Mittwoch, 26. März 2014

„Le Murate“ – wo bewegte Geschichte auf viel Kreativität trifft

„Zuerst möchte ich die Ponte Vecchio sehen, dann noch den Piazza della Signoria und den Palazzo Pitti und den Palazzo Vecchio und den Dom und vielleicht noch die Uffizien und die David Statue und allenfalls noch die Piazzale Michelangelo…“, so lautet das klassische Programm für den Durchschnitts-Florenz-Besucher. Wer länger als ein paar Tage in dieser Stadt verweilt, sieht sich auch ganz gerne einmal einen Ort an, an dem es nicht von Touristen wimmelt. Irgendwann beginnt die bewusste Suche nach den geheimen und verborgenen Plätzen der Stadt.
Einen dieser magischen Plätze habe ich in der „Le Murate“ gefunden. Ein Ort an dem Tragik und Kreativität nahe beieinander liegen. Ursprünglich war der Gebäudekomplex im 14. Jahrhundert als Kloster gebaut worden. 1808 wurde „Le Murate“ dann zum Männer-Gefängnis von Florenz umgebaut. Zur Zeit des zweiten Weltkrieges erlangte „Le Murate“ traurige Berühmtheit, weil dort Gegner des Faschistischen Regimes grausam gefoltert wurden. Laut meinem Sprachlehrer wurde „Le Murate“ nach dem Krieg bis zu seiner Schliessung als Frauengefängnis genutzt. „Le Murate“ heisst so viel wie „die Eingemauerten“ oder auch Bollwerk. Ersteres ist natürlich treffender.
Also, wo früher schwere Mädchen und Jungs, aber auch politisch verfolgte Frauen und Männer zu Recht oder wohl öfter zu Unrecht ihre Haftstrafen abgesessen haben, wird heute musiziert, philosophiert, gegessen und gewohnt. Der ganze Gebäudekomplex wurde einerseits zu Studentenwohnungen und Wohngenossenschaften und anderseits zu Galerien, einem Buchladen, Konzertlokal und Restaurant umgebaut. Kreativität soweit Augen, Ohren und alle anderen möglichen Sinne reichen… 
Nebst dem literarischen und musikalischen Seelenfutter wird in „Le Murate“ auch gut für das leibliche Wohl gesorgt. Das Essen ist wohltuend weit entfernt von der schweren Florentiner Küche und jeden Sonntag kann gebruncht werden – auf Wunsch sogar vegetarisch. 
Für mich ist „Le Murate“ ein wunderbares Beispiel für die Weite der Möglichkeiten, die sich bieten, wenn die Menschen kreativ sind und zusammen etwas auf die Beine stellen und sie erinnert mich immer wieder daran, dass sich die Geschichte eines Menschen oder eben auch eines Gebäudes von tragisch zu leicht und befreit wenden kann!


Samstag, 22. März 2014

Ich habe einen Schatz gefunden

Italien ist: Wenn man unverhofft wunderbare Schätze findet…
Ich hatte ja immer schon eine ausgesprochene Schwäche für Märkte. Flohmärkte, Stoffmärkte, Gemüse- und Kräutermärkte und so weiter… Ich befürchte aber, dass meine Vorliebe oder wohl besser gesagt Sucht für Märkte hier in Florenz noch viel schlimmer wird. Das hat vor allem damit zu tun, dass ich hier dank einer lieben Mitschülerin aus der Scuola Michelangelo auf einen Markt aufmerksam wurde, der alle meine Marktpassionen vereint: Den Mercato Sant‘ Ambrogio an der Piazza Ghiberti. http://www.mercatosantambrogio.it/
Hier finden sich auf kleinstem Raum die wunderbarsten Schätze. Der Markt lässt nicht nur Herzen aller Hobbyköche höher schlagen, weil sich hier wunderbares Gemüse und herrliche Früchte und gutes Fleisch finden lassen, sondern macht auch Schuhnärrinnen, Secondhandkleider- und Geschirrsammler und Basteltanten (wie mich) glücklich.
Während drinnen in der grossen, wunderbar altmodischen Markthalle Oliven jeglicher Art, frische Pasta, Käse, Fleisch und Fisch verkauft werden (übrigens kann man dort auch sehr gut und günstig essen. Es sei aber jedem mit schwachem Magen ans Herz gelegt die Finger vom Lampredotto zu lassen. Dabei handelt es sich um gekochten Darm, der scharf gewürzt und mit Sauce versehen in ein Brötchen gepackt wird. Ähnlich wie Kebab…), befinden sich draussen die Stände, welche jeden Mittag, wenn der Markt um 14 Uhr vorbei ist, wieder abgebaut werden. Auch wenn ich gerne durch die grosse Markthalle bummle, hat es mir vor allem der Teil rund um die Halle angetan. Vor allem auch deshalb, weil sich die Stände immer etwas abwechseln und man am Morgen, wenn man auf den Markt geht nie genau weiss, was sich wieder Schönes finden lässt. 

