Dienstag, 29. Juli 2014

Ein bisschen wie Zuhause oder warum Kräuter und Blumen glücklich machen...

Jeden Donnerstagmorgen findet in Florenz auf der Piazza della Repubblicca ein Blumen- und Kräutermarkt statt. Wann immer möglich gehe ich dann auch dahin und kaufe einen Strauss frischer Blumen und bei Bedarf ein paar neue Küchenkräuter. Denn obwohl ich meine Kräuter liebevoll pflege, ist es für sie im Moment wohl einfach zu heiss und sie verdorren mir regelmässig. Kräuter sind für mich ein essentieller Bestandteil in der Küche. Eine Küche ohne frische oder zumindest getrocknete Kräuter geht gar nicht. 

Ich sage meinem lieben Marito immer wieder, dass ich davon träume an unserem nächsten Wohnort endlich ein en kleinen Kräutergarten oder zumindest ein Kräuterbeet auf dem Balkon anzulegen. Mehr brauche ich nicht zum Glücklichsein… Ausser vielleicht noch eine Badewanne und ein kleines Karussell, aber das ist wieder eine andere Geschichte, die ich Euch demnächst einmal erzählen werde…

Kräuter sind für mich auch deshalb so wichtig, weil mich ihr Geruch immer wieder an Zuhause und den Garten meiner Mama erinnert. Das Gleiche gilt für Blumen. Mama Pinella macht die wunderschönsten Gartenblumensträusse der Welt. Besonders an den Geburtstagen (da habe ich ja hier schon einmal darüber berichtet). Bereits als kleines Kind liess sie mir im Garten freie Hand und ich durfte mich an allen Blumen bedienen und selber Sträusse binden. Was für mich eine hervorragende Kreativitätsförderung war, erwies sich für meine Mama manchmal als etwas ärgerlich, da ich mich immer mal wieder an ihren schönsten Rosen vergriff… Offenbar war ich ihr aber wichtiger, als ihre Rosen. Danke liebe Mama dafür!

Ohnehin war Mama und Papa Pinella wichtig, dass wir Kinder uns so oft wie möglich kreativ betätigten. So war bei uns eigentlich immer irgendjemand am Hämmern, Malen, Töpfern, Backen oder Kochen. Die Freude daran habe ich mit mir nach Florenz genommen. Und ich habe ja bereits letzte Woche von meiner lieben Fotoassistentin berichtet, die bei uns zu Besuch ist. Da ich nun jemanden habe, der sich williger in meine Projekte einspannen lässt als der Signore Pinella, haben sie und ich die Kräuter vom Markt in einem feinen Abendessen verarbeitet. Die Salbei kam in die Saltimbocca, der Rosmarin an die Kartoffeln und eine bunte Kräutermischung an einen Fenchel-Orangen-Salat.

Und hier die Rezepte dazu:

Um die Rosmarin-Kartoffeln zu würzen werden zwei Kaffeelöffel grobes Salz mit einer Knoblauchzehe und eine Zweig Rosmarin im Mörser zerstampft. Die Kartoffeln werden in Schnitze geschnitten, mit zwei Esslöffeln Olivenöl beträufelt und dann wird das Gewürz zusammen mit einem weiteren Zweig Rosmarin unter die Kartoffeln gemischt. Danach werden die Kartoffeln im Ofen goldbraun gebacken.

Für den Fenchelsalat wird ein Fenchel fein geschnitten oder Gehobelt und eine Orange filetiert. Das Ganze wird mit zwei Esslöffeln Olivenöl, einem Esslöffel Essig, einem halben Kaffeelöffel Salz und fein gehackten oder getrockneten Kräutern vermischt (ich bevorzuge dazu Oregano, Basilikum und Petersilie) verrührt und mit etwas Pfeffer abgeschmeckt.

