Donnerstag, 3. April 2014

Von Pastelltönen und dem AC Fiorentina

Wer braucht sie nicht, die kleinen Inseln der Ruhe im hektischen Alltag oder einfach nur ein Ort, an dem er sich rundum geborgen fühlt? Ich habe einfach so „per fortuna“, wie die Italiener sagen würden, einen solchen Ort im „Teatro dell‘ ozio“ gefunden.


Dabei handelt es sich um einen Konzeptstore, der Teesalon, Chocolateria, Kaffee, Deko- und Möbelshop vereint. Herrlich! Die Süssigkeiten sind ein Gedicht und die Deko ist ein Traum. Als ich Signore Pinella zum ersten Mal in den Shop geschleift habe, fragte er, ob die bei der Konzeption eine mentale Verbindung zu meinem Hirn gehabt und auf irgendeine übersinnliche Art alle meine Wohnträume umgesetzt hätten. Und obwohl ihm der wunderbar duftende, warme Apflekuchen schmeckte, erklärte er mir, dass er sich in so vielen Pastelltönen doch etwas fehl am Platz fühle… Ich habe nun also beschlossen, dass das „Teatro dell‘ ozio“ meine Oase bleibt. Der Signore kann sich ja eine Sportbar suchen, wo Bier ausgeschenkt und laut gegrölt wird (wir wissen ja, in Italien kommt für die Männer zuerst das Auto, dann der Sport und danach die Mama… die Reihenfolge kann natürlich variieren). Also, wenn sich Signore Pinella in Zukunft anschauen will, wie Juventus Turin einmal mehr den AC Fiorentina aufs Kreuz legt und wenn er das nicht im Stadion tun will, das de facto gleich bei uns um die Ecke liegt, dann kann er in seine Bar gehen und ich vergnüge mich im „Teatro dell‘ ozio“. Denn dieses liegt auch gleich um die Ecke von unserem Zuhause. Was bin ich doch wieder für ein Glückskind, das ich so etwas zwei Gehminuten von unserem Appartemento entfernt gefunden habe.


Obwohl ich eigentlich das Thema Calcio auf diesem Blog vermeiden wollte, muss ich dazu auch kurz noch etwas sagen: Als ich letzthin spät am Abend durch unsere Wohnung geisterte, hörte ich plötzlich beunruhigend viele Sirenen. Sirenen an und für sich sind in Italien ja völlig normal und erklingen zu jeder Tages- und Nachtzeit. Aber mehrere Sirenen auf einmal und das über mehrere Minuten, das ist auch in Italien beunruhigend. Vor allem dann, wenn nicht das bunte Gemisch aus den „klassischen“ Sirenen, die auf den Polizeiautos angebracht sind, und die typisch italienische Krankenwagensirenen, die wie der Schrei eines Präpupertären-Tarzans klingen, ertönen.

Weil ich also während mehreren Minuten unablässig Polizeisirenen hörte, entschied ich mich nachzusehen. Anders als erwartet bot sich mir nicht der Anblick eines üblen Unfalls. Nein. Am Arno entlang  fuhr ein Konvoi mit Polizeiautos- und Motorrädern (mindestens je zehn Stück) und darauf folgte der schicke, schwarze Bus mit den Spielern von Juventus Turin. Was die Italiener für eine Fan-Kultur haben, wenn es nötig ist den Spielerbus so zu begleiten, will ich gar nicht wissen. Vielleicht ist es ja auch gar nicht nötig und wird einfach gemacht, weil der Calcio so heilig ist…



Zurück zum „Tatro dell‘ Ozio“. Im September 2012 wurde der Konzeptstore eröffnet und ist seither Treffpunkt für hippe Italiener und ab jetzt auch für mich und alle meine lieben Besucherinnen, die werden jetzt dann nämlich systematisch dorthin geschleift … Und wer weiss, vielleicht hat Signore Pinella Recht und es bestand eine Verbindung  oder eine höhere Fügung hat bewirkt, dass ausgerechnet ich im gleichen Quartier wie das „Teatro dell Ozio“ gelandet bin.

Kommentare:

  1. So schön, Signora Pinella, da will ich auch hin!!!!!! Ich freue mich!

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    1. Klar, jeden Morgen wenn du da bist! Und am Abend vielleicht auch nochmal;)?! Ich glaube es könnte auch dein Kopf bei der Konzeption verknüpft gewesen sein?!

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  2. Ich würde euch dann gerne begleiten ;)
    Herzlichst
    yase

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    1. Wie schon gesagt, ich führe gerne alle dorthin;)!

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  3. ohh mann, das ist ja der Hammer!! Ich komme nochmal vorbei :-)

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    1. Sehr gerne! Und die Männer schicken wir dann ins Stadion;)

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