Einmal ist es ein neuer Stand mit Schuhen, an dem ich die wunderbarsten roten Pumps gefunden habe, die es wohl auf der Erde je gegeben hat. Leider waren sie mir eine Nummer zu klein und ich musste sie schweren Herzens zurück lassen (aber wer weiss, vielleicht, eines schönen Tages sind sie wieder da, eine Grösse grösser und warten genau auf mich). An einem anderen Tag findet man einen Stand mit altem Spitzenstoff und Band und an einem anderen einen mit herrlichen Küchenkräutern. Habe ich schon erwähnt, dass der Markt für mich wie eine Wundertüte ist?
Und dann gibt es noch einen Stand, mit den grössten Schätzen (natürlich neben all dem herrlichen Gemüse und den Früchten). Hier werden Glas- und Süsswasserperlen und alles was Frau braucht um ihren eigenen Schmuck herzustellen zu Spottpreisen verkauft. In diesem bunten Gewirr könnte ich stundelang herumwühlen. Heute habe ich also nicht nur für das leibliche- sondern auch für das seelische Wohl der Signora eingekauft. Und würde ich nicht noch Besuch von einer lieben Freundin bekommen, müsste Signore Pinella das ganze Wochenende auf mich verzichten, da ich mit der Schmuckherstellung beschäftigt wäre. Wenigstens habe ich jetzt schon eine Idee für die Geburtstags-und Weihnachtsgeschenke für alle weiblichen Verwandten und Freundinnen…
P.S. der Mercato Sant’Ambrogio ist übrigens nicht der gosse Mercato Centrale, der überall in den Reisführern gepriesen wird. Mir wurde erklärt, dass der Mercato Sant‘Ambrogio der Markt der Urflorentiner sei. Und hier ist das Degustieren der Produkte ein fester Bestandteil des Marktbesuches. Doch nicht nur da zeigen sich die Marktleute grosszügig. Oft erhält man eine Tomate oder eine Apfel und manchmal sogar ein Körbchen Erdbeeren zusätzlich geschenkt… Oder eben in meinem Fall einen weiteren Strang Perlen. Oh, was bin ich für ein Glückskind…;)

Montag, 17. März 2014

Mein Leben zwischen Sprachlosigkeit, klaren Worten und dem "H"



„Vier feindselige Zeitungen sind mehr zu fürchten, als tausend Bajonette“, soll Napoleon Bonaparte einmal gesagt habe. Dieser ist in Florenz übrigens ganz und gar unbeliebt, da seine Truppen 1800 die Toskana besetzten. Diese Episode endete zwar bereits wieder 1807, aber in der Zwischenzeit hatten die Truppen genügend Zeit sich in den prunkvollen toskanischen Palästen einzunisten und einen grossen Teil der Kunstschätze der Medici nach Frankreich abzutransportieren. Was sie sonst noch alles anstellten (was Besatzer halt so machen), wollen wir hier jetzt nicht im Detail erörtern.
Eigentliche geht es mir bei diesem Post weniger um Geschichte, als um die Macht der Worte und Sätze und dass diese zuweilen auch wunderbar zu Dekorationszwecken verwendet werden können. Obwohl ich mir immer einbildete, dass ich mich mit meinen Französischkenntnissen und meinem rudimentären Latein wunderbar auf Italienisch würde verständigen können, litt oder leide ich teilweise immer noch, wenn ich feststelle, wie viel der Sprache mir noch fehlt. Ich denke dabei nicht an schwierige Fachbegriffe, die man beispielsweise braucht, wenn etwas im Haushalt kaputt geht oder man endlich schnelleres Internet installieren lassen möchte… 