Saltimbocca ist bekanntlich ein Klassiker der italienischen Küche. Dazu werden Kalbsschnitzel gepfeffert und gesalzen, mit einem Blatt Salbei belegt, mit Rohschinken umwickelt und dann kurz angebraten. Durch die Hitze entwickelt die Salbei ihr wunderbares Aroma. Wenn ich das Fleisch gebraten und aus der Pfanne genommen habe, gebe immer noch etwas Butter in die Pfanne, schmelze diese und lösche sie mit Wein ab. Das gibt eine wunderbare Sauce zum Fleisch.
Und wenn für den Signore aus den Kreativitätsschüben ein Essen resultiert, findet auch er sich gerne damit ab. Obwohl er gerade heute die kritische Frage stellte, ob er eigentlich in einem Künstleratelier lebe, weil wir schon wieder am Perlen knüpfen waren (darüber habe ich hier und hier bereits berichtet) als er Nachhause kam. So ganz Unrecht hat er damit nicht, da unsere liebe Besucherin eine sehr gute Malerin ist und fast jeden Tag fleissig zeichnet. Mir gefällt das. Denn wenn Menschen um mich herum kreativ sind, steckt mich das an und ich fühle mich wieder ein bisschen wie Zuhause, als ich mit meinen Geschwistern herumgewerkelt oder Blumen gebunden habe. Daher hier noch ein paar Bilder aus dem Garten meiner Mama.

Nun wünsche ich Euch allen einen kreativen Tag voller Tatendrang!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Samstag, 26. Juli 2014

Ein Ausflug in die Antike zu etruskischen Nasen und alten Tempeln...

Es gibt so Tage, an denen es nur eine Möglichkeit gibt: Raus aus der Stadt und ab an die frische Luft. Das hat auch einen Grund. Denn Florenz liegt umgeben von Hügeln in einer Talsohle, da stauen sich dann die Hitze und die Feuchtigkeit und es wird einfach unglaublich schwül und stickig. An bewölkten Tagen ist es manchmal noch fast schlimmer, als wenn die Sonne scheint. Dann wird es wenigstens nur heiss.

Ein Zufluchtsort an diesen Tagen ist das etwas höher gelegene Fiesole. Ich habe ja bereits einmal hier darüber berichtet, dass Fiesole älter als Florenz und eigentlich dessen Ursprung ist. Die Etrusker errichteten in Fiesole eine Siedlung mit Tempel und Theater. Heute sind davon leider nur noch die Mauern übrig. Dennoch hat der ganze Tempelbezirk immer noch etwas Verwunschenes und Faszinierendes. Jedenfalls streife ich sehr gerne durch die alten Ruinen, fühle die uralten Mauern und stelle mir vor, was für Menschen hier gelebt haben müssen. Eines ist klar, es waren Menschen mit ganz speziellen Nasen. Denn das betonen die Leute in der Toskana immer wieder. Die Etrusker hatten lange, gerade Nasen. Als ich mich dann bereits freute und dachte, dass meine grosse Nase hier endlich eine Heimat gefunden habe, hiess es, dass diese eher römisch oder eben richtig italienisch, aber sicher nicht etruskisch sei… Pech gehabt.
Die Etrusker gelten also als das ultimative Vorbild hier in der Toskana. Und die Florentiner werden nicht müde zu betonen, dass sie Etrusker und keine Römer sind. Ich war letzthin an einem Vortrag über die Etrusker und die Referentin erklärte, dass deren Ursprünge im Dunkeln liegen. Vermutlich seien sie irgendwo aus der Region des Libanons in die Toskana eingewandert. Viele ihrer Lebensweisen ähnelten denen der Römer oder wurden eben vermutlich von denen übernommen.

Ihre Gottheiten sind eine Mixtur aus römischen und griechischen Göttern und mit einem Hauch Naturgottheiten gewürzt. Was mich an den Etruskern besonders fasziniert, ist die Tatsache, dass sie ihren Toten richtige Wohnungen bauten, diese einrichteten und ihnen alle wichtigen Dinge mitgaben, die sie brauchten. Denn sie  stellten sich vor, dass sie in diesen Hügelgräbern und später in Gräbern, die wie ein richtiges Haus aussahen, weiterleben würden. Diese Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod, war ihre Art damit umzugehen. Schön, dass sie daran glaubten, dass es weitergeht. Das kann ich gut nachvollziehen.

