Freitag, 29. August 2014

Drei Juwelen in Florenz, herrliche Gewürze und Aus- und Einsichten…

Nachdem wir den Ferragosto in der Schweiz verbracht haben, darüber habe ich hier geschrieben, sind der Signore und ich nicht nur physisch, sondern auch mit dem Herzen wieder in Florenz angekommen. Denn wie ich das bereits früher einmal hier geschrieben habe, stellen wir nun langsam aber sicher fest, wie die Zeit nur so rast. In vier Monaten ist das Italien Abenteuer schon vorbei. Jedenfalls haben wir nun aber wirklich realisiert, dass wir endlich mit dem Geniessen anfangen sollten. Jetzt haben wir uns eingelebt, die sprachlichen Hürden sind kleiner geworden und daher nehme ich Euch heute an drei wundervolle Orte in Florenz mit.
An meinem ersten Tag, den ich letzten Herbst ganz alleine in Florenz verbrachte, weil der liebe Signore sich an seiner neuen Arbeitsstelle präsentieren musste, habe ich die Dachterrasse vom Kaufhaus „La Rinascente“ an der Piazza della Repubblicca entdeckt. Ich war an diesem Tag ziemlich missgelaunt, weil ich mir beim besten Willen nicht vorstellen konnte, wie ich ein Jahr lang in Florenz leben sollte. Ich war nie die grosse Weltenbummlerin gewesen. Also streifte ich trübsinnig durch Florenz, sah das Kaufhaus la Rinascente, das mich stark an die Globus-Kette in der Schweiz erinnerte, landete dort im obersten Stock in der Haushaltsabteilung und sah, dass von dort aus eine Treppe auf das Dach führte. 

Weil ich völlig auf Koffeinentzug war und die Idee hatte, dass ein Kaffee meine Stimmung heben könnte, stieg ich in das Bistro hinauf und war einfach überwältigt. Florenz lag mir zu Füssen, ich war auf Augenhöhe mit der Domkuppel, sah über die Dächer und das Gewirr aus Antennen, hin zur Piazzale Michelangelo und weiter bis zu den grünen Hügeln des Chiantis. Einfach traumhaft. Seither sitze ich mindestens einmal pro Woche auf dieser Terrasse und schlürfe einen völlig überteuerten Kaffee oder einen leckeren Fruchtsaft und bin jedes Mal begeistert von der Aussicht.
Am liebsten setze ich mich an einen Tisch, von dem aus ich nach auf die Piazza della Repubblicca sehe, denn dort befindet sich ein weiteres Florentiner Juwel. Ein riesiges Karussell, auf dem sogar Erwachsene zugelassen sind. In der Schweiz sind Karussels oft den Kindern vorbehalten, was mich jedes Mal wütend macht. Denn ich liebe Karussels. Meine Geschwister haben mir daher zur Hochzeit sogar ein wunderschönes Miniaturmodell geschenkt, das sich dreht und Musik macht, weil ich zum Fest so gerne ein echtes Exemplar gehabt hätte (Bilder davon gibt es hier). Aber irgendwann muss ja auch mal Schluss sein.

Ein weiterer Ort, den ich in Florenz immer und immer wieder aufsuche ist das Eataly. Der Laden gehört zu einer ganzen Kette, die aus der Slow-Food-Bewegung entstanden ist und liegt in Florenz praktisch neben dem Dom. Auch wenn die Florentiner teilweise die Nase darüber rümpfen, weil es viel zu touristisch sei, ist es für mich der Ort, an dem ich die hochwertigsten Lebensmittel kaufen kann. Beispielsweise das Fleisch ist in Italien einfach schlecht und im Eataly gibt es gutes Biofleisch, wie ich es sonst nirgends kaufen kann. Da mir die Qualität des Fleisches sehr wichtig ist, gebe ich auch gerne ein paar Euro mehr dafür aus.
Und wenn wir denn schon beim Fleisch sind, möchte ich kurz noch etwas zu den wunderbaren Gewürzmischungen „il Boschetto“ sagen. Sie werden in der Maremma in der Toskana produziert. Bereits die hübsche, nostalgische Verpackung finde ich einfach zum Niederknien. Normalerweise mische ich mir meine Gewürze ganz gerne selber zusammen, aber bei diesen kann ich einfach nicht wiederstehen. Und sie schmecken auch wirklich hervorragend. Einfach so als kleine Kaufempfehlung für Euren nächsten Aufenthalt in der Toskana. Ihr solltet sie in gut assortierten Spezialitätengeschäften finden.

