernägeln kommt.

-       Als ersten Schritt gönne ich meinen Händen ein warmes Ölbad, das die Haut geschmeidig macht.

-       Dann putze ich die Nägel mit Nagellackentferner vom Ölfilm, damit der Lack besser haften bleibt. Anschliessend stosse ich mit einem Rosenholzstäbchen die Nagelhaut zurück und feile die Nägel in eine runde Form. Eigentlich sollte man dafür eine Glasfeile verwenden, da die viel schonender für die Nägel sind. Ich habe mir aber vor Jahren einmal eine Metallfeile gekauft, die ich heiss und innig liebe.

-      Wenn die Nägel vorbereitet sind, grundiere ich sie mit dem Rillenfüller von Dikla. Wenn es schnell gehen soll, sieht auch dieser alleine schon sehr gut aus.

-       Nachdem die erste Schicht getrocknet ist, gebe ich die Farbe „Ballerina“ von Chanel darüber. Ich mag diesen rosa-weissen Farbton extrem und finde, dass die Hände damit sehr gepflegt aussehen.

-        Damit das Ganze besser hält, fixiere ich den Lack zum Schluss mit dem „Good to Go“ Topcoat von Essie. Der lässt den Lack sehr schnell trocknen und verleiht ihm einen schönen Glanz.

Für die ganze Prozedur brauche ich etwa eine Viertelstunde Zeit und muss danach noch eine weitere Viertelstunde zum Trocknen lassen einberechnen. Da der Lack so aber auch wirklich gut und mindestens drei Tage hält, finde ich, dass sich das zwischendurch wirklich lohnt. Einfach auch deshalb, weil es einem ein gutes Gefühl gibt, wenn die Händen ordentlich gepflegt sind. Ich habe ja bereits hier einmal geschrieben, dass für mich Ordnung in der Seele auch mit einem ordentlichen Äusseren einhergeht. Einfach auch aus einer gesunden Portion Selbstliebe heraus.
Die wundervollen Magnolien-Blüten sind mit übrigens bei einem Ausflug nach Glarus begegnet. Denn nachdem ich nun viel von der Welt gesehen habe, möchte ich gerne die Schweiz etwas besser kennen lernen. Als nächstes steht ein Besuch in St.Gallen auf dem Programm. 

Den Magnolien-Baum fand ich so schön, dass ich ihn stundenlang hätte fotografieren können. Der Frühling ist doch einfach wunderbar!

Ich wünsche Euch einen aufgeräumten, frühlingshaften Tag!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Sonntag, 19. April 2015

Träume vom Süden und Zitronen-Limetten Cupcakes...

Immer mehr vermisse ich das Land, in dem laut Goethe die Zitronen blühn. Ich hätte nie gedacht, wie sehr mit Italien einmal fehlen würde. Gerade jetzt, wo es auch hier wärmer wird, würde ich gerne einmal wieder in einem Kaffee an der Piazza Santa Croce in Florenz sitzen, die Sonne auf der Piazzale Michelangelo geniessen und über meinen geliebten Mercato Sant' Ambrogio (über den habe ich hier geschrieben) schlendern. Dieser Markt mit seinem wundervollen Gemüse und den herrlichen Früchten fehlt mir unglaublich. Denn wenn ich einmal nicht wusste was ich kochen soll, bin ich einfach auf den Mercato gegangen, habe mich inspirieren lassen und schon hatte ich tausende Ideen. Um meiner Sehnsucht etwas Abhilfe zu schaffen, habe ich die Tage richtig leckere Zitronen-Limetten Cupcakes gebacken. 
Die Cupcakes linderten nicht nur meine Nostalgia (was das ist, habe ich hier geschrieben - nur ging es damals darum, wie sehr ich die Schweiz vermisse - verkehrte Welt;) nach Italien, sondern erfreuten auch den Signore, der ein grosser Fan von Süssem und insbesondere von so richtig saftigem Gebäck mit Zitronengeschmack ist. Das ist bei uns sowieso eine interessante Sache. Wären da nicht der Signore oder andere dankbare Esser von Süssem, würde ich nur halb so viel backen. Denn ich persönlich ziehe eine deftige Käseplatte oder eine Tüte Chips definitiv jeder Süsspeise vor. Aber eben, bei akuten Sehnsuchtsattacken muss man auch mal eine Ausnahme machen…

Dazu kommt, dass die Frische der Limetten und Zitronen hervorragend zum Frühling passt. Besonders angetan haben es mir auch die Förmchen mit den Schmetterlingen, die ich vor einem Jahr im Kaufhaus Manor ergattert habe. Da sieht man mal wieder, welch schöne Dinge beim Zügeln plötzlich zu Tage kommen, die man vorher total vergessen hatte. Von daher sollten wir eigentlich häufiger umziehen oder zumindest einmal aufräumen;)
Und hier das Rezept für die Zitronen-Limetten-Cupcakes:

