Sonntag, 28. Dezember 2014

Bücherliebe und Lebkuchen-Cupcakes...

Heute haben der Signore und ich nach vielen Festessen und Zügelstress einen faulen Sonntag genossen. Das heisst, dass sich der Signore Eishockey-Spiele am Fernsehen ansah und ich mich über meine Weihnachtsgeschenke gefreut habe. In diesem Jahr bekam ich drei Bücher geschenkt, die ich Euch gerne weiter empfehlen würde. Dazu haben wir Lebkuchen-Muffins gegessen. Das Rezept dazu verrate ich Euch weiter unten.
Vom Signore habe ich das Buch „Meine französische Küche – mehr als 100 Rezepte aus Frankreichs Grossregionen“ von Rachel Khoo geschenkt bekommen. Über sie habe ich ja bereits hier einmal berichtet. Das neue Buch von Rachel Khoo beschränkt sich nicht nur auf Paris, sondern zeigt Spezialitäten aus allen Regionen Frankreichs. Mein liebstes Kapitel ist natürlich dasjenige über das Elsass. Da ich mich dieser Küche wegen meiner Elsässer Urgrossmutter besonders verbunden fühle. Ich mag an den Büchern von Rachel Khoo, dass sie einfach wundervoll gestaltet sind und man alleine beim Durchblättern Lebens- und Genussfreude  verspürt.

Das zweite Buch habe ich von der lieben Signora Rossi (wer das ist, habe ich hier geschrieben) erhalten. Es ist ebenfalls ein Kochbuch – aber ein ganz besonderes. Die Rezepte im Buch mit dem Titel „Buon Appetito – Rezepte, Geschichten und prominente Porträts“ wurden vom Schweizer Gardisten David Geisser im Auftrag der Päpstlichen Schweizergarde kreiert. Ich hatte die Ehre David für die Zeitung in Rom im Vatikan interviewen zu dürfen. Für mich war das eine wundervolle Erfahrung. David ist sehr sympathisch und bodenständig und seine Rezepte sind lecker, nachkochbar und trotzdem haben sie einen gewissen Twist. Er wurde übrigens bereits als Schweizerischer Jamie Oliver bezeichnet. David hat mit seinen 24 Jahren bereits drei Kochbücher geschrieben. Hier könnt Ihr Euch seine Internetseite ansehen. Das Buch von David Geisser gibt interessante Einblicke in das Leben der Gardisten und der Geistlichen und beleuchtet den Vatikan einmal von der kulinarischen Seite her.

Das letzte Buch habe ich mir selber zu Weihnachten geschenkt. Es heisst „Quello che piace a Irene  - ricette, consigli e regali“ und wurde von Irene Berni geschrieben. Ich habe das Buch im Laden Il Cuore delle Cuose in Florenz (über den Laden habe ich hier berichtet) gefunden. Irene zeigt unglaublich leckere Rezepte und wundervolle Deko-Ideen. Leider weiss ich nicht, ob es auch übersetzt wurde und ausserhalb von Italien erhältlich ist. Gerade deshalb habe ich so grosse Freude, dass ich das Buch noch kurz vor unserer Abreise gefunden habe.

Und nun noch zum Rezept für die Lebkuchen Cupcakes. Ich hatte beim Weihnachtsessen bei der lieben Sonja (hier geht’s zu ihrem Blog) die Idee zu diesem Rezept. Sie hat wundervolle Cupcakes gebacken und da dachte ich, dass ich das nun, da ich wieder einen guten, funktionierenden Backofen habe, auch einmal wieder tun sollte;)

Zutaten für 12 Cupcakes: 2 Eier, 120 Gramm Zucker, 2 Teelöffel Vanillezucker, 75 Gramm Butter, 75 Milliliter Milch, 170 Gramm Weissmehl, 1 gehäufter Teelöffel Backpulver, 1 gestrichener Teelöffel Zimt, 2 Teelöffel Kakaopulver, 1 halber Teelöffel Nelkenpulver und 1 halber Teelöffel Muskatpulver. Für das Topping: 200 Gramm Frischkäse und 200 Gramm Puderzucker.

Zubereitung: Zuerst werden die Eier und der Zucker schaumig gerührt. Danach die restlichen Zutaten zugeben und alles zu einem glatten Teig verrühren. Den Teig in 12 Cupcake-Förmchen füllen und für 15-20 Minuten auf mittlerer Stufe im auf 180 Grad vorgeheizten Ofen backen.