Ich verwende diese Gewürze auch sehr gerne für Fischgrillspiesse, wie ihr sie auf den Bildern sehen könnt. Weil solange es in Florenz noch warm ist, werde ich auch noch Sommerküche kochen!

Wenn ich so darüber nachdenke, dass ich tatsächlich in einer Stadt gelandet bin, in der es auf engstem Raum ein wunderbares Kaufhaus, ein herrliches Spezialitätengeschäft und ein Karussell und unzählige weltberühmte Kunstwerke gibt, komme ich zur Einsicht, dass das Leben doch einfach herrlich ist… Oder wie good old Louis singen würden "C'est ci bon" (hier könnt Ihr Euch mit Louis ins Wochenende swingen;)!

Ich wünsche Euch allen einen schönen Tag, ein erholsames Wochenende und dass Ihr Euch an dem Ort wohl fühlt, an den Euch das Leben gerade hingebracht hat!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. Hier noch die Links zu www.rinascente.it und www.eataly.it

Mittwoch, 27. August 2014

Ein Souvenir mit Stil zweiter Teil...

Nachdem der Post über unser Hochzeitsfest alle Rekorde gebrochen hat und so oft angeklickt und geteilt wurde wie noch Keiner zuvor, geht es heute wieder zurück in südlichere Gefilde. Leider kann ich Euch ja nicht jeden Tag mit Hochzeitsbildern beglücken, auch wenn Euch das offenbar gefallen würde. Ich möchte aber an dieser Stelle einmal allen danken, die meinen Blog weiterempfehlen, den Blog auf ihrer Seite verlinkt haben, Links auf Facebook teilen und meine Texte und Bilder kommentieren. Ich freue mich immer riesig darüber. Auch deshalb, weil ich mich hier unten im Süden manchmal etwas einsam fühle und mich nach Kommunikation mit meinen lieben Mitmenschen sehne. Kommunikation kommt zwar in Italien eigentlich auch nicht zu kurz. Gerade letzte Woche waren der Signore und ich in der Schweiz zum Essen eingeladen und mussten beschämt feststellen, dass wir in Italien zu unglaublichen Quasselstrippen mutiert sind… Sagen wir so, er spricht jetzt einfach fast gleich viel wie ich;) Aber eben, Kommunikation auf Italienisch und in einem mörderischen Tempo ist mir dann doch oft zu mühsam…
In einem bestimmten Fall nehme ich es aber immer wieder mit Freuden auf mich Italienisch zu sprechen: Beim Einkaufen. Im heutigen Post soll es daher um ein besonders schönes Shoppingerlebnis in Florenz gehen. Darüber, dass Papier und Siegel ein schönes Mitbringsel aus Florenz sind, habe ich ja bereits hier und hier geschrieben. Es gibt aber noch etwas Weiteres, in dem die Florentiner oder auch die Toskaner im Allgemeinen oder vielleicht sogar die Italiener ganz gross sind. Und das ist die Herstellung von Biokosmetika mit hochwertigen Inhaltsstoffen.

Vor noch nicht allzu langer Zeit waren mir Inhaltsstoffe in Kosmetika völlig schnuppe. Ein gutes Gesichtswässerchen, eine Creme oder ein Dusch mussten nicht mehr als gut riechen, nicht allzu teuer sein und allenfalls noch schön aussehen. Nach und nach hat sich meine Einstellung dazu verändert. Mir wurde bewusst, dass es sich bei Kosmetika ähnlich verhält wie mit dem Essen. Entweder stopft man sich den ganzen Tag mit Fast Food voll oder man bemüht sich um gute Zutaten und Ingredienzen. Obwohl ich auch immer noch ab und zu ganz herkömmliche Produkte verwende, bemühe ich mich immer mehr auf die Inhaltsstoffe meiner Beautyprodukte zu achten.

So ist Florenz für mich in dieser Hinsicht ein Paradies. Denn hier gibt es nicht nur wunderbare Schreibwarengeschäfte, die Cartoleria heissen, sondern man kann in Florenz herrliche Biokosmetika in den Läden mit dem Namen "Erboristeria"' kaufen . Das Wort steht für die Pflanzenkunde im Allgemeinen. Besonders berühmt für seine Salben und Duftwasser ist das Kloster Santa Maria Novella, das ganz in der Nähe vom Bahnhof liegt. Da das Ganze aber sehr touristisch ist, habe ich dort noch nie etwas gekauft. Dafür kaufe ich gerne im „Erbario Toscano“ an der Via del Corso 38 ein. Dort gibt es erstklassige Beautyprodukte frei von Silikonen und anderen "bösen" Inhaltsstoffen. Dazu kommt, dass sie wunderschön verpackt werden und Dank den zart duftenden, ätherischen Ölen einfach himmlisch riechen. Hier geht es zur Internetseite von www.erbariotoscano.it Die Produkte können auch Online bestellt werden. Ob das mit dem Versand ausserhalb von Italien klappt, kann ich leider nicht sagen.
Ich mag an diesen Geschäften auch besonders, dass sie so schön ausgestattet sind und ganz und gar nicht an die Bio-Öko-Läden erinnern, in denen sonst normalerweise Biokosmetika verkauft wird. Nein, auch hier wird viel Wert auf die Präsentation und Ästhetik gelegt. Zusätzlich sind die Angestellten sehr höflich und nehmen sich viel Zeit für ihre Kunden.

