Mittwoch, 7. Januar 2015

Eine Kraftbrühe, dufte Leserinnen und Grüsse an den Signore...

Heute weiss ich gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll. Ich könnte Euch gleich direkt mit dem „der-Signore-ist-neun-Flugstunden-von-mir-entfernt-und-ich-vermisse-ihn-ja-so-sehr-Gejammer loslegen“ oder ich taste mich diskret an dieses Thema heran, indem ich vorher über ein anderes Thema schreibe, das mich sehr beschäftigt. Ich glaube nämlich, dass mein Blog zu weiblich ist. Denn ausser dem Signore, meinem Bruder und meinem Vater, die den Blog nur lesen, weil sie sich ja quasi dazu gezwungen fühlen, habe ich bisher einzig von zwei Männern eine Rückmeldung bekommen, dass sie meinen Blog lesen – der eine hat wohlgemerkt selber einen Blog und der andere Herr ist Journalist und die lesen bekanntlich querbeet alles.

In allen den lieben Kommentaren meiner wundervollen, in meiner Vorstellung herrlich duftenden, unendlich kreativen, gerade Kaffee oder Chai-Latte aus einer hübschen Tasse trinkenden Leserinnen, findet sich kein einziger Beitrag eines Mannes. Nun gibt es da zwei Möglichkeiten. Entweder versuche ich meinen Blog männlicher zu gestalten – was ganz realistisch gesehen völlig unmöglich ist. Glaubt es ruhig! Ich habe sogar auf einem militärischen Gewaltsmarsch mit top trainierten Panzergrenadieren, dem ich aus einem feministischen Wahnsinnsanfall und zwecks Selbsterfahrung, damit ich dann auch als Frau objektiv, sachlich über das Militär berichten kann, teilgenommen habe, ein rosa Sackmesser in der Tasche gehabt. Auch die rosaroten Traubenzucker mit Erdbeergeschmack durften nicht fehlen. Die hat mir dann aber der Zugführer allesamt weg gegessen, weil der noch weniger fit war als ich;) Die zweite Möglichkeit ist es, alles so sein zu lassen, wie es ist. Denn ich mag meine weiblichen Leserinnen und wenn es sie denn irgendwo gibt auch alle lieben Leser.

Dieser Umweg führt mich nun zum zweiten Thema und dazu, dass gerade dieser Post und einige, die noch folgen werden, durchaus auch etwas für Männer sein könnten. Denn ich habe mich entschieden, dass ich dem lieben Signore ab und zu virtuell ein paar kulinarische Grüsse schicken werde. Um mich so richtig darauf einzustimmen, höre ich die passende Musik (siehe hier) dazu. 

Heute geht es los mit einer Kraftbrühe. Denn der Signore war vor seiner Abreise so richtig übel krank. Da er normalerweise derjenige ist, der sich um kranke Menschen kümmert, das ist auch der Grund, warum er in den letzten Jahren zu Studienzwecken so viel herum gereist ist, passte ihm dieser Zustand gar nicht. Bei mir selber habe ich das Kranksein – ganz die treu sorgende Ehefrau;) – hinausgezögert, bis er gegangen war. Dann hats auch mich voll erwischt.

Jedenfalls gibt es für mich ein Mittel erster Wahl, wenn ich krank bin: Eine Hühnerbrühe mit Ingwer. Nichts weckt die Lebensgeister mehr und hilft einem wieder fit zu werden. Sollte der liebe Signore oder auch jemand von Euch lieben, duftenden Leserinnen, Babbo Pinella, Fratello Pinella oder unbekannten, weiteren männlichen Lesern krank werden, könnt Ihr die Suppe nachkochen und Ihr werdet sehen, dass sie ein wahrer Zaubertrank ist.


Und hier das Rezept für meine ganz persönliche Kraftbühe.

