Mittwoch, 12. Februar 2014

Rosa, goldener Abend auf der Piazzale Michelangelo


Vor knapp fünf Wochen sind Signore Pinella und ich in Bella Firenze angekommen. Es ist eine spezielle Situation, wenn man nicht nur für einen kurzen Städtetrip an einen anderen Ort reist, sondern wenn man weiss, dass man hier in ganzes Jahr lang leben wird. Entgegen allen meinen Befürchtungen haben wir uns schnell in der hübschen Stadt am Arno zu Recht gefunden.  Und verlässt man seine  eigenen vier Wände, finden sich im Handumdrehen wunderbare Plätze und interessante Menschen.

So richtig haben wir unsere Herzen bei einem Besuch der Piazzale Michelangelo für die Stadt geöffnet. An einem, für den Januar erstaunlich warmen, Samstagnachmittag haben wir uns auf den Weg  zu diesem Aussichtspunkt gemacht. Von dort aus soll man einen wunderbaren Blick auf den Arno und die Stadt haben. Und obwohl unsere Wohnung luftlinienmässig nicht weit von der Piazzale entfernt liegt, zog sich der Aufstieg doch noch etwas hin….

Vor allem auch deshalb, weil Signore Pinella mich auf Schritt und Tritt davon abhalten musste von den wunderbaren Efeuranken zu stibitzen, welche üppig die Mauern am Strassenrand überwucherten. Irgendwann muss ich bei Nacht und Nebel nochmal alleine losziehen… Aus dem Efeu liessen sich wunderbare Kränze basteln. Aber das nur ganz nebenbei.

Der Piazzale Michelangelo wurde 1865 gebaut, als Florenz für kurze Zeit die Hauptstadt Italiens war. Von der Aussichtsterrasse sind sowohl die Ponte Vecchio, wie auch der Dom, der Palazzo Vecchio und die umliegende Hügellandschaft zu bewundern. Einmal die ganze Rundumsicht auf Firenze. Über die Aussicht wacht mitten auf dem Platz eine Bronzekopie von Michelangelos David, einem weiteren Wahrzeichen der Stadt.

Dass der Piazzale Michelangelo bei weiten kein Geheimtipp mehr ist, zeigte sich an den Touristenströmen, die uns entgegenkamen. Und sowas Ende Januar… Wenigstens machten sie sich schon wieder an den Abstieg. Oben angekommen wurde es nicht besser und wir wären sicher etwas genervt gewesen, wenn da nicht der Ausblick auf die Stadt gewesen wäre. Die letzten Sonnenstrahlen tauchten sie in ein warmes, goldenes Licht und färbten den Abendhimmel zartrosa. Atemberaubend…

Und ob das nicht genug wäre, begannen auch noch die Glocken der vielen Florentiner Kirchen zu läuten. Eigentlich Kitsch pur. Etwas später gesellte sich  ein Sänger mit Gitarre dazu, der bekannte Singer Songwriter Songs auf Italienisch zum Besten gab. Da mussten wir uns endgültig geschlagen geben. Firenze hatte unsere Herzen erobert…