Da vermutlich die wenigsten von Euch lieben Leserinnen und Lesern gleich eine Erboristeria um die Ecke haben, hier noch ein kleiner Beautytipp, den mir eine Italienerin gegeben hat. Olivenöl innerlich und äusserlich angewendet sei ihr Schönheitsgeheimnis, erklärte die Dame. Innerlich bin ich schon auf dem guten Weg. Der Signore erhielt bei der Arbeit letzthin eine Fünfliterkanne Olivenöl geschenkt, diese ist bereits zu einem Drittel geleert. Das sind mehr als einen Liter Olivenöl in zwei Monaten. Mamma mia....

Äusserlich kann ich das Olivenöl besonders für ein Peeling gegen trockene Haut empfehlen. Dazu vermischt Ihr einfach einen Esslöffel Olivenöl mit einem Kaffeelöffel Zucker und reibt Euch damit ein. Je nach Bedarf wiederholt ihr die Prozedur. Das geht natürlich am besten unter der Dusche. Gerade im Winter hilft das sehr gut gegen trockene Haut und entfernt sanft abgestorbene Hautschuppen. Wenn Ihr mögt, könnt Ihr dem Ganzen noch ein paar Tropfen von einem ätherischen Öl beimischen. Einfach weil Olivenöl ja nicht so unglaublich gut riecht. Also zumindest nicht für die Körperpflege. Besonders bei kaltem Winterwetter gebe ich eine Stunde vor der Haarwäsche auch gerne einmal etwas Olivenöl in die Haarspitzen. Sie werden dadurch wunderbar weich und gepflegt. Gleichzeitig nährt Olivenöl natürlich auch die ausgetrocknete Haut nach dem Sonnenbaden.

Also, plant bei Eurem nächsten Toskana-Aufenthalt unbedingt den Besuch in einer Erboristeria ein. Es lohnt sich!

Nun wünsche ich Euch allen einen gepflegten, zart duftenden Tag;)
Herzlichst, Eure Signora Pinella

Sonntag, 24. August 2014

Es war einmal...

…vor langer, langer Zeit. So beginnen in der Regel Märchen. Ich habe als kleines Mädchen jede Form von Märchen geliebt und verschlungen. Mein absoluter Favorit war und ist bis heute der Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ aus den 70-er Jahren. Spätestens dann, wenn Aschenbrödel die letzte Haselnuss öffnete und „Es ist ein Brautkleid“ hauchte, war ich völlig aus dem Häuschen. Dementsprechend früh habe ich immer von meiner eigenen Hochzeit geträumt und mir vorgestellt wie ich meinen eigenen Märchenprinzen heiraten würde. Genau heute vor einem Jahr war es soweit. Und weil es so schön ist in Erinnerungen zu schwelgen, teile ich hier ein paar Bilder und Gedanken zum Thema Heiraten mit Euch.
Also gleich vorneweg. Obwohl ich vermutlich die personifizierte Romantik bin, an allen Hochzeiten losheule und eben bereits als kleines Mädchen von der grossen Liebe geträumt habe, habe ich mir wirklich fest vorgenommen an meiner eigenen Hochzeit nicht zur Brautzilla zu mutieren. Weil es bei der Planung immer wieder Momente wie im Film „My big fat greek wedding“ gab, war auch ich leider nicht immer die personifizierte Ruhe... Hier geht es zum Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=Q7DmC4XPSdA Der Signore und ich wussten so auch von Anfang an, dass wir einen Mittelweg zwischen den verschiedenen Vorstellungen würden finden müssen.