Zubereitung: Die Eier und den Weissen- und den Vanillezucker zusammen schaumig schlagen,  dann zuerst die Butter und etwas später noch die restlichen Zutaten dazu geben und alles zu einem schönen, glatten Teig verrühren. Den Teig mit einem Eisportionierer in die Cupcakeförmchen geben und die Cupcakes 20 Minuten im auf 180 Grad vorgeheizten Ofen backen. Besonders saftig werden die Cupcakes, wenn man sie direkt nach dem Backen in der Mitte nochmals mit etwas Zitronen und Limettensaft beträufelt.

Für das Topping werden alle Zutaten miteinander verrührt und müssen dann mindestens zwei Stunden im Kühlschrank abkühlen. Ich gebe sie dafür jeweils bereits in den Spritzbeutel, mit dem ich sie später auf die komplett ausgekühlten Cupcakes aufspritze.

Zutaten für 12 Cupcakes: 2 Eier, 120g Zucker, 2 Teelöffel Vanillezucker, 75g weiche Butter, 170g Mehl, 1 gestrichener Esslöffel Backpulver, 1 Prise Salz, abgeriebene Schale und Saft von je einer Zitrone und einer Limette.

Topping: 150g Puderzucker, 100g Frischkäse (Philadelphia), ½ Teelöffel Vanilleextrakt, 1 Teelöffel Zitronen oder Limettensaft.
Ich träume jetzt noch etwas vom Süden und wünsche Euch einen wundervollen, erholsamen Sonntag!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Donnerstag, 16. April 2015

Erinnerungen festhalten und Tijuana-Burger...

Noch einmal habe ich heute ein paar Bilder von unserer Amerika-Reise und ein Rezept für wirklich leckere, hausgemachte Tijuana-Hamburger mit Süsskartoffel-Chips für Euch. Denn auch wenn es ein Klischee ist, Hamburger und Fast Food im Allgemeinen gehören in Amerika einfach dazu.
Wir haben uns bei unserer Reise für die drei Destinationen New York (weil der Signore dort arbeitete), San Francisco (zum Ferien machen) und Las Vegas (wegen des Kongresses, an dem der Signore teilnahm) entschieden. Es war also so eine Mischung aus Arbeit und Vergnügen – normalerweise reist man ja eher nur zum Vergnügen.

Viele haben mir gesagt, dass New York eine Stadt sei, an die man sich gewöhnen müsse. Und das stimmt. Nachdem ich ein Jahr lang in Italien gelebt habe, das es einem mit seinen hübschen, pittoresken Städtchen sehr leicht macht, brauchte ich tatsächlich etwas Zeit, mich an den Rhythmus von NYC zu gewöhnen. Nach und nach erschloss sich mir aber auch der Reiz dieser Stadt und mittlerweile kann ich sehr gut verstehen, warum sie in so vielen Filmen vorkommt.

Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass ich zwei berühmte Damen treffen durfte. Eine aus Stahl und eine aus Fleisch und Blut. Letztere bewundere ich für ihre Gesangskünste schon lange. Es ist die Jazzsängerin Dee Dee Bridgewater. Sie trat just in der Zeit, in der auch ich in NY war, im Blue Note auf und es war für mich sofort klar, dass ich sie hören will.

Bei der zweiten Dame handelt es sich um die Freiheitsstatue. Weil ich unbedingt nach Ellis Island wollte, das ist die Insel, auf der früher die Einwanderer abgefertigt wurde, bevor sie nach New York reisen durften, lag sie auf dem Weg. Als ich sie vom Festland aus sah, war mein erster Gedanke, dass sie viel kleiner ist, als ich mir das vorgestellt habe. Wenn man dann aber so direkt davor steht, ist die Dame dann aber schon sehr beeindruckend.

Gefreut habe ich mich auch, als ich an der Fifth Avenue neben der amerikanischen Flagge die Schweizer-Fahne mit dem weissen Kreuz auf rotem Grund hängen sah. In Amerika kann man gar nicht anders, als etwas patriotisch zu werden.

Nachdem ich nun nochmal alle Bilder durchgesehen habe, steht für mich fest, dass ich sie nicht nur digital, sondern auch gedruckt festhalten will. Obwohl ich nun gerade beim Zügeln realisiert habe, dass ich viel zu viele Bücher besitze. Ein Buch mit den eigenen Bildern finde ich aber eben trotzdem etwas Wundervolles. Im Google bin ich auf Foto Budni von CEWE gestossen (hier gehts zur Seite). Der Fotoservice bietet eine große Auswahl an Motiven und Themen.  Auch die Handhabung der Seite scheint mir einfach und der Service ist gut.