Nein, es sind häufig ganz einfache Sachen, bei denen ich im wahrsten Sinne des Wortes sprachlos bin. Was heisst nochmal Gramm, ich hätte gerne 500 (das kann ich mir dank dem Fiat500 problemlos merken) Gramm was denn schon wieder? Hmmm was heisst Feldsalat auf Italienisch? Das Hirn rattert verzweifelt, während der/die Verkäufer/in versucht mein Kauderwelsch zu verstehen. „Si si questo“, antworte ich dann jeweils ganz erleichtert, wenn sie mit dem Finger auf das Richtige zeigen (was ich ja auch hätte tun können) und sage dann einfach irgendwann „bene“, wenn die Tüte vollgepackt ist. Mittlerweile ist es nicht mehr ganz so schlimm. Aber ja, mir fehlt es, einfach drauflos zu plappern und mit den Leuten über Gott und die Welt oder einfach das Wetter zu plaudern…
 
Es sind dann auch dieses Tage, an denen man sich im wahrsten Sinne des Wortes schrecklich unverstanden fühlt, an denen man manchmal ein paar starke Worte braucht. Besonders dann, wenn Freunde und Familie meilenweit weg sind und man den lieben Marito (das konnte ich mir merken, weil es ein hübsches Wörtchen ist) nicht mit dem ewig gleichen Gejammer nerven will. Also ziert unser Florentiner-Sofa nun ein Kissen mit der Aufschrift „Happiness is not a destination, it is a way of life“. Der gleiche Spruch findet sich als Bild bereits in unserer Schweizer-Wohnung. Und auch wenn es vielleicht etwas Mainstream ist, ja es stimmt: Glück ist manchmal eine Einstellungssache und wenn einem etwas nicht passt, macht es zeitweilig Sinn einfach weiterzumachen, anstatt zu  jammern. „Keep calm and carry on“ ist daher an unserer Haustüre zu lesen. Ja, la vita ist nicht immer bella in Italien und es braucht manchmal Durchhaltevermögen um sich über Sprachblockaden und interkulturelle Differenzen hinweg verständigen zu können.

In Florenz gibt es übrigens einen kleinen Buchstaben, der die ganze Verständigung erheblich erschwert: Den H. Ja es liegt alleine am H. Denn obwohl hier scheinbar das höchste, reinste und vor allem dialektfreiste Italienisch gesprochen wird und die Geister von Dante, Petrarca und wie sie alle heissen immer noch durch die Gassen wehen, erschwert einem hier das H das Leben unglaublich. Denn es reicht nicht, wenn man die Wörter versteht, wie sie im Lehrbuch geschrieben sind, man muss sie dann auch noch mit dem H übersetzen. Casa wird dann beispielsweise zu Hasa, Coca Cola heisst hier Hoha Hola (ja, das ist kein Witz) und dann gibt es noch so Dinge wie huesto und hualhehosa und so weiter. Sprachsünden in meinen Augen - gefälliger Lokalkolorit in den Augen der Florentiner. Ich gebe es ja zu, mit einem langgezogenen, nicht minder ordinärem „Äuä“ würde ich die Florentiner wohl auch schockieren... 

Das Übersetzen, Konjugieren, Versuchen die Dinge und Menschen zu verstehen wie sie sind, ist hier mein tägliches Brot. Kein Wunder also, dass ich mich manchmal nach ein paar klaren, leicht verständlichen Worten sehne… Übrigens: Die Imperative sind im Italienischen am einfachsten zu lernen. Wohl einfach auch, weil es hier dazu gehört den anderen zu sagen, was sie zu tun haben (ich habe mich letzthin in einem Kaffee mit einer deutschen Freundin aus der Sprachschule über eine Sprachübung unterhalten, die wir als Hausaufgaben lösen sollten. Postwenden wurden wir vom Nachbartisch her angesprochen und gefragt, warum wir zusammen Deutsch sprechen würden, wenn wir doch italienisch lernen sollten und dann wurden wir angewiesen Italienisch zu sprechen…). In dem Sinne: Vai, geniesse den Tag und jedes Wort, das du verstehst!