Trotzdem konnten wir den Tag dann auch wirklich geniessen. Wohl auch deshalb, weil wir immer wussten, dass es ein wichtiger Tag, aber nicht der wichtigste Tag in unserem Leben sein würde. Wir freuten uns sehr darüber, dass so viele Menschen mit uns feierten. Aber wir schätzen halt auch die stillen Momente und so setzten wir uns daher auch etwas weniger unter Druck... 
Im Nachhinein habe ich festgestellt, dass ich, gerade weil ich so lange von unserer Hochzeit geträumt habe, wohl irgendwie instinktiv ein paar Dinge genau richtig gemacht habe. Ich habe mich beispielsweise nicht in hohe Schuhe gezwängt, sondern den Tag von Anfang an in meinen geliebten Ballerinas verbracht. Ich fand ein Modell von Högl, in dem ich mich wirklich auch den ganzen Tag wohl fühlte. Mein Kleid habe ich mir genau nach meinen Vorstellungen in einer Schule, in der junge Schneider ausgebildet werden, nähen lassen. Hier geht’s zu ihrer Website: http://www.idm.ch/couture-ateliers-idm/ Übrigens wurde auch der Smoking vom Signore dort genäht. Er sieht darin einfach fabelhaft aus und würde es nach mir gehen, könnte er ihn jeden Tag anziehen.

Der Caterer stand für den Signore und mich schon seit Jahren fest. Wir entschieden uns für ein Sozialunternehmen, das wir auch gerne wegen seiner Betriebsphilosophie unterstützten. Zusätzlich wurde unser ganzes Fest von Trans-Fair durchorganisiert, was eine riesige, unbezahlbare Hilfe war: http://www.trans-fair.ch/gastronomie.html

Alle die Bilder von diesem Post haben Michal Rupp www.michal.ch und Valentino Deplano www.theplano.ch gemacht. Ich wusste, dass unser Fest durch ihre Augen unvergesslich würde. Auch http://toldofoto.ch/tt-hochzeit/ kann ich sehr empfehlen.

Bei den Blumen und der Deko habe ich so viel wie möglich selber gemacht. Am Tag selber haben viele gute Geister mitgewirkt. Die Idee für die Deko am Abend im Festzelt entstand zusammen mit der Floristin, welche das Ganze einmalig schön umgesetzt hat. Weil sie wusste, wie gerne ich auch mit Hand anlege, liess sie mich Tischkärtchen (dazu habe ich übrigens weisse Tüten mit Mandeln gefüllt und oben mit einem Papier und einer Schleife verschlossen) und beispielsweise den Plan mit der Tischordnung (den ich in einem goldenen Bilderrahmen untergebracht und die Tische dann mit Nummern, die mit unserem Leben zu tun haben, versehen habe) selber machen. Die Gläser, in welche die Floristin die Blumen eingestellt hat, habe ich vom Flohmarkt und aus Brockenstuben, die grossen Gläser waren die Einmachgläser meiner Oma (über sie habe ich ja bereits hier einmal geschrieben). So war sie am Fest auch irgendwie noch vertreten. Leider wird die Internetseite der Floristin wohl gerade überarbeitet und ich kann sie Euch nicht verlinken.

An meinem Hochzeitstag waren für mich die Frauen vom Coiffure Art www.coiffureart.ch die Rettung. Ich fühlte mich bei ihnen einfach rundum wohl. Die liebe Simona hat mich wunderbar beraten und meine Frisur hielt den ganzen Tag. Sie hat auch geduldig meine Nervosität ertragen und hat sich schon lange im Voraus meine ewig gleichen Hochzeitstories angehört.

Musikalisch haben für uns vier Freunde diesen Tag unvergesslich gemacht. Eine davon ist übrigens die liebe Sonja, über die ich schon mehr geschrieben habe, hier geht es zu ihrem Blog. Die Vier haben sich dann nach unserem Fest tatsächlich zu einer Hochzeitsband zusammengeschlossen. Mehr Infos dazu gibt es auf ihrer Facebook Seite: https://www.facebook.com/4ever.ch

Den Abend versüssten uns dann die drei Jungs vom Alessandro Sabato Trio und brachten damit schon ein bisschen Italianita in unser Leben: www.yourliveband.ch

Ich bin alle diesen Menschen von Herzen dankbar dafür, dass sie uns bei der Planung und bei der Umsetzung unseres Festes so geduldig und mit viel Herzblut unterstützt haben!
Und obwohl ich das Gefühl habe, dass es gerade erst gestern war, ist seit unserem Fest schon ein Jahr vergangen, das mit dem Umzug nach Italien einiges an Herausforderungen bereit hielt. Aber vielleicht liegt darin das Geheimnis des Märchens, das es eben erst nach dem Brautkleid, den Tauben und dem grossen Fest beginnt… Dafür und für meinen lieben Signore bin ich jeden Tag von Herzen dankbar!

Ich wünsche Euch allen einen wunderschönen, romantischen Tag!
Herzlichst, Eure Signora Pinella