Dienstag, 10. Juni 2014

Das grosse Los, eine Gebrauchsanweisung für Italien und hüpfende Schweine...

Wer sich unverhofft in einem neuen Umfeld befindet, hat mehr Zeit zum Lesen – also zumindest in der Theorie. So war es auch für den lieben Signore und mich am Anfang unseres Florenz-Aufenthaltes. Mittlerweile werden die süssen Stunden des Nichtstuns und Schmökerns wegen unzähliger Essenseinladungen am Abend- und an den Wochenenden immer weniger…
Aber eben, als wir noch einsam und alleine waren, haben wir viel gelesen;) Heute möchte ich Euch drei erste Buchfavoriten vorstellen.

Allen, die sich vornehmen für einige Zeit in einem anderen Land oder Ländern zu leben, empfehle ich zur Einstimmung das Buch „Das grosse Los“ von Meike Winnemuth. Sie hat bei Günther Jauch 50'000 Euro gewonnen und ist mit diesem Geld in der Tasche losgezogen, um ein Jahr lang jeden Monat in einer anderen Stadt zu leben. Dieser Weg führte sie über Sydney nach Mumbay und London, nach Tel Aviv und Buenos Aires um nur einige Beispiele zu nennen. Am Ende des Jahres kehrte sie mit einem grossen Meerschiff nach Hamburg zurück. Die liebe Sonja vom Blog Tafelfreude hat mir dieses Buch als Ermutigung nach Florenz mitgegeben. Und eine Ermutigung war es wirklich. Denn ob man ein Jahr lang in einer oder in ganzen zwölf Städten lebt, viele Erfahrungen ähneln sich. Mir hat dieses Buch von Meike Winnemuth viele hilfreiche Inputs gegeben. So machte sie sich beispielsweise jeden Morgen einen Tee aus der Stadt, in der sie zuvor war und trank ihn immer im gleichen Morgenmantel und bereitete sie in der gleichen Teekanne zu. Damit hatte sie immer drei vertraute Dinge bei sich. Solche Rituale erleichtern einem den Umzug und helfen gegen das Heimweh.

Das zweite Buch ist eine „Gebrauchsanweisung für Italien“ von Henning Klüver. Klüver ist Deutscher, mit einer Italienerin verheiratet und lebt schon lange in Mailand. In seinem Buch vermittelt er tiefe Einblicke in die Italienische Geschichte, Mentalität und Seele. Viele Erfahrungen, die ich selber gemacht habe, wurden mir bei der Lektüre von Klüvers Buch bestätigt. Wer sich wirklich auf dieses Land einlassen und es verstehen will, ist mit diesem Buch gut bedient. Klüvers Buch ist in einer Reihe mit vielen anderen Gebrauchsanweisungen für verschiedene Länder und Städte erschienen. Die liebe Signora Rossi (siehe auch hier), hat das Buch über die Schweiz gelesen und meinte, dass das wesentlich weniger liebevoll geschrieben sei, als Klüvers Buch über Italien. Signora Rossi hat mir übrigens auch den schönen Hocker geschenkt, auf dem ich die Bücher fotografiert habe. Er ist komplett aus Karton, aber sehr stabil. Ich bin richtig vernarrt in dieses Ding...