Die Cupcakes auskühlen lassen und danach mit dem Topping aus Zucker und Frischkäse, beide Zutaten zuvor zu einer glatten Masse verrühren, und allenfalls mit etwas Zuckerdekor verzieren.
Ich wünsche Euch allen einen guten Rest von diesem Sonntag und einen guten Start in die neue Woche!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Weihnachten in Florenz und zu Hause...

Zuerst möchte ich mich herzlich bei Euch für Eure lieben Rückmeldungen zu meinem letzten Beitrag über den Abschied aus Florenz bedanken. Ich habe mich sehr darüber gefreut! Leider bin ich noch nicht zum Beantworten gekommen. Ich hole das aber sicher noch nach.
Wie bereits angekündigt liegen noch ein paar Bilder und Beiträge aus Italien in meinem Schatzkästchen;) Daher habe ich heute ein paar Weihnachtstipps, die auch noch auf den letzten Drücker realisierbar sind. Einerseits ist es ein Rezept für einen weissen Glühwein, den ich gerne unseren Gästen bei den Abschiedsessen in Italien serviert habe – von denen hatten wir in der letzten Woche fünf. Daher bin ich nun auch etwas k.o. Es war aber auch schön, mit unseren neuen Amici Weihnachten vorzufeiern!

Zum Anderen ist es ein gelingsicheres Rezept für gebrannte Mandeln, welches ich auf dem Youtube-Kanal „Sallystortenwelt“ gefunden habe. Hier geht’s zum Video. Ich verspreche Euch, die Mandeln gelingen immer und sind ein wunderbares Mitbringsel oder ein schönes Dessert zusammen mit dem Glühwein.

Weitere Inspirationen, leckere Rezepte und Back- und Basteltipps zu Weihnachten gibt es auch auf diesen wundervollen Blogs hier, hier und hier.

Zusätzlich habe ich ein paar Bilder aus dem weihnachtlichen Florenz für Euch. Ich muss schon sagen, wenn die Italiener etwas wirklich beherrschen, dann ist es Weihnachten zu zelebrieren.
Und hier das Rezept für den weissen Glühwein

Zubereitung Glühwein: Wasser, Most, Zimtstangen und Gewürznelken aufkochen. Zucker beigeben und 10 Min. kochen. Beiseite stellen und vor Servieren nochmal wärmen und Weisswein beigeben (Temperatur zurückdrehen, damit Alkohol nicht verdampft) und servieren.

Zutaten für den weissen Glühwein für 6 Personen: ½ l Wasser, 3dl Most, 2 Zimtstangen, 10 Gewürznelken, 2EL Rohzucker, 1 Liter Weisswein

Ihr könnt den Wein übrigens auch komplett durch süssen Apfelmost ersetzen.

Und um Euch absolut in Weihnachtsstimmung zu versetzen, hier noch mein diesjähriges Weihnachtslied von Michael Bublé;) Ich bin so froh, dass ich nicht nur in Gedanken und Träumen, sondern ganz richtig und real an Weihnachten zu Hause bei meinen Lieben sein darf. Das ist für mich das grösste Geschenk überhaupt!
Nun danke ich Euch nochmal vielmals für Eure Treue das ganze Jahr über, für Eure lieben und ermutigenden Kommentare und all die schönen Bekanntschaften, die sich über das Bloggen ergeben haben!

Ich wünsche Euch ein wundervolles, gesegnetes Fest der Liebe!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Sonntag, 21. Dezember 2014

Arrivederci Firenze und ein Risotto alle mele alla Signora Pinella...

Obwohl ich ja jetzt ein ganzes Jahr lang in Italien gelebt und viel über la cucina italiana geschrieben habe, habe ich noch nie ein Risotto-Rezept gepostet. Der Signore und ich essen zwar gefühlt jeden zweiten Tag Risotto, einfach weil wir das so gerne mögen, aber für den Blog hielt ich das nie als spektakulär genug.
Nun hatte ich kürzlich bei einem Abendessen die Eingebung für ein besonderes Risotto. Und zwar wollte ich unseren Gastgebern erklären, dass ein Markthändler Kathrin von www.kuisine.ch und mir erklärt hat, dass man Risotto mit Honig „Miele“ verfeinern solle. Statt Miele sagte ich aber „Mele“ - das bedeutet Apfel. Unsere Gastgeber waren dann ganz aus dem Häuschen und meinten, dass Äpfel nun gar nicht in ein Risotto passen würden. So kam es, wie es immer kommt, wenn man mir sagt, dass etwas gar nicht geht. Ich habe natürlich ein Risotto mit Äpfeln gekocht. Und war super stolz auf meine neue Menü-Kreation, bis mir dann einfiel, dass die liebe Signora Rossi (wer das ist, habe ich hier geschrieben) mir bereits beim ersten Mal, als sie mich zum Essen eingeladen hat, ein Apfel-Risotto serviert hat.