Dank der reichen Grabbeigaben ist das Archäologische Museum von Fiesole gut bestückt. Die ganz grosse Ausstellungskunst wird dort nicht praktiziert, doch das Museum gibt einen guten Einblick in die Lebenswelten der Etrusker. Und da man mich mit ein paar mit Scherben gefüllten Vitrinen ohnehin unglaublich glücklich und mehrere Stunden beschäftigen kann, war das wunderbar. Da Skelette aus den etruskischen Gräbern ausgestellt waren, hatte auch der Signore eine Beschäftigung, indem er an den Knochen nach Zeichen von Brüchen oder Arthrose suchte und mich danach über die zahlreichen Krankheiten dieser armen Menschen aufklärte… Wenn uns dabei jemand zugehört hätte, hätte er uns wohl für ziemliche Freaks gehalten.
Der Ausflug nach Fiesole bot übrigens auch eine wunderbare Möglichkeit meine neuste Schmuckkreation auszuführen. Seit neustem hat mein Perlenhändler auf dem Mercato Sant' Ambrogio (über meine Perlenliebe habe ich ja bereits hier und hier geschrieben) so wunderbare kleine Glasanhänger. Die musste ich natürlich sofort anziehen und fühlte mich damit ganz antik. Wenn schon meine Nase nicht etruskisch ist, kann ich ja beim Schmuck daraufhin arbeiten;)

Wer genug von Geschichte, Scherben und Archäologie hat, sollte sich nach einem Besuch des Tempelbezirks unbedingt auf dem Hauptplatz von Fiesole ein Kaffee gönnen, das bunte Treiben der Menschen beobachten und den Blick auf die Dächer von Florenz geniessen. Fiesole ist übrigens an das Florentiner Bus-Netz angeschlossen und kann daher problemlos mit dem ÖV besucht werden.

Nun wünsche ich Euch allen einen historischen Tag und schicke Euch liebe Grüsse aus dem Süden!

Herzlichst, Signora Pinella

Montag, 21. Juli 2014

Signora Pinella im Blaubeerenwald....

Ich schreibe ja gerne über Lieder oder denke an Lieder wenn ich schreibe und dann rattert es in meinem Kopf weiter und plötzlich habe ich eine Idee. So ging es mir letzthin, als mir das Lied „Blueberry Hill“ (hier geht’s zur Version von Louis Armstrong) wieder einfiel. Es handelt davon, dass sich jemand auf dem Blaubeerenhügel verliebt habe. Papa Pinella sang mir dieses Lied als ich ein kleines Mädchen war immer wieder vor. Mama Pinella erzählte mir die Geschichte von Hänschen im Blaubeerenwald, der sich auf die Suche nach Blaubeeren macht, weil er ein Geburtstagsgeschenk für seine Mama braucht (ob sie mir da wohl indirekt etwas damit sagen wollte?). Ob es nun ein Lied über Menschen ist, die sich auf dem Blaubeerenhügel verlieben oder eine Geschichte über den kleinen Hänschen, der danach sucht, Blaubeeren wecken in mir immer warme Gefühle und Erinnerungen.
Also entschied ich mich für den Signore eine Blaubeerenroulade zu backen. Da ich im Moment Fotoassistentin zu Besuch habe, die lieb und geduldig alle meine Ideen umsetzt, konnte ich mich voll aufs Backen konzentrieren. Denn der Signore weigert sich standhaft meine Fotoprojekte umzusetzen und greift nur zur Kamera, wenn ich gaaaaanz grosse Augen mache und ihm unzählige Male versichere, dass es ohne seine Hilfe einfach gar nicht geht. Also, dieses Problem hatte ich dieses Mal nicht…

Und hier nun das Rezept für eine Blaubeeren-Roulade

Zutaten

Biskuit:
30 Gramm flüssige Butter, vier Eigelb, 100 Gramm Zucker, 100 Gramm Mehl, 4 Eiweiss, eine Prise Salz, 1 Esslöffel lauwarmes Wasser

Füllung: 
250 Gramm Blaubeeren (optional können auch andere Beeren verwendet werden), 250 Milliliter Rahm, 1 gehäufter Esslöffel Puderzucker

Zuerst die Butter zusammen mit dem Eigelb und dem Zucker schaumig schlagen, danach das Mehl dazusieben und wenn der Teig zu fest sein sollte, einen Esslöffel Wasser dazu geben. Danach wird das Eiweiss zusammen mit einer Prise Salz schaumig geschlagen und sorgfältig unter die Eigelb-Zucker-Masse gezogen.
Die Masse auf ein Backblech verteilen und für 7 bis 8 Minuten auf 200 Grad goldbraun backen.
Den Biskuit unter dem Blech auskühlen lassen, damit er feucht bleibt und beim Rollen nicht bricht. Wenn er ausgekühlt ist, wird er mit dem geschlagenen Rahm, dem ein Esslöffel Puderzucker beigemischt wurde, bestrichen, mit den Beeren belegt und eingerollt. Danach wird das Ganze mit Puderzucker bestreut und allenfalls vor dem Servieren etwas kühl gestellt.