Meine dritte Empfehlung ist ein Kochbuch. Ich habe bereits mehrmals geschildert, dass ich beim Kaufen von Fleisch kritisch bin. Mein lieber Arbeitskollege Signore M. betitelt Fleisch aus Massenproduktion, das mit Sicherheit voller Antibiotika ist, immer als Quälfleisch. Er isst zwar gerne Fleisch, aber dann muss es halt auch hochwertig produziert und zubereitet worden sein. Da stimme ich ihm zu. Also, da es schwierig ist gutes Fleisch zu kaufen, lasse ich es oftmals lieber bleiben und kaufe dafür Früchte und Gemüse. Da ich aber auch nicht immer die ewig gleichen Gerichte kochen will, habe ich mir das Buch „Cucina vegetariana – meine 80 vegetarischen Lieblingsrezepte aus Italien“ von Cettina Vicenzino geleistet. Nachdem sie die kleinen, schwarzen Schweine auf Sizilien beobachtet hatte, die vor lauter Glück hüpfen, kam sie zum Entschluss ihren Fleischkonsum einzuschränken und ein Kochbuch mit vegetarischen Rezepten zu schreiben. Mich begeistert ihr Werk aber nicht nur wegen der herrlichen Rezepte. Cettina Vicenzino hat ihre Zutaten und Gerichte wunderbar inszeniert. Ihr Buch ist alles andere als ein  Diktat des Vegetarismus, sondern eine Hymne an die sinnliche Küche, die offenbar auch ganz ohne Fleisch auskommt.
Und hier noch ein kleiner Tipp, wenn wir schon von italienischen Spezialitäten sprechen. Sicher werden einige von Euch in den Ferien nach Italien fahren. Versucht dann bei Gelegenheit das leckere Gazzosa von Lurisia. Es gibt kein besseres Süssgetränk auf dieser Erde. Na ja, vielleicht Flauder oder Rivella, aber das sind Schweizer Spezialitäten und die kann ich hier nicht kaufen. Jedenfalls trinke ich an heissen Tagen sehr gerne ein kaltes Gazzosa und lese dazu ein gutes Buch. Das ist für mich Erholung pur…


Herzlichst, Eure Signora Pinella

Kommentare:

  1. Liebe Signora! Wir- mein Lieblingsmensch und ich - haben in jungen Jahren so manches Jungschar-Pfila durgeführt, geplant, geleitet, bebetet.... Und nun freuen wir uns so sehr, dass unsere Jungmenschen von demselben Virus befallen sind :)
    Ich freue mich, in dir ein Jungscharherz schlagen zu hören .....
    Einmal Jungschar, immer Jungschar!
    Herzlichst
    yase

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    1. So ist es. Auch wenn ich heute nicht mehr weiss, wie ich die Wochen voller Dreck durchgestanden habe. Ich hatte jedenfalls immer Desinfektionsmittel in der Tasche;)
      Herzlichst, Signora Pinella

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  2. Ciao Bella,
    Also bei mir geht nichts über ein GAZZOSA. Ich liebe diese "Gsöf" unendlich, vorallem wenn es so heiss ist. Mein liebster Geschmack ist Mandarine und Heidelbeer. In der Schweiz gib es einen Hersteller im Tessin, der so leckere Varianten hat. Kennst du den auch?
    Wir haben ja zur Zeit auch gerade südländische Temperaturen und ich muss immer an Italien denken, wenn in der Schweiz auch alle die Läden und Storen durch den Tag herunter lassen. Und mhmm die Wäsche riechts so fein, wenn sie an der Sonne gerocknet wird...ja, es ist wirklich gerad Sommer pur!
    Ich sitze aber gerade in einem kühlen Zimmer und geniesse es mit etwas weniger Grad ;-)

    Einen guten Nachmittag.
    Herzlich
    Kuhmagda

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    1. Liebe Kuhmagda (muss immer grinsen, wenn ich den Namen lese - aber er ist süss;),

      ich kenne die Schweizer-Variante auch. In meiner Heimatstadt Thun gibt es die im Kaffee "Manis" direkt beim Bahnhof und in einem sehr guten Feinschmeckergeschäft mit dem Namen "Schmeckt fein".
      Meine Schwester Madame Gaianna hat mir berichtet, dass es in Däniken AG im "Richard" das Lurisia Gazzosa zu kaufen gibt.
      Ich mag die Schweizer-Variante, aber das Lurisia ist noch eine kleine Spur besser. Etwas weniger süss und dafür noch fruchtiger.
      Oh ja, sonnengetrocknete Wäsche riecht wunderbar. Bin mich gerade durch einen gewaltigen Berg davon am hindurchkämpfen;)
      Geniesse die Wärme. In der Schweiz weiss man ja nie, wann es plötzlich wieder kalt wird...
      Freue mich schon auf deinen nächsten Post!

      Herzlichst, Signora Pinella

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