Bestellen werde ich jedoch bei seinem Schweizer Partner Colorfotoservice (siehe hier), da Foto Budni in seinen Sitz in Deutschland hat. Sobald die Bücher eingetrudelt sind, werde ich sie Euch zeigen. Vielleicht müsst Ihr aber auch noch etwas warten, da es allenfalls ein Geschenk für den Signore wird und der hat erst im November Geburtstag. Aber da er sich sowieso immer beklagt, dass ich im Voraus die Geschenke verraten würde, kann ich es auch gleich hier auf dem Blog schreiben;)
Und hier jetzt noch das Rezept für die wirklich guten Hamburger Tijuana-Stile mit hausgemachtem Ketchup. Diese Form von Hamburger haben der Signore und ich fast am liebsten gegessen, da sie mit einer Avocado Sauce zubereitet werden – daher wohl auch der Name – die einfach unglaublich lecker ist. Da sie in der Vorbereitung doch etwas aufwändig sind, haben sie mit Fast Food nicht mehr wirklich viel zu tun. Aber der Aufwand lohnt sich!

Zubereitung
Brötchen: Alle Zutaten zu einem glatten Teig vermischen, diesen mindestens eine Stunde aufgehen lassen, flache Brötchen daraus formen (diese allenfalls nochmal unter einem feuchten Handtuch etwas gehen lassen) und etwa eine halbe Stunde im auf 180 Grad vorgeheizten Backofen backen.

Hamburger: Zuerst das Ei verrühren, die Gewürze und die Zwiebeln dazu geben und alles gut mit den restlichen Zutaten vermischen. Das Fleisch zu Kugeln formen und dann flachdrücken, damit es die typische, runde Burgerform erhält. Das Fleisch in der Bratpfanne braten (die Amis mögen ihres in der Mitte noch etwas blutig) und allenfalls im Ofen warm stellen.

Chips: Die Kartoffeln und die Süsskartoffeln gut waschen (die Schale kann dran bleiben), in feine Scheiben schneiden, in einer Schüssel mit dem Salz und dem Olivenöl vermischen (wer mag kann auch andere Gewürze wie Pfeffer, Knoblauchpulver oder Kräuter dazu geben) und auf einem Blech verteilen. Die Chips brauchen genug Platz, da sie sonst aneinander backen. Da es eigentlich ein Trocknungs- und nicht ein Backvorgang sein sollte, darf der Ofen nicht zu hoch eingestellt werden. So um die 120 Grad reichen schon. Wie lange es dauert, bis die Chips schön kross werden, kommt auch etwas auf den Ofen an. Der Backvorgang sollte immer gut überwacht und die die Chips ab und zu gewendet werden.

Avocadosauce: Die Avocado aus der Schale lösen, mit dem Zitronensaft beträufeln (damit sie nicht braun wird), die Gewürze darüber geben und das Ganze mit einer Gabel zu einer glatten Masse vermengen.

Ketchup: Für das Ketchup braucht Ihr einen Blender oder einen Stabmixer. Alle Zutaten werden dann einfach zusammen gegeben und püriert.

Zutaten für 6 Personen
Hamburger: 500 Hackfleisch (Rind), 1 Ei, 3 gehäufte Esslöffel Paniermehl, eine fein gehackte Frühlingszwiebel, Salz, Pfeffer, Curry und getrocknete oder frische Kräuter zum Würzen
Brötchen: 500 Gramm Mehl (ich verwendete eine Vollkornmehlmischung mit Sonnenblumenkernen), ½ Teelöffel Salz, 1 Pack Trockenhefe, 3 Deziliter Wasser.
Chips: 2 Süsskartoffel, 4 mittelgrosse Kartoffel, 2 Esslöffel Olivenöl, Salz, Pfeffer
Avocadosauce: 1 reife Avocado, 1 kleine, ganz fein gehackte Frühlingszwiebel, Salz und Arrabbiata-Mix zum Würzen, 1 Esslöffel Zitronensaft
Ketchup: 3 reife Tomaten (gewürfelt), 3 Esslöffel Tomatenmark, 1 gestrichener Esslöffel brauner Zucker, 1 Esslöffel Olivenöl, 1 Esslöffel Essig (vorzugsweise Balsamico), Salz, Pfeffer und Chillipulver zum Würzen

Das Rezept zur hausgemachten Kräutersauce gibt es hier.
Ich wünsche Euch einen schönen Tag und hoffe, dass auch Ihr Erinnerungen habt, in denen Ihr etwas schwelgen könnt!

Herzlichst, Eure Signora Pinella


*Dieser Post entstand mit freundlicher Unterstützung von CEWE. Vielen Dank!