Und jetzt muss ich Euch noch unbedingt die Geschichte von unserem Badezimmer fertig erzählen. Nach und nach tropfte es ja immer stärker von der Decke. Irgendwann begann sich der Verputz zu lösen und dann kam der Handwerker, der eine Stunde lang in unserer Dusche stand und mit uns plauderte. Und eines schönen Tages, als der Signore und ich gerade nicht Zuhause waren, statteten die Handwerker dann der oberen Wohnung einen Besuch ab, machten ein Loch in die Decke und wir konnten von unserer Dusche direkt in die Obere sehen. Wieder ein Tag später kamen dann die Handwerker und flickten das Loch mit neuem Verputz. Leider passt dessen Farbe so ganz und gar nicht zu unserem gelb gestrichenen Bad… So geht das in Italien.
Wenigstens ist das Bad nun wieder trocken und so habe ich auch wieder Zeit über Blaubeeren und Rouladen nachzudenken…

Diese Zeit wünsche ich Euch auch und süsse Blaubeeren gezuckert mit etwas Romantik;)


Herzlichst, Eure Signora Pinella

Samstag, 19. Juli 2014

Die Essenz des Kaffees - Sorry George, aber es ist mehr als „Nespresso – what else“

Nebst dem Wein gibt es ein weiteres, vielleicht genau so wichtiges Nationalgetränk in Italien: Den Kaffee… Getrunken wird er bei jeder Gelegenheit und in verschiedenen Varianten. Mein Kaffeekonsum hat sich mit dem Umzug grundlegend verändert. Während ich vorher überzeugte „Milchkaffeemitzucker-Trinkerin“ war, bevorzuge ich nun einen erstklassigen, starken, schwarzen Espresso aus den hübschen kleinen Tässchen…

Ich mag aber zwischendurch auch gerne einen Mokka oder einen Caffé freddo oder dann halt auch immer mal wieder einen Cappuccino oder Latte Macchiato mit gaaaanz viel Milchschaum. Und da seht Ihr schon, dass Kaffee eben nicht einfach Kaffee ist. Wie bei einem guten Wein muss auch hier alles perfekt passen.

Der Klassiker ist und bleibt der Espresso. Ein normaler Espresso in Italien ist etwa halb so gross, wie ein Espresso in der Schweiz. Das heisst, die Tassen sind gleich gross, aber nur zur Hälfte gefüllt. Will man in Florenz einen grösseren Espresso, bestellt man einen Caffé alto (einen „hohen“ Kaffee)… Das Geheimnis des Espressos liegt darin, dass er mit hohem Druck durch das Kaffeepulver gepresst wird. Dadurch werden weniger Säure und auch weniger Koffein gelöst und es bildet sich das wunderbare Schäumchen, das „Crema“ genannt wird.

Lange Zeit dachte ich, dass der "Nespresso" der Schweizer Firma Nestle, für den der schöne George Clooney mit dem Slogan "Nespresso - what else" wirbt, das höchste aller Gefühle sei. Nespresso hat auch in Florenz ein grosses Geschäft, in dem einem George von den Wänden aus anlächelt und man die neusten Nespresso-Trends degustieren kann. Herr Clooney residiert ja übrigens am schönen Comersee, von dem ich euch unbedingt bei Gelegenheit einmal Bilder zeigen muss. Er ist fast so schön wie der Gardasee, über den ich hier schon geschrieben habe. Geschmack hat er ja schon... Jedenfalls kam ich nach Italien und lernte, dass die Kaffee-Welt viiiiiel grösser und vielfältiger ist. Ich hoffe, dass ich es irgendwie schaffen werde noch einen Barista-Kurs zu besuchen, bevor wir Nachhause kommen. Und dann wird eine hochwertige, italienische Kaffeemaschine mit im Gepäck sein (wenn bis dahin, was ich schwer hoffe, unsere uralte Nespresso-Maschine den Geist aufgegeben hat;).