Dienstag, 4. März 2014

Von Vorurteilen und der Poesie essbarer Blüten...


Die italienische Küche ist eine Bauernküche e basta – so dachte ich zumindest bevor wir nach Italien gezogen sind. Vielleicht stimmt das sogar… Also zumindest was die einfache Art der Zubereitung und die Auswahl der Zutaten betrifft. Frisch müssen sie sein, aus der Region und oft wird daran gar nicht gross herumgewerkelt. Doch was sollte daran schlecht sein, wenn eine Küche einfach ist und die Köchin oder der Koch nicht mit hochkomplexen Zubereitungsmethoden gemartert werden?

Dass ich meine Verweigerung gegenüber der italienischen Küche endgültig ablegen konnte, verdanke ich einem Zucchinisalat, den ich neulich in einem Restaurant mit traditioneller italienischer Küche gegessen habe. Die Zucchini wurde dünn gehobelt mit ebenfalls gehobeltem Parmesan hübsch angerichtet serviert. Gewürzt war das Ganze schlicht mit Salz und grob gemahlenem Pfeffer. Und dann kommt es: Anstatt einer popeligen Vinaigrette war ein bisschen Olivenöl mit Trüffelaroma darüber geträufelt worden. Ein Gedicht…

Dieses Erlebnis brachte mich dazu über einen anderen Teil der Zucchini nachzudenken, den man in nördlicheren Gefilden oft gar nicht kaufen kann: Die Blüten. Hier sind sie in jedem Supermarkt günstig zu bekommen (auf dem Markt natürlich noch günstiger und noch frischer). So viel zum Thema Esskultur… Jedenfalls habe ich mir neulich meine ersten Zucchiniblüten geleistet und diese gefüllt zu einem klassischen Florentiner-Steak (das in meinem Fall massiv kleiner ausfiel als bei den Florentinern) und frisch gebackenem Brot serviert.



Bei der Füllung habe ich es mir ganz nach dem Motto „weniger ist mehr“ einfach gemacht.

Füllung: 250 Gramm Ricotta mit einem Eigelb vermengen und nach belieben mit Salz, Pfeffer und Kräutern abschmecken (ich für meinen Fall habe noch etwas gemahlenen Knoblauch dazu gegeben, einfach weil der für mich auch als Gewürz gilt und ich den Geschmack liebe).

Die Füllung wird vorsichtig mit einem kleinen Löffel in die Zucchiniblüten gepackt (sie reicht je nach Grösse der Blüten ungefähr für 12 Stück) und die Blütenblätter werden darüber geklappt oder an der Spitze sanft zusammen gedreht, damit sie zu bleiben.

 
Sauce: Bevor die Blüten zum Überbacken bei etwa 200 Grad für 20 Minuten in den Ofen kommen, werden sie mit einer Sauce aus geschmolzener Butter (ca. 100 Gramm) und dem Saft einer halben Orange übergossen (erst die süsse Säure der Orange gibt dem Ganzen den richtigen Kick und sorgt dafür, dass die Blüten beim Backen nicht braun werden). Es empfiehlt sich, bereits vor dem Backen etwas Sauce in die Gratinform zu geben, damit sich die Blüten problemlos lösen lassen.

Das Ganze ist ruck zuck zubereitet und entweder eine wunderbare Vorspeise oder Beilage.
Buon appetito!

P.S. Und obwohl ich nie wieder über die italienische Küche die Nase rümpfen wollte, sah ich neulich in einem Schaufenster an der Piazza San Marco etwas Haarsträubende: Pizza, die mit Tomaten, Mozzarella und Pommes Frites belegt war. Wer macht denn sowas? Ich weiss es: Touristenfänger Restaurants, dessen Köche ihre Seelen verkauft (die würden besser einmal Dantes „Divina Comedia“ lesen, dann wüssten sie, dass das böse ausgehen kann) und die italienische Küche verraten haben. Aber eben, dass ist dann auch keine wirkliche italienische „Cucina“!