Als ich mein Apfel-Risotto gekocht habe, wusste ich das aber noch nicht. Und so kann ich Euch heute trotzdem eine Neukreation präsentieren.

Hier nun also das Rezept für ein Risotto alle mele alla Signora Pinella:
Zutaten für 2 grosse Portionen: Olivenöl, 2 Frühlingszwiebeln, 2 Tassen Risottoreis, 5 Tassen vegetabile Bouillon, 1 dl Rahm, 2 grosse, rote Äpfel (rot für die Farbtupfer), Salz, Pfeffer und evt. etwas getrocknete Kräuter, 1 Esslöffel Honig und mindestens 4 Tranchen dünn geschnittener Bratspeck.

Zubereitung: Zuerst werden die Zwiebeln klein geschnitten und im Olivenöl angedünstet, dann das Reis zugeben und das Ganze weiter dünsten, bis das Reis glasig aussieht. Mit der Bouillon ablöschen und mindestens 20 Minuten köcheln lassen. Den Rahm und kurz vor Ende der Kochzeit die klein geschnittenen Äpfel dazu geben. Nochmal kurz aufkochen, mit Kräutern, Salz und Pfeffer und dem Honig abschmecken und alles zusammen mit dem Speck, der kurz angebraten wurde, und ein paar Apfelschnitzen anrichten.
Und weil dies mein letzter richtiger Post ist, den ich auch von Florenz aus schreibe, habe ich noch ein paar Bilder für Euch, die ich kürzlich auf der Piazzale Michelangelo gemacht habe. Über die habe ich ja auch meinen allerersten Blogeintrag geschrieben. Und keine Angst, es kommen noch mehr Posts aus Italien, weil ich einfach noch nicht dazu gekommen bin, Euch alles zu zeigen, was ich Euch noch so zeigen wollte.

Obwohl ich mich darauf freue, nun wieder in die Schweiz zurück zu kehren, wird mir Italien doch irgendwie fehlen. Als ich vor einem Jahr heulend im Auto in Richtung Florenz sass, habe ich dem Signore prophezeit, dass ich bei der Heimkehr auch wieder weinen würde – nur eben andersrum. Und jetzt sitze ich da und bemühe mich wirklich nicht zu weinen. Wenn Ihr den Post lest, sitze ich wohl schon im Auto in Richtung Schweiz. Bei mir ist das immer so. Ich brauche meine Zeit, bis ich mich angepasst habe und wenn mir das gelungen ist, bin ich traurig, wenn ich gehen muss. Wie ich schon öfters gesagt habe, sehne ich mich nun auch wahnsinnig danach sesshaft zu werden und irgendwo ein richtiges Zuhause zu haben. Aber eben, bis es so weit ist, wird eifrig weiter durch die Welt getingelt…
So, nun schicke ich Euch zum letzten Mal liebe Grüsse aus dem Süden und wünsche Euch einen schönen, besinnlichen 4. Advent!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Scrivimi – Grüsse aus dem Florentiner Paradies einer Schweizerin…

Wieder einmal habe ich einen Schatz gefunden. Also eigentlich ist das schon eine Weile her. Irgendwann im Juli war es, als ich zum ersten  Mal in eine wundervolle Cartoleria mit dem klangvollen Namen Scrivimi – zu Deutsch „schreibe mir“ – zu Besuch war.
Ich wurde dort von einem sehr freundlichen Herrn bedient, der zu meinem grossen Erstaunen plötzlich fragte, aus welcher Gegend der Schweiz ich denn kommen würde. Dazu muss ich kurz etwas erklären: Die meisten Italiener (wohl nicht nur die, sondern auch viele andere Menschen, die nicht Deutsch sprechen) sind sich nicht bewusst, dass Schweizerdeutsch und Hochdeutsch unterschiedlich klingen. Wenn ein Italiener erkennt, dass jemand Deutsch als Muttersprache hat, ist das schon viel. Ich werde normalerweise für eine Spanierin oder Napolitanerin gehalten – offenbar ist für die Florentiner alles, was schon irgendwie Italienisch, aber trotzdem komisch klingt, aus Napoli. Ich hielt das in meinem Fall immer für eine Beleidigung, bis ich kürzlich sogar von einer Napolitanerin gefragt wurde, ob ich aus der Gegend um Napoli stammen würde.