Der Espresso stammt ursprünglich aus Mailand und hat dort ein nussiges Aroma, da der Kaffee früher in den gleichen Röstereien wie Nüsse geröstet wurde. Dieses typische Aroma wird heute teilweise mit der gezielten Beigabe von Nüssen beim Rösten erzielt. Während der Espresso in der emsigen Industriestadt Mailand sehr stark ist und manchmal doch recht bitter schmeckt, wird er, je weiter es nach Süden geht, etwas milder und weicher.

Ganz unten im tiefen Süden Italiens sei dann vor allem der Mokka ein beliebtes Getränk – das wurde mir zumindest erklärt. Mokka mag ich auch sehr gerne. Auch hier muss der Begriff Mokka oder Moka genauer betrachtet werden. Mokka ist eigentlich eine türkisch-arabische Erfindung, die auch unter dem Namen „Türkischer Kaffee“ bekannt ist. Zur Herstellung wird Kaffeepulver in einer Kanne mit Ausguss mehrmals aufgekocht und oft mit Gewürzen wie Kardamon, Zimt oder Zucker ergänzt. Er ist leicht dickflüssig. 



Dann gibt es noch den Kaffee aus den sogenannten Moka-Kannen, die bei uns fälschlicherweise oft auch Espresso-Kannen genannt werden. Weil in diesen Kannen mit der charakteristischen Facettenform das Wasser unter zu wenig hohem Druck durch das Pulver in die Kanne gelangt, bildet sich praktisch keine Crema und der Geschmack erinnert eher an den „Türkischen Kaffee“, als an Espresso. Ich mag diese Art der Kaffeezubereitung aber gerne als Grundlage für einen Milchkaffe oder einen Caffé freddo. Der Signore und ich trinken den Moka auch gerne pur am Morgen zum Frühstück. Ich mag das deshalb so gerne, weil der Moka leicht nach Schokolade schmeckt. Das passt zum Frühstück.

Bei Kaffee mit Milch wird zwischen „normalem“ Milchkaffee, dem Caffé Latte, Cappuccino, der aus Milchschaum und Espresso zubereitet wird, und dem Latte Macchiato, für den Espresso mit Milch und Milchschaum zubereitet wird, unterschieden. 

Und hier noch ein kleiner Tipp: Wer sich nicht als absoluter Banause outen will, bestellt nie einen Milchkaffe nach dem Essen. Dann wird ausschliesslich Espresso getrunken. Bestellen tut man den aber unter dem Namen Caffé oder eben wenn man ihn etwas grösser haben will als Caffé alto! Und noch gleich eine zweite wichtige Regel: Ein Espresso darf zwar gesüsst, aber nie mit Milch verschandelt werden, wenn er in der kleinen Tasse serviert wird. Sonst wäre es ja ein Milchkaffee. In Italien wird erst gar keine Milch zum Espresso serviert.

Und nun noch zu meinem Lebensretter an heissen Tagen, dem Caffé freddo. Für den werden Eiswürfel mit einem Espresso übergossen oder alles zusammen wird in einem Becher geschüttelt und allenfalls noch etwas gesüsst. Ich mag diese Variante an Sommertagen besonders gerne, weil sie so erfrischend ist.

Während die Italiener ihren Kaffee in den Bars gerne herunterstürzen und dann so schnell wie möglich weitereilen, mag ich meinen am liebsten zusammen mit einem Stück dunkler Schokolade und einer schönen Zeitschrift. Besonders gerne schaue ich mir im Moment die Wohnzeitschrift Casa Facile an. Darin werden spezielle Wohnungen und Häuser und ihre Besitzer aus ganz Italien vorgestellt. Mir gefällt das sehr, weil ich so nebenbei noch mehr über Land und Leute erfahre und mein Italienisch verbessern kann.

Ihr seht, das Thema liesse sich noch unendlich vertiefen... Die Essenz einer schönen Kaffeepause liegt ja aber vor allem auch darin, dass man sich im hektischen Alltag ein bisschen Zeit für sich selber nimmt. Das funktioniert übrigens auch mit einer Tasse Tee hervorragend und tut einfach gut!

Daher wünsche ich Euch allen jeden Tag solche kleine, wohltuende Pausen, einen wunderbaren Tag und ein schönes Wochenende!

Herzlichst, Eure Signora Pinella