Sonntag, 2. März 2014

Willkommen in den heiligen Hallen – Willkommen Zuhause

La Casa – das Haus oder vielmehr das Zuhause ist in Italien scheinbar ein heiliger Ort. Und im Gegensatz zur Strasse, auf der man seinen Hund schon mal einen Haufen machen lässt, ohne dass man ihn wegräumt (den Haufen meine ich, nicht den Hund) und achtlos eine Verpackung, wohlgemerkt aus Plastik und nicht aus biologisch abbaubarem Papier, fallen lässt, muss das Haus sauber und ordentlich sein. Es könnte ja sein, wurde mir kürzlich erklärt, dass man seinen/seine Traumpartner/in beim nächsten Streifzug durch die Stadt treffen könnte und dann mit Nachhause nehmen möchte… Und eben deshalb muss das Zuhause beim Verlassen genau so aussehen, das der neue Fang direkt von der Mama weg, bei einem einziehen möchte. Na ja, über die Wohnsituation möchte ich mich eigentlich nicht lustig machen, denn die hat nicht nur mit klammernden Müttern, sondern auch mit sehr schwierigen Arbeitsbedingungen zu tun. Als ich mich letzthin in der Sprachschule mit der Begründung abmeldete, dass ich zur Arbeit müsse, wurde ich mir erklärt, dass ich froh sein solle überhaupt eine Arbeit zu haben.

Eigentlich waren wir ja beim Zuhause. In den heiligen heimischen Hallen soll es also sauber und gemütlich sein. Obwohl auch hier die Auffassungen, wie Gemütlichkeit und vor allem Sauberkeit auszusehen haben, weit auseinander gehen. In Florenz haben die meisten Häuser dicke Mauern und einfache Fenster, ohne Doppelverglasung, die bisweilen schlecht schliessen und durch die schon mal der Wind gehörig hineinpfeift. Was im Sommer für die gewünschte Abkühlung sorgt, peinigt die Bewohner im Winter mit feuchter Kälte, die einem bis auf die Knochen geht und gehörig frieren lässt.



Mein Wundermittel erster Wahl dagegen sind Kerzen. Sie haben einerseits einen ganz praktischen Wärmeeffekt, anderseits wärmen sie mit ihrem warmen Licht auch die Seele und verströmen, wenn man wie ich von allen guten Geistern verlassen ist und im Rinascente (das Kaufhaus erster Wahl in Florenz mit einer bombastischen Haushaltsabteilung und einem Kaffee aus dem Dach, von dem aus man über die ganze Stadt sieht. Aber dazu ein andermal…) eine Duftkerze für geschlagene 15 Euro kauft, auch noch einen betörenden Duft. Was zuweilen in kalten, feuchten und muffigen Gemäuern auch sehr sinnvoll ist. In den vielen Antiquitätengeschäften der Stadt lassen sich auch wunderschöne Kerzenständer finden. Aber Achtung: Die Preise sind gesalzen und gerade als Ausländer wird man oft über den Tisch gezogen. Nichts desto trotz habe ich mir einen wunderschönen geschwungenen Kerzenständer und dazu eine Glasplatte mit Goldrand geleistet.

Zweites Hausmittel gegen die Kälte sind warmer Tee (auch dazu ein andermal mehr) und Kissen, in die man sich hineinkuscheln und dazu eine schöne Zeitschrift lesen kann. In meinem Fall vorzugsweise ein Mode- oder Einrichtungsheft oder zur Abwechslung auch mal ein Kochjournal. Dazu muss ich sagen, dass sich hier eine Fülle von wunderbaren Dekorationszeitschriften finden lässt. Und ich dachte immer, dass wir im Verlagswesen in der Schweiz die Nase vorne hätten. Pustekuchen… Und dazu kommt, dass das Erlernen einer fremden Sprache mit schönen Bildern einfach viel mehr Spass macht.

Zu den Kissen muss ich noch sagen, dass ich allen rate sie zu besorgen, bevor der Traummann/die Traumfrau auf der Bildfläche erschienen ist. Signore Pinella denkt nämlich langsam, dass ich eine Art Kissen-Obsession entwickelt habe… Wie er wohl auf sowas kommt?

In dem Sinne: Benvenuti a casa!