Zurück zu meiner Geschichte. Jedenfalls wurde ich dann eben von diesem Herrn gefragt, von wo aus der Schweiz ich kommen würde. Ich sagte es ihm und fragte dann im Gegenzug, warum er meine Herkunft erraten habe. Er sei mit einer Schweizerin verheiratet und ich solle sie doch einmal in der Cartoleria besuchen kommen, erwiderte er.

Weil die besagte Schweizerin den Sommer mit ihrem Kleinen in der wesentlich kühleren Schweiz verbrachte, hat sich das Treffen dann leider irgendwie verzögert. Nun ärgere ich mich unglaublich darüber, denn als ich Sheena zum ersten Mal in ihrer Cartoleria besucht habe, ist der Funke sofort gesprungen. Sie hat mich so herzlich und liebenswürdig empfangen und ich fühlte mich bei ihr sofort wohl und willkommen.
Zusammen mit ihrem Mann hat sie sich vor sechs Jahren den Traum einer eigenen Cartoleria erfüllt. Das war ein sehr mutiger Schritt, denn weder Sheena noch ihr Mann sind Italiener. Ihre Familien leben nicht in Florenz und sie mussten alles alleine und ohne fremde Hilfe aufbauen. Und das haben sie einfach wundervoll gemacht. Ich glaube, dass Sheena auch so ein positiver Mensch ist, weil es ihr gelungen ist, sich ihren grossen Traum zu erfüllen. „Das war mit viel Glück und etwas Vitamin B, ohne das in Italien einfach nichts läuft, möglich“, erklärt Sheena. Gerade deshalb sei sie so dankbar, dass sie nun mit der Cartoleria ihre Kreativität ausleben könne. Und das tut sie auch. Sie hat das Geschäft mit viel Liebe eingerichtet und alles, was sie verkauft, wählt sie sorgfältig aus.

Mich stellt das dann wiederum vor das grosse Problem, dass ich am liebsten alles kaufen würde – leider hat der Signore bereits jetzt Panik, dass wir nicht alles in unser Auto bringen, wenn wir in die Schweiz zurückkehren. Aber ein paar Bogen Papier, ein- oder zwei Siegel, Stempel oder Briefbögen und natürlich eine Firenze Schneekugel nehmen ja nicht so arg viel Platz weg;) Sheenas Lieblingsprodukte sind übrigens die Wachssiegel. „Sie erinnern mich an vergangene Zeiten, in denen die Menschen noch Briefe geschrieben haben, diese versiegelt und persönlich abgeliefert wurden“, betont Sheena. Und sie bevorzuge es lokale Handarbeiten zu kaufen.

Schaut unbedingt bei Scrivimi an der Piazza del Mercato Centrale vorbei, wenn Ihr mal nach Florenz kommt. Ihr werdet verstehen, warum mir dieser wundervolle Ort so gut gefällt! Weitere Informationen gibt es auch hier auf der Facebook-Seite von Scrivimi.

Ich werde mit Sicherheit immer wieder dorthin zurück kehren. Einfach auch, weil es für mich so schön ist, dass ich nun weiss, dass es in Florenz liebe Menschen gibt, die ich besuchen kann. Und ich weiss auch jetzt schon, dass ich schrecklich traurig sein werde, wenn ich mich am Ende dieser Woche verabschieden muss.

Danke Dir liebe Sheena, dass Du mir die letzten Wochen in Italien so versüsst hast! Ich wünsche mir, dass wir uns bald wieder sehen! Und vielen vielen Dank, dass ich Dein wundervolles Reich fotografieren durfte!

Ich wünsche Euch einen schönen Tag und hoffe, dass Ihr auch immer wieder lieben Menschen begegnet, die Euch einfach gut tun!

Herzlichst, Eure Signora Pinella