Zubereitung: Zuerst wird die Hälfte des Gemüses (bis auf den Ingwer und die Limette) klein geschnitten, die gespickte Zwiebel vorbereitet und alles zusammen mit den zwei Pouletschenkeln in einen Topf mit 2 Liter kaltem Wasser gegeben. Das Ganze erhitzen, die Gewürze zugeben und alles mindestens eine Stunde köcheln lassen, bis sich das Fleisch vom Knochen zu lösen beginnt. Die Suppe wird noch besser, wenn man ihr wirklich genug Zeit lässt. Das können gerne bis zu drei Stunden sein. Ab und zu etwas neues Wasser zugeben, damit die Flüssigkeit immer auf 2 Litern bleibt. Sollte sich Schaum bilden, wird dieser während des Kochens immer wieder abgeschöpft. Nach dem Kochen wird das Fleisch aus dem Topf geholt und vom Knochen geschnitten. Die Brühe wird durch ein Sieb abgeschüttet. Das Fleisch zusammen mit der anderen Hälfte des fein geschnittenen Gemüses und ein paar Limettenscheiben zurück in die geklärte Brühe geben und alles nochmal diesmal zusammen mit dem geriebenen Ingwer aufkochen. Da der Ingwergeschmack sehr dominant ist, ist es allenfalls besser, noch nicht von Anfang an zu viel dazu zu geben. Für die Kraftbrühe ist er aber unerlässlich. Wer sich gar nicht mit Pouletfleisch anfreunden kann, kann das Rezept auch auf vegetarische Art zubereiten. Angeblich sollen aber im Pouletfleisch und den Knochen weitere, wichtige und heilende Stoffe enthalten sein. Sagt zumindest Mama Pinella und die ist so quasi eine selbsternannte Meisterin der Naturheilkunde;)

Zutaten für 2 Portionen: 2 Pouletschenkel (ein ganzes Poulet wäre noch besser, das lohnt sich aber erst ab einer grösseren Menge), eine halbe Zwiebel, auf die mit mindestens zwei Nelken ein Lorbeerblatt aufgesteckt wurde, 2 grosse Karotten, 1 Stange Lauch, 1 Stangesellerie, 1 kleine, rote Chilli, 1 Ingwerknolle, eine halbe Limette, Salz, Pfeffer und allenfalls weitere Gemüse wie Butterbohnen oder Zucchini oder frische Kräuter.

Alleine den würzigen Duft der Suppe einzuatmen ist eine Wohltat!
Und hier noch ein musikalischer Gruss für meinen Liebsten übers Meer (auch wenn er meine Country-Liebe ganz und gar nicht versteht, dafür steht er wenigstens auf meine Flanellhemden und den Cowboyhut;)!

Ich hoffe, dass Ihr alle  gut und ohne Erkältung oder Grippe durch den Winter kommt und Gelegenheit habt, seine schönen Seiten zu geniessen – so wie ich das immer wieder durch mein Küchenfenster tun kann. Und damit es auf dem Blog etwas wärmer oder zumindest südlicher wird, geht es im nächsten Beitrag dann wieder ab nach Italien!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Kommentare:

  1. Liebe Therese, ich halte mir den Bauch vor Lachen - danke!!
    Die Brühe werde ich, obwohl ich ziemlich gesund bin, gerne ausprobieren. Vielleicht zaubert sie ja sogar meine
    leichte Erkältung weg!
    Herzlich, Kathrin

    AntwortenLöschen
  2. Die Suppe hört sich so gut an, da möchte man zumindest ein kleines Schnüpfchen haben ;)
    Bei mir liest wahrscheinlich genau ein Mann mit. Und das ist nicht mein Mann/Bruder/Sohn, sondern mein bester Freund.
    Vater gibt es nicht hier. Aber du liest hin und wieder bei mir, ubd das finde ich supertoll!
    Herzlichst
    yase

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Therese
    Ich glaube, das Problem gibt es nicht nur bei dir. Männer sind einfach anders als Frauen. Ich muss das immer wieder feststellen. Mein Mann liest mein Blog, glaube ich, so gut wie nie. Aber das finde ich auch gar nicht so schlimm. Schliesslich interessiert mich sein Hobby auch nicht sonderlich.
    Die Aussicht von deinem Küchenfenster ist ja wunderbar. Die ist mir, an diesem Abend als ich bei dir war, natürlich nicht aufgefallen. Und die Brühe hört sich doch auch vielversprechend an.
    Ich wünsch dir einen gemütlichen Abend.
    Herzlichst
    Gabriela

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Theresa,
    ich sags Dir - Männer wird man nie ganz verstehen. Und ich hab gesehen,
    dass bei uns von 214 Lesern am Blog 213 weiblich sind :-) Ich glaube das
    ist normal :-). Ich weiß, dass mein Mann und seine Kollegen immer in
    den Blogs lesen (heimlich....), was sie aber nicht wirklich zugeben.
    Mach einfach so weiter wie Du bist - Dein Blog ist wunderbar!!!!!
    Glg Christiane

    AntwortenLöschen
  5. Ich mag deinen Blog so wie er ist ;o)

    AntwortenLöschen